Zusammenfassung
Ausgangspunkt ist die Frage:
Sind die Energetisierungsübungen wichtig für den Kriya Yoga?
Du erklärst zunächst, dass diese Übungen nicht aus der ursprünglichen Kriya-Yoga-Linie Lahiri Mahasayas stammen, sondern von Paramahansa Yogananda Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. In der Self-Realization Fellowship und in Linien, die aus Yoganandas Arbeit hervorgegangen sind, spielen sie dagegen eine wichtige Rolle. Eingefügter Text
Dann beschreibst du, worum es sich überhaupt handelt: äußerlich sehen die Energetisierungsübungen teilweise wie Gymnastik aus, tatsächlich werden dabei aber Muskelanspannung, Entspannung, Konzentration und bewusster Wille miteinander verbunden. Es gibt Bewegungen, statische Anspannungen und teilweise isometrische Elemente. Die Übungen werden stehend ausgeführt und dauern in der vollständigen Form ungefähr zehn bis zwölf Minuten. Eingefügter Text
Für dich liegt ihre Besonderheit darin, dass nicht einfach nur der Körper bewegt wird. Die Aufmerksamkeit wird gezielt auf einzelne Körperbereiche gelenkt und mit Anspannung, Entspannung und Energiearbeit verbunden.
Du gehst anschließend auf deine eigene Praxis ein. Dein Einstieg in den Kriya Yoga erfolgte über die SRF, weshalb du die Energetisierungsübungen anfangs täglich, teilweise sogar zweimal täglich ausgeführt hast. Im Laufe der Jahre hast du sie reduziert und mit Asanas sowie anderen körperlichen Übungen kombiniert. Eingefügter Text
Eine wichtige persönliche Erfahrung betrifft den Zeitpunkt der Übungen: Morgens möchtest du unmittelbar nach dem Aufwachen meditieren. Körperliche Übungen vor der Meditation empfindest du inzwischen als störend für deine gewünschte Meditationstiefe. Du betonst aber ausdrücklich, dass dies nicht allgemein gilt. Für Anfänger oder Menschen, die zunächst körperlich und energetisch in Gang kommen müssen, können Übungen vor der Meditation sehr sinnvoll sein. Eingefügter Text
Deine heutige Praxis besteht darin, körperliche Übungen eher später am Tag oder am Abend zu machen. Die vollständigen Energetisierungsübungen führst du nicht mehr täglich aus, sondern versuchst, sie ungefähr einmal pro Woche einzubauen. Ähnlich gehst du mit längeren Asana-Einheiten um. Eingefügter Text
Besonders interessant ist deine jüngste Erfahrung: Nachdem du die Energetisierungsübungen mehrere Wochen ausgelassen hattest, hast du wieder eine etwa zwölfminütige Einheit gemacht und dabei nach eigener Wahrnehmung eine deutliche energetische Wirkung festgestellt. Das hat dich erneut darin bestätigt, dass Yogananda diese Übungen nicht ohne Grund in sein System aufgenommen hat. Eingefügter Text
Du betonst zugleich, dass sie nicht die einzigen sinnvollen körperlichen Übungen sind. Asanas, Maha Mudra, sportliche Bewegung und körperliche Arbeit können ebenfalls wichtig sein. Maha Mudra ordnest du dabei als besonders bedeutende körperlich-energetische Übung im Kriya Yoga ein. Eingefügter Text
Dein Fazit lautet deshalb nicht: Jeder Kriya Yogi müsse täglich Energetisierungsübungen machen. Vielmehr seien sie ein wertvolles Werkzeug, das man ausprobieren und entsprechend der eigenen Entwicklung einsetzen könne. Wer seinen bisherigen Weg erweitern möchte, könne sich auch Yoganandas SRF-System ansehen oder grundsätzlich über die eigene Kriya-Yoga-Linie hinausblicken.
Strukturiertes Transkript (claude)
Energetisierungsübungen nach Yogananda: Braucht der Kriya Yoga sie wirklich?
Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute geht es um die Frage: Ist die Energetisierungsübung wichtig für den Kriya Yoga?
Die Energetisierungsübung – wer kennt sie, wer kennt sie nicht? Ich hole etwas aus, denn vermutlich ist sie nicht allen bekannt. Das hat einen einfachen Grund: Sie ist kein Bestandteil des Kriya Yoga von Lahiri Mahasaya. Sie stammt weder von ihm noch von der zweiten Generation seiner Schüler, sondern von Paramahansa Yogananda.
Woher stammen die Energetisierungsübungen?
Yogananda hat die Energetisierungsübungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbst entwickelt. Es gab zwar Vorstufen und Vorarbeiten anderer, mit denen er, wie ich vermute, gearbeitet hat – doch das System der Energetisierungsübungen, das er für den Kriya Yoga in Amerika vermittelte, ist sein eigenes.
In seiner Lehre ist es ein wichtiger Bestandteil, also im Kriya Yoga der Self-Realization Fellowship (SRF). Auch in den Linien, die von Schülern Yoganandas gegründet wurden und die sich mehr oder weniger selbstständig gemacht haben, spielt die Übung eine Rolle: bei Ananda, der von Swami Kriyananda begründeten Linie, weiß ich es definitiv. Bei Roy Eugene Davis müsste sie eigentlich ebenfalls dazugehören, und es gibt wohl noch weitere, die sie in der Nachfolge Yoganandas genauso vermitteln.
Man kann also definitiv nicht sagen, dass die Energetisierungsübungen zwingend zum Kriya Yoga gehören. Doch bevor wir die Frage beantworten, beschreibe ich besser erst einmal, worum es sich überhaupt handelt.
Was sind die Energetisierungsübungen?
Von außen betrachtet sehen die Energetisierungsübungen aus wie Gymnastik. Wer Menschen dabei zusieht, sieht körperliche Übungen. Doch es geschieht dabei deutlich mehr.
Ursprünglich wurden sie in den Lehrbriefen Nr. 8 und 8a vermittelt, mit Vorbereitungen bereits in Lehrbrief 7. Heute stehen sie im Lehrgebäude der SRF am Anfang, also noch bevor die Konzentrations- und die Meditationsübung gelehrt werden.
Es handelt sich um 39 kurze Übungen, die im Stehen ausgeführt werden. Dabei bewegt man sich äußerlich nicht immer – aber es werden stets verschiedene Muskeln angesprochen, teils gleichzeitig mit einer Bewegung. Selbst wenn jemand scheinbar stillsteht, arbeitet er mit seinen Muskeln.
Anspannung und Entspannung mit Willenskraft
Zu jeder Übung gehören Anweisungen zur Anspannung und Entspannung. Ein Beispiel: Kreist man den Oberkörper, konzentriert man sich auf die Wirbelsäule und spannt die Muskeln entlang der Wirbelsäule an. Oder man führt die Hände vor dem Körper zusammen, und gleichzeitig werden nacheinander verschiedene Körper- bzw. Muskelbereiche von unten nach oben angespannt. Der Körper ist dafür in 20 Körperteile eingeteilt, wenn man den Kopf mitrechnet. Diese werden in einer festgelegten Reihenfolge angespannt und ebenso in einer Reihenfolge wieder entspannt.
Isometrische Übungen
Daneben gibt es isometrische Übungen: Ein Muskel will die Bewegung in die eine Richtung, ein anderer wird angewiesen, in die entgegengesetzte Richtung zu arbeiten, sodass die resultierende Bewegung null ist. Man hat dann gleichzeitig eine Muskelanspannung und eine Willensanspannung.
Dauer und Vorbereitung auf das Sitzen
Die gesamte Abfolge sollte man in 10 bis 12 Minuten schaffen können. Mir scheint sie zudem schon ein wenig auf das Sitzen vorzubereiten: So werden etwa die Knöchel rotiert – hilfreich, wenn man die Gelenke für das kreuzbeinige Sitzen entlasten, entspannen und trainieren will.
Braucht man die Energetisierungsübungen für den Kriya Yoga?
Wie ich schon mehrfach gesagt habe, ist Yogananda definitiv der Hauptträger der Verbreitung des Kriya Yoga und selbst ein enorm hoch entwickelter Yogi. In der SRF gilt er als Avatar, also als jemand, der die Befreiung bereits in einem früheren Leben erlangt hat und zurückgekommen ist, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Meiner Meinung nach trifft das auch zu.
Seine Übungen sind gewiss nicht das Ende des Möglichen. Aber sie sind eine geniale Zusammenstellung einfacher Übungen für einen großen Teil der Menschheit – noch nicht für den Großteil, doch im Laufe der Jahre werden sie wohl für immer mehr Menschen brauchbar werden. In diesem Rahmen gehören diese Übungen sicher zum Kriya Yoga dazu, und auch für alle, die einen anderen Kriya-Yoga-Pfad gewählt haben, sind sie sicher nicht ohne.
Meine eigene Praxis mit den Energetisierungsübungen
Mein Einstieg in den Kriya Yoga fand über die SRF statt. Anfangs habe ich die Energetisierungsübungen natürlich täglich praktiziert, manchmal sogar zweimal am Tag. Im Laufe der Zeit habe ich das reduziert, weil ich andere körperliche Übungen hinzugenommen habe.
Warum ich morgens direkt meditiere
Morgens mache ich die Übungen nicht. Nach dem Aufwachen setze ich mich, ohne mich groß zu bewegen, aus dem Liegen auf und gehe direkt in die Meditation. Ich habe die Erfahrung gemacht: Schiebe ich dazwischen noch eine körperliche Übung ein, führt das zu Inkrustationen, also zu Verkrustungen der Energiebahnen. Die Meditationstiefe, die ich mir wünsche, ist dann nicht mehr erreichbar. Deshalb lasse ich das definitiv weg.
Das gilt natürlich nicht für jeden. Man muss erst einmal ein Momentum aufgebaut haben. Bei mir ist dieses Momentum da – sogar in der Nacht fließt die Energie durch. Wenn ich aufwache, bin ich schon auf einem Energieniveau, von dem aus ich im Grunde sofort in die Meditation starten kann.
Für jene, die sich erst mit diesem Gebiet zu beschäftigen beginnen oder sich gerade auf den Weg machen, kann es dagegen sehr sinnvoll sein, die Meditation mit körperlichen Übungen vorzubereiten – vielleicht sogar mit Asanas. Das hängt ganz von der jeweiligen Situation ab. Jeder muss selbst herausfinden, was für ihn das Beste ist, und das wird sich mit der Zeit auch entwickeln. Es bleibt nicht immer gleich. Manchmal durchläuft man eine ganze Inkarnation auf derselben Ebene, und auch das muss nicht verkehrt sein. Man muss sich mit seinem eigenen Körper abstimmen und immer das Beste daraus machen.
Körperübungen am Abend und im Retreat
Meine körperlichen Übungen mache ich am Abend oder, wenn ich im Retreat bin, auch untertags. Auch im Retreat meditiere ich fast immer gleich nach dem Aufwachen; manchmal absolviere ich dann schon mein ganzes Programm, und der Rest des Tages ist Zugabe. Habe ich mein Programm durchlaufen, sind die Energiebahnverkrustungen kein Problem mehr.
Die Energetisierungsübungen mache ich inzwischen nicht mehr regelmäßig, auch weil ich zeitweise Yoga-Asanas und andere körperliche Übungen hinzugenommen habe und manchmal statt der vollen zehn Minuten die verkürzte Fassung mache, die ebenfalls in der SRF gelehrt wird, oder Yoganis verkürzte Übung. Mein Anspruch ist aber, sie einmal pro Woche zu machen. Das reicht meiner Meinung nach aus: einmal pro Woche ausführlich Asanas, einmal pro Woche die Energetisierungsübungen und vielleicht noch einmal pro Woche andere Übungen.
Vor der abendlichen Meditationssitzung, die bei mir relativ kurz ist, mache ich grundsätzlich entweder eine längere körperliche Übung oder – wenn das nicht der Fall ist – auf jeden Fall die kurze Vorbereitung nach Yogananda, die auch in der SRF vermittelt wird: das Gehen auf der Stelle und das Beugen. Denn körperliche Übung, insbesondere wirbelsäulenbezogene, ist für den Kriya Yoga definitiv wichtig. Sie ganz wegzulassen, ist kontraproduktiv – so will ich es einmal sagen.
Ein Erlebnis nach wochenlanger Pause
Diese Erfahrung mache ich immer wieder, und gerade eben habe ich sie erneut gemacht. Ich hatte die Energetisierungsübungen längere Zeit nicht gemacht, viele Wochen lang. Das Meditieren ist mir angenehm, dahin zieht es mich eigentlich den ganzen Tag; morgens und abends könnte ich mehr meditieren, wenn der Tag nicht andere Aufgaben hätte. Zu den körperlichen Übungen zieht es mich dagegen definitiv nicht hin, und sie länger zu gestalten, kostet ab und zu Überwindung. Darum nutze ich gerne Retreats und dergleichen, um sie dort wirklich ausführlich zu machen, und halte sie zu Hause kürzer.
Gestern Abend habe ich die Energetisierungsübungen nach dieser langen Pause wieder gemacht, nur zwölf Minuten – und es hat sich wirklich vieles gelöst. Ich spürte ein richtiges Rauschen von Energie durch mich hindurch, das ich auch am nächsten Morgen noch fühlte, dazu kam ein besserer Schlaf. Da ist mir wieder bewusst geworden, dass Yogananda diese Übungen nicht umsonst der Welt gebracht hat.
Energetisierungsübungen in Ost und West
Zu Lahiri Mahasayas Zeiten war die Menschheit – oder Indien – vielleicht noch nicht bereit dafür, oder die Übungen sind speziell etwas für den Westen. Ich denke aber, jeder kann davon profitieren. Sie werden selbstverständlich auch in Indien gelehrt, in der Yogoda Satsanga Society (YSS), wie Yoganandas Organisation dort heißt, und ich denke, die Inder sprechen genauso gut darauf an.
Asanas, Maha Mudra und Bewegung im Alltag
Die Energetisierungsübung muss nicht die einzige Übung sein. Asanas finde ich genauso wichtig. Dazu habe ich bereits eine eigene Folge gemacht: Auch Yogananda hat Asanas unterrichtet, und zwar nicht nur einfache, sondern auch anspruchsvolle wie den Pfau, den Kopfstand im Lotussitz oder, soweit ich es gesehen habe, den Fisch. Ob Lahiri Mahasaya Asanas unterrichtet hat, weiß ich nicht genau; ich kann es mir eher nicht vorstellen, kann es aber nicht definitiv sagen.
Ich kann jedoch sagen, dass Yogananda sie unterrichtet hat. Und wenn Yogananda sie unterrichtet hat, würde ich sagen, sind sie für alle Kriya-Yogis wichtig – das bestätigt mir auch meine eigene Erfahrung. Im Kriya Yoga selbst ist zudem Maha Mudra enthalten, ebenfalls eine körperliche Übung, und vielleicht die wichtigste von allem, was an Körperlichem mitgegeben wird.
Doch auch die spezielleren Übungen – Energetisierungsübungen und Asanas – sind wichtig. Vielleicht arbeitet man in der Woche körperlich genug, sodass man keinen zusätzlichen Sport braucht. Asanas und Energetisierungsübungen sind aber besondere Formen körperlicher Übung, die man trotzdem zusätzlich machen sollte.
Andererseits reichen sie allein, glaube ich, auch nicht aus. Den Körper durch Sport, körperliche Anstrengung und Arbeit in Schuss zu halten, ist ebenfalls nicht ohne und hilft auf jeden Fall, den spirituellen Weg des Kriya Yoga gesund und wirkungsvoll weiterzugehen.
Fazit: Braucht der Kriya Yoga die Energetisierungsübung?
Die Energetisierungsübung ist definitiv eine interessante Übung – wie alles, was Yogananda angeboten hat. Wer Kapazität und Freiraum hat oder merkt, dass er mit seiner eigenen Praxis nicht mehr weiterkommt, dem sage ich: Geh einmal zur SRF und durchlaufe dort den Kurs. Das gibt sicher neue Impulse, sofern man geistig und spirituell frei genug dafür ist.
Und wer noch anspruchsvollere Techniken sucht, höhere Einweihungen aus der dynastischen Linie, ist bei mir herzlich willkommen – bei meinen Einweihungen in dem System, das ich vom Urenkel Lahiri Mahasayas übernommen habe.
Viele sind allerdings eher im Anfangsstadium in ihren eigenen Zweigen und Linien von Kriya-Yoga-Lehrern beheimatet – das ist das angenehmere Wort. Solange man sich dort wohlfühlt und dem Ziel des Kriya Yoga, der geistigen, spirituellen und menschlichen Vervollkommnung, immer näher kommt, ist das kein Problem. Wer aber etwas anderes sucht, darf gerne über den eigenen Tellerrand schauen. Das Angebot steht, ebenso die Empfehlung, sich die Energetisierungsübung einmal anzueignen. Das ist definitiv nichts Verkehrtes.
Namaste, Hari Om Tat Sat, alles Gute – tschau!
Der Song zur Folge
Der heutige Song stammt wieder aus dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“ – es ist der 18. Song daraus:
Oh Yogananda, Himalaya des Kriya – eindringlich
Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yoga heute zu der Frage: Ist die Energetisierungsübung wichtig für den Kriya Yoga?
Die Energetisierungsübung, wer kennt sie? Wer kennt sie nicht? Ich hol mal etwas aus, denn wahrscheinlich kennen sie einige nicht. Denn es ist kein Bestandteil des Kriya Yoga von Lahiri Mahasaya, also sie stammt nicht von Lahiri Mahasaya, auch nicht von der zweiten Generation der Schüler, sondern sie stammt von Paramahansa Yogananda.
Der hat sie Anfang des 20. Jahrhunderts selbst entwickelt. Da gab es schon Vorstufen oder Vorarbeiten von anderen. Damit hat er gearbeitet, glaube ich, und dann selber sein System der Energetisierungsübungen entwickelt für den Kriya Yoga, den er in Amerika vermittelte.
Und bei ihm ist es ein wichtiger Bestandteil seines Kriya Yoga, also des Kriya Yoga der SRF, auch von den Schülerlinien der SRF, also den Schülern von Paramahansa Yogananda, die sich dann mehr oder weniger selbstständig gemacht haben: Ananda, die Linie, die von Kriyananda aufgemacht wurde, oder Roy Davis, ich denke, dort spielt sie auch eine Rolle. Also bei Ananda weiß ich es definitiv. Bei Roy Davis müsste es eigentlich auch dabei sein, und da gibt es, glaube ich, noch andere, die das genauso vermitteln, also nachrangig nach Yogananda.
Also man kann definitiv nicht sagen, dass es absolut zum Kriya Yoga gehört, diese Energetisierungsübungen. Aber gut, einige wissen ja gar nicht, um was es sich dabei handelt. Ich beschreibe wahrscheinlich besser erst einmal, was diese Energetisierungsübungen sind.
Das sind körperliche Übungen, die schauen körperlich aus, von außen. Sie schauen aus wie Gymnastik, von außen her, wenn man sie betrachtet, wenn man Leute sieht, die sie machen. Aber es findet da etwas mehr statt.
Die werden vermittelt ursprünglich in den Lehrbriefen Nr. 8 und 8a, mit Vorbereitung glaube ich auch schon etwas in 7, heute kommen sie auch, ich weiß nicht wann genau, aber kommen sie auch am Anfang, also bevor die Konzentrationsübung und die Medidationsübung vermittelt werden, im Lehrgebäude der SRF.
Es handelt sich dabei um 30 (genau 39) kleinere Übungen, die man stehend, ausführt, stehend und man bewegt sich dabei äußerlich nicht immer, aber es findet da auch ein Ansprechen verschiedener Muskeln statt, also teilweise gleichzeitig mit Bewegung und wenn derjenige, der das ausführt, dann scheinbar still steht, dann macht er trotzdem etwas mit seinen Muskeln und das sind manchmal einfache Anspannungen und Entspannungen, die eigentlich bei jeder Übung dabei sind.
Also man sagt zum Beispiel, wenn du jetzt deinen Oberkörper kreist, dann konzentriere dich auf deine Wirbelsäule und spanne die an oder die Muskeln der Wirbelsäule, spannst du da an. Oder wenn man die Hände zusammenbringt vor dem Körper, dann findet gleichzeitig ein sukzessives Anspannen verschiebender Körperbereich oder Muskelbereiche statt, die von unten nach oben gehen, also der Körper ist eingeteilt in 16 oder sogar 20 Körperteile, ich glaube 20 Jahre, wenn man den Kopf auch noch mitrechnet, dann sind das 20 und die spannt man dann in einer bestimmten vorgegebenen Reihenfolge an oder man entspannt sie auch in einer Reihenfolge.
Aber zu jeder Übung gehören eben auch Anweisungen zu Entspannung und Anspannung. Das ist das eine und dann gibt es auch noch Übungen, die isometrisch sind, wo man die Kraft, also ein Muskel schickt die Kraft oder will die Bewegung einer Richtung und andere Muskeln, ein anderer Muskel, den weist man an, die Bewegung in die entgegengesetzte Richtung zu machen, dass also die resultierende Bewegung dann 0 ist.
Aber man hat dann gleichzeitig eine Muskelanspannung und eine Willensanspannung gleichzeitig und diese Abfolge von Übungen 30, 32, ich hab jetzt nicht mehr im Kopf, wie viele es genau sind, ich hab es auch nicht gezählt jetzt gerade. Aber so um den Dreh (genau 38), kurze Übungen und die sollte man in 10, 12 Minuten schaffen können, wie gesagt im Stehen, auch wie mir scheint ein bisschen für das Sitzen schon vorbereitend, dass man die Knöchel ein bisschen auch rotiert und solche Übungen, wenn man die für das kreuzbeinige Sitzen dann vielleicht belastet oder entspannen und trainieren will, dann ist dafür auch schon ein bisschen was mit drin. Das sind eben die Energetisierungsübungen.
Aber braucht man die jetzt für den Kriya Yoga, nachdem, wie ich ja das schon mehrmals gesagt habe, Yogananda definitiv der Hauptträger der Verbreitung des Kriya Yogas ist, selbst ein enorm hoch entwickelter Yogi ist. In der SRF wird er als Avatar gehandelt, also jemand, der schon die Befreiung erlangt hat in einem früheren Leben und zurückgekommen ist, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, meiner Meinung nach trifft das auch zu, dass es das so ist.
Seine ganzen Übungen sind definitiv nicht das Ende des Möglichen, aber sie sind definitiv eine geniale Zusammenstellung von einfachen Übungen für den Großteil der Menschheit – noch nicht für den Großteil der Menschheit. Im Laufe der Jahre werden sie wahrscheinlich für den Großteil der Menschen so gebraucht werden oder brauchbar sein und in diesem Rahmen gehören diese Übungen sicher zum Kriya Yoga dazu und sind auch für alle anderen, die eben einen anderen Weg einen anderen Kriya Yoga-Pfad wählen, sicher auch nicht ohne.
Mein Einstieg in den Kriya Yoga fand über die SRF statt und ich habe sie dann auch natürlich anfangs täglich, manchmal auch zweimal täglich praktiziert. Ich habe das reduziert dann im Laufe der Zeit, weil ich dann auch andere körperliche Übungen mit hereingenommen habe und auch morgens diese Übungen nicht mache, weil ich gleich nach dem Wachwerden, nach dem Aufstehen, ohne noch mich groß zu bewegen, vom Liegen mich aufsetze und dann in die Meditation gehe. Da habe ich eben die Erfahrung gemacht, wenn ich dazwischen rein noch eine körperliche Übung schiebe, dann führt das zu Inkrustationen, also Energiebahnverkrustungen, die die Meditationstiefe, die ich mir wünsche, nicht mehr erreichbar machen und deshalb lasse ich das definitiv weg.
Ja, wenn ich sage, dass es bei mir zu Komplikationen kommt, wenn ich vor dem Meditieren am Morgen noch körperliche Übungen einfüge, dann ist das natürlich nicht etwas, was für jeden gilt.
Denn man muss erst einmal ein Momentum aufgebaut haben. Also bei mir ist ein Momentum da. Sogar in der Nacht fließt bei mir die Energie durch. Ich bin, wenn ich aufwache, schon auf einem gewissen Energielevel, wo ich gleich in die Meditation starten kann, im Grunde.
Aber bei manchen, die erst anfangen, sich mit diesem Gebiet zu beschäftigen oder sich erst auf den Weg machen, ist es mitunter natürlich sinnvoll, zur Vorbereitung auf die Meditation körperliche Übungen zu machen. Und vielleicht sogar Asanas. Das hängt ganz davon ab, jeweils von der Situation.
Da muss jeder selber herausfinden, was für ihn das Beste ist und mit der Zeit wird sich das auch entwickeln. Also es wird nicht immer gleich bleiben.
Manchmal macht man eine ganze Inkarnation auf einer gleichen Ebene durch, das muss auch nicht verkehrt sein. Man muss sich abstimmen mit seinem eigenen Körper und daraus immer das Beste machen.
Aber meine körperlichen Übungen mache ich dann am Abend oder wenn ich im Retreat bin, vielleicht unter des Tages. Also auch wenn ich im Retreat bin, dann meditiere ich fast immer gleich nach dem Aufwachen. Manchmal mache ich mein ganzes Programm. Der Rest des Tages ist dann noch Zugabe. Auch da mache ich das so und dann ist es natürlich, wenn ich mein Programm durchgemacht habe, dann ist es mit den Energiebahnverkrustungen kein Problem mehr.
Deshalb mache ich sie nur einmal am Tag und ich habe dann auch, weil ich dann andere Übungen natürlich dazugenommen habe, Yoga Asanas und andere körperliche Übungen zeitweise und weil ich manchmal auch nicht so ausführlich oder keine 10 Minuten mache, sondern die verkürzte Übung, die auch bei der SRF gelehrt wird oder Yoganis verkürzte Übung.
Darum mache ich sie nicht mehr regelmäßig, aber einmal die Woche, das ist eigentlich mein Anspruch, einmal die Woche das zu machen und das reicht meiner Meinung nach aus, verschiedene körperliche Übungen einmal die Woche zu machen: einmal in der Woche ausführlich Asanas. Einmal in der Woche die Energetisierungsübungen und vielleicht nach einmal die Woche andere Übungen.
Grundsätzlich mache ich vor der abendlichen Meditationssitzung, die bei mir relativ kurz ist, aber entweder eine längere körperliche Übung oder, wenn das nicht der Fall ist, definitiv immer die kurze Vorbereitung, also das von Yogananda, das man dort (in der SRF) auch vermittelt bekommt: Das Gehen auf der Stelle und das Beugen, weil körperliche Übung und auch eine wirbelsäulenbezogene körperliche Übung definitiv wichtig ist für den Kriya Yoga. Das ganz wegzulassen, ganz körperliche Übungen wegzulassen, ist kontraproduktiv, so will ich das mal sagen.
Diese Erfahrung mache ich auch immer wieder und das habe ich jetzt gerade gemacht, weil ich diese Energetisierungssübung eben längere Zeit nicht gemacht habe, also mehrere Wochen, viele Wochen. Das Meditieren ist angenehm für mich. Also da zieht es mich eigentlich den ganzen Tag hin. Morgens und abends könnte ich eigentlich mehr meditieren, wenn der Tag nicht andere Aufgaben hätte.
Aber die körperlichen Übungen, da zieht es mich definitiv nicht hin und die länger zu gestalten, das kostet ab und zu Überwindung. Da nutze ich dann gerne auch Retreats und dergleichen, um da dann wirklich ausführlich das länger zu machen und dann, wenn ich zu Hause bin, das nicht mehr so ausführlich zu machen.
Aber ich habe das eben längere Zeit nicht gemacht und dann habe ich es gestern Abend, habe es wieder gemacht, eben nur 12 Minuten und da kommt bei mir, hat sich wirklich vieles wieder gelöst. Also ein richtiges Rauschen von Energie durch mich, das ich auch am nächsten Morgen noch gefühlt habe, auch besserer Schlaf und da ist mir wieder bewusst geworden, dass Yogananda definitiv hier, diese Übungen nicht umsonst der Welt gebracht hat.
Zu Lahiri Mayasas Zeiten war die Menschheit vielleicht noch nicht bereit für so etwas, oder Indien und vielleicht sind sie auch speziell für den Westen etwas. Aber, ich denke, jeder kann davon profitieren. Die werden natürlich auch in Indien gelehrt, in der YSS-Yogoda Satsang Society, wie die Organisation Yoganandas in Indien heißt. Ich denke, die Inder sprechen da auch genauso gut darauf an.
Es muss nicht die einzige Übung sein. Also ich finde, Asanas sind genauso wichtig, die zu machen und wie gesagt: Yogananda hat auch Asanas … dazu habe ich auch schon mal eine Folge gemacht, dass Asanas auch von Yogananda unterrichtet wurden und nicht nur einfache Asanas, sondern auch anspruchsvolle Asanas wie der Pfau oder der Kopfstand im Lotus Sitz oder der Fisch, glaube ich, habe ich auch gesehen. Das hat ja Lahiri Mahasaya auch, glaube ich, nicht unterrichtet, Asanas, kann ich mir also nicht vorstellen, weiß ich aber nicht genau, kann ich nicht definitiv sagen.
Aber ich kann sagen, dass Yogananda die unterrichtet hat. Und wenn Yogananda die unterrichtet hat, würde ich sagen, dann sind sie auch wichtig für alle Kriya Yogis und meine eigene Erfahrung damit sagt mir das auch. Beim Kriya Yoga ist Maha Mudra auch dabei. Das ist auch eine körperliche Übung, eine wichtige, vielleicht wichtiger als alles andere, was körperlich so mitgegeben wird.
Aber auch alle anderen körperlichen Übungen, die spezielleren Energetisierungsübungen und Asanas sind wichtig, aber auch, dass man den Körper so sportlich oder arbeitsmäßig … Vielleicht arbeitet man genug körperlich in der Woche, dass man keinen Sport braucht oder andere körperliche Betätigung. Aber Asanas und Energetisierungsübungen sind spezielle Formen von körperlichen Übungen, die sollten trotzdem noch dazu gemacht werden.
Aber andererseits reicht das, glaube ich, auch nicht aus. Also den Körper auch in Schuss zu halten durch Sport oder körperliche Anstrengung und durch Arbeit. Das ist definitiv auch nicht ohne und hilft auf jeden Fall auch, den spirituellen Weg des Kriya Yoga gesund und effektiv weiter zu gehen.
Ja gut, also braucht der Kriya Yoga die Energetisierungsübung? Also es ist definitiv eine interessante Übung und alles, was von Yogananda angeboten wurde, finde ich, wenn man Kapazität, Freiraum oder wenn man sagt, man kommt mit seiner eigenen Sache nicht mehr weiter, dann gehe mal zur SRF und durchlaufe diesen Kurs dort. Das gibt sicher auch noch Impulse, wenn man geistig und spirituell so frei ist, das zu machen, das ist gut.
Und natürlich auch bei mir, wenn man noch anspruchsvollere Sachen haben möchte, höhere Einweihungen aus der dynastischen Linie, dann kann ich diese natürlich auch empfehlen bei meinen Einweihungen in dem System, das ich von Lahiri Mahasaya, also dem Ur-Enkel von Lahiri Mahasaya übernommen habe, dann ist man dort natürlich auch herzlich willkommen.
Aber viele sind ja eher im Anfangsstadium in ihren eigenen Zweigen, Linien von Kriya Yoga Lehrern, die stecken da drin, die sind dort eben beheimatet, das ist ein angenehmeres Wort und solange man sich wohl fühlt da drin und auch das Ziel des Kriya Yoga, also die geistige Vervollkommnung, die spirituelle Vervollkommnung, die menschliche Vervollkommnung, wenn man der immer näher kommt, dann ist das kein Problem, wenn man zufrieden ist.
Aber wenn man etwas anderes sucht, dann gerne auch mal über den eigenen Tellerrand schauen und das Angebot steht und die Empfehlung, diese Energetisierungsübung sich mal anzueignen. Das ist definitiv nichts Verkehrtes. Namaste, Hari, Om, Tat, Sat, alles Gute, Tschau.
Der heutige Song stammt wieder dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“
Der 18. Song daraus:
Oh Yogananda, Himalaya des Kriya – eindringlich
O Yogananda—Himalaya des Kriya,
ein stiller Strom der Weisheit.
Nicht für den Ruhm, nicht für den Lärm,
kamst du mit klarem Blick.
Du sprachst: „Prüf selbst, sei still, sei wach“—
und gabst selbst das strahlende Beispiel.
Atem wird tief,
Unruhe schwindet.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Mit deinem Buch öffnetest du ein Tor,
ein Funke gegen das Vergessen.
Und Menschen fanden Mut im Stillsein,
wo sie nur Lärm besessen.
Atem wird tiefer,
Wirbelsäule wird Straße
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Ost und West—kein Streit der Formen:
ein Herz, ein Ton, ein stilles Ja.
Wo Liebe übt, wird Grenze weich,
und Gott wird Gegenwart.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Der stille Strom bleibt—
im Atem, im Herzen, im Licht.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.