Zusammenfassung
In Folge 78 des Kriya Yoga Podcast Deutsch gehst du der Frage nach:
Woher kommen die Gedanken beim Kriya Yoga – und warum lassen sie sich während der Meditation nicht einfach abschalten?
Du beginnst mit einer Erfahrung, die praktisch jeder Meditierende kennt: Sobald man sich hinsetzt und versucht, sich auf eine Meditation oder Kriya-Yoga-Technik zu konzentrieren, tauchen Gedanken auf. Das Ziel sei zunächst nicht unbedingt völlige Gedankenlosigkeit, sondern eine zunehmende Beruhigung des Geistes. Als Ideal beschreibst du ein Aufgehen im OM, dem universellen Klang beziehungsweise einer grundlegenden Schwingung, bei dem die Gedanken schließlich zur Ruhe kommen können.
Deine zentrale Erklärung ist das Prinzip von Trennung und Einheit. Sobald sich der Mensch mit einem Körper, einer Person, einem Erlebnis, einem Gegenstand oder einer bestimmten Vorstellung identifiziert, entsteht nach deinem Verständnis ein Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht trägt bereits den Impuls in sich, wieder ausgeglichen zu werden. Gedanken und Gefühle verstehst du deshalb als Bewegungen, die versuchen, den Menschen wieder in Richtung Einheit zu führen. Du vergleichst diesen Vorgang mit einem ausgeschlagenen Pendel, das wieder zu seinem Mittelpunkt zurückschwingt.
Dabei beschreibst du Meditation zugleich als eine Form von innerer Forschung. Nach fast vier Jahrzehnten eigener Meditationspraxis betrachtest du dich selbst gewissermaßen als Versuchsperson und das tägliche Leben als Experimentierfeld. Durch Beobachtung, Versuch und Irrtum könne man zunehmend erkennen, warum bestimmte Gedanken und Gefühle auftreten und welche inneren Mechanismen dahinterliegen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit I-AM- beziehungsweise ICH-BIN-Affirmationen. Du unterscheidest dabei Yoganis Verwendung von „I AM“ als Mantra von der I AM Activity, bei der mit vollständigen Affirmationen gearbeitet wird. Den Ausdruck „ICH BIN“ deutest du als Bezug auf den innersten Wesenskern des Menschen und stellst eine Verbindung zur biblischen Gottesbezeichnung „ICH BIN“ her. Außerdem erwähnst du The I AM Discourses von Saint Germain.
Diese Affirmationen verstehst du als Hilfsmittel, um zumindest auf mentaler Ebene eine Vorstellung von Einheit aufzubauen. Das sei jedoch noch nicht mit verwirklichter Einheit gleichzusetzen. Das eigentliche Ziel liege tiefer: sich mit allem eins zu fühlen und Abneigung, Furcht und andere Formen innerer Trennung zunehmend zu überwinden.
Im zweiten Teil gehst du darauf ein, wie man praktisch mit störenden Gedanken während der Meditation umgehen kann. Dabei greifst du Yoganis Empfehlung auf: Wenn man bemerkt, dass man vom Mantra oder von der Übung abgekommen ist, kehrt man einfach wieder zurück – ohne sich darüber zu ärgern. Das Auftauchen von Gedanken sei ein normaler Bestandteil der Praxis.
Du erklärst außerdem, warum Gedanken während intensiverer spiritueller Praxis nach deiner Auffassung zeitweise sogar stärker werden können. Bei Energieübungen steige der innere „Energiedruck“. Dadurch würden vorhandene Vorstellungen und Muster deutlicher hervortreten. Was vorher im Hintergrund gelegen habe, könne dadurch stärker ins Bewusstsein gelangen.
Ein weiterer Gedanke betrifft unsere Bindung an äußere Dinge. Essen, Menschen, Vorlieben oder andere äußere Objekte erscheinen uns als Ursache unseres Glücks. Du vertrittst dagegen die Auffassung, dass das eigentliche Wohlgefühl aus dem eigenen Inneren beziehungsweise aus der durch den Menschen fließenden Energie komme und lediglich mit äußeren Objekten verbunden werde.
Zum Abschluss fasst du diese Vorgänge als eine Art innerer Kybernetik auf: Auf körperlicher, emotionaler, mentaler und möglicherweise spiritueller Ebene wirken nach deinem Verständnis Rückkopplungs- und Ausgleichsprozesse. Je besser man diese erkenne, desto weniger müsse man sich selbst oder anderen Vorwürfe machen. Freiheit entstehe zunehmend dadurch, dass man sich aus falschen Vorstellungen, emotionalen Verstrickungen und innerer Dualität herausarbeite.
Anschließend folgt erneut ein Song aus dem Album „Oh Yogananda – Himalaya des Kriya“, diesmal die Version „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya – breit“.
Strukturiertes Transkript
Woher kommen die Gedanken beim Kriya Yoga?
Kriya Yoga Podcast Deutsch: Wie das Pendel der Einheit unsere Meditation prägt und was du dagegen tun kannst
Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute geht es um eine Frage, die zu allen spirituellen Übungen passt: Woher kommen eigentlich die Gedanken? Ich beantworte sie hier speziell für den Kriya Yoga.
Gedanken gehören zur Übung
Wer die Kriya-Yoga-Techniken übt, ob Energietechniken oder Meditationstechniken, stellt schnell fest: Gedanken sind immer da. Das gilt besonders am Anfang des Praktizierens. Oft ist das Einzige, was wir erreichen, dass wir die Gedanken etwas beruhigen.
Das höchste der Gefühle ist ein Anhalten der Gedanken. Dabei gehen wir im OM auf, im universellen Klang, in der Grundschwingung des Universums. Wir werden eins damit, und die Gedanken können aufhören.
Das Pendel: Warum Gedanken entstehen
Solange wir diese Einheit nicht erreicht haben, ist genau sie der Motor, der uns ständig antreibt. Sie ist die eigentliche Motivation unseres Daseins: Wir sind immer bemüht, dieser Einheit näher zu kommen. Auf der mentalen Ebene drückt sich dieser Drang in Gedanken aus.
Stell dir ein Pendel vor. Wenn wir uns mit etwas identifizieren, schlägt es aus. Das kann ein Körper sein, ein Erlebnis, ein Produkt, ein Gegenstand oder eine Person. In jeder Identifikation steckt ein Ungleichgewicht, und dieses Ungleichgewicht will sich mit aller Kraft wieder auflösen und zurück in die Einheit schwingen. Den Körper können wir dafür nicht so leicht bewegen. Der Geist ist das Erste und Feinere, und er bewegt die Gedanken dorthin, wieder zur Einheit zurückzukommen.
Mit diesem Prinzip des Ausgleichens zwischen dem Mentalen, dem Materiellen und dem Emotionalen lassen sich viele Erscheinungen der Welt erklären. Auch Gefühlsregungen sind Ausgleichsprozesse auf dem Weg zurück zur Einheit. Auf dem mentalen Gebiet sind wir am flexibelsten, deshalb zeigt sich dieser Drang dort am stärksten.
Wenn wir uns zum Meditieren hinsetzen, ist es also erst einmal ganz normal, dass Gedanken da sind.
Versuch und Irrtum: Das eigene Leben als Experimentierfeld
Ich meditiere nun schon fast 40 Jahre und habe täglich mit diesem Phänomen zu tun. Natürlich fragt man sich irgendwann: Warum kommen diese Gedanken ständig, und was kann ich dagegen tun? Man probiert verschiedene Methoden aus. Auf diesem Weg von Versuch und Irrtum bekommt man langsam ein Bild davon, was da wirklich abläuft.
So erschließt man sich psychologische Prozesse auf einem inneren Weg. Das funktioniert anders als bei Forschern mit Versuchspersonen: Du bist selbst die Versuchsperson, und die Erlebnisse des täglichen Lebens sind deine Versuchsanordnungen. Jedes Mal, wenn du dich hinsetzt und die Gedanken beruhigen willst, kannst du auch ein wenig darüber nachdenken, was vorgefallen ist und welche Mechanismen dahinterstecken. Die Welt ist ein großes Experimentierfeld für alle, die spirituell weiterkommen wollen.
I AM Affirmationen: Mental zurück zur Einheit
Eine Möglichkeit, in die Einheit zurückzukehren, sind Affirmationen, besonders die „I AM”-Affirmationen der I AM Activity. Das ist etwas anderes als das, was Yogani lehrt: Für ihn ist das I AM ein Mantra. Man kann aber auch mit I AM-Affirmationen arbeiten, denn das ICH BIN ist der innere Wesenskern des Menschen.
In der Bibel begegnet Mose am brennenden Dornbusch Gott und fragt nach seinem Namen. Die Antwort lautet: „Ich bin, der ich bin” (2. Mose 3,14). Das ICH BIN kann jeder nur von sich selbst sagen. Es ist ein ganz besonderer Ausdruck auf der Welt, und in ihm ist eigentlich das Göttliche enthalten.
Beispiele für solche Affirmationen:
- „I AM the resurrection and the Life” – „ICH BIN die Wiederauferstehung und das Leben”
- „I AM the way, the light and the truth” – „ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Licht”
In den Übersetzungen gibt es kleine Unterschiede. Eine Quelle dafür ist das Buch The I AM Discourses von Saint Germain, einem Aufgestiegenen Meister. Es gibt das Buch auch auf Deutsch beim FYÜ-Verlag. Ich finde es zumindest interessant und würde es einmal lesen. Dann kannst du dir selbst deine Schlüsse darüber machen, wer es geschrieben haben mag, warum und wie das möglich war.
Mit den ICH-BIN-Affirmationen kehren wir zunächst mental in die Einheit zurück. Das beschleunigt den Prozess und bringt uns der Gedankenlosigkeit näher. Es bleiben aber Hilfsmittel. Das Ziel ist, ins OM einzutreten und uns eins zu fühlen mit allem.
Einheit heißt: keine Abneigung, reine Liebe
Wer sich mit allem eins fühlen will, darf nichts aus seinem Sein ausgrenzen. Das gilt auch für leichte Abneigung, die ich unter Hass fassen würde. Wir müssten uns mit allem eins sehen, keine Aversionen haben und reine Liebe sein. Erst wenn wir das zumindest mental erreichen, können wir sinnvoll von Einheit reden.
Solange wir negative Gefühle gegen Person, Ort, Zustand oder Ding hegen, solange uns Abneigung oder Furcht begleitet, sind wir weit von der Einheit entfernt. Dann sind wir auch weit davon entfernt, gedankenlos zu werden. Die Ausgleichsmechanismen wirken über Gedanken, Gefühle und letztlich auch über unsere Taten und Handlungen. Sie müssen aktiv werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Mit Affirmationen können wir uns die Vorstellung der Einheit ins Bewusstsein bringen. Ein wenig Autosuggestion ist dabei, und das ist noch nicht die letztendlich verwirklichte Einheit. Wenn wir in der Meditation aber gefühlsmäßig Einheit mit aller Existenz erreichen, haben wir tendenziell weniger Gedanken.
Gedanken kommen wieder, und das ist normal
Weil die Einheit noch nicht verwirklicht ist, kommen die Gedanken immer wieder „um die Ecke”. Sie stören uns bei der Ausführung der Kriya-Yoga-Techniken, die wir möglichst konzentriert praktizieren wollen. Das Ideal bleibt, mit dem OM-Klang eins zu werden. Wegen der Ausgleichsprozesse, die dem ganzen Dasein innewohnen, tauchen aber immer wieder Gedanken auf. Wir verlieren uns darin, wehren sie ein wenig ab oder beschwichtigen sie, erinnern uns und kehren zur Übung zurück.
Yogani spricht darüber in mehreren Büchern. Sein Rat lautet: Sobald du merkst, dass du vom Mantra oder von der Übung abgekommen bist, kehrst du auf der Stufe der Verinnerlichung zurück, auf der du schon warst, und gehst einfach weiter. Das ist etwas ganz Normales, und du brauchst dir keine Gedanken darüber zu machen. Es wird noch lange so weitergehen.
Spirituelles Leben mitten in der Welt
Effektives spirituelles Praktizieren bedingt, dass wir in die Welt hinausgehen und uns betätigen. Dort setzen wir uns Konflikten aus und müssen Widerstände überwinden. Dabei steigen wir auch auf die Ebene hinab, auf der es oberflächlich, also in den Aussagen, Zwietracht gibt.
Das Ziel ist, dass wir innerlich die Einheit fühlen und Liebe empfinden, was immer wir äußerlich tun. Wir können laut werden, wir können sogar gewaltsam sein, aber auf der innersten Ebene unseres Wesens sollte die Liebe bleiben. Genau dort gehen wir in der Meditation tief hinein. Dieses Liebes- und Einheitsbewusstsein legt sich unter alles, was wir tun. Wenn wir im Äußeren einmal aufbrausen, können wir deshalb schnell zu dem zurückkehren, was wir wirklich sind: Einheit und Liebe. Das berührt uns dann nicht mehr so stark.
Warum Energieübungen Gedanken aufwirbeln
Wenn wir ein aktives Leben führen, kommen wir meist mit aufgewühlten Gedanken zum Meditationssitz. Dort beruhigen wir sie mit diversen Techniken, bis wir die Übungen konzentriert ausführen können. Danach praktizieren wir Energieübungen, und dabei zeigt sich ein weiterer Aspekt:
- Bei Energieübungen fließt mehr Energie durch uns hindurch, und der Energiedruck wird größer.
- Die angelegten Bahnen falscher Vorstellungen, die die Einheit stören, werden ausgespült und mit Energie aufgeladen.
- Solange wir wenig Energie haben, merken wir gar nicht, was da alles schlummert. Mit mehr Energie drückt es heraus, und was vorher schon stark war, wird noch stärker.
Das ist der Energieaspekt unserer Gedanken.
Falsche Vorstellungen: Glück kommt nicht von außen
Ein weiterer Aspekt sind äußere Vorlieben, etwa beim Essen, für bestimmte Personen oder als Fan von jemandem. Das sind insofern falsche Vorstellungen, als uns nichts Äußeres Befriedigung geben kann. Das ganze Glück, das wir je empfinden, kommt aus uns selbst. Es ist unsere Energie, die fließt. Wir koppeln sie an äußere Erscheinungen und leben dann in der Täuschung, diese würden uns etwas Gutes tun.
Beim Essen fühlt sich das natürlich so an: Der Körper reagiert, und wir haben Anteil an seinem Wohlgefühl. Trotzdem ist es letztlich die Energie, die durch uns fließt. Einem toten Körper kannst du noch so viel von denselben Substanzen einflößen, ein Wohlgefühl entsteht nicht mehr. Wir selbst sind das Wohlgefühl, das durch uns fließt. Wir müssen erkennen, wie wir damit umgehen, damit wir uns nicht selbst täuschen und uns nicht selbst ein Bein stellen. Es geht darum, immer weiter zurückzugehen in die Einheit mit dem Allbewusstsein.
Einfache Gesetze der Kybernetik
Das sind nur Hinweise für alle, die sich aufmachen wollen, das zu erforschen. Jeder muss selbst durchsteigen, jeden Tag mit Versuch und Irrtum. Wer es ernst nimmt, bekommt dazu jeden Tag Gelegenheit, und letztlich wird es jeder durchschauen, der weitergeht.
Im Grunde haben wir es mit einfachen Gesetzen der Kybernetik zu tun, auf der physischen, der emotionalen, der mentalen und, wie ich denke, auch der spirituellen Ebene. Wenn wir diese Gesetze erkennen, können wir distanzierter mit allen Situationen umgehen. Wir müssen niemandem Vorwürfe machen, sondern können erklären, was abgelaufen ist, und daran arbeiten, dass es besser wird.
Das erste Gebot sollte sein: Wir schädigen uns nicht selbst. Alles, was die Einheit stört oder die Dualität vorantreibt, schädigt uns auf verschiedenen Ebenen. Jeder Hass und jede Abneigung wirkt schädlich gegenüber dem, was natürlich ist und was wir letztlich wollen. Darauf sollten wir achten, damit wir weiterkommen und uns nicht die Voraussetzungen zerstören, die wir für die Übung brauchen: einen Körper und inneren Frieden.
Fazit: Von der Unfreiheit in die Freiheit
Wir sind unfrei durch unsere eigenen mentalen und emotionalen Verstrickungen in diese Welt und in falsche Vorstellungen. Je mehr wir uns daraus herausarbeiten, desto mehr erreichen wir die Freiheit. Wir sind dann eins mit allem und binden uns nicht mehr durch Einbildungen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben.
Hari OM Tat Sat. Namaste, alles Gute, tschau!
Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yoga heute stellen wir uns die Frage: „Woher kommen die Gedanken beim Kriya Yoga?“ Gut, das ist eine Frage, die natürlich zu allen spirituellen Übungen passt. Also, das ist eine allgemeine Frage.
Jetzt mal auf den Kriya Yoga gemünzt: „Wenn wir die Kriya Yoga Techniken, das heißt die Meditationsübungen, wie man die jetzt nennen will. Da gibt es ja verschiedene Arten: Also die Energietechniken oder die Meditationstechniken. Wenn wir die üben, werden wir feststellen: Da sind immer Gedanken da, zumindest wenn wir damit beginnen mit den Praktizieren und wir versuchen dann, die Gedanken etwas zu beruhigen.
Das ist vielleicht das Einzige, was wir erreichen und das höchste der Gefühle ist natürlich, wenn wir ein Anhalten der Gedanken haben, ein Aufgehen in dem OM, in dem universellen Klang, in der Grundschwingung des Universums, wie immer man das nennen will und eins werden damit und dann können die Gedanken aufhören.
Denn solange wir diese Einheiten nicht erreicht haben, das ist der Motor, der uns ständig rotiert. Das ist die eigentliche Motivation unseres Daseins, unseres Lebens, dass wir immer bemüht sind, dieser Einheit näher zu kommen und auf der mentalen Ebene, da drückt sich das eben aus,
dieser Drang diese Einheit zurückzugewinnen, drückt sich aus in Gedanken. Wenn wir uns irgendwie in der Uneinheit befinden, also Identifikation mit einem Körper, mit irgendeinem Erlebnis, mit einem Produkt, mit einem Gegenstand, mit einer Person, dann ist in dieser Identifikation ein Ungleichgewicht mit im Paket dabei und dieses Ungleichgewicht, das enthält in sich den Drang, dieses Ungleichgewicht aufzulösen und zurück zu schwingen in eine Einheit.
Das kann man sich vorstellen wie ein Pendel, das schlägt aus, das kann man sich vorstellen, wenn er ausgeschlagen ist, dann sind wir identifiziert mit irgendetwas und das will jetzt mit aller Kraft zurück und die Gedanken, also im Körper kann man nicht vielleicht bewegen, aber der Geist ist das Erste, das Feinere, das die Gedanken dann dahin bewegt, wieder zu einer Einheit zurückkommen.
Mit diesem Prinzip dieses Ausgleichenwollens des Mentalen gegenüber dem Materiellen, dem Emotionalen, damit kann man viele Erscheinungen auf der Welt erklären. Aber für uns, die wir Yoga, Kriya Yoga praktizieren, da heißt das eben, wenn wir uns hinsetzen, da sind viele Mechanismen, über die man sich im Lauf des Meditierens einmal klar werden muss, glaube ich.
Denn solange man meditiert, ich meditiere ja schon 40 Jahre – fast, und habe eigentlich täglich mit diesem Phänomen zu tun und dann überlegt man sich natürlich: Wie kommt das? Warum kommen diese Gedanken ständig und was kann ich dagegen tun und dann fallen verschiedene Methoden ein, versucht man verschiedene Sachen und dann, auf diesem Weg des Versuchs und Irrtums,
diese Methode des Versuchs und Irrtums, damit bekommt man dann schon langsam ein Bild, was da wirklich abläuft und dann erschließt man sich dadurch so psychologische Prozesse auf einem innerlichen Weg – jetzt nicht so wie diese Forscher jetzt das vielleicht machen mit Versuchspersonen oder so. Sondern man hat sich selbst als Versuchsperson und hat die Erlebnisse des täglichen Lebens als Versuchsanordnungen und dann kann man daraus immer seine Schlüsse ziehen.
Jedes Mal, wenn man sich hinsetzt, man setzt sich hin und will die Gedanken beruhigen und auf dem Weg des Gedanken-Beruhigens kann man natürlich ein bisschen auch nachdenken über das, was vorgefallen ist und was die Mechanismen dahinter sind, warum das, was eingetreten ist, eingetreten ist.
Ich denke, da muss sich jeder aufmachen, schlau daraus werden, aus dem, was ist, und die Welt ist ein großes Experimentierfeld für uns, die wir spirituell weiterkommen wollen und dieses Prinzip des … Einmal: wir sind in der Trennung von der Einheit und diese Trennung die versucht ständig zur Einheit zurückzukehren.
Auf dem mentalen Gebiet sind wir am flexibelsten und deswegen werden die Gedanken auch versuchen natürlich zusammen mit den Gefühlen, die meistens ja auch einen Zusammenhang haben mit den Gedanken. Aber hier, die ganzen Gefühlsregungen und alles, das sind alles Ausgleichsprozesse, um zur Einheit zurückzukommen und wenn wir jetzt uns hinsetzen und meditieren,
dann ist es erst einmal etwas ganz Normales, dass Gedanken da sind, aber wir versuchen jetzt in die Einheit zurückzukommen, das kann man mit Affirmationen machen, mit diesen I AM Affirmationen von der I AM Activity.
Das ist jetzt etwas anderes als das, was Yogani sagt. Yogani sagt ja, das I AM ist ein Mantra. Aber man kann auch mit I AM Affirmationen arbeiten, weil das ICH BIN ist der innere Wesenskern des Menschen. Im ersten Buch Mose steht das, glaube ich, oder irgendwie … Es gibt ja vier Bücher Mose aus der Bibel und in einem dieser Bücher Mose, wo Moses dem brennenden Dornbusch gegenüber tritt und dann fragt: „Wer bist du?“, und dann spricht ja Gott: „ICH BIN der ICH BIN“,
und das sagt eben aus, dass in diesem ICH BIN, das jeder nur von sich selbst sagen kann, also das ist ein ganz besonderer Ausdruck auf der Welt, da ist eigentlich das Göttliche enthalten.
Mit Hilfe dieses Göttlichen in diesen Affirmationen, ICH BIN, „I AM the resurrection of Life“, „I AM the resurrection and the Life“, „ICH BIN die Wiederauferstehung und das Leben.“ „I AM the way the light and the truth,“, „ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Licht“, „ICH BIN der Weg, das Licht und die Wahrheit“.
Da gibt es ein bisschen Unterschiede in den Übersetzungen in den verschiedenen Sprachen. Aber da gibt es dieses Buch: „The I AM Discourses“ von Saint Germain, (auch auf Deutsch vom FYÜ-Verlag), der ja ein Aufgestiegener Meister ist. Jetzt ah … Es ist zumindest ein interessantes Buch. Ich würde das mal lesen.
Dann kann man sich selbst seine Schlüsse machen, wer das vielleicht geschrieben hat und warum das da ist und wie das geschrieben werden konnte. Aber da geht es um diesen Ausdruck: „ICH BIN“ und mit diesen ICH BIN Affirmationen, das ist eine Methode mit denen zu arbeiten, um in die Einheit zurückzukehren,
zuerst mental, aber das ist eine Beschleunigung des Prozesses, zur Einheit zurückzukehren, und damit kommt man auch einer Gedankenlosigkeit dann näher. Das sind also alles nur Hilfsmittel. Wir streben natürlich an, dann ins OM einzutreten, uns Eins zu fühlen mit dem, uns Eins zu fühlen mit allem,
was natürlich dann auch bedingt, dass alle Zwietracht, alle Abneigung, alles, alles Hass möchte ich gar nicht sagen, eine leichte Abneigung, das auch unter Hass zu fassen, das ist alles eine Ausgrenzung aus unserem Sein.
Wir müssten uns mit allem Eins sehen, keine Aversionen gegen irgendetwas haben, sondern reine Liebe müssen wir sein und dann erst können wir, wenn wir das mental zumindest haben, dann können wir anfangen, von der Einheit zu reden, vorher ist es ja sowieso völlig ausgeschlossen, in die Einheit zurückzukommen.
Solange wir irgendwelche negativen Gefühle gegen irgendetwas, Person, Ort, Zustand oder Ding, wenn wir irgendeine Abneigung haben oder irgendeine Furcht irgendwas, dann sind wir weit davon entfernt, bei der Einheit zu sein und damit auch weit davon entfernt, dass es irgendwie klappen kann,
dass wir gedankenlos sind, weil dann die Prozesse, Ausgleichsmechanismen, die über unsere Gedanken, unsere Gefühle und letztendlich auch über unsere Taten und Handlungen funktionieren, die müssen dann aktiv werden, um diesen Ausgleich zurückzubringen.
Man kann eben mit diesen Affirmationen zumindest mental – da ist ein bisschen Autosuggestion dabei – kann man mental diese Vorstellung der Einheit sich ins Bewusstsein bringen.
Das ist nicht die verwirklichte, letztendlich verwirklichte Einheit. Aber damit, wenn man zumindest dann gefühlsmäßig, dann in der Meditation Einheit mit aller Existenz erreicht, dann ist man an einem Punkt, wo man auch tendenziell wenige Gedanken hat.
Aber da es noch nicht verwirklicht ist, werden die dann auch immer wieder um die Ecke kommen, diese Gedanken und werden uns dann, sagen wir mal, stören bei der Ausführung unserer Kriya-Yoga-Techniken.
Denn natürlich wollen wir die möglichst konzentriert praktizieren, die Techniken, Meditation natürlich sowieso, Eins werden mit dem OM-Klang. Das ist das Ideal. Aber es werden aufgrund dieser Ausgleichsprozesse, die immanent sind für das ganze Dasein, werden immer wieder Gedanken hochkommen.
Wir verlieren uns wieder in diesen Gedanken, wir können die ein bisschen abwehren oder versuchen zu beschwichtigen und damit umzugehen. Manchmal verlieren wir uns, dann erinnern wir uns, kehren wir wieder zurück zur Übung.
Yogani spricht darüber in mehreren Büchern. Er sagt immer: Sobald ich merke, dass ich von dem Mantra, von der Übung abgekommen bin, kehre ich wieder zurück auf der Stufe der Verinnerlichung, der Sublimierung, auf der ich schon mal war und dann gehe ich einfach weiter.
Das ist etwas ganz Normales. Da braucht man sich keine Gedanken machen. Das wird noch lange so weiter andauern.
Das Leben selbst bedingt ja oder ein effektives, spirituelles Praktizieren bedingt ja auch, dass wir in die Welt hinausgehen und uns betätigen und in der Welt, in der äußeren Welt, da muss man sich auch natürlich Konflikten aussetzen.
Das geht nicht ab, ohne dass man da alle möglichen Widerstände überwinden muss und dann auch auf die Ebene heruntersteigen muss, auf der dann Zwietracht, oberflächlich zumindest, also in den Aussagen.
Natürlich innerlich sollten wir zumindest, also das ist natürlich das Ziel, dass wir alles, was wir machen, wir können, schreien, wir können, wir können sogar gewaltsam sein. Aber wir müssen innerlich, zumindest innerlich die Einheit möglichst fühlen und Liebe empfinden, das ist es im Grunde.
Also auf der innersten Ebene unseres Wesens zumindest. Das ist es ja, dass wir in der Meditation ganz tief hineingehen in unser Bewusstsein. Dieses Liebesbewusstsein, dieses Einheitsbewusstsein, das unterlegt dann alles, was wir tun,
Auch wenn wir dann im Äußeren vielleicht mal uns verlieren, dann ist aufgrund dieses tiefen Eingreifens auf die Ebene unseres Bewusstseins in der Liebessphäre, dass wir dann nur im Äußeren vielleicht aufbrausen, aber dann schnell wieder zurückkehren können zu dem, was wir wirklich sind, also die Einheit, die Liebe und das berührt uns dann nicht mehr so.
Also wir kommen jetzt vom Hundertsten ins Tausendste … Es ist auf jeden Fall so, dass wir eben oft, meist mit aufgewühlten Gedanken, wenn wir ein aktives Leben führen, kommen wir mit aufgewühlten Gedanken zum Meditationssitz und dann versuchen wir, mit diversen Techniken unsere Gedanken zu beruhigen.
Sobald wir die einigermaßen beruhigt haben, um die Übungen konzentriert ausführen zu können, dann machen wir uns an die Übungen dran und alleine, dass wir dann natürlich wieder Energieübungen praktizieren …
Es gibt natürlich verschiedene Aspekte für diese Gedanken. Es gibt einmal den Aspekt, wenn wir Energieübungen ziehen, dann fließt mehr Energie durch uns durch und damit entsteht natürlich auch der Druck, also der Energiedruck wird größer
und die ganzen angelegten Bahnen von Vorstellungen, die die Einheit stören, die werden dann ausgespült, die werden mit Energie vollgeladen.
Solange wir wenig Energie haben, merken wir gar nicht, was da alles so schlummert von falschen Vorstellungen und wenn wir da mehr Energie haben, dann drückt es auf diese und dann kommen die natürlich verstärkt heraus und die, die vorher schon einigermaßen stark waren, die werden dann noch stärker.
Das sind natürlich auch Aspekte dessen, dass wir wieder mit unseren Gedanken zu tun haben. Das sind Energieaspekte.
Dann wenn wir halt irgendwelche äußere Vorlieben haben, ob das jetzt fürs Essen geschmacklich, dann irgendwelche Personen oder Fans von irgendjemandem sind und solche Sachen. Das sind alles falsche Vorstellungen insofern, als nichts Äußeres uns ja irgendeine Befriedigung geben kann.
Sondern das ganze Glück, das wir jemals empfinden werden, kommt immer aus uns selber. Das ist unsere Energie, die fließt und wir koppeln das mit bestimmten äußeren Erscheinungen und bilden uns dann ein oder leben in der Täuschung, diese äußeren Erscheinungen würden uns irgendetwas Gutes ….
Gut, natürlich beim Essen fühlt sich das so an, der Körper reagiert halt darauf und wir partizipieren an den Wohlgefühlen des Körpers, der da gewisse Bedingungen hat. Aber trotzdem ist es nicht der Körper.
Letztendlich ist es trotzdem immer noch die Energie, die durch uns fließt. Denn wir können einen toten Körper, dem können wir noch so viel von diesen Substanzen einflößen. Da ist nichts mehr von Wohlgefühl.
Sondern wir selbst sind das Wohlgefühl, das durch uns fließt und wir müssen erkennen, wie wir damit so umgehen, dass wir uns nicht selbst täuschen und selbst an Bein stellen, selbst aus der Einheit immer weiter herausziehen, sondern immer weiter zurückgehen, zurückkommen in die Einheit mit dem Allbewusstsein.
Das sind jetzt einige Aspekte, das sind eigentlich Hinweise nur an diejenigen, die sich aufmachen wollen, das zu erforschen. Jeder muss da selbst im Grunde versuchen durchzusteigen, muss Versuch und Irrtum anwenden, jeden Tag.
An jedem Tag hat man Gelegenheit, das zu tun, ja wenn einer das ernst nimmt, dann, ich denke mal, dass jeder, der auf dem Weg ist, wird sich an diese Aufgabe machen, das zu durchschauen.
Letztendlich wird es jeder durchschauen, der dann weitergeht. Das ist jetzt ein Versuch gewesen, das ein bisschen zu erklären oder auszudrücken. Ich hoffe, das ist irgendwie klar geworden.
Aber im Grunde sind das einfache Gesetze der Kybernetik, mit denen wir es zu tun haben, auf physischer, auf emotionaler und auf mentaler Ebene, ich denke auch auf spiritueller Ebene.
Das sind einfache Gesetze, die wir erkennen müssen, dann können wir auch distanzierter mit allen Situationen umgehen und brauchen nicht irgendwelche Vorwürfe zu machen, sondern wir können erklären, was geschehen ist, was abgelaufen ist und können versuchen, daran zu arbeiten, das immer besser werden zu lassen,
dass wir uns … Das erste Gebot ist, sollte immer sein, wir sollen uns nicht selbst schädigen mit irgendetwas und alles, was die Einheit stört oder die Dualität vorantreibt, das schädigt uns auch auf verschiedenen Ebenen.
Also jeder Hass, jede Abneigung ist im Grunde schädlich gegenüber dem, was natürlich ist oder was wir eigentlich letztendlich wollen und darauf sollten wir achten, damit wir weiterkommen auf unserem Weg und uns nicht die Voraussetzungen zerstören, die da sein müssen, dass wir das machen können.
Also wir brauchen einen Körper, wir brauchen inneren Frieden, um Übungen sinnvoll zu machen und dann befreien wir uns letztendlich aus diesen Mechanismen.
Wir steigen da drüber und können dann freier sein. Wir sind in der Unfreiheit aufgrund unserer eigenen Verstrickungen mental und emotional in diese Welt, in unsere falschen Vorstellungen und wenn wir uns da herausarbeiten, dann erreichen wir die Freiheit in der Form, dass wir eins sind mit allem und uns nicht mehr binden durch irgendwelche falschen Vorstellungen von dem, was wir uns einbilden, aber was mit der Wirklichkeit eben nichts zu tun hat.
Hari, OM, Tat, Sat. Namaste, Alles Gute, Tschau!
Der heutige Song stammt wieder dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“
Der 16. Song daraus:
Oh Yogananda, Himalaya des Kriya – breit
O Yogananda—Himalaya des Kriya,
ein stiller Strom der Weisheit.
Nicht für den Ruhm, nicht für den Lärm,
kamst du mit klarem Blick.
Du sprachst: „Prüf selbst, sei still, sei wach“—
und gabst selbst das strahlende Beispiel.
Atem wird tief,
Unruhe schwindet.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Mit deinem Buch öffnetest du ein Tor,
ein Funke gegen das Vergessen.
Und Menschen fanden Mut im Stillsein,
wo sie nur Lärm besessen.
Atem wird tiefer,
Wirbelsäule wird Straße
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Ost und West—kein Streit der Formen:
ein Herz, ein Ton, ein stilles Ja.
Wo Liebe übt, wird Grenze weich,
und Gott wird Gegenwart.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Der stille Strom bleibt—
im Atem, im Herzen, im Licht.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.