Zusammenfassung
In Folge 70 des Kriya Yoga Podcast Deutsch geht es um die Frage: Was ist Samyama? Dabei wird Samyama nicht als theoretisches Lehrsystem behandelt, sondern praxisorientiert und aus eigener Erfahrung erklärt. Ausgangspunkt ist Patanjali: Samyama umfasst die letzten drei Glieder des achtgliedrigen Yoga-Weges, nämlich Dharana, Dhyana und Samadhi – Konzentration, Meditation und Einheit beziehungsweise Glückserfahrung.
Ein zentraler Gedanke der Folge ist, dass diese Stufen nicht hart voneinander getrennt sind. Wie Jahreszeiten ineinander übergehen, gehen auch Konzentration, Meditation und Samadhi fließend ineinander über. Man kann grob unterscheiden, aber es gibt Übergänge, Mischformen und Überschneidungen.
Danach wird Yoganis Samyama-Praxis erklärt. Bei Yogani folgt auf Wirbelsäulenatmung und tiefe Meditation die Samyama-Übung. Dabei werden Sutras wie Einheit, Liebe, Gesundheit, Weisheit, Stärke, nach innen gerichtete Sinnlichkeit, Akasha und Leichtigkeit von Luft in das Bewusstsein aufgenommen und dann wieder losgelassen. Der Sinn liegt darin, die in der Meditation gewonnene Tiefe, Reinheit und Energie schöpferisch in die Welt zurückzugeben.
Samyama wird in der Folge als Bewegung beschrieben: In der Meditation geht man nach innen; mit Samyama geht man aus der erreichten inneren Tiefe wieder nach außen und lässt positive geistige Impulse zuerst in der eigenen inneren Welt und dann auch in der äußeren Welt wirken. Ein großer Meister wird als jemand beschrieben, der selbst durch seine Anwesenheit wie ein ständiger Samyama-Prozess wirkt.
Als Beispiele für solche ausstrahlende spirituelle Kraft werden AMMA und ein buddhistischer Lama bei einer Diamantweg-Veranstaltung genannt. Beide werden als Beispiele dafür herangezogen, dass ein Mensch durch seine innere Verwirklichung spürbar auf seine Umgebung wirken kann.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die I AM Activity. Dort gab es eine Meditationsanweisung mit der Licht-Affirmation: „I am a child of the Light … I bless the Light.“ Diese Affirmation wird als eine Art Samyama gedeutet, weil sie den inneren Lichtzustand nach außen trägt und am Ende der Meditation noch einmal bewusst verstärkt.
Im Blick auf Yogananda und die SRF wird Samyama nicht als klar benannte eigene Übung dargestellt, aber Bernd sieht einen verwandten Vorgang im stillen Nachsitzen nach den Kriya-Techniken. Nach Kriya Proper, Yoni Mudra und Mahamudra solle man noch sitzen bleiben, nachspüren und die erreichte Stille empfinden. Auch das könne als eine Art Samyama verstanden werden.
Bernd berichtet außerdem, dass er Yoganis formales Samyama mehrere Jahre praktiziert, später aber eingestellt habe, weil es bei ihm zu schematisch gewirkt und nach seinem Empfinden Verspannungen ausgelöst habe. Stattdessen nutzt er heute freiere Formen: Nach Kriya-Techniken und Nachspüren bringt er I-AM-Affirmationen, OM, „ICH BIN“ oder selbst angepasste positive Elemente in seine Praxis ein.
Zum Schluss geht es um die Frage, wann man von festen Vorgaben abweichen darf. Bernd sieht eine Grundstruktur als wichtig an, meint aber, dass langjährig gefestigte Praktizierende nach 10, 20 oder 30 Jahren auch kleine eigene Anpassungen integrieren können. Wichtig sei nicht Theorie, sondern Praxis: Bewusstsein weiterentwickeln, Gott näherkommen, sich vervollkommnen und den Weg zurück zur Einheit gehen.
Strukturiertes Transkript
Samyama im Kriya Yoga: Die Kunst, innere Tiefe nach außen zu tragen
Ein praxisorientierter Streifzug durch Patanjalis letzte drei Yoga-Glieder – von Yogananda über die I AM Activity bis zu Yoganis Sutra-Praxis
Was ist Samyama? Eine Annäherung aus der Praxis
Samyama ist keine isolierte Technik, sondern ein Sammelbegriff für die letzten drei der acht Yoga-Glieder nach Patanjali: Dharana (Konzentration auf ein Objekt), Dhyana (Meditation, das Verschmelzen mit dem Objekt) und Samadhi (die Einheits- und Glückserfahrung, die Versenkung).
Diese drei Stufen lassen sich zwar begrifflich trennen, im gelebten Erleben gehen sie jedoch fließend ineinander über – vergleichbar mit dem Übergang der Jahreszeiten oder den Yugas der vedischen Zeitrechnung. Es gibt keinen exakten Zeitpunkt, an dem die Konzentration endet und die Meditation beginnt. Genauso wenig, wie der Herbst am 21. September exakt in den Winter kippt, lässt sich in der Meditationspraxis ein scharfer Schnitt zwischen den drei Stufen ziehen. Man kann sich orientieren – mehr nicht.
Yoganis Samyama-Praxis: Sutras als Rückgabe an die Welt
Yogani hat aus diesem Dreiklang eine konkrete Übung entwickelt. In seiner täglichen Sitzstruktur folgt Samyama auf die Wirbelsäulenatmung, weitere Energieübungen (etwa Yoni Mudra oder Kinnpumpe) und die tiefe Meditation. Am Ende dieser Sitzung werden – nach Yoganis Vorgabe – neun Sutras ins Bewusstsein aufgenommen und sogleich wieder losgelassen:
- Einheit
- Liebe
- Gesundheit
- Weisheit
- Stärke
- nach innen gerichtete Sinnlichkeit
- Akasha
- Leichtigkeit von Luft
- (und weitere)
Der Sinn dieser Übung: Die in der Meditation gewonnene Tiefe, Energie und Reinheit wird schöpferisch in die Welt zurückgegeben. Yogani beschreibt es bildhaft so: In der Meditation geht das Bewusstsein nach innen; ist der optimale innere Punkt erreicht – sei es durch nachlassende Kraft oder das Ende der Sitzzeit –, beginnt mit Samyama die Bewegung zurück nach außen, getragen von der zuvor gewonnenen reinen Kraft. Wer sich vertiefen möchte, findet Yoganis Ausführungen in seinem Büchlein Samyama sowie in Online-Lektion 151 und weiteren.
Warum reicht die eigene innere Welt als Wirkungsfeld?
Solange wir noch keine großen geistigen Kräfte entwickelt haben, spielt sich das meiste zunächst in unserer eigenen inneren Welt ab. Positive Begriffe, die wir dort verankern, verändern zuerst unser eigenes Erleben zum Guten – und mit Ausdauer strahlen dieselben Impulse dann auch in die äußere Welt aus.
Genau hier liegt, so eine mögliche Deutung, der Unterschied zwischen einem großen und einem kleineren Meister: Der große Meister befindet sich in einem ständigen Samyama-Prozess. Er ist dauerhaft im Inneren verankert und wird zu einer sprudelnden Lichtquelle, die allein durch ihre Anwesenheit wirkt.
Eine persönliche Begegnung
Diese Wirkung war unmittelbar spürbar – einmal bei einer Begegnung mit AMMA, die ohne Worte allein durch Umarmung wirkte, und ein weiteres Mal 2016 beim Diamantweg-Europacamp nahe Immenstadt, als ein junger buddhistischer Mönch aus Bhutan anreiste. In der vordersten Reihe sitzend, war die intensive Kraft, die von ihm ausging, unmittelbar spürbar – ein wandelnder Samyama-Prozess gewissermaßen.
Samyama vor Yogani: Die I AM Activity und ihre Lichtaffirmation
Lange bevor der Begriff Samyama in dieser Form bekannt war, enthielt bereits die I AM Activity ein vergleichbares Prinzip. In Unveiled Mysteries findet sich eine einfache Meditationsanleitung, die Saint Germain für zwei- bis dreimal täglich (je 15–20 Minuten) empfiehlt, mit folgendem Abschluss:
„I am a child of the Light, I love the Light, I serve the Light. I live in the Light, I am protected, illumined, supplied and sustained by the Light, and I bless the Light.“
Auf Deutsch sinngemäß: Ich bin ein Kind des Lichts, ich liebe das Licht, ich diene dem Licht, ich lebe im Licht, ich werde beschützt, erleuchtet, versorgt und erhalten durch das Licht, und ich segne das Licht.
Auch dies ist im Kern eine Form von Samyama: das Nach-außen-Tragen eines inneren Zustands, das Heraufbeschwören der Lichterfahrung. Bemerkenswert ist die Bewegung innerhalb dieser neun Aussagen: Zunächst ist die Haltung empfangend („ich bin ein Kind des Lichts“, „ich liebe das Licht“) – das Licht steht über einem. Mit dem abschließenden „ich segne das Licht“ erhebt man sich dann selbst auf die Stufe des Lichts, ja darüber hinaus, und tritt in die eigene Göttlichkeit ein.
Yoganandas Ansatz in der Self-Realization Fellowship
In der Self-Realization Fellowship (SRF), gegründet von Yogananda, findet sich eine strukturell ähnliche, wenn auch weniger explizit benannte Praxis. Yogananda lehrte, den Kriya Yoga mit Hong-Sau und OM-Meditation vorzubereiten und anschließend die eigentlichen Kriya-Techniken zu praktizieren – im Kern Kriya Proper (Wirbelsäulenatmung), Yoni Mudra und Mahamudra.
Nach diesen Techniken empfiehlt Yogananda, mindestens 15 Minuten in Stille sitzen zu bleiben, nachzuspüren und die erreichte Tiefe zu genießen. Auch wenn hier keine explizite Anweisung zum „Hinaustragen“ erfolgt, lässt sich diese Nachspür-Phase durchaus als eine Form von Samyama verstehen – als bewusstes Verweilen und Auskosten der gewonnenen Stille.
Eine persönliche Lektion: Wenn schematische Praxis zu Verspannungen führt
Nach der Zeit bei der SRF und der eigenen Übersetzungsarbeit an Yoganis Schriften folgte der Weg zu Shibendu Lahiri. Dort fehlte die explizite Thematisierung von Samyama – doch die Prägung durch Yogananda, die I AM Activity und Yogani blieb bestehen. Yoganis Samyama-Praxis wurde über mehrere Jahre hinweg praktiziert.
Mit der Zeit stellten sich jedoch körperliche Verspannungen ein, deren Ursache sich auf eben diese schematische Samyama-Übung zurückführen ließ. Nach deren Anpassung lösten sich die Verspannungen wieder. Die daraus gezogene Erkenntnis: Feste, schematische Vorgaben – so wertvoll sie als Angebot auch sein mögen – sind nicht für jeden Praktizierenden in gleicher Weise kongruent mit dem eigenen Inneren.
Die eigene Synthese: Samyama als individuelle Praxis
Aus dieser Erfahrung heraus hat sich eine eigene Form von Samyama entwickelt, die sich näher an Yoganandas Verständnis und an der I-AM-Tradition orientiert: Nach den Kriya-Techniken und dem Nachspüren in der Stille werden eigene I-AM-Affirmationen formuliert – über das eigene Sein, über die Welt, über die eigentliche Wirklichkeit. Diese dienen zugleich als eine Art innerer „Rüstung“, die beim Wiedereintritt in die äußere Welt mit ihren unterschiedlichen Bewusstseinsebenen Halt gibt.
Dazu zählt auch die eingangs zitierte I-AM-Affirmation ebenso wie Affirmationen aus den „Ich Bin“-Diskursen von Saint Germain, die die nichtduale (advaitische) Perspektive betonen.
Zur Frage des Experimentierens
Ein interessanter Punkt aus dem eigenen Schriftverkehr mit dem Mutterzentrum der SRF: Dort wird betont, man solle die vorgeschriebenen Techniken exakt ausführen und nicht experimentieren – wobei „Experimentieren“ sich bereits auf jede Abweichung von der reinen, unveränderten Praxis bezieht, nicht erst auf das Ausprobieren neuer Übungsvariationen.
Dennoch lässt sich vertreten: Wer 10, 20 oder 30 Jahre in einer Tradition gefestigt ist und ausreichende eigene Erfahrung gesammelt hat, kann sich zutrauen, behutsam eigene Elemente zu integrieren – die Grundstruktur bewahrend, aber offen für kleine, stimmige Anpassungen.
Fazit: Theorie tritt zurück, Praxis tritt in den Vordergrund
Zu Samyama existieren zweifellos zahlreiche theoretische Abhandlungen. Mit wachsender Praxiserfahrung tritt jedoch das Lesen zunehmend in den Hintergrund zugunsten der unmittelbaren Erfahrung in der Meditation. Das Fundament – gelegt durch intensives Studium der Schriften Yoganandas und Yoganis – bleibt bestehen, auch wenn Details davon mit der Zeit wieder verblassen. Entscheidend ist die fortgesetzte Praxis, durch die sich das Bewusstsein weiterentwickelt, man Gott näherkommt und den vorgezeichneten Weg zurück zur Einheit geht.
Hari OM Tat Sat – Namaste
Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yogas, heute beschäftigen wir uns mit der Frage: „Was ist Samyama?“ Und vor allem, was ist Samyama im Rahmen von Kriya Yoga? Und wie immer ist das jetzt keine theoretische Abhandlung. Ich habe mich jetzt nicht tief eingelesen in dieses Thema, sondern es ist praxisorientiert wie immer, rudimentär, auf meine eigene Erfahrung zugeschnitten.
Samyama ist ein Begriff für die letzten drei Glieder der acht Yoga Glieder von Patanjali, welche da sind Dharana, Dhyana und Samadhi. Also die Konzentration, die Meditation und die Einheit, die Samadhi-Erfahrung, die Glückserfahrung. Dharana, die Konzentration auf ein Objekt. Dhyana, die Meditation, verschmelzen mit dem Objekt, Eins-Sein und Samadhi. Da kommt dann noch der Glücksaspekt dazu, die Versenkung, das Aufgehen.
Das sind jetzt so getrennt formulierte Stufen der Meditation, des Yoga-Pfades. Aber es ist wahrscheinlich genauso wie mit Sommer, Herbst und Winter oder mit den Yugas, mit Kali-Yuga, Dwapara-Yuga, Treta-Yuga und Satya-Yuga, dass man da keinen bestimmten Zeitpunkt feststellen kann, an dem man sagen kann, jetzt hier ist die Konzentration zu Ende, dann kommt die Meditation und dann kommt Samadhi. Sondern das ist so ein fließender Übergang, wo man nicht genau beurteilen kann, was, oder gut, man kann es dann schon im Großen und Ganzen so benennen, aber es gibt da Überschneidungen und Übergänge.
Manchmal ist im November noch ein schöner freundlicher Tag, ein Sonnentag, das Laub oder die Flora, die widerspiegeln natürlich dann einen Zustand, ein bisschen im Winter natürlich auch, da kann es auch sonnige Tage geben, aber kältere oder so etwas. Im Großen und Ganzen kann man sich orientieren, was was ist. Aber es gibt halt auch nicht, dass man sagt, am 21. September, da beginnt jetzt der Herbst und am 21. Dezember der Winter. So funktioniert das eben nicht. Es kann eben winterliche Zustände schon im, teilweise schon im September geben, in den Alpen zumindest, oder sommerliche Temperaturen um die Weihnachtszeit oder Neujahr, was immer wieder so Hoch- oder Tiefdruckgebiete mit Temperaturen um 12 bis 15 Grad, die einem dann wirklich sommerlich vorkommen, wenn auch die Natur nicht dem entspricht. So ist es eben auch mit der Konzentration, Meditation und dem Samadhi.
Warum jetzt diese drei zusammengefasst werden, weiß ich jetzt gar nicht. Auf jeden Fall hat Yogani daraus eine Übung gemacht, diese Samyama Praxis, in der er das, was in der Meditation oder also in der Energieübung, in der Wirbelsäulenatmung … Bei Yogani, kommt ja zuerst die Wirbelsäulenatmung, in der Sitzung, in der täglichen Sitzung, die Wirbelsäulenatmung und vielleicht andere Energieübungen wie Yoni Mudra oder Kinnpumpe. Danach kommt die tiefe Meditation und wenn man damit dann fertig ist, dann kommt bei Yogani Samyama und das ist eine Übung, wo man Sutras, neun Sutras, wenn man die Vorgaben von Yogani übernimmt, von denen man natürlich abweichen kann, das ist nur ein Angebot, die werden genannt, die nimmt man auf in sein Bewusstsein und lässt sie dann gleich wieder los und der Sinn davon ist, dass man die Tiefe der Meditation, die Energie, die Reinheit, die man in der Sitzung gewonnen hat, schaffend oder schöpferisch wieder zurückgibt in die Welt.
Also die Begriffe, die da verwendet werden sind: Einheit, Liebe, Gesundheit, Weisheit, Stärke, nach innen gerichtete Sinnlichkeit, Akasha, Leichtigkeit von Luft und dergleichen, das waren jetzt nicht alle. Aber die nimmt man auf und gibt sie wieder zurück nach einer gewissen Technik, die Yogani da beschreibt in seinem Büchlein Samyama oder auch in einer Lektion, in einer Online-Lektion (151 und andere) kann man das auch nachlesen. Dann gibt es noch Verfeinerungen. Es gibt noch kosmisches Samyama und dergleichen.
Das ist also eine Übung, die am Ende der Meditation, oder der sitzenden Übung, wenn man es pauschal benennt, würde ich mal sagen, das ist am Ende der Meditationssitzung. Yogani beschreibt es so: In der Meditation geht man hinein mit dem Bewusstsein ins Innere und mit Samyama geht man dann, wenn man das Innere erreicht, oder den optimalen oder den für die jeweilige Meditation, den weitest inneren Punkt erreicht hat und man schon absieht: Jetzt ist es dann zu Ende, entweder reicht die Kraft nicht mehr aus, nach innen zu gehen oder die Zeit ist dann zu Ende.
Dann geht man wieder nach außen und dann versucht man mit dieser reinen Kraft, die man gewonnen hat durch die Meditation, versucht man nach außen zu wirken, natürlich zuerst einmal im eigenen Bewusstsein, da ja alles, was in unserer eigenen Welt sich abspielt, vornehmlich – solange wir noch keine großen geistigen Kräfte haben, sich in unserer eigenen Welt abspielt und wenn wir da so positive Begriffe, in unsere Welt reinpflanzen, dann verändern wir zuerst unsere eigene Welt zum Guten und wenn wir das mit Nachdruck und mit Ausdauer ausüben, dann geben wir natürlich auch dieselben Impulse hinaus in die äußere Welt.
Das unterscheidet halt einen großen Meister und einen kleineren Meister voneinander, dass der kleinere Meister halt einen kleineren Eindruck macht auf die äußere Welt als der große Meister. Der große Meister, der kann durch seine Anwesenheit schon, das ist ein ständiger Samyama-Prozess. Der ist nach innen gekommen, der bleibt im Inneren durch seine Meditationsanstrengungen, durch seine spirituellen Anstrengungen und ist dann eine Quelle, ein ständig sprudelnder Lichtstrom, der das zurückgibt aus dem Inneren, was er selbst erlebt und kann dann hinausstrahlen in seine Umgebung.
Das habe ich selbst mal erlebt. Das war anlässlich eines, ja gut, bei der AMMA habe ich es auch erlebt, AMMA, die selbst nichts gesprochen hat, die Leute umarmt hat, bei der habe ich das erlebt, oder auch bei einem Buddhisten mal, bei der Diamantweg-Veranstaltung im Sommer, das Europacamp in der Nähe von Immenstadt. Dort war ich 2016. Damals reiste ein Buddhist, ein buddhistischer Mönch oder Lama aus Bhutan an und er war noch relativ jung. Aber da habe ich, ich war in der vordersten Reihe, und habe ganz deutlich gespürt, welche intensive Kraft von diesen Menschen ausging. Das ist ein wandelnder Samyama-Prozess, würde ich mal sagen.
Also so was ist sehr sinnvoll und wenn ich zurückblicke, ich habe ja angefangen in der Self-Realisation Fellowship …, gut vorher noch in der I AM Activity. Dort gab es eine Meditationsanweisung, wo man visualisiert hat, Seite 11 oder im ersten Kapitel der Unveiled Mysteries ist diese einfache Meditationsanleitung angegeben, die Saint Germain empfiehlt, zweimal und dann später auch dreimal am Tag zu nutzen, so 15, 20 Minuten und am Ende zum Abschluss sollte man da sagen: I am a child of the Light, I am a child of the light …
Das habe ich in der tiefen Meditation, da weiß ich, da kommt es dann automatisch, aber jetzt, wenn ich jetzt im äußeren Bewusstsein das sagen muss, dann werde ich unsicher oder dann treffe ich es vielleicht nicht genau. Aber das ist so: I AM … Ich bin ein Kind des Lichts, Ich liebe das Licht, ich diene dem Licht, I live in the light, ich lebe im Licht, ich werde beschützt, erleuchtet, versorgt, erhalten durch das Licht und ich segne das Licht
I am a child of the light, I love the Light, I serve the Light I live in the light, I am protected, illumined, supplied and sustained by the the Light light and I bless the Light.
Das ist also auch eine Art von Samyama, würde ich mal behaupten, denn das ist auch ein nach Außen tragen des inneren Zustands, den man gewonnen hat, Lichterfahrungen, nach denen man strebt und die man da auch herauf beschwört, I am a child of the light, I love the light, I serve the Light, ich liebe das Licht und ich diene dem Licht kommt glaube noch, I am protected, illumined, supplied and sustained by the Light and I bless the Light. Das sind dann, glaube ich, sieben (tatsächlich 9).
I AM a child of the light, I live in the light, I love the light, I bless the light, I am protected, illumined, supplied, sustained by the light and I bless the light, ja neun.
Das Schöne daran ist, eigentlich ist es empfangend, ich bin ein Kind des Lichts, ich liebe das Licht.
Da ist das Licht immer höher, aber dann erhebt man sich selbst und sagt, ich segne das Licht, I bless the Light. Dann stellt man sich mehr oder weniger auf dieselbe Stufe oder sogar über diese Stufe des Lichtes und erhebt sich selbst in die Göttlichkeit. Das habe ich immer als sehr schön empfunden, das sind ein paar Sekunden, die es dauert sich vorzusagen, aber da kann man nochmal zum Schluss, zum Abschluss noch einmal richtig aufgehen.
Aber im Grunde ist das auch so eine Samyama-Übung, wie die auch bei Yogani gegeben wird, dass man am Ende eben sich noch einmal auf das Erreichte fokussiert, die tiefen inneren Erfahrungen des Lichts, der Glückseligkeit und die dann auch hinaus gibt oder zurück gibt, dankbar ist und dann hin zurückgibt.
Das da eben auch. Dann ging es bei mir ja weiter, ich war dann in der SRF also in der Self-Realization Fellowship von Yogananda gegründet, zu der ich immer noch Beziehung habe und nur Gutes davon berichten kann. Es ist nicht alles, aber es ist sehr Gutes und sehr hilfreich. Und da darf natürlich dann Samyama auch nicht fehlen, wenn man das Verständnis des Yogani heranzieht.
Yogani ist ja weitgehend Kriya Yoga und Yogananda hat uns auch den Kriya Yoga vermittelt auf eine schöne Weise und er hat immer gesagt, dass man nach … also man bereitet den Kriya Yoga bei ihm mit Hong Sau vor und der OM Meditation und dann wendet man diese Kriya oder übt, praktiziert die Kriya Yoga Techniken von Yogananda, ich glaube, das sind bei ihm so vier oder drei: Kriya Proper, also die Wirbelsäulenatmung oder die Kriya Atmung, dann Yoni Mudra und Mahamudra, ja.
Also gut, in einer Meditationssitzung bei ihm, (Mahamudra kann man ja herausnehmen) nach der Wirbelsäulenatmung und Yoni Mudra sollte man mindestens noch 15 Minuten sitzen bleiben, nachspüren und die Stille empfinden. Und das ist im Grunde auch eine Anweisung, die erreichte Tiefe nochmal zu genießen. Ja, es ist jetzt nicht so explizit, dass man das noch hinaus tragen soll, aber auf jeden Fall ist wie bei Yogani auch, nach der Meditation, nachdem man sich vertieft hat … Es fehlt die genaue Struktur, aber man kann das in gewisser Weise auch als eine Art von Samyama empfinden, wo man nocheinmal versucht, die Stille zu erreichen, diese Stille auch zu genießen.
Nach der SRF habe ich Yogani übersetzt, dann bin ich zu Shibendu Lahiri gekommen und da fehlte jetzt diese explizite Nennung von Samyama oder Thematisierung, aber durch meine Vorprägung durch Yogananda, dann die I AM Activity diesen Spruch und Yogani war ich natürlich geprägt. Also bei Yogani habe ich dieses Samyama mehrere Jahre praktiziert, hat aber dann, weil es dann wieder zu schematisch ist, nach meinem Empfinden, oder das bezeichne ich als die Ursache dessen, was ich da erfahren habe. Ich habe nämlich dann mit der Zeit so Verspannungen bekommen. Da bin ich dann drauf gekommen, dass das von diesem Samyama eben herrührt, zumindest habe ich dann das Samyama so eingestellt, in der Form, wie ich das von Yogani praktiziert wurde und dann haben sich diese Verspannungen wieder gelöst und so habe ich gemerkt, dass im Kriya Yoga, wie ich den praktiziere, diese schematischen Vorschriften, wie das halt mit dem Samyama besonders da gegeben ist, bei mir nicht kongruent sind mit meinem Inneren.
Deshalb habe ich mich darauf verlegt, Samyama dann im Sinne von dem, was Yogananda fordert und auch dem, was ich in der I AM Activity gelernt habe, nach dem Sitzen oder nach den Kriya Techniken und dem Nachspüren, dem Aufgehen in der Stille, dem Genießen der Stille, versuche ich auch noch einmal positive Elemente in die Welt zu tragen, dass ich mir so I AM-Affirmationen über mich selbst, über die Welt, allgemein über das, was sein soll oder wie ich die Welt empfinde, also die Wirklichkeit, die eigentliche Wirklichkeit, dass ich mir die noch einmal klarmache vor dem Aufstehen,
als Form von Imprägnierung auch, dass ich, wenn ich konfrontiert bin mit der äußeren Welt, wo ja dann ganz andere Bewusstseinsstufen und Mechanismen auf mich wieder einprasseln, dass ich da ein bisschen auch eine Rüstung von Energie, von Bewusstsein um mich habe, damit ich dann nicht gleich weggeschossen oder weggespült werde.
Und so sage ich mir dann auch dieses I AM Sätzlein auf: Ich bin ein Kind des Lichts, ich lebe im Licht, ich liebe das Licht, ich diene dem Licht, ich werde beschützt, erleuchtet, versorgt und erhalten durch das Licht und ich segne das Licht. Solche Sachen oder ich habe das auch jetzt umgewandelt: Mit OM, Man kann I AM benutzen oder anderes, oder „ICH BIN“ Deutsch und kann man sich das so verdeutlichen.
Oder eben diese I AM-Affirmationen aus den „Ich Bin-Diskursen“ von Saint Germain, die ja auch das Advaita, ja, gerade diese Nichtdualität betonen und einem bewusst machen, dabei helfen können, weiterzukommen in diesem Bewusstsein und diese nutze ich auch und die kann ich auch nur empfehlen, dass man das am Ende der Meditation oder der Kriya Praxis solche Affirmationen nutzt, wenn man möglicherweise ähnliche Erfahrungen mit Yoganis Sutras gemacht hat, dass sie zwar eine schöne Sache sind und teilweise funktionieren können, aber mit der Zeit dann vielleicht zu irgendwelchen, ja, negativen Auswirkungen führen. Dann muss man sich selber etwas einfallen lassen.
Dafür haben wir unsere Kreativität, die man natürlich auch im Äußeren anwenden kann. Aber auch bei der Weiterentwicklung der Übungen, die man gerne in Angriff nehmen kann, wenn man ausreichend gefestigt ist in seiner Praxis, in seinem Bewusstsein.
Also bei Yogananda in der SRF heißt es immer, man soll exakt das machen, was vorgeschrieben ist und nichts anderes ausprobieren, also nicht experimentieren. Es heißt, man soll experimentieren mit den Techniken. Das war nämlich mal ein Schriftverkehr, den ich mit dem Mutterzentrum der SRF hatte. Ich habe das Experimentieren so verstanden, dass man dann verschiedene Konstellationen oder Übungsvariationen ausprobiert.
Nein, so war es nicht gedacht, man sollte alleine das Beschäftigen mit Übungen, das Praktizieren der Übungen, aber haargenau so, wie es angewiesen ist. Das ist schon das Experimentieren und daran sollte man sich dann halten. Aber ich behaupte jetzt, wenn man 10, 20 oder 30 Jahre bei der SRF war und ausreichend darin gefestigt ist, ausreichende Erfahrungen gemacht, ausreichende Entwicklungen gemacht hat, dann kann man sich auch zutrauen, selbst Übungsformen mit zu integrieren oder von irgendwelchen anderen Bewegungen.
Es gibt ja verschiedene gute Systeme, die man sich vielleicht mal anschaut und dann sieht man da, ja das könnte ich mal probieren oder das könnte funktionieren und dann kann man sich ein bisschen was zusammenschustern. Also so etwas mache ich auch. Also die Grundstruktur bleibt, aber so kleine Veränderungen nehme ich gerne vor und dann, wenn es funktioniert, dann kann man auch dabei bleiben. Also bestimmte Formen von Samyama, die wende ich dann am Ende immer an, das kann ich auch nur so empfehlen.
Zu Samyama gibt es sicher theoretische Abhandlungen. Aber ich habe seit geraumer Zeit jetzt aufgehört, irgendetwas zu lesen, sondern versuche, aus der Meditation alles herauszuholen. Also das Fundament ist gelegt durch viel Lesen: Yoganandas Schriften. Das meiste habe ich da, glaube ich, durch oder das Wichtigste und andere Schriften, Yogani habe ich ja übersetzt. Davon habe ich vieles wieder vergessen und das Wichtige ist ja, dass man praktiziert und dadurch sein Bewusstsein weiterentwickelt, Gott näher kommt, sich selbst vervollkommnet und auf dem Weg weitergeht, der uns vorgegeben ist, der Weg zurück zur Einheit.
Dem wird sich jeder dann mit der Zeit unterordnen, wenn er sieht, was der Zweck des Lebens ist und was der Sinn des Lebens ist und dann sind eben irgendwelche theoretischen Bücher nicht mehr so wichtig zu lesen, vielleicht dann zu schreiben. Wenn man selber dann Zugang zur Quelle hat, versucht man natürlich davon etwas abzuleiten und selbst seinen Brüdern und Schwester auf Erden, die noch im dunklen Tal wandeln, Hilfestellung zu gewähren mit dergleichen Erkenntnissen, die diese dann nutzen können.
Aber das steht mir noch bevor. Ich weiß nicht, ob es so weit kommt, aber das sind ja nicht alle auserwählt und auch nicht gerufen und wenn es so sein soll, dann werde ich es machen, ein Buch über Kriya Yoga werde ich vielleicht noch schreiben auf Deutsch. Denn auf Englisch gibt es das ja schon. Das ist es eigentlich, was ich heute sagen wollte. Hari, OM, Tat, Sat. Namaste. Alles Gute. Tschau.
Der heutige Song stammt wieder dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“
Der neunte Song daraus:
Oh Yogananda, Himalaya des Kriya Sitar
O Yogananda—Himalaya des Kriya,
ein stiller Strom der Weisheit.
Nicht für den Ruhm, nicht für den Lärm,
kamst du mit klarem Blick.
Du sprachst: „Prüf selbst, sei still, sei wach“—
und gabst selbst das strahlende Beispiel.
Atem wird tief,
Unruhe schwindet.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Mit deinem Buch öffnetest du ein Tor,
ein Funke gegen das Vergessen.
Und Menschen fanden Mut im Stillsein,
wo sie nur Lärm besessen.
Atem wird tiefer,
Wirbelsäule wird Straße
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Ost und West—kein Streit der Formen:
ein Herz, ein Ton, ein stilles Ja.
Wo Liebe übt, wird Grenze weich,
und Gott wird Gegenwart.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Der stille Strom bleibt—
im Atem, im Herzen, im Licht.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.