Kurzzusammenfassung
In Folge 64 des Kriya Yoga Podcast Deutsch geht es um den „Spannungsbogen“ einer Kriya-Yoga-Meditation. Bernd Prokop unterscheidet zunächst zwischen verschiedenen Formen von Meditation: geführte Meditation, Meditation beim Spazierengehen, Musik, Arbeit oder Improvisation können zwar meditative Zustände auslösen, sind aber nicht dasselbe wie die tiefergehende Kriya-Yoga-Meditation.
Er verweist auf Patanjali und die Stufen des Yoga: Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Nach dieser Sicht beginnt eigentliche Meditation erst nach dem Zurückziehen der Sinne. Pratyahara bedeutet, die Aufmerksamkeit von außen nach innen zu wenden, auf Chakren, Energie, Gedanken, Gefühle und den inneren Raum. Yogananda beschrieb dies sinngemäß als Abschalten der „Sinnes-Telefone“.
Bernd erzählt auch aus seiner eigenen Biografie: Schon vor seinem bewussten spirituellen Weg erlebte er beim Jazz und beim Improvisieren mit der Posaune meditative Zustände. Musik war für ihn eine Brücke zur Spiritualität. Später, ab 1985, wurde die regelmäßige Meditation jedoch tiefer und wirksamer als das Musizieren.
Der zentrale Begriff der Folge ist der Spannungsbogen. Wie eine gute Geschichte oder ein Film hat auch eine sinnvolle Kriya-Yoga-Meditation einen Verlauf: Sie beginnt langsam, baut Spannung auf, kommt zu einem Höhepunkt, wird abgefedert und führt schließlich in Erlösung, Stille oder inneren Abbau.
Dieser Spannungsbogen beginnt mit Pratishtha, dem Aufrichten und Vorbereiten der Meditation. Dazu können Hong-Sau, OM-Meditation oder auch Yogani-Mantra-Meditation dienen. Danach folgen die eigentlichen Kriya-Techniken als erster Höhepunkt. Wichtig ist, die Techniken nicht mechanisch aneinanderzureihen, sondern jede Technik abzufedern, etwa durch Rückkehr zu Hong-Sau, um zu spüren, was sie bewirkt hat.
Nach den Kriya-Techniken folgt Visarjan, der Abbau oder das Abfedern der Techniken. Die durch die Kriyas „losgeschlagene“ Energie soll aufgenommen und vertieft werden. Bernd betont, dass mindestens 15 Minuten Nachsitzen nach den Kriya-Techniken sinnvoll sind. Dabei kann ein zweiter Höhepunkt entstehen, wenn die Energie den Übenden noch tiefer in innere Ebenen führt.
Die Folge beschreibt Kriya Yoga als mentales und spirituelles Fitnessprogramm. Wie im Sport oder beim Erlernen einer Fähigkeit muss man regelmäßig üben, an die eigene Grenze gehen und diese Grenze schrittweise erweitern. Dadurch entstehen „spirituelle Muskeln“ und die Kriya-Techniken werden kraftvoller und wirksamer.
Am Ende steht die Botschaft: Kriya-Yoga-Meditation unterscheidet sich von vielen anderen Formen der Meditation durch ihren inneren Spannungsverlauf. Sie ist nicht bloß Entspannung, sondern eine konzentrierte, fordernde, energetische Praxis mit Aufbau, Höhepunkt, Abbau und möglicher Vertiefung in Stille und Samadhi.
Strukturiertes Transkript
Der Spannungsbogen der Kriya Yoga Meditation
Was unterscheidet eine Kriya Yoga Meditation von den vielen anderen Formen des Meditierens, die heute überall angeboten werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der heutigen Podcast-Folge. Denn wer Meditation ernsthaft praktizieren möchte, sollte verstehen, dass nicht jede Form der inneren Sammlung dieselbe Tiefe und Wirkung entfaltet.
Warum nicht alles, was „Meditation“ genannt wird, dasselbe ist
Meditation ist zu einem Sammelbegriff geworden. Man meditiert beim Spazierengehen, bei der Arbeit, im Liegen, mit geführten Audioaufnahmen oder Musik. All das kann man als Meditation bezeichnen – so wie man auch alles Essbare schlicht „Essen“ nennen kann, obwohl es riesige Unterschiede zwischen einer ausgewogenen Mahlzeit und schnellem Fast Food gibt. Genau diese Unterscheidung fehlt oft, wenn über Meditation gesprochen wird.
Geführte Meditation und ihre Grenzen
Geführte Meditationen, etwa die bekannten Programme von Joe Dispenza, sind professionell gestaltet und können durchaus in tiefe Zustände führen. Doch die Aufmerksamkeit bleibt dabei zumindest teilweise nach außen gerichtet – man hört eine Stimme, wird von Musik begleitet, ist offen für äußere Reize. Nach der klassischen Yogalehre, wie sie Patanjali in den acht Gliedern des Yoga beschrieben hat, beginnt die eigentliche Meditation jedoch erst nach dem Pratyahara – dem vollständigen Zurückziehen der Sinne nach innen. Erst danach folgen Dharana, Dhyana und schließlich Samadhi. Yogananda beschrieb dieses Zurückziehen der Sinne bildhaft als das Abschalten der „Sinnes-Telefone“: Wie ein Lichtschalter, den man einfach betätigt, und die Verbindung nach außen ist unterbrochen. Für diese Form der Innenschau scheidet die geführte Meditation naturgemäß aus – sie gehört in eine andere Kategorie.
Musik als Brücke zur Meditation
Auch Tätigkeiten wie Musizieren können in meditative Zustände führen. In der eigenen Jugend als Posaunist in einer Jazzband entstanden beim Improvisieren – ganz ohne Notenblatt, nur aus dem inneren Empfinden heraus – Momente echter innerer Sammlung. Musik kann so ein notwendiger Zwischenschritt sein, um überhaupt einen Zugang zum Meditieren zu finden. Doch mit der Zeit zeigte sich: Die spirituelle Übung, die reguläre Meditation, übertrifft diese musikalischen Erfahrungen bei Weitem. Die meisten Menschen können sich schlicht nicht vorstellen, welche Tiefen und welche Intensität an Erfahrung durch konsequente Meditation möglich sind – weit über das hinaus, was etwa Rauschzustände durch Drogenkonsum bewirken können, nur eben nicht für Sekunden, sondern stundenlang anhaltend.
Der Aufbau einer Kriya Yoga Meditation: Spannung, Höhepunkt, Auflösung
Eine gute Kriya Yoga Meditation folgt einem klaren dramaturgischen Bogen – vergleichbar mit einer guten Geschichte oder einem guten Film. Es gibt eine Einleitung, einen Spannungsaufbau, einen Höhepunkt und eine Auflösung. Yogananda selbst hat diesen Ablauf zwar nicht als „Spannungsbogen“ bezeichnet, doch die Struktur, die er lehrte, folgt genau diesem Prinzip.
Pratishtha – die Hinführung
Am Anfang steht das Pratishtha, das Aufrichten der Meditation. Bei der Self-Realization Fellowship (SRF) geschieht dies klassisch über die Hong-Sau-Technik, eine Atembeobachtung und Konzentrationsübung, die vorbereitend gelehrt wird, bevor die eigentlichen Kriya-Techniken vermittelt werden. Ebenso gut eignet sich beispielsweise die Mantra-Meditation nach Yogani, die in Lektion 13 seines Systems beschrieben ist. Ziel dieser Phase ist es, Konzentration aufzubauen und die Statur der eigenen Energie, der Chakren, aufzurichten.
Die Kriya-Techniken – der erste Höhepunkt
Nach der Vorbereitung folgen die eigentlichen Kriya-Techniken – der erste Höhepunkt der Meditation. Wichtig dabei: Man sollte nicht wahllos verschiedene Techniken aneinanderreihen, nur um ein Pensum abzuhaken. Jede Kriya-Technik ist potent und sollte nach ihrer Anwendung durch eine Rückfalltechnik – meist wieder Hong-Sau – abgefedert werden. So lässt sich erkennen, wie konzentriert man die Übung tatsächlich ausgeführt hat. Wird nämlich unkonzentriert geübt, können sogenannte „Inkrustationen“ entstehen – energetische Verkrustungen, die es beim nächsten Mal erschweren, wieder tief in die Meditation einzutauchen. Bei fortgeschrittener Praxis reicht meist eine einzige Kriya-Technik, abgeschlossen mit dem Yoni-Mudra, das sich mit praktisch jeder anderen Technik kombinieren lässt.
Visarjan – das Abklingen und der zweite Höhepunkt
Nach dem Höhepunkt folgt das Visarjan, der langsame Abbau, wiederum meist über Hong-Sau. Die Kriya-Techniken wühlen Atem, Blut und Geist auf; das Visarjan dient dazu, zur inneren Stille zurückzufinden und – im Idealfall – noch tiefer als zuvor in die Meditation einzudringen. Yogananda empfahl hierfür ein Nachsitzen von mindestens 15 Minuten. Gelingt es, die durch die Kriya-Techniken freigesetzte Energie wirklich aufzunehmen, kann sich ein zweiter, noch stärkerer Höhepunkt einstellen – vergleichbar mit dem Reiten einer Welle. Erst wenn man spirituell und mental vollkommen „ausgepowert“ ist, klingt die Meditation aus, oft begleitet von spirituellem Lesen.
Aus eigener Erfahrung zeigt sich: Wird die Meditation mit Yoni-Mudra sauber „versiegelt“ – wie ein Einfrieren des erreichten Zustands –, kann man auch bei äußerem Zeitdruck, etwa wenn Handwerker vor der Tür stehen, relativ unmittelbar aufstehen, ohne dass Inkrustationen entstehen. Der zweite Höhepunkt bleibt dann zwar aus, aber die Energie trägt oft noch den ganzen Tag nach und lässt sich abends, beim erneuten kurzen Hinsetzen, noch einmal spüren und verarbeiten.
Disziplin als Voraussetzung – dann wird Meditation zum Selbstläufer
Diese Struktur mit vollem Spannungsbogen erfordert Disziplin und Konsequenz. Der Körper gewöhnt sich jedoch mit der Zeit an das regelmäßige Durchleiten spiritueller Energie und beginnt, sich regelrecht danach zu sehnen – eine positive Form von Sucht, vergleichbar mit einem Katalysator, der die Praxis irgendwann zum Selbstläufer werden lässt. Geführte Meditationen oder andere niedrigschwellige meditative Zustände können dabei als Einstieg oder Katalysator dienen, ersetzen aber nicht die tiefere Wirkung der eigentlichen Kriya-Techniken.
Meditation im Zentrum des Lebens
Wer einmal erkannt hat, was durch echte Meditation möglich ist, wird sein Leben nicht mehr um andere Prioritäten herum organisieren und die Meditation nur noch „dazwischenquetschen“. Vielmehr rückt die Praxis ins Zentrum des Alltags. Das eigentliche Ziel ist dabei jener Zustand, den Yogani als „Stille im Handeln“ beschreibt – ein durchgehendes Nirvikalpa Samadhi, das auch während äußerer Tätigkeiten erhalten bleibt. Bis dahin gilt: Der erste Schritt liegt in der eigenen inneren Erlösung, nicht im Wirken nach außen. Erst wer sich selbst soweit im Griff hat, alles mit Liebe tun zu können, ist reif für äußeres Engagement – wobei sich innere und äußere Herausforderungen dann gegenseitig befruchten und zu spirituellem Wachstum anspornen können.
Fazit
Der Spannungsbogen einer Kriya Yoga Meditation – Pratishtha, Kriya-Techniken als erster Höhepunkt, Visarjan mit möglichem zweitem Höhepunkt und abschließendem Abbau – unterscheidet diese Praxis grundlegend von anderen, oberflächlicheren Formen der Meditation. Kriya Yoga lässt sich insofern auch als mentales und spirituelles Fitnessprogramm verstehen: Nur durch regelmäßiges Üben, das immer wieder an die eigenen Grenzen führt, lassen sich diese Grenzen erweitern und die Techniken mit der Zeit kraftvoller und tiefer anwenden.
Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute wieder ein Vortrag, ein Podcast zum Thema Kriya Yoga. Und heute möchte ich auf die Frage eingehen: Was ist oder: Wie sieht der Spannungsbogen in einer Kriya Yoga Meditation aus?
Es gibt ja verschiedene Herangehensweisen an die Meditation und verschiedene Definitionen von der Meditation und es wird ja alles Mögliche als Meditation bezeichnet. Also vor Kurzem erst wieder, ja man kann auch im Laufen meditieren, man kann während der Arbeit meditieren, man kann im Liegen meditieren, man kann alles Mögliche meditieren.
Das kann man so bezeichnen, aber es gibt halt dann innerhalb des Meditierens auch große Unterschiede und wenn man alles als Meditation bezeichnet, dann ist es, wie wenn man sagt: Es ist halt was zu essen, es gibt verschiedene Sachen zu essen, es gibt gesunde Sachen zu essen, es gibt nicht so gute Sachen zu essen und das erklärt überhaupt nichts, dann wenn man alles als Meditation bezeichnet, man muss dabei schon ein bisschen unterscheiden, man kann das als Meditation bezeichnen.
Aber man muss dann das andere abgrenzen davon und wenn ich halt jetzt sage: Kriya Yoga Meditation, dann meine ich halt eine Meditation, die schon etwas mehr fordernd ist, die man jetzt nicht so nebenbei machen kann und die deswegen auch mehr Wirkung hervorruft.
Auch eine geführte Meditation. Ich hab selbst von Dispenza geführte Meditationen mitgemacht, auch mit Musik, das ist natürlich sehr gut gemacht und da kann man auch sehr tief reinkommen und ganz neue Ebenen erreichen damit. Aber man hat halt trotzdem noch seine Aufmerksamkeit nach außen, also man hört ja was, man hört auf das Äußere, man ist beeinflusst, man ist geöffnet für die Musik.
Und eigentlich beginnt ja nach der richtigen Yoga-Lehre oder nach der Yoga-Lehre, die Patanjali aufgestellt hat, die Meditation erst nach dem Pratyahara. Also die Meditation kommt erst nach dem Pratyahara und dann kommt eigentlich noch das Dharana oder Dhyana also die fünfte Stufe ist, glaube ich, Pratyahara, dann kommt sechste Stufe das Dharna, dann das Dhyana und dann Samadhi.
Das Pratyahara ist das Nach-Innen-Kehren der Sinne. Also man richtet die Erkenntnis oder die Neugierde, sagen wir mal so, Neugierde, richtet man nach innen hinein und man lauscht nach innen auf die Chakren, auf die Energie, auf die Gefühle, man beobachtet die Gedanken und die Gefühle.
Yogananda sagt immer, man schaltet die Sinnes-Telefone ab (engl. switch off the sense telefones) Das ist wie, wenn man halt einen Lichtschalter betätigt, dann läuft da nichts mehr und so sollte man eigentlich in der Lage sein, mit der fünften Stufe nach dem Pranayama kommt das Pratyahara, dass man sich nach innen richtet, die Aufmerksamkeit, die Neugierde, das Erfahrenwollen und dann erschließt man im Inneren, den Weltraum im Inneren, wie das bei Yogani auch heißt.
Den will man erschließen, indem man das Äußere ausschließt und damit scheidet natürlich auch …, für diese Art von Meditation scheidet auch die geführte Meditation aus. Das ist auch noch einmal eine andere Kategorie von Meditationen, sagen wir geführte Meditation, die andere ist, wenn man sagt beim Sparzierengehen, beim Arbeiten, bei irgendwelchen Tätigkeiten kann man meditieren …
Ich habe auch, also bevor ich überhaupt was von Yoga und Spiritualität gewusst habe, habe ich auch meditiert beim Musizieren. Ich habe Posaune gespielt in der Jazzband, da habe ich dann improvisiert. Dabei war ich auch nach innen gerichtet, da habe ich keine Noten angeschaut, sondern habe nach meinem Empfinden dann versucht, da Musik zu machen.
Also ich habe nach innen gelauscht und danach die Melodie entwickelt. Das war auch eine Art von Meditation, das kann ich auch so bezeichnen, aber es ist im Grunde nicht vergleichbar … Gut, es hat Ähnlichkeit. Ich sage auch, die Musik ist auch eine Brücke zur Spiritualität.
Es ist vielleicht ein notwendiger Zwischenschritt in der Musik mal aufzugehen, um auf den Geschmack des Meditierens kommen zu können.
Die meisten Menschen können sich ja gar nicht vorstellen, was da alles möglich ist. Die Menschheit ist ja hypnotisiert durch die Materie. Man meint immer, die Materie stiftet uns irgendwelche Gefühle, Freude, Unglücke oder irgendetwas. Das ist aber nicht so, das sind immer wir selber, wir selber können aus unserem Inneren heraus alles schaffen und mit spirituellen Übungen und auch mit spirituellen Schriften, die wir unterstützend dazu konsumieren, erkennen wir, dass wir in der Lage sind und wir üben das dann auch, alle möglichen Gefühle zu erzeugen oder auch nicht zu erzeugen.
Also wir sind ja eigentlich so programmiert, dass alles mögliche Gefühle induziert, durch äußere „persons, places, contiditons and things“, also Personen, Orte, Zustände und Dinge hervorgerufen werden. Das ist ein Automatismus, der ist uns eingebaut und so sind die Leute hypnotisiert, dass es so sein muss, sie können sich gar nicht vorstellen, dass es anders ist. Darum haben ja verschiedene Leute auch Abneigung vor der Meditation, weil sie gar nicht wissen, was das soll.
Und da ist die Musik eben eine schöne Brücke und der Jazz, da bin ich ja, ich bin ja in der Schule, da zuerst habe ich Posaune gespielt oder Waldhorn, dann Posaune bei uns in der Blaskapelle, wo man dann auch nach Noten so brav was abgespielt hat und dann im Jazz, da ging für mich eine neue Welt auf.
Das habe ich gespürt, da ging wirklich eine Welt auf, weil ich mich damit mit dem Improvisieren, also die Musik nicht von Noten ablesen, sondern man hört ein bisschen die Harmonien und dann versucht man dazu eben aus dem Inneren heraus was zu schöpfen und das kommt der Meditation dann schon um einiges näher.
Und da war ich dann auch in so meditativen Zuständen. Ich bin abends dann von der Schule gekommen, hab damals bei meiner Oma gewohnt, bin ich in den Speicher hoch, jetzt genau, wo ich jetzt auch sitze. Nur war das damals, wo ich jetzt sitze, das ist ein uraltes Haus, 300 Jahre alt und da war das ein, also das war ein Speicher, wo eben der Wind durchgepfiffen hat und hat so ausgeschaut wie 300 Jahre.
Das wurde jetzt in den letzten Jahren, haben wir das renoviert und da habe jetzt auch mein Studio mit beleuchtet und auch schallgedämpft, also der Straße abgewandt und da habe ich damals dann auch abends immer, wenn ich von der Schule gekommen bin, vor allen Dingen, wenn die Schule länger gedauert hat. Wir haben ja damals nicht so viel Nachmittagsunterricht gehabt.
Aber einmal in der Woche, glaube ich, und vor allen Dingen dann musste ich damals, um mich zu regenerieren, musste ich mich ein bisschen hinsetzen und habe musiziert, habe meine Augen so gemacht und habe da einfach drauf losgespielt. Das war eine Hinführung zur Meditation.
Ich bin dann auch zum Zivildienst nach Stuttgart gegangen, wegen dem Jazz, weil es dort gute Radiosendungen gab und da habe ich da auch die Posaune mitgenommen und ich habe mir vorgenommen: Dort werde ich jetzt viel musizieren, um musikalisch weiterzukommen. Aber dann bin ich da in das Spirituelle reingekommen und da hat das Spirituelle, das Meditieren hat dann das, was ich über die Musik erfahren habe, diese meditativen Zustände, das hat das natürlich getoppt und dann wurde mir erst dann mit der Zeit klar oder bewusst, warum das soweit gekommen ist,
dass ich dann das Musizieren so ziemlich aufgegeben habe damals. Das waren natürlich andere Einflüsse auch noch. Aber ich habe dann eben in den spirituellen Übungen, vor allen Dingen in der Meditation, die ich dann im Frühjahr 1985 begonnen habe, regelmäßig zu machen. Das hat das dann nicht nur ersetzt, sondern getoppt um einiges und seitdem war mir dann das Musizieren zumindest eine zeitlang nicht mehr so wichtig, also ich habe es nicht gebraucht.
Später habe ich noch einmal eine Phase, eine intensive Phase mit Musik gehabt. Es gibt halt verschiedene Formen von meditativen Zuständen, die zugegebenermaßen durch alles Mögliche hervorgerufen werden können und für viele ist das halt nicht anders zugänglich, so meditative Zustände und die kann man dann auch als Meditation bezeichnen. Aber es gibt halt noch große Unterschiede.
Oder das Gebiet ist noch viel weiter, viel ausgedehnter und wenn man da ein bisschen meditative Zustände erlangt hat, die sich natürlich gut anfühlen, darum macht man es ja oder geht man ja immer wieder rein. Dann ist es noch um tausendfach, tausendfach stärker möglich. Also ich habe jetzt auch gestern grad wieder Film über Drogen, Junkies und Drogenkonsum in Deutschland … Crack soll jetzt die große Plage sein, wo die Leute sagen, ja, das ist tausendfach der Orgasmus, aber nur eine Sekunde lang.
Bei der Meditation, das ist auch tausendfach von dem, was man Orgasmus oder von anderen schönen Gefühlen hat, aber die kann man dann ausgedehnt, kann man stundenlang drin sein.
Was da alles möglich ist, das wissen die Leute eben nicht und darum können sie es auch nicht schätzen, darum wissen sie auch nicht, darum haben sie auch nicht das Ziel überhaupt. Sie wissen gar nicht, können sich gar nicht vorstellen, was das Ziel eigentlich ist.
Dann kommen sie gar nicht auf den Weg. Also es ist schon mal schwierig, da rauszukommen aus dieser, ich sage immer Suppe, die Suppe des Materialismus, worin die Menschen schwimmen, die müssen sich da rauskämpfen, frei machen.
Dann kommen sie erst mal dahin, wo es dann wirklich losgeht mit Meditation und die meisten hier im Westen, wenn die von Meditation reden, ist das nicht die Meditation, die Patanjali, in der 7. Stufe der 8 Glieder des Yoga beschreibt. Das sind Vorstufen davon, ist der Weg dahin, aber es gibt halt noch mehr.
Bei der Kriya Meditation gibt es halt einen Spannungsbogen im Verlauf der Meditation, wie bei einer schönen Geschichte, bei einer runden Geschichte, wie bei einem runden Film, dort gibt es einen Spannungsbogen. So ist auch die Meditation, zu der man sich hinsetzt, ist auch eine spannende Geschichte, die da abläuft, ein spannendes Ereignis, wo man sich hinsetzt, das läuft langsam an. Dann kommt das zum Höhepunkt und dann gibt es eine Erlösung und so ist eine gute Meditation aufgebaut, im Sinne des Kriya Yoga. So hat das auch Yogananda beschrieben.
Er hat es nicht so als Spannungsbogen bezeichnet, zumindest ist mir das nicht so aufgefallen oder kann ich mich nicht erinnern daran. Ich nenn es jetzt mal Spannungsbogen. Ich habe ja auch Germanistik studiert und dort war das eben ein Kennzeichen einer guten Geschichte, der Spannungsbogen, ich meine, das hört man ja überall, auch bei Podcasts, Podcasts müssten auch einen Spannungsbogen haben, jeder Film hat einen Spannungsbogen, jede gute Geschichte soll einen Spannungsbogen haben. Alles Mögliche kann man aufmöbeln mit Spannungsbogen, auch eine Werbesendung, sollte ein Spannungsbogen haben.
Gut. Und die Meditation, was wundert es. Es ist ja überall das Gleiche, oben ist wie unten. Heraklit hat das schon gesagt, oder Hermes Trismegistos, oder wie der heißt, der hat auch schon von oben und unten gesprochen. Wie es überall in der Welt ist, Spannungsbogen, so ist das bei der Meditation auch sinnvoll.
Aber wie sieht der Spannungsbogen bei der Kriya Yoga Meditation aus? Das sieht man beim Verlauf der Meditation wie sie Yogananda, der Großmeister des Kriya Yoga gelehrt hat, dass man zuerst anfängt mit vorbereitenden Übungen und das ist bei der SRF, bei Kriya Yoga ist das Hong Sau, also eine Atemberuhigung, eine Atemkonzentration, Konzentrationsübung, da werde ich auch noch einmal eine Sendung dazu machen (Folge 40), wo ich dann auch diese Hong Sau Übung erkläre. Die ist auch im Internet greifbar zumindest auf Englisch und eigentlich gehört es zum Wissen, was bei der SRF vermittelt wird, also jeder, der das genauer erlernen will, dem ist herzlich empfohlen, sich die Lehrbriefe von der SRF kommen zu lassen.
Aber das ist jetzt auch schon Allgemeinwissen oder Allgemeingut. Also bei der SRF haben die bestimmte Schwerpunkte, besondere didaktische Kniffe und Maschen und eine breite Erklärung darum. Das ist natürlich dort immer noch einzigartig. Aber so die Grundpfeiler, die Grundvorgänge der Übung die Grundanweisungen, die kann ich auch schon jetzt öffentlich machen. Das ist nichts Besonderes,
Aber jetzt geht es ja darum, den Spannungsbogen etwas zu charakterisieren in der Kriya Yoga Meditation. Also es beginnt eben mit dem Hong Sau, d.h. Atembeobachtung und das habe ich ja auch in einer eigenen Folge, Podcast Folge (#54) auch als Pratishtha bezeichnet. Also Pratishtha ist die Hinführung, das ist die Einleitung, das ist das Spannungsaufbau, man beginnt sich zu konzentrieren mit dem Hong Sau und bei meiner Kriya Yoga Einweihung sage ich auch: Man kann auch andere Methoden nutzen, um sich selbst zu beruhigen, man kann auch die Mantra Meditation von Yogani, die in der Lektion 13 gut beschrieben ist, und in verschiedenen Lektionen dann noch einiges dazu gesagt wird. Die kann man genauso nutzen, um das Pratishtha, also das Aufrichten der Meditation zu erreichen, um konzentrierter zu werden.
Das ist die Hinführung, dann kommt es zum Höhepunkt. Das sind die Kriya Techniken. Da sollte man eben nicht verschiedene Techniken machen. Es gibt verschiedene potente Kriya Techniken, die wendet man an und die wendet man in gewisser Reihenfolge an. Da passt einiges dazu, man sollte auf jeden Fall nicht irgendwelche Kriya Techniken, auch wenn da einige im Angebot sind, so plump aneinander rein und jetzt mache ich dann das und das und dann habe ich das abgehakt und habe ich mein Pensum erfüllt.
Nein. Man sollte jede Kriya-Technik, weil jede Kriya Technik auch potent ist, jede Kriya-Technik dann auch abfedern dadurch, dass man danach wieder zurückfällt, in die Rückfalltechnik, also wenn man Hong Sau gemacht hat, dann macht man nach der Kriya Technik auch wieder Hong Sau und dann federt man das ab, um zu erkennen, was jetzt die Kriya Technik bewirkt hat. Nämlich an dem, was sie bewirkt, kann man dann erkennen, wie man sie gemacht hat, ob man sie konzentriert gemacht hat, was sie vermittelt, ob man vielleicht auch unkonzentriert war und dann irgendwelche Inkrustationen hervorgerufen hat, also Verkrustungen der Energiebahnen.
Darauf muss man achten, denn wenn man da das hervorgerufen hat und dann noch einmal die nächste Technik draufsetzt, dann kann die auch nur wieder Verkrustungen hervorrufen und danach hat man einen … Es ist halt schwierig zu beschreiben, das ist eine Verkrustung, mentale Verkrustung, spirituelle Verkrustung, dass man halt beim nächsten Mal, wenn man sich wieder hinsetzt, dann nicht mehr so tief reinkommt, nicht mehr so locker reinkommt, dass die Hong Sau-Übung oder was man als Vorbereitung nimmt für die Kriya Techniken, das hat auch die Tendenz, diese Verkrustungen wieder abzubauen.
Aber manchmal sind diese Verkrustungen so stark, dass man die Lust verliert, da weiterzumachen, dann ist es auch ganz angebracht manchmal ein bisschen Hong Sau zu üben und wenn man merkt, da ist so viel Verkrustung da, so viel Zeit habe ich gar nicht, das abzubauen. Dann macht man ein bisschen dieses Hong Sau und dann hört man auf. Dann hat man eben den Spannungsbogen nicht durchgezogen. Dann kommt nach der Einleitung gleich der Schluss. Dann geht man in die äußere Aktivität, was ja genauso zur spirituellen Praxis gehört, im Verständnis des Kriya Yoga und da bauen sich diese Verkrustungen dann wieder ab.
Wenn man sich dann nach einem Tag wieder hinsetzt, einen Tag dann weniger getan hat. Dann wird man sehen, dass man viel leichter wieder reinkommt, vorausgesetzt man hat schon diese Gewohnheit sich angeeignet, dass das Innere sich schon freut auf diese spirituellen Energien und im Grunde ist es ein Durchleiten der Energien durch den Körper, was man da erreicht. Der Körper ist dann auch gewohnt, dass diese Energie durchgeleitet wird und der ist dann richtig begierig darauf, das wieder zu haben. Das ist wie bei jeder anderen Sucht, in die man vielleicht hineinschlittert.
So wird das auch mal eine positive Sucht, solche Meditationen durchzuführen, weil der Körper das gewohnt ist und sich daran erfreut, daran aufrichtet und das dann haben will. Das muss man sich aber mit Disziplin und Konsequenz auch nicht nur „auch“, sondern das muss man sich aneignen. Das geht nicht ohne Disziplin. Wenn man es dann geschafft hat, dann wird es ein Selbstläufer.
Das ist wie in der Chemie auch mit diesen Katalysatoren. Also Katalysatoren, das sind vielleicht die Katalysatoren für die richtige Meditation, sind vielleicht diese geführten Meditationen oder sonstige meditative Zustände. Aber dann geht es halt erst richtig los, wenn man beim Kriya Yoga oder vergleichbaren Techniken (soll es ja geben, ist man noch nicht untergekommen). Aber die gibt es wahrscheinlich Ähnlichkeiten, die die gleichen Prinzipien wahrscheinlich erfüllen, aber ein bisschen anders gestrickt sind, anders heißen.
Aber beim Kriya Yoga beginnt man eben mit dem Pratishtha, dem Aufrichten der Meditation in Form von Hong-Sau, möglicherweise auch der OM-Meditation, das ist auch das, was bei der SRF, also bei der Self-Realization Fellowship, der Organisation von Yogananda vorbereitend für die eigentlichen Kriya-Techniken erst einmal eine gewisse Zeit lang, halbes Jahr, ganzes Jahr, gelehrt wird. Und dann kommen erst die Kriya-Techniken.
Bei der ersten Einweihung werden verschiedene vorgestellt und solange man noch nicht tief drin ist, solange noch nicht so viel Energie am Fließen ist, ist es vielleicht auch notwendig mal ein, zwei Kriya-Techniken aneinanderzureihen. Es gibt kongruente Kriya-Techniken, zum Beispiel das Kriya-Pranayama und das Yoni-Mudra. Yoni-Mudra kann man zum Abschluss jeder anderen Kriya-Technik nehmen.
Aber sonst … verschiedene Kriya-Techniken wie Mahamudra und das Kriya-Pranayama hintereinander zu machen, das ist schon sehr gewagt, wenn man da ein bisschen weiter ist und die Energie da losschlagen kann mit diesen Kriya-Techniken. Dann reicht es vollkommen aus, eine dieser Techniken zu machen, die abzuschließen mit Yoni-Mudra und dann geht man in das Visarjan, das Abbauen der Techniken, das langsame abbauen. Und beim Visarjan ist entsprechend dem Pratishtha, also dem Aufbau, ist es auch wieder das Hong-Sau.
Nach den Kriya-Techniken wird man … also wenn man vorher versucht hat, konzentriert zu werden, dann wird man danach merken, dass man wieder die Konzentration durch die Kriya-Techniken verloren hat.
Denn die Anwendung der Kriya-Techniken sind meistens mentale Übungen mit dem Atem verbunden, teilweise auch Bewegungen und da wird dann auch das Blut, der Atem wird aufgewühlt und damit wird auch der Geist aufgewühlt und die bringt man dann sinnvollerweise wieder zurück und versucht noch einmal tiefer reinzukommen, versucht noch einmal die Stille zu erreichen, die man vorher hatte und dann noch tiefer.
Wenn man es richtig gemacht hat mit den Kriya-Yoga-Techniken, dann schafft man das auch. Das ist auch ein Hinweis darauf, ob man das wirklich sinnvoll angewendet hat, die Kriya Yoga Techniken. Denn dazu sind sie da, uns zu noch einer tieferen Ebene der spirituellen Erfahrung zu verhelfen, noch mehr Energieerfahrung, noch mehr Energie losschlagen, wie ich das immer nenne.
Es wird Energie losgeschlagen. Die versucht man dann aufzunehmen und damit noch tiefer hineinzugehen, vor allem mit Konzentration auf das dritte Auge. Das dritte Auge sehen, dann vielleicht noch Kechari Mudra dazu anwendend. Da ist die Ansage von Yogananda: 15 Minuten mindestens sollte man noch sitzen, noch tiefer reinzukommen und dann, ja man versucht noch tiefer reinzukommen und dann lässt man das …
Das ist auch eine Kraftanstrengung, eine mentale, eine spirituelle Kraftanstrengung und dann ist man spirituell und mental erschöpft und dann merkt man das. Also das ist ein richtiges Auspowern spirituell. Wenn man das dann hinter sich hat.
Nach den Kriya-Techniken kann es noch einmal einen Höhepunkt geben. Erst mal sind die Kriya-Techniken ein Höhepunkt und ein zweiter Höhepunkt, der kommt, wenn man halt das wirklich schafft, mit der Energie, die man mit den Kriya-Techniken losgeschlagen hat, noch tiefer reinzugehen und dann kann es sein, dass einen die Energie mitnimmt und einen richtig in andere Ebenen entführt und wenn das so weit kommt, dann sind 15 Minuten nicht ausreichend für das Nachsitzen nach den Kriya Yoga Techniken.
Das ist eigentlich das Ziel auch des Kriya-Yoga, dass man nach den Kriya Techniken noch tiefer reinkommt und dann kann man sich glücklich schätzen und auch sagen, ich habe das richtig gemacht. Wenn man jetzt nur die Kriya Techniken anwendet, dann ist auch die Energie schon losgeschlagen und manchmal mache ich das auch, dass ich danach, dann unmittelbar aufstehe, weil irgendwelche terminlichen Vorgaben da sind, wo ich eben nicht länger sitzen kann, was für mich eigentlich immer schade ist, was ich immer bedauere.
Aber manchmal geht es leider nicht anders und gerade, wo wir jetzt umbauen, dann kommen die Handwerker dann um 8 Uhr und meistens zieht sich das doch immer ein bisschen hinaus, bei mir, weil ich das lange vorbereite, diese Kriya-Techniken. Das zieht sich manchmal eine Stunde oder noch länger, um das vorzubereiten. Dann mache ich die Kriya Techniken. Dann werde ich gerade fertig, dann klingelt es schon und meine Eltern sind jetzt leider nicht mehr so fit, dass sie irgendetwas Größeres verarzten können, wenn ein Handwerker irgendwie sagt, er ist jetzt da und möchte irgendwas machen.
Dann muss man die anweisen und dann muss sich aufstehen und muss dann dazwischen rein was machen und auch sprechen. Wenn ich das vor den Kriya-Techniken mit Abschluss von Yoni Mudra mache oder ohne Abschluss von Yoni Mudra. Dann ist eigentlich vorbei, dann brauche ich mich gar nicht mehr hinsetzen, weil dann sind auch Inkrustationen da. Dann ist es schwierig, noch einmal etwas herauszuholen und dann muss man eigentlich warten mindestens einen Tag, um dann wieder tiefer in die Meditation hineinzukönnen.
Wenn ich aber die Kriya-Techniken schon gemacht habe, und dann mit Yoni Mudra noch versiegelt habe. Versiegeln in dem Sinne, ich sage immer: ein Einbrennen, ein Einfrieren des spirituellen Zustandes, den man ereicht hat durch die Kriya-Techniken, dann kann man eigentlich fast unmittelbar nach den Kriya-Techniken aufstehen, ohne dass es einem viel ausmacht. Nachteil ist natürlich, dann kann man den zweiten Höhepunkt nicht mehr erreichen.
Ich setze mich dann meistens schon noch mal hin, wenn ich dann nach fünf oder zehn Minuten alles geregelt habe, dann setze ich mich noch einmal hin und versuche noch einmal die Energie nachzuspüren und noch einmal ein bisschen die Energie noch zu verwerten, aber so tief reinkommen, das ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Aber dann ist zumindest keine Inkrustation damit verbunden. Sondern wenn man die Kriya-Techniken wirklich gemacht hat, richtig gut gemacht hat, wenn die gut gelaufen sind, dann auch ohne ein Nachsitzen … Also ein bisschen Nachsitzen sollte immer da sein oder meistens sehnt sich der Körper auch danach. Aber manchmal geht es auch nicht anders.
Aber wenn ich einen ganzen Tag dann unterwegs bin, nicht zur Ruhe komme, nicht mich hinsetzen kann und nachspüren … Ich spüre dann schon diese Getragenheit durch die Energie der Kriya-Techniken. Das spüre ich den ganzen Tag. Aber wenn ich mich dann abends, ich setze mich abends zwar nicht lange hin, aber ich setze mich grundsätzlich abends noch mal vor dem Zubettgehen hin und dann spüre ich meist, dass dort sehr viel Energie noch durch mich durchrauscht, den ganzen Tag durchgerauscht ist.
Manchmal kommt es mir so vor, als hätte die Energie die ganze Zeit auf mich gewartet, darauf, dass ich sie noch ein bisschen verarzte oder ein bisschen noch was damit mache und dann abends kommt es manchmal vor, dass ich dann erst merke: Ach, da bin ich so tief hineingekommen, weil manchmal ist es ja gerade, weil man weiß, man hat jetzt einen Termin, dann strenge ich mich doch noch einmal besonders an, dann vertrödle ich auch nicht so viel Zeit vorher, weil ich manchmal zu lange hinauszögere.
Diese Kriya-Techniken, wo ich nicht zu Potte komme und wenn ich weiß, da komme jetzt jemand und ich habe mir auch den Wecker gestellt, dann erlebe ich da manchmal, dass ich das sehr viel Energie losschlage, aber dann leider manchmal eben erst abends dazukomme, mich dem noch einmal zuzuwenden.
Aber manchmal glückt es auch oder manchmal ist es auch so, dass ich irgendwie durch bestimmte Zustände, z.B. wenn der Handwerker doch nicht zu der Zeit, wo er eigentlich geplant wäre und dann habe ich noch eine Stunde oder manchmal auch zwei Stunden, wirklich mich reinzuhängen in die Energie und dann kommen oft richtig tiefe … noch einmal ein richtig hoher Höhepunkt noch dazu.
Ja, so spielt das Leben. Wenn man mal wirklich erkannt hat, worum es im Leben geht, was eine richtige Meditation dazu beiträgt, welche Funktion die Meditation hat, dann wird man sein ganzes Leben ganz automatisch um die Meditation herumbauen und nicht andersrum. Dass man die Meditation immer zwischen rein mal reinschicken oder rein reinquetschen. Sondern wenn man mal die Umnachtung, die Hypnose, in der sich die Menschheit befindet, entlassen hat, dann muss für einen normal für einen rational denkenden Menschen, muss die Meditation im Mittelpunkt stehen, geht gar nicht anders.
Also wenn für jemanden die Meditation nicht im Mittelpunkt steht, außer er ist schon soweit, dass er eben den meditativen Zustand, den der Normalbürger nicht einmal in einer Meditation erreicht, wenn den jemand ständig hat, dann braucht er natürlich nicht zu meditieren. Aber für uns Normalos, die noch einen weiten Weg vor sich haben, wir müssen solange regelmäßig meditieren, bis wir das geschafft haben, dass wir diesen meditativen, tiefspirituellen Zustand der inneren Ruhe, des Erleuchtetseins, des inneren Friedens, wenn wir den erreicht haben, ständig, auch wenn wir äußerlich was machen, dann kann man sagen: Ja. ich meditiere während der Arbeit.
Das ist dann das, was Yogani als „Stille im Handeln“ bezeichnet, das ist eigentlich Samadhi im Handeln, das ist Nirvikalpa Samadhi, also der Samadhi, den man auch im täglichen Leben, was immer man tut, beibehalten kann. Und das andere, was wir so uns anstrengen beim Kriya Yoga, für die Normallos im Kriya Yoga, nicht die Überflieger, die natürlich in früheren Leben das vorbereitet haben müssen, um das in diesem Leben machen zu können. Da gibt es aber nicht so viele, wie es scheint aufgrund der Behauptungen von vielen von eigenem Erleuchtetsein: Da gibt es eben nicht so viele und man kann, wenn man selber auf dem Weg ist, dann wird man auch mit der Zeit herausfinden, welche Kriterien gegeben sein müssen, dass jemand wirklich erleuchtet ist.
Dann kann man viel Spreu vom Weizen trennen und für uns Normalos, wenn jemand mit Spannungsbogen, sagen wir mal meditiert, Kriya Yoga Meditation macht, dann ist das auch schon ein Zeichen, dass er ziemlich weit fortgeschritten ist. Das muss jetzt dann nicht heißen, dass er im Äußeren, in der äußeren Welt irgendwie gut angesehen ist oder große Erfolge feiert. Die Erfolge des Kriya Yogas sind die inneren Erfolge für einen Selbst. Denn zuerst muss man sich selbst erlösen und solange man sich nicht selbst erlöst hat, braucht man auch gar nicht auf die Welt zugehen oder sich selbst auf die Welt zulassen oder die Welt beglücken wollen mit der eigenen Einbildung …
Also es steht so, ein paar Seiten in „The Magic Presence“, „Die Magische Gegenswart“, wo Nada, diese Meisterin Nada, sagt einige Seiten lang, was eigentlich unsere Aufgabe ist und dabei steht im Vordergrund, dass wir die eigene Beziehung zu unserem Göttlichen, das ist das, was wir herstellen müssen und nicht in der Welt irgendetwas reißen oder verändern wollen.
Alles, was in der Welt ist, ist da, um den Menschen, also das wird von höchster Stelle extra für die Leute erschaffen oder das ist alles da, um die Leute aufzuwecken und nicht, dass wir jetzt … Gut, man kann sich es natürlich einfach machen, es hat gewisse Vorteile, wenn man eben materiell ausreichend versorgt ist, dann hat man auch mehr Zeit für spirituelle Übungen, aber das ganze Tohuwabohu, was auf dieser Welt immer noch ist, das ist eben da, weil die Leute noch daraus lernen müssen.
Das muss wahrscheinlich da sein. Davon kann man ausgehen, dass es da sein muss für gewisse Leute, damit die sich damit abrackern und damit ihre Erfahrungen machen. Das ist ja sowieso nicht so, wird nicht so heiß gegessen, wie es aussieht, wenn man es mal erkannt hat, was das Leben wirklich ist, was Leben, Tod und dergleichen ist.
Dann weiß man, dass jedes Menschen Hauptaufgabe darin liegt, an sich selbst zu arbeiten, gut, solange man nicht die Erkenntnis hat, dass dies eine Hauptaufgabe ist, schlägt man sich gerne mal die Köpfe ein und irgendwann kommt man dann drauf und dann lässt man den anderen sich die Köpfe einschlagen und konzentriert sich auf sich selbst.
Natürlich, kann man alles wieder angreifen, im richtigen Sinne verstanden ist es: Man ist ein angenehmer Erdenbürger, jedem wohlgesonnen, kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten: „Tue recht und scheue niemand.“ „Jeder soll nach seiner eigenen Facon glücklich werden.“
Das steht dann im Vordergrund und man kümmert sich um sich selbst, man schaut selbst, dass man spirituell weiterkommt und erst, wenn man alles mit Liebe tun kann … Das ist eigentlich ein Kriterium für Aktivität in der äußeren Welt. Wenn man sich selbst soweit beherrscht hat, soweit unter Kontrolle gebracht hat, dass man alles mit Liebe tun kann, dann kann man sich auch im Äußeren engagieren.
Dann kann man natürlich gleichzeitig noch den Kriya Yoga, die spirituellen Übungen machen, weil man ist dann noch nicht der Erleuchtete, sondern, dann ist es manchmal auch nötig, um Herausforderungen für die spirituelle Entwicklung zu schaffen, also das geht dann auch miteinander einher: Also äußere Herausforderungen und innere Herausforderungen, dann versucht man mit einer spirituellen Weiterentwicklung, mit der spirituellen Kraft, die man durch die spirituellen Übungen gewinnt, dann auch Standfestigkeit und auch Einsichten zu gewinnen, um in der äußeren Welt dann positiv zu wirken,
im Sinne des Göttlichen, was man dann aus der eigenen …, aus der eigenen Intuition herausgeholt hat. So kann man dann in der Welt aktiv werden und gleichzeitig noch seine Übungen machen und es ergänzt sich und befruchtet sich gegenseitig dann: Herausforderungen in der äußeren Welt spornen zu Höchstleistungen bei spirituellen Übungen an und so soll es ja auch sein, dass man das, was man mit Meditation, mit Kriya Yoga erlernt, dann auch fruchtbringend letztendlich für die Welt, für die Entwicklung der Welt, für das Weiterkommen in der Welt dann einbringt.
Aber wie gesagt, zuerst steht die Arbeit an sich selbst. Dazu führt man ein zurückgezogenes Leben, lässt die Welt Welt sein, versucht positiv einzuwirken, aber zuerst an sich zu arbeiten. Denn wer sich selbst erlöst, der erlöst mehr von der Welt, als derjenige, der mit unausgegorenen Gedanken, unausgegorenen Gefühlen versucht, in der Welt irgendetwas zu verändern.
Um dahin zu kommen, mit Liebe in der Welt wirken zu können, ist eine Meditation mit Spannungsbogen, wo man eben Pratishtha hat, Pratishtha das Aufrichten der Statur des Individuums, der Chakren, der Energie, der Konzentration, die versucht man aufzurichten. Dann geht man konzentriert in die Kriya Techniken hinein. Das ist der erste Höhepunkt und danach federt man diese Kriya Übungen ab, die auch aus mehreren bestehen können.
Aber das ist wie gesagt erst mal eine Haupt-Kriya Technik und Yoni Mudra und danach versucht man das noch einmal abzufedern mit Visarjan, also dem Abbau der Techniken oder Abbau der Meditation eigentlich, aber man versucht auch noch einmal konzentriert die Energie aufzunehmen und in die Tiefe damit zu gehen und wenn man dann die Energie richtig aufnehmen kann, das ist dann wie Wellenreiten. Ja, dann nimmt man das auf und reitet noch einmal die Welle und dann gibt es möglicherweise noch einmal einen zweiten Höhepunkt.
Der zweite Höhepunkt ist dann zu Ende, wenn man dann richtig ausgepowerd ist, spirituell. Aber seine spirituelle Kraft, seine mentale Kraft hat man ausgepowerd und dann sitzt man da und erholt sich noch einmal ein bisschen, regeneriert sich dann von dieser Anstrengung und dann ist die Kriya Yoga Meditation nach dem zweiten Höhepunkt dann oft relativ schnell oder je nachdem, wieviel Zeit man noch hat, kann man auch länger noch sitzen und das langsam über spirituelles Lesen dann noch oder überhaupt über das Lesen dann noch abbauen, ohne sich zu bewegen.
Manchmal muss man auch schneller heraus. Aber damit ist dann dieser Spannungsbogen von Einleitung, Pratishtha, Kriya Techniken, Visarjan, Abbau und je nachdem zweiter Höhepunkt und Abbau oder auch gleich nach dem einmaligen Höhepunkt ein Abbau, das ist der Spannungsbogen einer sinnvollen Kriya Yoga Meditation, die jeder auch sinnvoll anwenden wird, der mal auf den Geschmack gekommen ist und erkannt hat, was alles möglich ist.
Ja, jetzt den Gesichtspunkt noch einmal: Das ist wirklich eine Anstrengung, die man verausgaben muss, um die Kriya Techniken zu meistern, um die richtig hinzubringen, um den zweiten Höhepunkt auch noch zu erreichen. Das ist auch eine Möglichkeit, den Kriya Yoga zu bezeichnen: Das ist ein mentales Fitnessprogramm oder spirituelles Fitnessprogramm. Man versucht, seine spirituellen Kräfte auf Vordermann zu bringen und da ist ein regelmäßiges Üben nötig.
Genauso wie wenn man seinen Kreislauf in Schwung bringen möchte oder irgendeine Sportart erlernen möchte oder irgendetwas anderes erlernen möchte, muss man sich immer wieder anstrengen und versuchen höhere Margen, höhere Latten zu reißen. Nichts anderes ist es beim Kriya Yoga, dass man da durch regelmäßiges Kommen an die eigene Grenze, die eigene Grenze immer weiter hinaus schiebt und damit auch die Kriya Techniken einmal besser, effektiver und kraftvoller durchziehen kann und so kommt man immer tiefer rein. Das ist etwas ganz Normales: wie oben, so unten ist überall dasselbe.
Beim Kriya Yoga oder beim Spirituellen allgemein ist es genauso: Man praktiziert sie, um Fertigkeiten darin zu erlangen, um Kraft, um Muskeln, um spirituelle Muskeln aufzubauen, mentale Muskeln, Brain muscles. So sei jetzt mal eine Kriya Yoga Meditation beschrieben mit der Eigenart dieses Spannungsverlaufs und das unterscheidet die Kriya Yoga Meditation eben von den vielen anderen Arten von Meditation, die genauso als Meditation bezeichnet werden.
Darum ist es, glaube ich, gut, wenn man da ein bisschen unterscheidet, damit man weiß, von was man redet, oder auch den Leuten sagen kann: Ja, da gibt es eben noch mehr als das, was ihr vielleicht in der geführten Meditation oder beim Arbeiten oder beim Spazierengehen als Meditation erfahrt. Das sei es jetzt zu diesenm Thema.
Hari, OM, TAT, SAT, ich wünsche euch alles Gute, ich hoffe ihr habt hier ein bisschen was für euch rausholen können. Ich hoffe, ihr schaut wieder vorbei, ihr abonniert den Kanal, kommentiert auch gerne, empfehlt ihn weiter und kommt vielleicht auch mal zur Kriya Yoga Einweihung, um das praktischer noch anzugehen und dann vielleicht auch mal euch auf den Weg zu begeben, vielleicht seid ihr ja schon auf dem Weg.
Dann könnt ihr auch gerne kommen, man kann ja die Kriya Yoga Einweihung auch gerne öfter durchführen. Und wenn es eine größere Veranstaltung ist, dann braucht man sowieso mehrere Helfer noch und das sind die schon Eingeweihten, die Kriyabans, das ist dann eigentlich deren Aufgabe, da mit zu helfen, auch die anderen in die Techniken einzuweisen.
Also bei Shibendu Lahiri war das immer so: Der hat zwar das mal vorgestellt, so vor allen. Aber dann in Kleingruppen haben sich dann die Kriyabans, also die schon Eingeweihten, die Neueinzuweihenden geschnappt und dann waren so 3, 4, 5 Leute um einen herum gesessen und die haben
selbstständig diese Techniken dann vermittelt.
Es war einmal gut, dass Kleingruppen da waren, die enger betreut werden konnten. Andererseits, wenn man natürlich jemanden gehabt hat, einen Kriyaban, der es nicht so ernst genommen hat, der selber noch nicht richtig durchgestiegen ist, dann war das natürlich auch nicht so förderlich.
Aber gut, das nur noch einmal ein kleiner Schlenker und ich wünsche euch alles Gute, Namaste!
Der heutige Song stammt wieder dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“
Der fünfte Song daraus:
Song:Oh Yogananda, Himalaya des Kriya stimmgewaltig
O Yogananda—Himalaya des Kriya,
ein stiller Strom der Weisheit.
Nicht für den Ruhm, nicht für den Lärm,
kamst du mit klarem Blick.
Du sprachst: „Prüf selbst, sei still, sei wach“—
und gabst selbst das strahlende Beispiel.
Atem wird tief,
Unruhe schwindet.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Mit deinem Buch öffnetest du ein Tor,
ein Funke gegen das Vergessen.
Und Menschen fanden Mut im Stillsein,
wo sie nur Lärm besessen.
Atem wird tiefer,
Wirbelsäule wird Straße
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Ost und West—kein Streit der Formen:
ein Herz, ein Ton, ein stilles Ja.
Wo Liebe übt, wird Grenze weich,
und Gott wird Gegenwart.
Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.
Der stille Strom bleibt—
im Atem, im Herzen, im Licht.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.