Zusammenfassung
In dieser Folge erklärst du, was Pratishtha und Visarjan ursprünglich in der hinduistischen Festpraxis bedeuten: Pratishtha als Aufrichten/Einweihen einer Götterstatue für eine Festzeit (z. B. Navaratri/Diwali) – und Visarjan als Rückführung/Versenken der Statue im Wasser, um deutlich zu machen, dass nicht das materielle Objekt, sondern das immaterielle Verehrungsprinzip gemeint ist.
Dann überträgst du diese Logik auf den Kriya Yoga in der dynastischen Lahiri-Linie (Shibendu Lahiri): Pratishtha/Visarjan sind dort Begriffe für das Aufrichten einer Technik (Aufsteigen durch die Chakren) und den Abbau (Rückstieg). Du erläuterst zusätzlich deine eigene, erweiterte Anwendung: Pratishtha als mentale Vorbereitung (Hong-Sau / Tiefe Meditation / passives Gewahrsein) und Visarjan als Nachbereitung/Integration nach den Kriya-Techniken. Als Leitbild nutzt du „fraktale“ Muster: auf höheren Ebenen wiederholt sich das Prinzip in feinerer Form – wie ein Bauplan, der sich wiederholt, aber verfeinert.
Strukturiertes Transkript
Pratishtha und Visarjan im Kriya Yoga – Aufrichten und Auflösen als spirituelle Praxis
Was steckt hinter diesen zwei Sanskrit-Begriffen, die in der dynastischen Linie von Shibendu Lahiri eine so besondere Rolle spielen?
Pratishtha und Visarjan: Ursprung in der hinduistischen Tradition
Die Begriffe Pratishtha und Visarjan stammen aus der klassischen hinduistischen Religionspraxis und bezeichnen zwei rituelle Handlungen, die vor allem bei großen Festlichkeiten wie Diwali, Navaratri oder Shivaratri eine zentrale Rolle spielen.
Pratishtha bedeutet das Errichten einer Götterstatue. Für die Festlichkeiten – meist an heiligen Orten, an Flüssen, Seen oder am Meer – wird eine Statue aus einem Holz- oder Drahtgerüst und Lehm kunstvoll modelliert, oft mannshoch oder überlebensgroß. Wochenlange Arbeit fließt in diese Darstellungen von Durga, Shiva, Kali und anderen Gottheiten. Während der Festtage wird die Statue mit Blumen und Girlanden geschmückt, mit Düften und Milch besprengt und von den Gläubigen mit ihren Opfergaben verehrt.
Visarjan bezeichnet das rituelle Versenken der Statue nach dem Ende der Festlichkeiten. Die Träger tragen die Statue in den Fluss, den See oder ins Meer – wo sie sich im Wasser auflöst. Sie „vergeht“ nicht einfach, sondern geht, so das traditionelle Verständnis, in eine höhere Sphäre über.
Die tiefe Weisheit dahinter
Shibendu Lahiri erklärte diesen Brauch als Ausdruck einer sehr klugen pädagogischen Strategie der alten Tradition: Das einfache Volk, das noch materialistisch ausgerichtet ist, braucht ein greifbares Hilfsmittel für seine Devotion – die Statue. Sie gibt der Verehrung eine Richtung. Nach dem Visarjan aber ist das materielle Objekt verschwunden, und die Gewohnheit der Verehrung muss sich ein immaterielles, höheres Ziel suchen. So werden die Menschen schrittweise dazu geführt, ihre Anbetung zu vergeistigen.
Ein ähnliches Prinzip findet sich übrigens auch im westlichen Katholizismus: Bei Fronleichnam-Prozessionen wurde die Marienstatue – im Rest des Jahres in der Kammer verwahrt – feierlich durch die Straßen getragen. Auch hier dient das materielle Bild als Brücke zum Immateriellen.
Pratishtha und Visarjan in der dynastischen Linie des Kriya Yoga
In der dynastischen Linie von Shibendu Lahiri – dem Ur-Enkel von Lahiri Mahasaya – werden diese Begriffe auf die Kriya-Yoga-Praxis selbst übertragen. Diese Begrifflichkeit ist, soweit mir bekannt, eine Besonderheit dieser Linie; andere Schulen kennen ähnliche Konzepte, verwenden aber eine andere Terminologie.
Die Bezeichnungen sollen von Lahiri Mahasaya selbst stammen und wurden von Generation zu Generation – Vater zu Sohn, Großvater zu Enkel – weitergegeben. Ich hatte das Glück, Shibendu Lahiri 2013 in Indien kennenzulernen und ihn von 2015 bis 2022 nach Deutschland einzuladen. Von ihm erhielt ich die Erlaubnis, den Kriya Yoga zu lehren.
Pratishtha als Aufrichten der Technik
Im Kontext der Kriya-Yoga-Techniken bezeichnet Pratishtha das Aufrichten der Technik – konkret: das Hochwandern der Aufmerksamkeit durch die Chakren der Wirbelsäule. Man beginnt im ersten Chakra (Muladhara) und steigt auf über Swadhisthana, Manipura, Anahata, Vishuddha bis zum Ajna-Chakra, dem dritten Auge. Dieses Aufsteigen kann mit dem Atem verbunden sein oder ohne Atem erfolgen. Oben angekommen, wird die eigentliche Kriya-Technik ausgeführt.
Visarjan als Abbau der Technik
Visarjan ist das anschließende Rückwandern – vom sechsten Chakra zurück zum ersten. Die Technik wird damit symbolisch „abgebaut“ und aufgelöst. Je nach Technik wiederholt sich dieser Zyklus mehrfach. Beim Mahamudra etwa, das aus drei Runden mit je drei verschiedenen Bewegungen besteht, ergibt sich so neunmaliges Pratishtha und Visarjan in einer einzigen Sitzung.
Das fraktale Prinzip im Kriya Yoga
Was mich an diesem System besonders fasziniert, ist ein Muster, das ich als fraktales Prinzip beschreiben würde – angelehnt an die fraktale Geometrie der Natur, in der sich dieselbe Grundform auf unterschiedlichen Maßstabsebenen wiederholt: im Blatt wie im Ast wie im Baum.
Im Kriya-Yoga-System der dynastischen Linie beobachte ich etwas Ähnliches: Dieselbe Struktur – Aufrichten, Praxis, Abbauen – kehrt auf jeder Ebene wieder, von der einzelnen Technik bis zur gesamten Sitzung. Dabei kehrt sich jedoch das Naturprinzip um: In der Natur wachsen die Formen vom Kleinen zum Großen. Im Kriya Yoga gehen wir vom Großen zum Kleinen – zurück zum Ursprung. Das ist kein Zufall, sondern ein tiefer Hinweis auf die Richtung dieser Praxis: Rückkehr zur Quelle.
Die drei Ebenen von Pratishtha und Visarjan in meiner Praxis
In meinem eigenen System – dem Kashi Kriya Yoga, das ich aus der dynastischen Linie heraus weiterentwickelt habe (als Nicht-Familienmitglied bin ich nicht an die dynastische Weitergabe gebunden) – verwende ich Pratishtha und Visarjan auf drei Ebenen:
1. Pratishtha als Hinführung zur Praxis
Vor den eigentlichen Kriya-Techniken steht eine Phase der Vorbereitung: Geist und Atem beruhigen, die Konzentration sammeln. Diese Phase nenne ich ebenfalls Pratishtha – das Aufrichten des Bewusstseins für die Praxis. Als Meditationstechnik kommen dabei in Frage:
- Hong-Sau (nach Paramahansa Yogananda / SRF)
- Tiefe Meditation (nach Yogani / AYP)
- Passives Gewahrsein mit Konzentration auf das dritte Auge (buddhistische Tradition)
Ich persönlich lege auf diese Vorbereitungsphase großen Wert und gehe dabei bewusst langsam vor. Hong-Sau ist für mich – auch aus dem Gewohnheitsmäßigen heraus – die Methode, mit der man am tiefsten in die Stille gelangt.
2. Pratishtha und Visarjan innerhalb jeder Technik
Das Hoch- und Rückwandern durch die Chakren, wie oben beschrieben.
3. Visarjan als Nachbereitung der Sitzung
Nach Abschluss aller Kriya-Techniken folgt die Nachbereitung: Man kehrt in die stille Meditation zurück. Die Kriya-Techniken setzen oft erhebliche Energie frei – das Bewusstsein gerät dadurch in Bewegung. In dieser Phase kehrt man zur Rückfalltechnik zurück (Hong-Sau, Tiefe Meditation oder Gewahrsein) und lässt die freigesetzte Energie zur Ruhe kommen und sich integrieren.
Paramahansa Yogananda empfahl stets: zuerst Hong-Sau als Vorbereitung, dann die Kriya-Techniken, danach mindestens 15 Minuten still sitzen bleiben. Dieser Dreiklang – Vorbereitung, Hauptpraxis, Nachbereitung – entspricht genau dem Spannungsbogen, den ich mit Pratishtha und Visarjan beschreibe.
Fazit: Jede Kriya-Sitzung als vollständiger Bogen
Wer sich einfach hinsetzt und „drauflosmeditiert“, ohne Vorbereitung und Nachbereitung, gleicht einem Plätschern ohne Richtung. Der Spannungsbogen, den Pratishtha und Visarjan der Sitzung geben, ist ein wesentlicher Bestandteil einer effizienten Kriya-Yoga-Praxis.
Jede Kriya-Yoga-Sitzung hat damit eine klare Dramaturgie:
- Pratishtha – Hinführung, Beruhigung von Geist und Atem
- Hauptteil – die eigentlichen Kriya-Techniken mit ihrem jeweiligen Pratishtha und Visarjan
- Visarjan – stille Nachbereitung, Integration der freigesetzten Energie
Die Schönheit dieser Struktur liegt darin, dass sie auf jeder Ebene dieselbe Intelligenz trägt – fraktal, selbstähnlich und auf den Ursprung ausgerichtet.
Hari OM Tat Sat – Namaste
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Dieser Artikel basiert auf Folge [Nr. einfügen] des Kriya Yoga Podcast Deutsch. Abonniere den Podcast auf Spotify, Spreaker oder SoundCloud – und den YouTube-Kanal @BerndProkop.
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Leicht überarbeitetes Transkript
Hallo, liebe Freunde des Kriya Yoga. Jetzt wieder der Kriya Yoga Acharya Bernd Prokop, der hier sein sicher begrenztes Wissen zum Besten gibt. Aber heute geht es um die Frage: Was ist die Rolle von Pratishtha und Visarjan beim Kriya Yoga.
Pratishtha und Visarjan ist etwas, was ich nur bei Shibendu Lahiri, also in der dynastischen Linie kennengelernt habe. Das ist also, glaube ich, dort wirklich etwas Besonderes in der Begrifflichkeit. Bei anderen gibt es Ähnliches, aber dort wird diese Begrifflichkeit nicht verwandt. Aber was ist Pratishtha und Visarjan überhaupt?
Also Pratishtha und Visarjan sind Terminologien oder Begriffe aus der normalen, hinduistischen religiösen Praxis. Pratishtha bedeutet, das Aufrichten einer Götterstatue für eine Festlichkeit.
In Indien gibt es ja sehr viele Festlichkeiten, Diwali, Navratri, Shivaratri und noch diverse andere und die dauern ja meist einige Tage und vor allen Dingen an den Pilgerstätten, an den heiligen Orten, die meist an Gewässern liegen, entweder an Flüssen oder an Seen oder am Meer. Da wird für Verehrungszwecke eine Statue aufgerichtet. Es gibt in Indien unzählige, so heißt es ja, sehr viele Götter. An verschiedenen Orten gibt es an verschiedene besondere Götter und die werden dann zu diesen Festlichkeiten verehrt und um die in Prozessionen herumführen zu können.
In Europa gibt es ja auch oder gab es, vor allen Dingen im Katholizismus gab es Prozessionen, da bin ich auch mitgegangen. Da wurde die Göttergestalt, also Maria bei Fronleichnam kann ich mich erinnern, die wurde dann immer wieder herausgeholt, die wurde dann während des Jahres, in irgendeiner Kammer abgestellt. Sie war auch mannsgroß und dann wurde sie getragen von diesen Trägern, die Prozession entlang und den Rest des Jahres wieder abgestellt und wieder herausgeholt.
In Indien macht man das, also gibt es auch standfeste Statuen, aber zu diesen Festlichkeiten, was jetzt das Pratishtha betrifft, da werden eben speziell für die Festlichkeit dann bestimmte Götterstatuen so geformt aus … ja zuerst wird dazu meist so ein Drahtgerüst oder ein Holzgerüst gemacht, dann wird das mit Lehm geformt, um dann eine Götterstatue nachzubilden, wer immer das ist, jetzt Durga oder Shiva oder Kali …
Es gibt ja die Verschiedensten und da gibt es schöne Darstellungen auch. Die werden natürlich kunstvoll dann errichtet. Also da wird mehrere Tage, vielleicht Wochen sogar, daran gearbeitet, so eine Götterstatue aufzurichten, meist mannshoch oder überlebensgroß sogar und diese Götterstatue, das Errichten heißt Pratishtha, dann wird diese Götterstatue während der Festlichkeiten verehrt, wo die Leute dann, die werden mit Blumen, dann werden Girlanden herum gewickelt und die werden dann bespritzt mit irgendwelchen köstlichen Düften oder alles möglich oder Milch.
Bei Yoga Vidya kann man das auch mitmachen und nachvollziehen, was da alles gemacht wird mit Götterstatuen. Da gibt es für uns Westler etwas Befremdliches, vielleicht sogar. Auf jeden Fall wird diese Statue dann die Zeit der Festlichkeit, wie gesagt Shivaratri und Navratri dauern, glaube ich, eine Woche sogar und Diwali dann auch und dann gibt es ja noch verschiedene andere. Während dieser Zeit werden die halt verehrt, da kommen die Leute, bringen ihre Opfergaben dar.
Und danach, nach diesen Festlichkeiten wird diese Götterstatue nicht wie bei uns dann in die Kammer gestellt, um die im nächsten Jahr wieder herausholen zu können, um sich da die Mühe zu sparen, die wieder neu zu errichten.
Nein, die wird dann mit dem Prozess des Visarjan dann vernichtet … oder nicht vernichtet, sie geht in eine höhere Ebene, in eine höhere Sphäre über, so muss man sich das, glaube ich, besser vorstellen. Buchstäblich oder konkret wird diese Statue dann …
Die Träger, die sie dann tragen, die gehen damit in den Fluss oder ins Meer oder in den See und versenken diese Statue. Da sie auch aus Lehm ist und Holz, denke ich mal oder ich weiß nicht, was da alles genutzt wird. Auf jeden Fall löst sie sich dann auf und das ist das Visarjan.
Die Erklärung von Shibendu Lahiri, warum das gemacht wird, ist, dass das eine sehr kluge und weise Vorgehensweise ist, von denen, die diese Tradition eingerichtet haben. Diese Leute haben damit bezweckt, oder bezwcken damit, dass die Leute, das einfache Volk, das für ihre Verehrung, das Hilfsmittel einer Statue braucht.
Das einfache Volk ist noch materialistisch ausgerichtet, es schafft es nicht da die Entkoppelung herzustellen, so leicht und denen gibt man zur Hilfe eine Statue, damit sie ihre Devotion da eine Richtung geben können und da, wie Vieles im Religiösen nur ein Hilfsmittel ist und von irgendwelchen Kritikern dann verächtlich gemacht wird.
Aber das ist nur zum Zweck da, um dem einfachen Volk eine Hilfestellung zu geben, damit sie besser vorankommen auf den Weg des Religiösen und danach wird das eben dann aufgelöst, um dem Volk, den einfachen Menschen, dann klar zu machen:
Diese Statue selbst, die ihr verehrt habt die ganze Woche, das ist nicht das eigentliche Objekt der Verehrung, das eigentliche Objekt der Verehrung ist etwas Immaterielles, was danach aufgelöst wird oder das ist das, was eigentlich nicht sichtbar ist, nachdem die Statue untergegangen ist, aufgelöst ist und diese Verehrung bleibt ja da.
Aber dieses materielle Objekt, das ist verschwunden und dann muss sich diese Gewohnheit des Verehrens muss sich dann etwas eine höhere Form oder einen höheren Gegenstand der Anbetung suchen und das hilft den Leuten oder soll den Leuten helfen, da ihre Anbetung immer mehr zu vergeistigen.
Also das ist ein schöner Gesichtspunkt vom Hinduismus. Also im Hinduismus stecken sehr viele tiefe Weisheiten und hochspirituelle Traditionen. Ich sage immer: Indien ist das Land der spirituellen Hochtechnologie.
Das kommt vor allem in diesen verschiedenen Yoga Traditionen oder spirituellen Traditionen mit ihren spirituellen Übungen zum Tragen. Aber auch in diesen einfachen hinduistischen Traditionen kann man das auch feststellen, was ja von gerade von anderen Religionen dann, da wird immer herabgeblickt auf den Hinduismus mit den vielen Göttern.
Aber im richtigen Verständnis hat der Hinduismus nicht nur diese spirituellen Übungen, haben sehr vieles dem voraus, was in anderen Winkeln der Erde gemacht wird, vom spirituellen Gesichtspunkt her. Auch das normale Volk mit ihren religiösen Traditionen, das ist auch nicht schlecht daran erstens mal mit den vielen Geschichten, dann mit diesen tiefsinnigen Ramayana, Mahabharata und Bhagavad Gita und was es da alles gibt, nicht nur von der Menge her, unendlich, möchte ich fast sagen, mehr, als es da in anderen Kulturen so gibt für den suchenden Geist.
Nein, auch eben einfache Zeremonien sind sehr tiefgehend. Aber gut, wir sind ja beim Verhältnis von oder was, welche Rolle spielt, Visarjan und Pratishtha im Kriya Yoga.
Also jetzt abgesehen von diesem Aufrichten der Götterstatue und Versenken der Götterstatue gibt es beim Kriya Yoga in der dynastischen Linie von Shibendu Lahiri, also dem Ur-Enkel von Lahiri Mahasaya, den ich die Gelegenheit hatte, 2013 in Indien zu treffen und dann nach Deutschland einzuladen von 2015 an in Bad Meinberg bis 2022 und von dem ich da die Erlaubnis erhalten habe den Kriya Yoga zu lehren.
Bei dem gab es eben dieses Pratishtha und Visarjan in den Kriya Yoga Techniken. Da war es auch ein Aufrichten und ein Abbau und Versenken.
Bei Shibendu Lahiri oder in der dynastischen Linie, in der dynastischen Tradition von Vater zu Sohn etc. Es soll also von Lahiri Mahasaya selbst gekommen sein diese Bezeichnungen, weitergegeben über den Sohn, den Enkel und den Ur-Enkel dann an mich und andere natürlich auch.
Viele haben das wahrscheinlich gar nicht so registriert, welche Schönheit darin steckt, mit diesen Begriffen. Also ich habe das jetzt weiter übernommen, diese Begrifflichkeit des Pratishtha und Visarjan und ich verwende es noch weitgehender sogar als Shibendu Lahiri selbst in seinen Einweihungen.
Da ich nämlich gemerkt habe oder beim Durchlauf durch die verschiedenen höheren Einweihungen. Es gibt ja beim Kriya Yoga nach der dynastischen Linie gibt es fünf höhere Einweihungen und was ich da festgestellt habe, ist die besondere Schönheit und die Intelligenz, die darin steckt, dass da verschiedene Ebenen der Praxis festzustellen sind, zu erkennen sind, in denen auf einer höheren Ebene das, was auf einer niedrigeren Ebene der Praxis gemacht wurde, in gleicher Form auftritt, nur verkleinert, also und das hat mich an das Bild der fraktalen Geometrie erinnert.
Also dem Bild des Naturschaffens, das ja nach der fraktalen Geometrie seine Formen bildet also das Blatt oder der Baum, die Äste, die verzweigen sich, das ist so ein immer Neues, aber auch immer gleiches Muster, das einem fraktalen Bauplan entspricht, also dass die Form, die Grundform ist vorgegeben und die entwickelt sich im Wachstum der Pflanze, in den Verästelungen dann immer weiter, zuerst ist es klein und dann wird es größer und diese Art von Bauplan habe ich eben in diesen Kriya Yoga Techniken oder Kriya Yoga Einweihungen, die ja auch dann nur Techniken beinhalten, die man praktiziert, auch erkannt:
Dass man eben dort zuerst hingeführt wird auf einer äußeren Ebene des Praktizierens, etwas grobschlächtiger und was dann immer feiner wird. Aber das Muster, das ist dann klein und im Gegensatz zur Natur, wo das normalerweise im Wachstum begriffen ist, wo im Wachstum eine Erweiterung der Form mitkommt, also die Blätter sind zuerst klein und werden größer und die Verästelungen sind auch klein, dann werden sie größer und die Muster werden größer.
Das ist bei den Kriya Yoga Techniken in der dynastischen Linie umgekehrt. Das ist auch wieder ein schöner Hinweis auf das, was eigentlich geschieht mit diesen Kriya Yoga Techniken.
Man geht zum Ursprung zurück. Also von den großen Formen, kommt man zu den kleinen Formen und nähert sich damit dem Ursprung des Schaffens auf diese Weise. Gut, und dieses Pratishtha und Visarjan, das war jetzt die Erklärung, warum ich die noch weiter anwende.
Das Partishtha und Visarjan in der dynastischen Linie ist das Aufrichten der Technik und der Abbau der Techniken. Das Aufrichten der Techniken, der Kriya Yoga Techniken, das besteht in einem Hochwandern durch die Chakren.
Damit wird die Technik aufgerichtet. Also man beginnt im Sakralchakra, geht dann über das zweite Dritte also das Swadhisthana, dann Manipura, Anahatha, Vishudda und dann Ajna. Darüber wandert man hoch, also im Kriya Yoga kann man die auch ganz einfach erstes, zweites, drittes, viertes, fünftes, sechstes Chakra nennen. Das sechste Chakra das dritte Auge, da wandert man hoch und das ist das Aufrichten der Technik, das kann man mit dem Atem machen und auch ohne Atem und dann macht man normalerweise diese Kriya Technik.
Das ist das Aufrichten, man steigt hoch durch die Wirbelsäule, durch die Chakren macht die Kriya Technik dann oben mit Aufmerksamkeit oder von dort ausgehend zumindest. Das ist das Partishtha, das Aufrichten und das Visarjan, das Wiedereinreißen, das Abbauen das besteht einfach darin, dass man die Chakren wieder runterwandert, sechstes Chakra, fünftes, viertes, drittes, zweites, erstes und dann ist die Technik wieder abgebaut.
Das kommt mehrmals vor. Manche Techniken werden
Wiederholt drei, viermal, dann ist bei jedem Mal oder sogar noch öfter — eine Technik, das Mahamudra besteht ja aus drei Runden, also drei Runden mit drei verschiedenen Bewegungen, in jeder einzelnen Bewegung ist das Errichten, das Pratishtha und das Visarjan enthalten, darum ist es dann neunmal das Aufrichten und das Wiederabbauen (Visarjan), neunmal das Partishtha und das Visarjan.
Und weil ich eben da das Fraktale erkannt habe, insgesamt in diesem Einweihungssystem des Kriya Yoga, von der dynastischen Linie her, das ich für mich zugegebenermaßen wieder etwas abgewandelt habe, da ich ja nicht Familienangehöriger bin, der Shibendu Familie, Lahiri Familie, Shibendu ist der Vorname.
Es geht ja von Lahiri Mahasaya aus. Da ich nicht Mitglied der Familie bin, kann ich auch nicht ein Vertreter der dynastischen Linie sein und darum ist es ganz in Ordnung, wenn ich das so abwandle, wie ich meine, dass es eigentlich besser ist. Dazu habe ich aber auch schon einen Vortrag, einen Podcast gemacht und da wird das dann erklärt. Es gibt viel dazu zu sagen, aber das ist jetzt ein anderes Thema.
Wir sind jetzt beim Pratishtha und Visarjan.
Der zweite Aspekt von Pratishtha und Visarjan, den ich jetzt bei mir so nenne, in meinen Einweihungen oder in meinem System des Kriya Yoga, das ist, dass ich die Hinführung, dass man überhaupt dann bereit ist für das Machen des Kriya, der Kriya Techniken, das ist in meinem Verständnis auch ein Aufrichten, man richtet das Bewusstsein, die Energie so auf, dass die Kriya Yoga Technik am besten oder sinnvoll konzentriert angewandt werden kann.
Das ist eben auch ein Aufrichten, das ich auch Pratishtha nenne und dieses Pratishta geschieht mit einer Meditationstechnik, wobei zur Auswahl da ist, man kann von Yogani die Tiefe Meditation nehmen, man kann das Hong-Sau nehmen oder man kann das passive Gewahrsein, also eine buddhistische Technik, wo man sich aufs dritte Auge konzentriert und so Bewusstsein auf den Körper legt, das kann man auch nehmen.
Das sind Methoden, Meditationsmethoden, um den Geist zu beruhigen, um den Atem zu beruhigen und konzentrierter zu werden, damit man danach dann konzentriert die Kriya Techniken machen kann.
Also ich nenne eben diese Phase, des Heranführens des eigenen Bewusstseins an die Kriya Techniken, was länger oder kürzer sein kann bei den einzelnen Leuten, aber ich leg da bei mir persönlich sehr viel Wert drauf, dass ich das wirklich lange vorbereite.
Das ist bei mir auch ein Pratishtha, also Pratishtha als Form des Hinführens und dann das Aufrichten der Techniken ist auch ein Pratishtha.
Dann gibt es noch ein Visarjan, das Abbauen der Techniken und wenn man die Technik wieder abgebaut hat, im Kriya Yoga. Danach sollte man wieder meditieren. Man geht wieder in die Ruhe, in die Meditationstechnik, zurück in die bevorzugte, also bei der SRF, also in der Self-Realization Fellowship von Yogananda gegründet, die ja eigentlich der Hauptträger der Kriya Yoga Ausbreitung der Welt ist, definitiv, glaube ich, das kann man schon sagen.
Da ist es das Hong-Sau, also die Hong-Sau Technik, darum, weil ich das dort gelernt habe, ist es für mich auch gewohnheitsmäßig und auch, ich würde sagen, auch wenn Yogani etwas anderes sagt: Nach meinem Verständnis ist das Hong-Sau die Methode, mit der man am tiefsten reinkommt, aber gut, das muss jeder für sich entscheiden.
Es gibt da verschiedene Angebote, ich möglicherweise gewohnheitsmäßig bleibe bei Hong Sau für das Pratishtha, das Hinführen, zu den Kriya Techniken und wenn man dann die Kriya Techniken abgeschlossen hat, die je nachdem, wie viele Einweihungen man hat.
Einweihungen beim Kriya Yoga kurz, da gibt es auch einen Podcast, einen Vortrag dazu: Einweihung heißt eine neue Technik, eine potentere Technik, je nachdem wie viele Einweihungen man genossen hat, desto weiter, oder auch nach Gusto der Anwendung, man ist ja da frei, wie viel man dann anwendet, aber wenn man die höheren Einweihungen genossen hat, dann kann es sein, dass da mehrere Techniken zur Anwendung kommen, in dieser Phase der Anwendung der Kriya Techniken des Aufrichtens und des Abbauens oder weniger.
Und danach, wenn man die Kriya Techniken eben dann eingesetzt hat, was gar nicht so lange dauern muss, kann länger dauern, muss nicht vielleicht 15 Minuten, danach setzt man sich wieder hin, also diese Kriya Yoga Techniken sind manchmal auch mit Bewegungen verbunden und das Pratishtha ist in völliger Ruhe, also Pratishtha, Hinführung zu den Kriya Yoga Techniken und das Visarjan nach den Kriya Yoga Techniken, nachdem die Technik abgebaut, die letzte Technik abgebaut worden ist, geht es in das Visarjan der Yoga Praxis insgesamt, der einzelnen Sitzung.
Also jede Kriya Yoga Sitzung hat ein Pratishtha und ein Visarjan, Pratishtha am Anfang, Hinführung zu den Kriya Yoga Techniken, und ein Visarjan, ein Abbau der Kriya Yoga Techniken, was im Grunde ein Verarbeiten der Energie ist, ein Wieder-sich-Sammeln.
Mit dem Anwenden der Kriya Yoga Techniken, wird oft sehr viel Energie freigesetzt, das Bewusstsein gerät aufgrund dieses Energiedrucks dann auch wieder ins Wallen, dann nimmt man diese Energie halt auf und konzentriert sich wieder mit der Standardtechnik oder Rückfalltechnik, wie ich das auch sage, immer wenn man keine Kriya Yoga Technik anwendet, dann wendet man diese Rückfalltechnik, also entweder Hong-Sau, tiefe Meditation oder dieses Gewahrsein mit Konzentration auf das dritte Auge und Wesensbewusstsein, also auch im Körper, Gefühle und Gedanken an.
Das jetzt diese Erklärung von Pratishtha und Visarjan, um überhaupt mal diese Worte auch öfter ausgesprochen zu haben, das Pratishtha und Visarjan beim Kriya Yoga.
Dieses Fraktale, das Fraktale in dem Kriya Yoga, das habe ich halt einmal darin erkannt, dass die Techniken selber fraktal sind, deren Entwicklung von der ersten Einweihung bis zur letzten und dann ist halt die Kriya Praxis selber auch fraktal: Das Hinführen zur Kriya Praxis und dann das Aufrichten der einzelnen Technik und um das auszudrücken oder ja, um diese Schönheit vielleicht ein bisschen auch benennen zu können, habe ich das eben jetzt zweifach mit Pratishtha und Visarjan benannt.
Das ist eigentlich das, was ich heute sagen wollte zu diesen Ausdrücken, die wenn jemand in meine Einweihung kommt, für die meisten natürlich völlig fremd ist, weil sie es noch niemals gehört haben. Aber es sind eigentlich schöne Sachen, schöne Gegebenheiten, über die man ruhig mal aufklären kann. Vielleicht verbreitet sich ja dieses Verständnis dann auch mehr, dieses Pratishtha, das Pratishtha für die Meditation.
Es ist sinnvoll, jede Meditation, und jeder Meditation einen Spannungsbogen mitzugeben. Also sich jetzt nur hinzusetzen, das ist ein Plätschern, das nicht so effektiv ist. Beim Kriya Yoga ist dieser Spannungsbogen schon enthalten, weil man dort diese Kriya Techniken hat, die was Besonderes sind, sich unterscheiden vom normalen Meditieren.
Es ist aber unterschiedlich. Ich habe diese Schönheit oder dieses Heranführen, an diese Kriya Techniken, das wird auch bei Shibendu Lahiri oder in der dynastischen Linie, so wie das Shibendu Lahiri vermittelt hat, eben gar nicht so herausgearbeitet.
Das kommt bei Paramahansa Yogananda, dem Großmeister des Kriya Yoga, dem Träger und dem Beauftragten, den Kriya Yoga der breiten Masse zugänglich zu machen. Dort, bei Yogananda, kommt das schön zum Ausdruck, weil Yogananda immer darauf hinweist, dass man zuerst eben vorbereiten soll, diese Kriya Techniken durch Hong-Sau und auch die OM-Meditation in der SRF und danach soll man mindestens 15 Minuten sitzen bleiben.
Das sind wichtige Aspekte überhaupt jeder Meditation oder manche haben ja gar nicht diesen Spannungsbogen, wo sie dann Kriya Techniken einbauen. Aber beim Kriya Yoga, in den Linien, die ich vertrete und ich mache das auch ganz bewusst, dass ich darauf hinweise, dass man eben die Kriya Techniken vorbereiten muss und danach nacharbeiten oder, das, was eben durch die Kriya Techniken ausgelöst wurde, das muss man verwerten.
Dem gebe ich halt hier noch einen Nachdruck, dass ich das halt dann extra benenne. Aber die Vorbereitung selbst ist natürlich auch eine Kriya Technik also dieses Hong-Sau, ist eine Technik, die Paramahansa Yogananda verbreitet oder anpreist und sie ausführlich auch bespricht. Das kann ich auch nur empfehlen, sich das mal ausführlich bei denen erklären zu lassen.
Damit kann man gut bauen und daraus entsteht eben dieser Spannungsbogen in jeder Kriya Yoga Sitzung: Vorbereiten, Nachbereiten, und der Hauptteil eben die Kriya Yoga Techniken selbst.
Damit lernt man arbeiten, wenn man meditiert und die Schönheit des Ganzen erkennt, dann ergibt sich das von selbst. Die Begrifflichkeit ist da, das noch ein bisschen herrauszustellen.
Hari, OM,Tat Sat! Ich wünsch euch alles Gute! Namaste! Bis zum nächsten Mal.
Schaut mal wieder rein, lasst ein Like da, abonniert den Kanal und kommt natürlich gerne auch in die Einweihung, wo es dann genauer darum geht, was jetzt genau das Pratishtha und Visarjen ist und da wird es dann auch geübt. Ciao!
Der heutige Song der siebte aus dem „Ich bin eine Mönch aus einem Orden“ Album
Ich bin ein Mönch (Dissonant)
Ich bin ein Mönch in einem Orden,
Der mich allein zum Bruder hat,
Durch Raum und Zeit, durch Leid und Sorgen,
Führt mich mein Pfad, still und apart.
Die Welt, sie lockt mit Glanz und Streben,
Mit flüchtigem Traum und leerem Sein,
Doch jedes Tun, jedes Erleben,
Soll nur ein leiser Wecker sein.
Denn jenseits dessen, was wir fassen,
Strahlt golden hell die wahre Macht,
Die Quelle ruft uns heim ins Lassen,
Dort schwindet Trennung, Tag und Nacht.
Die große Sonne will uns leiten,
Ihr Licht ist Urgrund, Herz und Ziel,
wir irren fort durch dunkle Zeiten,
Doch ihre Strahlen rufen still.
So geh ich weiter, leise schreitend,
Durch Schatten, Licht und Erdenleid,
Die Sehnsucht führt mich heimwärts gleitend,
Zur Sonne tief in Ewigkeit.

