Kurzzusammenfassung
Du markierst Folge 52 als Jubiläum (1 Jahr Podcast), ohne die „Wirkungen“ zu kommentieren, und setzt dann die autobiografische „Zweier“-Reihe fort. Inhaltlich geht es um deine Hochgebirgsexkursion 1987 ins Monte-Rosa-Gebiet: Planung aus einer spirituellen Motivation (Ascended-Master-Retreat), minimalistisches Trekking (Rucksack/Schlafsack), Orientierung mit Karten, Grenzgänge Schweiz–Italien, und dann die eigentliche „Einweihung“: Improvisieren in Schnee/Eis ohne echte Ausrüstung, riskante Passagen, Erschöpfung, Übelkeit/Blut nach dem versehentlichen Trinken von Spülmittel, Sonnenbrand durch Meditation in großer Höhe, und später ein dramatischer Sturz/Schlittern am Gletscher mit Beinahe-Absturz in Spalten. Am Ende erreichst du die Monte-Rosa-Hütte, kommst zurück nach Luzern, und deutest das Ganze als Initiation und Lebens-Ermutigung („ich werde noch gebraucht“). Ausblick: In einer späteren „Zweier“-Folge soll es um den Ausstieg aus der I-AM-Activity gehen. Abspann: „Hari OM Tat Sat…“ plus Song „Ich bin ein Mönch“ (melancholisch).
Strukturiertes Transkript
Folge 52: Ein Jahr Kriya Yoga Podcast – und eine Einweihung auf dem Monte Rosa
Kriya Yoga Podcast Deutsch | Jubiläumsfolge 52 | Lebensgeschichte Teil 5
Ein Jahr Kriya Yoga Podcast – kurze Bestandsaufnahme
Die 52. Folge des Kriya Yoga Podcasts Deutsch markiert ein kleines Jubiläum: Seit einem Jahr erscheint dieser Podcast regelmäßig. Was er bewirkt hat, was sich verändert hat – darüber möchte ich an dieser Stelle schweigen. Manches lässt sich besser in der Stille belassen.
Wer die Reihe verfolgt, weiß: Die geraden Nummern sind meiner Lebensgeschichte gewidmet. In der letzten biographischen Folge, Ausgabe 42, hatte ich meine Vorbereitungen für eine Hochgebirgsexkursion zum Monte Rosa Massiv in der Schweiz geschildert. Der Anlass war ein spiritueller: Mir war zu Ohren gekommen, dass sich dort ein sogenanntes Ascended Master Retreat befinden soll – ein Rückzugsort aufgestiegener Meister. Vielleicht, so hoffte ich damals, würde ich dort zufällig jemandem Besonderen begegnen.
Jetzt, Sommer 1987, steigen wir wieder ein.
Die Vorbereitung: Von Plochingen in die Schweizer Alpen
Im August 1987 brach ich ohne Zelt, nur mit Rucksack, Schlafsack und Wanderkarten auf. Meine Ausrüstung war alles andere als alpin: halbhohe Turnschuhe – notgedrungen, denn mein Fuß bereitete mir damals noch Probleme – und daran befestigt ein Paar Steigeisen. Das war meine Bergausrüstung.
Zuvor hatte ich mich in Frankfurt in einem Kartografie-Geschäft (einer Rarität, die es heute wohl kaum noch gibt) mit detaillierten Schweizer Wanderkarten eingedeckt. Mein Gepäck schickte ich per Post nach Luzern, von wo ich die Rückreise plante. Selbst fuhr ich nach Brig, dann weiter Richtung Zermatt, stieg aber davor aus und wanderte ins Saastal – eine Woche lang, mit dem Ziel, über die Pässe nach Italien und zurück zum Monte Rosa-Gipfel zu gelangen.
Spülmittel statt Zitronenmarmelade – eine unfreiwillige Lektion
Die Tage im Hochgebirge waren karg. Meine Verpflegung: Vollkornbrot, Käse, kaum Obst, kaum Abwechslung. Entsprechend hungrig war ich, als ich nach einem langen Aufstieg auf eine Hütte traf und dort ein Glas mit intensivem Zitronenduft entdeckte. Der Duft ließ mir buchstäblich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich bestrich mein Brot – und schluckte.
Es war kein Zitronengelee. Es war Spülmittel – mit täuschend echtem Zitronenaroma.
Was ich noch ausspucken konnte, spuckte ich aus. Den Rest hatte ich bereits geschluckt. Oben auf dem Berg, ohne medizinische Hilfe, blieb mir nichts anderes übrig, als weiterzumachen. Am nächsten Tag war ich geschwächt, musste erbrechen, und dabei kam Blut. Mein Körper hatte eindeutig gelitten – dennoch kehrte ich nicht um.
Der Gletscher: Mehrmals dem Tod nahe
Der Tag auf dem Gletscher war der gefährlichste meines Lebens bis dahin – und rückblickend auch einer der prägendsten.
Abgestiegen von der Margherita-Hütte auf der Signalkuppe (mit rund 4.554 m der höchste Punkt meiner Tour und einer der höchsten bewohnbaren Punkte der Alpen) rutschte ich bereits beim Abstieg auf dem Eis aus und sauste etwa 20 Meter auf den Händen bergab. Glücklicherweise lief die Flanke flach aus.
Der eigentliche Schrecken kam danach. Auf der Suche nach einem Abkürzung querfeldein – wie ich es aus dem Orientierungslauf kannte – geriet ich auf steil abfallendes Gletschereis. Mit den Steigeisen kletterte ich eine Weile, bevor ich einsah: Hier geht es nicht weiter, ohne das Leben zu riskieren. Ich kehrte um und wählte den Umweg.
Dann der Sturz. Auf einem schrägen Schneefeld verlor ich plötzlich den Halt und begann, unkontrolliert zu beschleunigen. Ich konnte mich nicht stoppen. In diesem Moment rief ich innerlich den Namen Saint Germain – zu dem ich damals in einer engen spirituellen Beziehung stand. Was mich rettete, war eine Gletscherspalte: ein kleiner Abriss im Eis, kaum breiter als ein Mensch, der sich zwischen mir und einem etwa 100 Meter tiefen freien Fall befand. Ich stürzte hinein und blieb hängen.
Als ich über die Eiskante schaute und hinunter sah, war mir klar: Ohne diese Spalte wäre das das Ende gewesen.
Die Eishöhle und das Herz, das weiterging
Nach diesem Sturz zog ich mich in eine kleine Eishöhle zurück. Ich war am Ende. Mein Knie schmerzte, ich humpelte, mein Körper war nach den Tagen der Erschöpfung, der Vergiftung und der Angst am Limit. Ich wollte nicht mehr.
Dann wurde es still. Und in dieser Stille begann mein Herz zu pochen – nicht laut, aber eindeutig, beharrlich. Es schlug weiter. Und ich verstand das als Zeichen: Das Herz will weitergehen. Also stand ich auf.
Ich machte sogar noch einen kleinen Umweg, um meine beim Sturz verlorene Mütze einzusammeln – eine Geste der Trotzigkeit oder vielleicht schlicht des Humors, den das Leben einem manchmal abverlangt.
Gletscherspalten und das Wissen, das ich nicht hatte
Was ich damals nicht wusste: Man geht nicht allein auf einen Gletscher. Gletscherspalten sind unsichtbar unter Schnee, unberechenbar, tödlich. Ich hatte mehr Glück als Verstand an diesem Tag – das sage ich ohne falsche Bescheidenheit.
Der Abstieg über den zerklüfteten Gletscherabbruch Richtung alter Monte Rosa Hütte war das letzte große Hindernis. Dort angekommen, traf ich zwei Schweizer Bergsteiger, die sich sichtlich wunderten, was dieser ramponierte Einzelgänger auf ihrem Territorium zu suchen hatte. Sie beklagten sich, dass ich ihr Wasser getrunken hatte. Ich war zu erschöpft für ausführliche Entschuldigungen.
Am nächsten Tag stieg ich weiter ab, überquerte den Gornergletscher, erreichte Zermatt und fuhr mit der Bahn über Brig und durch viele Tunnel zurück nach Luzern. Dort wartete mein Koffer – und darin Milchtüten, von denen ich sofort eine leerte. Auf dem Heimweg noch eine Tafel Schokolade und eine frische Zitrone. Der Magen hielt. Ich war glücklich.
Eine Einweihung fürs Leben
Diese Tour – ungeplant gefährlich, körperlich an der Grenze, spirituell aufgeladen – wurde zu einer Einweihung, die mich durch viele spätere Schwierigkeiten getragen hat. Wann immer das Leben hart war, erinnerte ich mich: Wenn ich damals auf diesem Gletscher allein durchgekommen bin, dann bin ich offensichtlich noch gebraucht. Das war keine Hybris – es war Dankbarkeit.
Mit diesem Gipfelpunkt schließe ich die heutige Folge ab.
Ausblick: Folge 62
In der 62. Ausgabe geht es weiter mit meiner Lebensgeschichte – und zwar beim Ausstieg aus der I AM Activity, einem wichtigen Wendepunkt auf meinem spirituellen Weg.
Hari OM Tat Sat. Namaste.
Song der Folge: „Ich bin ein Mönch“ (melancholisch) – Album: „Ich bin ein Mönch aus einem Orden“, Track 5
Ich bin ein Mönch in einem Orden / Der mich allein zum Bruder hat / Durch Raum und Zeit, durch Leid und Sorgen / Führt mich mein Pfad, still und apart …
(Den vollständigen Song findest du auf dem Album.)
Tags / Keywords: Kriya Yoga, Kriya Yoga Podcast Deutsch, Monte Rosa, Spiritualität, I AM Activity, Meister Saint Germain, Gletscherwanderung, Einweihung, Lebensgeschichte, Bernd Prokop, FYÜ Verlag, Meditation, Yoga
Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute eine besondere Folge des Kriya Yoga Podcasts, die 52ste. Erst einmal ist das ja ein Jubiläum: Ein Jahr lang gibt es den Kriya Yoga Podcast und ja, es ist natürlich einiges geschehen, die Wirkungen, die ich mir erhofft hatte und die es dann gebracht hat. Das möchte ich gar nicht berühren, also kein Kommentar.
Aber die zweier Folgen, das sind ja auch die Folgen, die für meine Lebensgeschichte reserviert sind. In der letzten Folge, in der 42. Ausgabe des Kriya Yoga Podcasts Deutsch, da sind wir stehengeblieben bei meinen Vorbereitungen zu einer Hochgebirgsexkursion in die Schweiz zum Monte Rosa Massiv ein 4.000er, 4.500 Meter und das habe ich deswegen geplant, weil mir zu Ohren gekommen war, dass dort ein Ascended Master Retreat, also ein Retreat für aufgestiegene Meister dort vorhanden sein soll, und wahrscheinlich habe ich mir erhofft, da vielleicht zufällig jemanden zu treffen, einen Auserwählten oder einen Aufgestiegenen. Das war die Motivation und jetzt steigen wir ein bei den Vorbereitungen im Sommer 1987.
So habe ich mich dann im Sommer vorbereitet, ohne Zelt, nur mit Rucksack und Schlafsack, bin ich dann von Plochingen ausgestiegen und dann nach Schorndorf gewandert und das war während dem August und dann vor dem Bürgenstock bin ich eben eine Woche früher angereist, da habe ich meinen Koffer nach, wie heißt der Ort, dort am Vierwaldstätter See? Luzern, da habe ich meinen Koffer hingesandt und bin dann aber nach Brig und dann Richtung Zermatt hoch und dann ausgestiegen und das Saas Fee Tal hinter, ja, bin dort ausgestiegen und bin ich dann gewandert. Das Saas Fee Tal (Saastal) dahinter und dann nach Italien.
Eine Woche habe ich geplant, habe dann im September, da war ich noch in Frankfurt, dort hatten wir auch eben diese Zusammenkunft und da war ich dann in der Stadt, in so einem Kartografie-Geschäft. Das gibt es wahrscheinlich heute auch schon lange nicht mehr, wo ich Karten für dieses Gebiet mir besorgte. Die Schweizer Karten und auch Wanderkarten und damit habe ich mich dann aufgemacht, wollte ich dann dort herumwandern, zuerst da hoch bis Ende des Tales, danach runter nach Italien und dann noch mal hoch und wieder runter und dann noch mal hoch. Dann war ich immer noch in Italien und dann ging es hoch zum Monte Rosa-Gipfel.
Das war eine richtige Einweihung diese Tour. Also alleine und mit diesen Karten, also es war, wo kein Eis lag, dort kam ich ganz gut zurecht, aber dann kam ich dann 3200 Meter dann höher, da begann dann schon Schnee zu liegen und Eis und da wusste ich dann nicht mehr, wo der Weg lang ging und dann bin ich ja irgendwellchen Spuren gefolgt und dann bin ich dann hochgewandert, dort sollte eine Hütte sein, eine Berghütte und da wusste ich aber nicht genau, wie ich da hinkomme und dann bin ich hoch, den Spuren gefolgt, aber da war dann ein, ja, da ging es hoch und dann ging es nicht weiter.
Dort war ein Abriss, dann ging es da runter, aber ich habe dann in der Ferne gesehen, da ging es hinunter und dann über eine Schlucht drüber, habe ich dann gesehen, ist diese Hütte und es ging eigentlich nur weiter, dass ich dann, das war so hoch, steil runter und dann auf der Seite gingen so Felsen, das war so eine Kletterpartie, wo nichts ausgeschildert war. Das war der einzige Weg entweder zurück oder dort drüber.
Ich hatte ja keine Bergausrüstung. Also Steigeisen hatte ich, so am Fuß. Ich hatte eigentlich nur so halbhohe Turnschuhe, die halbhohen Turnschuhe hatte ich, weil ich eben mit dem Fuß immer noch Schwierigkeiten hatte und daran hatte ich diese Steigeisen gebunden und das war das, was ich da hatte und dann bin ich halt, habe ich Steigeisen runtergemacht, bin dann ein bisschen geklettert, habe dann immer meinen Rucksack nachgezogen, hatte eine Schnur dabei und habe dann so, also war schon spät abends …
Ja am Tag vorher war mir noch passiert, dass ich da ja auch in der Hütte, da bin ich hoch, war richtig ja fertig, so körperlich, weil ich da noch tausend Meter hochgestiegen bin.
Ich wollte eigentlich in so einer Skiliftstation übernachten, aber da war ein Arbeiter, der hat gesagt, das ist nicht erlaubt, ich darf das nicht und hat mich dann weiter geschickt, dann bin ich noch 1000 Höhenmeter weiter und dann war ich da irgendwie kaputt und dann, dann habe ich da so, ja, da habe ich so ein Glas aufgemacht und das hat so Zitronen, Zitronen-Duft gehabt und das war so so erfrischend und irgendwie haben mir glaube ich auch die Vitamine gefehlt und da war ich richtig begierig und habe gedacht: Das ist Zitronenmarmelade oder Zitronengelee, das war ein bisschen dickflüssig, habe dann Brot gestrichen, also ich hatte damals einseitige Mahlzeiten, habe ich schon ein paar Tage da von Vollkornbrot und Käse und immer eintönig halt, ich weiß nicht, ob ich überhaupt Gemüse bei hatte. Ein bisschen Obst hatte ich, glaube ich dabei.
Aber da war ich irgendwie ganz hungrig nach Obst und nach Zitronen ist mir sowieso schon die Zunge oder der Mund, das Wasser zusammen gelaufen und dann habe ich gedacht, das ist jetzt wirklich Zitronenmarmelade, habe dann auch gegessen und habe dann ein paar Stücke runtergeschluckt und erst dann ist mir aufgefallen, dass das keine Zitronenmarmelade war, sondern Spülmittel mit richtig, gutem Zitronengeschmack bzw. Duft.
Da habe ich das noch ausgespuckt, was ich ausspucken konnte, aber leider hatte ich schon was runtergeschluckt und dann hatte ich halt den Salat. Am Berg oben hatte keine Hilfe, wusste auch nicht, was ich machen sollte, und ja bin halt weiter gelaufen. Ich war dann geschwächt am nächsten Tag. Das war der Tag danach, dann bin ich da hochgelaufen, geschwächt, wollte nicht zurück und dann bin ich noch über die Felsen gewandert.
War ich natürlich überglücklich, als ich dann bis zu dieser Hütte gekommen bin. Aber ich hatte dann einen schlechten Magen natürlich, dann hatte ich gekotzt und da ist Blut rausgekommen und dann war ich natürlich ziemlich geschwächt dadurch. Ich habe mich dann dort gut ausgeschlafen, war also ganz alleine da oben, war Gott sei Dank schönes Wetter. Aber anderes noch, dass ich halt auch meditiert habe, dann natürlich dreimal am Tag: morgens, mittags habe ich mich auch hingesetzt, meditiert und das mitten in der Sonne, über 3000 Meter hoch und dadurch hatte ich mir, hatte keine Sonnencreme dabei, habe ich mir meine Haut vollkommen verbrannt.
Also da habe ich dann erst paar Tage später gemerkt: Richtige Schwarten, die ich dann weg gemacht habe, ein paar Tage später. Da war ich dann schon auf dem Bürgenstock und der mich damals gekannt hat, er hat gefragt, ob ich von jemandem zusammengeschlagen worden bin, weil ich da ziemlich ramponiert … Ja, ich bin dann am nächsten Tag weiter.
Also das war dann richtig anstrengend, erstens war ich ja körperlich geschwächt und dann war die dünne Luft und dann musste ich mich dort vorwärtskämpfen. Ich wollte schon eigentlich nicht hoch zur Hütte (Margerita Hütte auf der Signalkuppe), sondern habe mir gedacht, ja jetzt nehme ich gleich die Abkürzung gehe weiter, dann wieder weiter runter, das war ja eine Rundwanderung nach Zermatt, wollte ich dann eben das ein bisschen abkürzen, aber dann habe ich mich doch durchgerungen.
Eigentlich hat mir immer etwas eingeflüstert. Ja das mache ich jetzt dieses Jahr nicht. Da komme ich nächstes Jahr noch mal vorbei. Aber mein Verstand hat wir doch gesagt: Nein, da kommen wir nie mehr vorbei und dann bin ich doch hoch und habe dann auf der Margherita Hütte, die ganz oben auf der Signalkuppe stand, das war mein höchstes eben, da war ich dann droben.
Ich hatte eine wunderschöne Aussicht, konnte von Ost bis West die Gipfel, der Alpen da überblicken. Also das war sehr schön. Ich habe mich aber dort nur ein bisschen aufgehalten, habe meditiert dort oben auch und dann ging es wieder bergab und da bin ich schon dann beim runtergehen von dieser Hütte, bin ich schon ausgerutscht, dass ich so mit den Händen vorwärts da 20 Meter gerutscht bin, aber da bin ich dann Gott sei Dank gut flach ausgelaufen und dann war da so ein Sattel und dann musste ich, ich habe dann gesehen, wo ich lang musste, dort ganz in der Ferne war die nächste Hütte (die alte Monte Rosa Hütte) das war mein Ziel, das war eingezeichnet in der Karte, aber wie ich dahin komme, das war jetzt nicht ganz klar, da war dann so ein Umweg eingezeichnet in der Karte und ich habe mir gedacht, ja ich war so gewohnt von Querfeld ein, wo ich da zuhause war, Orientierungslauf, immer querfeldein so kommst du schneller voran und dann wollte ich dort auch querfeldein, also den geraden Weg.
Und dann bin ich ja ein bisschen abgestiegen und dann habe ich gemerkt, oh da geht es ganz steil runter, da bin ich mit dem Steigeisen bin ich dort auf dem Eis da rum geklettert. Also wenn ich da nur ausgerutscht wäre, also wo ich da runterging, also war nicht auszudenken. Aber dann habe ich mich doch eines Besseren besonnen. Ich bin dann wieder zurück und habe gedacht, lieber gehe ich den Umweg außen rum und flach da nach unten, als dass ich da jetzt runtersteige.
Dann bin ich also wieder hoch und dann bin über so ein Schneefeld ein steiles, ein schräges bin ich dann gelaufen und dann bin ich plötzlich gestürzt und dann ging es da wirklich, ich konnte mich nicht mehr halten, nach unten wurde immer schneller, ich habe da nur noch geschrieben Saint Germain, weil Beziehung damals offensichtlich ganz eng zu diesem Meister war und da hätte ich mich nichts mehr gehalten, weil dann, da war dann ja es ging so steil hinunter und Gott sei Dank war dann, das war wirklich Gletscher, Gletschereis und da war Gott sei Dank von diesem Gletscher, also von dieser Kuppe, eine riesige Kuppe halt 100 Meter oder was, da war ein bisschen was abgeplatzt, also so breit ungefähr, wo es da runterging, wo ich runter geschlittert bin, da war dann ein kleiner Spalt entstanden dazwischen und da bin ich eben reingestürzt und da bin ich hängengeblieben und dann habe ich mich da ein bisschen über diese Kuppe rübergebeugt und habe hinunter geschaut und wenn dieser Abriss nicht gewesen wäre, diese Eisspalte nicht gewesen wäre, da wäre es 100 Meter runtergegangen, da wäre es aus gewesen mit mir.
Das war also ein richtiger Horror Tag dieser Tag. Da ging es gleich weiter dann. Eigentlich hatte ich gedacht, das war es jetzt eigentlich, dann bin ich noch ein bisschen runter, da war ein kleiner, also da hat sich eine Eishöhle gebildet, da bin ich auch rein. Dort habe ich eigentlich gedacht, ja, jetzt ist es, jetzt mag ich nicht mehr. Mein Fuß hat mir auch weh getan. Ich habe mich dabei verletzt, mein Knie irgendwie. Dann musste ich hochhumpeln, dann da, da bin ich dann drin gewesen und habe ein bisschen gehorcht und dann, dann war die Stille dort und dann habe ich mein Herz, mein Herz hat gepumpt. Mein Herz hat gepocht, richtig gepocht und das Herz hat irgendwie geschlagen und dann habe ich mir gedacht: Ja gut, das Herz sagt, es will weiter und dann habe ich mich wieder aufgemacht.
Dann habe ich sogar noch meine Mütze, die ist beim runterstürzten, ist mir diese weggefallen, dann war ich so verwegen, habe noch einen kleinen Umweg gemacht von ein paar Metern, um die auch einzusammeln und dann bin ich da eben herum in die richtige Gletscherbahn, die sich da ja durchs Tal hinunter schlängelt, da bin ich dann eingebogen, wo es dann eben nicht so abrupt ging, aber leider ging es dann zuerst einmal flach. Ich laufe da so und plötzlich sacke ich ein und kann mich gerade noch mit meinen Ellbogen so festhalten. Da habe ich gedacht: Ja warum ist das, also ich habe mich irgendwie beschwert beim Universum oder bei denen, die die Karte gemacht haben. Warum kann dort kein normaler Weg sein.
Ich war völlig unvorbereitet im Grunde, habe nicht gewusst, was eine Gletscherspalte ist, dass es sehr gefährlich ist und dass man eigentlich nicht allein da so was machen darf, auf so einen Gletscher gehen. Also ich hatte mehr Glück wie ich Verstand an diesem Tag. Es ging da noch weiter und dann gab es leider so eine Stelle, wo dieses Eis erst mal so ziemlich flach runter rann und dann gab es aber dann so eine Kuppe, wo dann das, was vorher so zusammen war, das ist da aufgeblättert, also war der lauter so, so wie wenn man, ja wenn man was so einen Teig biegt, dann entstehen auch lauter so, so Risse. Genau so war das dort auch.
Zuerst wollte ich dann außen herumgehen. Aber da bin ich ein bisschen außen am Talrand hochgestiegen, dort ging es nicht weiter. Dann musste ich mich über diese, das war dort 50-100 Meter, wo ein so ein Riss an dem anderen war und beim Riss waren so große Löcher drin, da ging es dann richtig tief runter, also 5 Meter teilweise, also wenn ich da einmal ausgerutscht wäre, dann wäre es auch, hätte mich niemand mehr gefunden. Also da habe ich auch mit, mit großem Glück, also mit meinen Steigeisen, die haben Gott sei Dank gehalten, bin ich da über die Gletscher, dann über diesen Gletscherabbruch da runter und dann bin ich schön langsam dort, was von oben, das hat es ausgeschaut, wie solche Kieselsteine in der Nähe von dieser Hütte, das waren dann Riesenfelsen, dann bin ich in die Hütte (Monte Rosa Hütte) gekommen, also mit einem kaputten Knie eigentlich, bin ich herumgehumpelt, bin da runtergekommen und da waren dann, da waren dann zwei Schweizer, die da in dieser Hütte dort unten, die haben sich gewundert, was will denn der da. Also ich war ein bisschen, auch wortkarg. Viel Gespräch war dort nicht und die haben sich dann ein bisschen beklagt, dass ich ihr Wasser weggetrunken habe, weil es gab da eben oben, gab es kein Wasser, das war eben Gletscher und die haben gesagt, haben das geholt 100 Meter tiefer und ich bin erst am nächsten Tag dann dorthin gekommen.
Ich habe dann eben übernachtet in dieser alten Monte Rosa Hütte und dann war das dann auch schon Samstag. Ich bin dann weiter runtergestiegen und dann wieder hoch. Das war der Gornergrad Gletscher oder wie der heißt und dann nach Zermatt und dann mit der Zermattbahn eben runter nach Brig und dann über diese engen Bergbahnen bin ich dann durch viele Tunnel nach Luzern zurück. Dort hatte ich in dem Koffer noch ein paar Milchtüten, also Litertüten. Dort hatte ich gleich eine verputzt. Auf dem Weg habe ich dann auch irgendwo Schokolade und eine Zitrone habe ich mir gekauft. Mein Magen war dann Gott sei Dank wieder gut. Dann bin ich glücklich zurückgekommen.
Also das war eine Einweihung auf jeden Fall. Denn dieses Erlebnis, das hat mich dann durch viele andere Hürden getragen, wo ich mir immer sagte: Also wenn ich das mit dieser Wanderung über diesen Gletscher da alleine geschafft habe, oder Gott eigentlich habe ich gedacht, ja die brauchen mich noch, sonst, sonst wäre das die beste Gelegenheit gewesen, mich da um die Ecke zu schaffen. Darum habe ich gedacht, ja das war erstens eine Einweihung und auch eine Vorbereitung, um mir zu zeigen, dass ich da noch gebraucht werde und das war da immer auch eine Aufmunterung in meinem Leben, weil es doch manchmal nicht so einfach war.
Bei diesem runden Thema des Besteigens eines 4000ers im Alleingang möchte ich es bewenden lassen, das war eine besondere Einweihung für mich, also hatte, glaube ich, schon einschneidende Auswirkungen auf mein Leben und man sieht ja, es ist mir noch vieles im Gedächtnis. Wie es weitergeht, also mit dem Ausstieg aus der I AM Activity, da beginnen wir dann in der nächsten Folge in der 62. Ausgabe des Podcasts. Also das sind jetzt wieder über zwei Monate, aber gut, da geht es dann weiter.
Hari, OM, Tat, Sat. Namaste. Alles Gute. Tschau.
Der heutige Song der fünfte aus dem „Ich bin eine Mönch aus einem Orden“ Album
Ich bin ein Mönch melancholisch m
Ich bin ein Mönch in einem Orden
Der mich allein zum Bruder hat
Durch Raum und Zeit, durch Leid und Sorgen
Führt mich mein Pfad, still und apart
Die Welt, sie lockt mit Glanz und Streben
Mit flüchtigem Traum und leerem Sein
Doch jedes Tun, jedes Erleben
Soll nur ein leiser Wecker sein
Denn jenseits dessen, was wir fassen
Strahlt golden hell die wahre Macht
Die Quelle ruft uns heim ins Lassen
Dort schwindet Trennung, Tag und Nacht
Die große Sonne will uns leiten
Ihr Licht ist Urgrund, Herz und Ziel
Wir irren fort durch dunkle Zeiten
Doch ihre Strahlen rufen still
So geh ich weiter, leise schreitend
Durch Schatten, Licht und Erdenleid
Die Sehnsucht führt mich heimwärts gleitend
Zur Sonne tief in Ewigkeit.


