Zusammenfassung
In Folge 65 des Kriya Yoga Podcast Deutsch geht es um den dritten Band der kleinen Yogani-Bändchen aus der FYÜ-Erleuchtungsreihe: Tantra.
Bernd Prokop ordnet das Buch in die bisher besprochene Reihe ein: Nach den Bänden zur Tiefen Meditation und zur Wirbelsäulenatmung geht es nun um Tantra als konzentrierte Darstellung der Tantra-Lektionen aus den Fortgeschrittenen Yoga Übungen.
Zentrales Thema ist der Umgang mit sexueller Energie. Tantra wird hier nicht als bloßes Ausleben von Sexualität verstanden, sondern als Frage, wie sexuelle Begierde, Lust und Energie in eine spirituelle Praxis integriert und für spirituelle Entwicklung nutzbar gemacht werden können.
Bernd stellt dabei einen Unterschied zwischen Yogananda und Yogani heraus. Yogananda habe den sexuellen Aspekt weitgehend zurückhaltend behandelt, vermutlich weil er sich stark an Einsteiger in die Spiritualität wandte und einen klaren Übergang vom weltlichen zum spirituellen Leben ermöglichen wollte. In bestimmten Phasen könne Zurückhaltung oder Enthaltsamkeit sinnvoll sein, um Energie nicht unbedacht zu verausgaben.
Gleichzeitig beschreibt Bernd, dass diese Energie, wenn sie nicht einfach abgegeben wird, einen inneren Druck und eine Kraft erzeugen kann, die höhere spirituelle Erkenntnis ermöglicht. Diese Energie könne in höhere Chakren und höhere Bewusstseinsebenen gelenkt werden.
Danach geht er auf seine eigene Erfahrung ein: Eine längere Phase der Zurückhaltung habe für ihn zunächst spirituell Sinn ergeben. Später sei aber eine Schwelle erreicht worden, an der verdrängte sexuelle Fantasien in der Meditation auftauchten. Er beschreibt, dass er merkte, dass er bestimmte Erfahrungen nicht dauerhaft umgehen konnte. Nach einer ersten, noch nicht hilfreichen Phase zog er sich wieder viele Jahre zurück, bis er später besser damit umgehen konnte.
Yoganis Tantra-Buch wird in der Folge als wichtiger, aber nicht vollständiger Einstieg beschrieben. Es helfe, das Denken zum Thema Sexualität realistischer auszurichten und die sexuelle Energie nicht als Gegner, sondern als mögliche Kraftquelle für die spirituelle Entwicklung zu verstehen.
Bernd erwähnt außerdem Mantak Chia und „Sharpening of the Knife“ als ergänzende Methode beziehungsweise Quelle. Entscheidend sei aber nicht das bloße Ausleben, sondern ein bewusster, eigenverantwortlicher Umgang: Man soll nicht Getriebener bleiben, sondern das Thema verstehen, beherrschen und in den spirituellen Weg integrieren.
Die Kernaussage der Folge lautet: Tantra-Wissen kann zum Kriya Yoga gehören, besonders wenn man ernsthaft und intensiv spirituell praktiziert. Es braucht aber Selbstverantwortung, gesunden Menschenverstand und die Fähigkeit zu prüfen, ob Sexualität Energie gibt oder Energie abzieht. Wenn sie zu einem beherrschenden Thema wird oder Energie verliert, sei Zurückhaltung sinnvoll.
Strukturiertes Transkript
Tantra in der FYÜ-Erleuchtungsreihe: Warum sexuelle Energie zur spirituellen Entwicklung gehört
Liebe Freunde des Kriya Yoga,
heute setzen wir die Reihe zu den kleinen Bändchen von Yogani fort – der FYÜ-Erleuchtungsreihe aus dem FYÜ-Verlag. Nach der Tiefen Meditation und der Wirbelsäulenatmung widmen wir uns heute dem dritten Band: Tantra.
Ein Konzentrat aus den AYP-Lektionen
Der Tantra-Band ist, wie die anderen Bücher der Reihe, ein Konzentrat aus den Lektionen, die zunächst online verfügbar waren und später auch im großen Sammelband Fortgeschrittene Yoga Übungen (Band 1) erschienen – dort finden sich bis zu 235 Hauptlektionen sowie 35 eigene Tantra-Lektionen.
Im Zentrum steht die Frage, wie sexuelle Begierde, sexuelle Lust und sexuelle Energie im Körper für die spirituelle Entwicklung nutzbar gemacht werden können. Meiner Ansicht nach ist das ein sehr wichtiges Buch und ein bedeutender Beitrag Yoganis – gerade weil seine Hauptübung, die Wirbelsäulenatmung, ihn als Vertreter des Kriya Yoga für dieses Thema besonders qualifiziert.
Warum Yogananda das Thema eher aussparte
Yogananda hat diesen Aspekt der Praxis vergleichsweise wenig beleuchtet – wahrscheinlich mit gutem Grund. Er richtete sich vor allem an Einsteiger in die Spiritualität und wollte einen sanften Übergang vom weltlichen zum spirituellen Leben ermöglichen. Zum weltlichen Leben gehört normalerweise auch das Ausleben der Sexualität.
In seiner Autobiografie weist Yogananda darauf hin, dass seine Eltern – bei sieben oder acht Kindern – nur einmal im Jahr Geschlechtsverkehr hatten, um ein neues Kind zu zeugen. Das war im Grunde seine Herangehensweise: Zurückhaltung, keine Provokation der sexuellen Energie, ein defensiver Umgang mit dem Thema.
Meiner Ansicht nach ist das in bestimmten Phasen der spirituellen Entwicklung durchaus ein guter und sinnvoller Ratschlag. Bei unbedachter sexueller Betätigung verschwendet man Energie, die uns eigentlich in höhere Sphären der Erkenntnis katapultieren könnte. Wird diese Energie in gewissem Maße aufgestaut und gleichzeitig ein Kanal in die höheren Chakren geöffnet, entsteht der Energiedruck, der uns überhaupt erst befähigt, über das rein Materielle hinauszudenken.
Meine eigene Erfahrung mit der Enthaltsamkeit
Es erscheint mir sinnvoll, in dieser Frage zunächst Tabula rasa zu machen und Enthaltsamkeit zu üben – gerne über mehrere Jahre, je nachdem, wo man selbst steht. Dafür muss man ein eigenes Gespür entwickeln und sich von der eigenen Intuition leiten lassen.
Ich habe das selbst so gehalten. Doch schon nach wenigen Jahren wurde die aufgestaute Energie zu groß, um vollständig zurückgehalten zu werden – zumal ich zu diesem Zeitpunkt noch keine sexuellen Erfahrungen gesammelt hatte. Wer von der anderen Seite kommt, aus einer Phase großer sexueller Aktivität, hat es hier womöglich leichter.
Sexuelle Fantasien meldeten sich, teilweise sogar während der Meditation – was natürlich nicht optimal war. Damals kam ich auch mit Jolan Changs Buch über chinesische Sexualpraktiken in Berührung, das in den 80er- und 90er-Jahren populär war und Techniken für eine bewusstere, ausdauernde Sexualität beschrieb.
Ich merkte: Hier ist eine Schwelle, über die ich ohne eigene Erfahrung nicht hinwegkomme. Ein erster, kurzer Anlauf – etwa ein halbes bis ganzes Jahr – funktionierte jedoch nicht gut, das zog mich eher herunter. Also zog ich mich erneut zurück, diesmal für etwa 16 bis 18 Jahre. Erst danach war ich wirklich bereit, das Thema so anzugehen, dass es mir nicht mehr schadete, sondern zum Gewinn wurde.
Nicht jeder ist ein Überflieger
Ich vermute, dass Ausnahmegestalten wie Yogananda – vielleicht auch Jesus – diesen Weg der praktischen Erfahrung nicht in gleicher Weise gehen mussten; ihre spirituelle Vorarbeit lag bereits woanders. Für den „normalen“ Menschen jedoch – und ich zähle mich trotz meiner eigenen Extremität im Spirituellen dazu – ist ein gewisses Maß an sexueller Erfahrung notwendig und hilfreich für den spirituellen Weg.
Genau hier setzen Yoganis Anweisungen an. Es nützt nichts, sich wegzuducken – man muss das Thema irgendwann angehen. Einen passenden Partner oder eine Partnerin zu finden, dürfte heute dank Internet und moderner Kennenlernmöglichkeiten kein grundsätzliches Problem mehr sein.
Ein guter Anfang, kein Vollständigkeitsanspruch
Yoganis Buch deckt nicht alles ab, was man für diesen Weg braucht, aber es ist ein guter Anfang. Es hilft dabei, das eigene Denken in Bezug auf diese Realität ein Stück weit anzupassen.
Wer den Weg mit der richtigen Herangehensweise und den richtigen Methoden gehen möchte, dem sei ergänzend Mantak Chia empfohlen – insbesondere sein Video Sharpening of the Knife, das ich seinerzeit ins Deutsche übertragen habe und das, sofern noch nicht veröffentlicht, irgendwann erscheinen wird.
Tantra als Teil des Kriya Yoga
Insgesamt ist der Tantra-Band ein Buch mit sehr wichtigen Grundsätzen: Sexuelle Betätigung kann und sollte für die spirituelle Entwicklung nutzbar gemacht werden. Wer wirklich weiterkommen will, muss dieses Feld einmal richtig durchlebt haben – Erfahrung sammeln, Versiertheit entwickeln, eine gewisse Meisterschaft erlangen. Man darf nicht länger Getriebener sein, sondern muss verstehen, was in einem vorgeht, und wissen, wie man damit umgeht.
Erst dann lässt sich eine Schwelle in der spirituellen Entwicklung überschreiten, die ohne dieses Wissen verschlossen bliebe. Dieses Tantra-Wissen gehört im Grunde zum Kriya Yoga dazu – vielleicht nicht für jede Form der Praxis, aber für jeden, der wirklich „all in“ geht und dabei merkt, dass sich diese Energien rühren.
Eigenverantwortung statt Dogma
Es handelt sich um eine fortlaufende Entwicklung mit unterschiedlichen Phasen, in denen die Auseinandersetzung mit diesem Thema mehr oder weniger notwendig ist. Das muss jeder für sich selbst entscheiden – Kriya Yoga ist keine Guru-Religion oder Sekte, sondern eine sehr individuelle Bewegung, die auf der Eigenverantwortung, der Eigeninitiative und dem gesunden Menschenverstand des Einzelnen aufbaut.
Yoganis Angaben – ebenso wie die anderer Quellen, die man zu Rate ziehen kann – sind dabei Werkzeuge, aus denen sich jeder herauspicken sollte, was für ihn passt.
Letztlich darf Sexualität kein beherrschendes Thema werden. Wer dabei eher Energie verliert als gewinnt, sollte den Ball flach halten und das Thema nicht überstrapazieren – und vielleicht in zehn oder zwanzig Jahren erneut prüfen, ob ein besserer Umgang damit möglich ist.
Das war es zu diesem Büchlein, dem dritten Band der FYÜ-Erleuchtungsreihe.
Hari OM Tat Sat – Namaste.
Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute geht es weiter in der Reihe zu den kleinen Bändchen von Yogani, der FYÜ Erleuchtungsreihe, also der Erleuchtungsreihe aus dem FYÜ Verlag.
Wir hatten schon besprochen die Bände zur Tiefen Meditation, dann zur Wirbelsäulenatmung. Heute kommt Tantra dran.
Tantra, der dritte Band also in dieser Reihe, den Yogani herausgegeben hat, als Konzentrat aus den Lektionen, die Online zuerst verfügbar waren und dann auch noch in dem großen Band, Band 1 der Fortgeschrittenen Yoga Übungen, die Lektionen bis 235 Haupt Lektionen und 35 Tantra-Lektionen.
Tantra ist eben das Buch vor allen Dingen zu diesem. Darin geht es vor allen Dingen um den Einsatz, die Nutzung der sexuellen Begierde, der sexuellen Lust, der sexuellen Energie in unserem Körper für unsere spirituelle Entwicklung, für unsere spirituelle Praxis. Das ist meiner Ansicht nach ein sehr wichtiges Buch, ein sehr wichtiger Beitrag, den Yogani geleistet hat, hier etwas mehr Augenmerk drauf zu werfen als Kriya Yogi, als Vertreter des Kriya-Yoga, so möchte ich ihn schon einstufen, vor allen Dingen weil ja seine Hauptübung, die Wirbelsäulenatmung ihn dazu qualifiziert.
Aber Yogananda hat diesen Aspekt ziemlich weit herausgelassen oder ziemlich unterbelichtet, sagen wir mal so, und das wahrscheinlich mit gutem Grund, weil sich Yogananda vor allen Dingen an die Einsteiger in die Spiritualität richtet. Er möchte da den guten Übergang schaffen von einem weltlichen Leben zu einem mehr spirituellen Leben und zum weltlichen Leben gehört normalerweise auch das Ausleben der Sexualität.
Dazu ist es meiner Ansicht nach auch ganz gesund, wenn man sich mal zurücknimmt in dieser Hinsicht und da auch mal diesen Weg der Herangehensweise wählt, also die Sexualität nicht zu provozieren, also defensiv bleiben, diesen Aspekt eben nicht weiter behandeln.
Er hat ja in seiner Autobiografie darauf hingewiesen, dass seine Eltern, die hatten ja viele Kinder, ich glaube so 7 oder 8, glaube ich, mindestens und die hatten aber so Geschlechtsverkehr nur einmal im Jahr, um dann wieder ein neues Kind zu zeugen. Also das wäre eigentlich die Herangehensweise von Yogananda.
Das ist wie gesagt, auch meiner Ansicht nach in gewissen Phasen der spirituellen Entwicklung oder des Herangehens an die Spiritualität ein guter und sinnvoller Ratschlag. Denn mit der unbedachten sexuellen Betätigung vergeudet man im Grunde die Energie, die uns in höhere Sphären der Erkenntnis katapultieren kann und wenn wir die nicht verausgaben, also in gewissem Maße auch aufstauen, und dann aber gleichzeitig einen Kanal öffnen in höhere Sphären, also in höhere Chakren, auch in unserer eigenen Welt, wir bilden uns ja unsere Welt.
Wir haben unsere eigene Welt und dann nehmen wir mit der Spiritualität eine Dimension dazu, die über das Materielle hinausgeht und um überhaupt solche Gedanken denken zu können, brauchen wir einen Energiedruck, der sich aus der nicht verausgabten sexuellen Energie speist. So würde ich das schon behaupten, dass das notwendig ist. Also das ist zumindest meine Erfahrung. Das habe ich meinem Lebensgang oder meiner Lebensgeschichte, bin ich darauf ein bisschen eingegangen, wie das bei mir der Fall war.
Aber jetzt geht es eigentlich um dieses Tantra Buch und jetzt wollte ich eigentlich beleuchten, warum Yogananda da eben an dieses Thema anders herangegangen ist. Es ist, glaube ich, sinnvoll, da mal Tabula Rasa zu machen, Enthaltsamkeit zu üben, gerne für mehrere Jahre, viele Jahre, auch, je nachdem, wo man ist, muss man selbst entscheiden, also dafür muss man selbst ein Gespür entwickeln und sich von seiner Intuition leiten lassen, was für einen gerade richtig ist.
Ich habe es auch so gemacht. Aber schon nach wenigen Jahren muss ich sagen, war dann doch die aufgestaute Energie zu groß, um ganz zurückgehalten zu werden, vor allen Dingen, was bei mir besonders war: Ich hatte eben noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht. Wenn man von der anderen Seite her kommt, von großer sexueller Aktivität, wo man schon alles kennt, dann ist es vielleicht leichter, diesen Weg zu beschreiten, aber bei mir war das eben einige Zeit aufrechtzuerhalten und dann habe ich gemerkt: Ich muss da was tun, weil die sexuellen Fantasien, die kommen dann einfach, da stellt man sich was vor,
da gibt es auch diese Bücher, die Jolan Chang mit seinem Buch „Die Kunst des Liebens“, glaube ich, oder wie das hieß, die chinesische Sexualität in den 80er, 90er Jahren bin ich damit bekannt geworden, wo es da hieß: Ja, mit der richtigen Weise kann man unendlich lange und ohne Probleme … Damals habe ich mich dann auch eben versucht oder mit diesen Gedanken herumgespielt oder beschäftigt.
Ich habe gemerkt, dass dann während der Meditation teilweise solche Gedanken kamen, was natürlich nicht optimal war. Dann habe ich gemerkt: Hier ist eine Schwelle, da komme ich jetzt nicht drüber, ohne dass ich jetzt sexuelle Erfahrungen auch sammle und dann habe ich mich das erste Mal schon ein bisschen damit beschäftigt für einige Zeit, ein Jahr, ein halbes Jahr eigentlich nur.
Dann habe ich gemerkt, das funktioniert nicht so, das zieht mich herunter, das tut mir nicht gut. Dann habe ich mich wieder zurückgenommen für weitere, das waren 15, 16 Jahre, noch mal 16, 17, 18 Jahre eigentlich, ja, so um den Dreh herum und dann war ich eigentlich erst bereit, das so anzugehen, dass es dann eben nicht mehr schädlich war für mich, also nicht mehr so, dass ich sagen musste: „Nee, das tut mir nicht gut.“, sondern wo ich es dann wirklich mit Gewinn für mich auch einsetzen konnte.
Ich denke, man muss, also wenn man nicht ein Überflieger ist, wie es vielleicht Yogananda ist. Ich kann mir vorstellen, dass dieser das nicht muss, dann Jesus vielleicht auch nicht haben musste, diese sexuelle Erfahrungen, die kamen eben in einem anderen Auftrag mit viel mehr Vorarbeit. Da war das viel schneller abgehakt, aber beim normalen Menschen, wo ich sage, ich bin schon ein bisschen extrem in dem Spirituellen. Aber trotzdem bei mir eben auch noch ist ein gewisses Maß an sexueller Erfahrung notwendig und hilfreich auch für den spirituellen Weg
und dann sind halt solche Anweisungen, wie die, die Yogani gibt, sehr hilfreich und es nutzt eben nichts, sich wegzuducken. Sondern man muss es auch mal in Angriff nehmen und mal versuchen. Man muss natürlich einen Partner finden, eine Partnerin, je nachdem.
Aber da sollte es eigentlich nicht mangeln heutzutage mit Internet und so gibt es viele Möglichkeiten Matches zu finden und dafür ist eben dieses Buch von Yogani sehr wichtig.
Es ist nicht umfassend. Es deckt nicht alles ab, was man vielleicht braucht. Aber es ist zumindest ein guter Anfang und es ist auch ein Buch, das uns hilft, unser Denken in dieser Beziehung der Realität ein bisschen anzupassen oder der Wirklichkeit, die es da gibt.
Wenn man es aber richtig macht mit der richtigen Herangehensweise, mit den richtigen Methoden. Mandak Chia kann ich da nur empfehlen, die Schärfung des Messers, Sharpening of the Knife, da gibt es ein Video von ihm. Ich habe das auf Deutsch mal übertragen. Wenn es noch nicht draußen ist, dann kommt es irgendwann mal: „Sharpening of the Knife“, das gehört vielleicht noch dazu.
Aber sonst ist es ein Buch mit sehr, sehr wichtigen Grundsätzen und mit einer Devise, dass man eben die sexuelle Betätigung für die spirituelle Entwicklung nutzbar machen kann und sollte und wenn man wirklich weiterkommen will, dann muss man das zumindest mal richtig ausgelebt haben, auch versiert werden, eine Erfahrung gesammelt haben und auch eine gewisse Meisterschaft. Also man muss es beherrschen, das Thema, und darf nicht mehr Getriebener sein, sondern man muss wissen, was abgeht und man muss wissen, wie man damit umgeht.
Dann kann man eine Schwelle überschreiten in der spirituellen Entwicklung, die ohne das eben nicht möglich wäre zu überschreiten. Deswegen ja dieses Buch, wie gesagt, kann ich nur empfehlen. Das gehört im Grunde auch zum Kriya Yoga dazu, dieses Tantra-Wissen, vielleicht nicht für alle Formen des Kriya Yoga, wenn man jetzt nur hinein tappt ein bisschen und sich nicht richtig rein hängt, was sicher sinnvoll und wünschenswert wäre für jeden Menschen, wenn er das könnte.
Aber wenn man dann wirklich „all in“ geht, wie man das so sagt und dann merkt, dass da noch Probleme sind, dass diese Energien sich rühren, dann kann man mit diesen Methoden, die Yogani uns näherbringt, experimentieren und seine Erfahrungen sammeln, um dann weiter auf dem Pfad der Spiritualität zu gehen.
Es ist alles eine Entwicklung. Es sind gewisse Phasen in der spirituellen Entwicklung, wo es wichtiger ist, wo es notwendiger ist, das zu tun. Das muss aber jeder selbst entscheiden, so viel Selbstständigkeit und Eigenverantwortung muss jeder beim Kriya Yoga mitbringen.
Kriya Yoga ist keine Guru Religion oder Guru Sekte, sondern Kriya Yoga ist eine sehr individuelle Bewegung. Sie baut auf die Verantwortung des Einzelnen, auf die Eigeninitiative, auf den gesunden Menschenverstand des Einzelnen und der muss dann mit den gemachten Angaben, die von Yogani oder es gibt verschiedene Quellen, die kann man sich ja natürlich auch umschauen, um sich das heraus zu picken, was für einen gut ist und was nicht.
Letztendlich darf aber natürlich Sexualität nicht ein beherrschendes Thema sein und wenn man da Energie abgibt und nicht Energie gewinnt daraus, dann ist es wahrscheinlich am besten, da den Ball flach zu halten und das Thema möglichst zu umgehen oder nicht zu strapazieren. Dann kann man vielleicht in 10 – 20 Jahren mal wieder reintasten, ob man jetzt schon besser damit umgehen kann.
Das ist jetzt das, was ich sagen wollte zu diesem Büchlein, dem dritten Band der FYÜ-Erleuchtungsreihe.
Namaste. Hari, OM, TAT, SAT. Alles Gute. Tschau.
Der heutige Song:
Song: Tantra Lessons by Yogani
O du strahlendes Licht der Weisheit,
das sich in Yoganis Worten offenbart,
wie eine Quelle klaren Wassers
in der Wüste der Verwirrung!
Seine Tantra-Lektionen – ein Pfad des Erwachens,
kein Nebel aus Wunsch und Verwirrung,
sondern ein leuchtender Weg,
der Geist und Körper erhebt.
Nicht die Flamme der Begierde entfacht er,
sondern das Feuer der göttlichen Harmonie,
wo Ekstase und Stille sich umarmen,
wo das Niedrige ins Hohe aufsteigt.
Durch seine Worte strömt Erkenntnis,
wie der sanfte Fluss durch das Tal zieht,
und lehrt uns, dass Hingabe und Kontrolle
zwei Flügel desselben Vogels sind.
Oh, wer seine Lehren vernimmt,
der findet den Nektar in sich selbst!
Nicht im Außen, nicht im Suchen,
sondern im ruhigen Puls der Stille.
Gesegnet sei, wer diese Schriften studiert,
denn er wird den heiligen Strom erfahren,
der das Endliche mit dem Unendlichen eint,
und den Menschen mit Gott.
Nicht die Flamme der Begierde entfacht er, sondern …