In Folge 69 des Kriya Yoga Podcast Deutsch steht Kriyananda im Mittelpunkt. Du ordnest ihn als bedeutende Person im Rahmen des Kriya Yoga ein und skizzierst zunächst seinen Lebensweg: geboren 1926 in Rumänien, amerikanische Eltern, Kindheit in Europa, später Rückkehr in die USA und mit etwa 22 Jahren der Einstieg in die spirituelle Suche durch Yoganandas „Autobiografie eines Yogi“. Danach reiste er sehr schnell nach Kalifornien, begegnete Yogananda und wurde in die Arbeit des Ashrams eingebunden.

Du beschreibst Kriyananda als sprachlich, musikalisch und organisatorisch begabt. Er war mehrere Jahre intensiv mit Yogananda verbunden und wurde später in der Self-Realization Fellowship zum Kriya-Lehrer ernannt. Nach Yoganandas Tod stieg er innerhalb der SRF auf, wurde 1960 zweiter Präsident, wurde aber zwei Jahre später aus der Organisation ausgeschlossen.

Ein wichtiger Teil der Folge ist deine Deutung dieses Ausschlusses. Du sprichst vorsichtig von verschiedenen vorgeschobenen Gründen, hältst aber Kriyanandas sexuelle Aktivität und seinen Umgang mit Frauen für einen wahrscheinlichen zentralen Auslöser der drastischen Reaktion. Später thematisierst du auch Beschuldigungen sexueller Übergriffigkeit und verschiedene Prozesse.

Nach dem Ausschluss baute Kriyananda allmählich seine eigene Arbeit auf. Du schilderst, dass er seine Aufgabe im Licht eines Hinweises Yoganandas verstand: „You have an important work to do.“ Daraus entstand Ananda, eine eigene Bewegung mit Veröffentlichungen, Crystal Clarity Publishing und spirituellen Gemeinschaften in den USA, bei Assisi und in Indien.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der langjährige Konflikt zwischen SRF und Ananda. Du beschreibst, dass SRF versuchte, Rechte an Yogananda-Materialien durchzusetzen, Ananda und Kriyananda mehrfach verklagte und über viele Jahre erhebliche Summen in Rechtsstreitigkeiten flossen. Deine Einschätzung ist, dass SRF hier großzügiger hätte sein können, auch wenn du grundsätzlich anerkennst, dass eine Organisation ihre Materialien schützen muss.

Du würdigst Ananda als wichtiges Gegengewicht zur SRF. Während SRF aus deiner Sicht nach Yoganandas Tod enger und institutioneller wurde, bot Ananda Menschen eine Heimat, die sich dort nicht zu Hause fühlten. Du betonst Unterschiede: Ananda ist offener für Paare, Frauen unterrichten dort sichtbarer, und spirituelle Gemeinschaften spielen eine größere Rolle.

Du berichtest auch von eigenen Erfahrungen: Du warst 2010 und 2011 bei Ananda Assisi, hast Kriyananda 2011 noch persönlich erlebt und einen Vortrag von ihm gehört. Du beschreibst ihn als sympathisch, sprachlich begabt, mit angenehmer Ausdrucksweise. Später schilderst du deine Berührungspunkte mit Ananda, Yoga-Festival Berlin und den Plan, ein Buch von Kriyananda über Yogananda zu übersetzen.

Zum Schluss empfiehlst du, Kriyanandas Buch „The Path“ zu lesen oder als Hörbuch zu hören, und Ananda selbst einmal anzuschauen, besonders für Menschen, die sich für spirituelle Gemeinschaften interessieren. Gleichzeitig vergleichst du Ananda mit Yoga Vidya und betonst, dass Yoga Vidya in deiner Erfahrung wesentlich lockerer, unbürokratischer und freier im Helfer-System war.

Strukturiertes Transkript

Kriyananda: Der Rebell im Schatten Yoganandas

Ein Porträt aus der Reihe „Neunerfolge“ – Kriya Yoga Podcast Deutsch

Es gibt Schüler, die im Schatten ihres Meisters bleiben, und es gibt Schüler, die selbst zu Gründerfiguren werden. Kriyananda gehört zur zweiten Kategorie – und seine Geschichte ist eine der bewegendsten und widersprüchlichsten im Umfeld des Kriya Yoga des 20. Jahrhunderts. Zwischen tiefer spiritueller Hingabe, enormer literarischer Produktivität und wiederkehrenden persönlichen Verfehlungen zeichnet sich das Bild eines Mannes ab, der die Lehre Yoganandas in die Welt trug – auf seine ganz eigene, unkonventionelle Weise.

Herkunft und Weg zu Yogananda

Kriyananda wurde 1926 in Rumänien geboren, als Kind amerikanischer Eltern, die in der Vorkriegszeit in Europa lebten. Seine Kindheit verbrachte er in der Schweiz und in England, bis er im Alter von 13 Jahren aufgrund des herannahenden Krieges mit seiner Familie in die USA zurückkehrte.

Dort setzte er seine Ausbildung fort und begann zu studieren – doch schon mit 22 Jahren, im Jahr 1948, vollzog sich eine entscheidende Wende. Nachdem ihm die „Autobiografie eines Yogi“ in die Hände gefallen war, reiste er praktisch unverzüglich nach Kalifornien, suchte Yogananda persönlich auf und wurde in dessen Ashram aufgenommen.

Die intensiven Jahre an Yoganandas Seite

Kriyananda war ein außergewöhnlich begabter junger Mann: sprachgewandt, musikalisch, redegewandt und von angenehmem Wesen. Diese Vielseitigkeit machte ihn für Yogananda schnell unentbehrlich. Bis zu dessen Tod im Jahr 1952 arbeitete Kriyananda etwa dreieinhalb Jahre eng mit ihm zusammen – möglicherweise bereits mit dem Hintergedanken, dass ihm später eine besondere Aufgabe zukommen sollte.

Seine eigene Sicht auf diese prägende Zeit hat Kriyananda in seiner Autobiografie „The Path“ festgehalten – bislang nur auf Englisch verfügbar, aber online kostenlos zugänglich, auch als Hörbuch.

Innerhalb der Self-Realization Fellowship (SRF) stieg er zum anerkannten Kriya-Lehrer auf, war für Einweihungen zuständig und wirkte an der Überarbeitung der Lehrbriefe mit. Nach Yoganandas Tod übernahm zunächst Rajarsi (James Lynn) die Präsidentschaft, gefolgt von Daya Mata. 1960 wurde schließlich Kriyananda selbst zum zweiten Präsidenten der Organisation ernannt.

Der Bruch mit der SRF

Nur zwei Jahre später, 1962, kam es zum offenen Zerwürfnis: Kriyananda wurde aus der SRF ausgeschlossen. Die offiziellen Gründe dafür wurden nie vollständig transparent gemacht. Naheliegend erscheint jedoch, dass eine derart drastische Konsequenz nur durch etwas Gravierendes ausgelöst worden sein kann – vieles deutet darauf hin, dass sexuelle Verstrickungen dabei eine zentrale Rolle spielten.

Anmerkung zur Einordnung: Dies ist eine persönliche Einschätzung, keine belegte Tatsache. Die genauen Umstände des Ausschlusses sind bis heute nicht offiziell dokumentiert.

Kriyananda war ein umgänglicher, offenbar auf Frauen attraktiv wirkender Mensch – in einer Organisation, die traditionell auf strikter Trennung der Geschlechter beruhte, ein potenzieller Konfliktherd. Es scheint, als habe er diesen Rahmen nicht immer eingehalten, was letztlich zum radikalen Bruch führte.

Die Gründung von Ananda

Der Ausschluss aus der SRF bedeutete für Kriyananda zweifellos einen Schock. Doch er verfügte über etwas, das ihm niemand nehmen konnte: das gesamte Wissen um die Lehre, tiefe literarische und organisatorische Erfahrung. Yogananda selbst – und wohl auch James Lynn – hatten ihm gegenüber wiederholt betont: „You have an important work to do.“ Diese Worte deutete Kriyananda als Auftrag, etwas Eigenständiges zu erschaffen.

So entstand Ananda – eine neue Organisation, die zunächst auf Materialien der SRF zurückgriff, zunehmend aber auf Kriyanandas eigenem umfangreichen Schaffen fußte. Insgesamt verfasste er rund 48 Bücher zu den unterschiedlichsten Themen – nicht nur explizit spirituelle Inhalte, sondern auch Schriften über Architektur, unternehmerischen Erfolg und weitere Lebensbereiche. Zur Verbreitung dieser Werke gründete er den eigenen Verlag Crystal Clarity Publishing, dessen Titel in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

Spirituelle Lebensgemeinschaften

Ein zentrales Element von Kriyanandas Vision waren spirituelle Wohn- und Lebensgemeinschaften – eine Idee, die ursprünglich von Yogananda selbst angeregt, von der SRF aber nicht in diesem Sinne umgesetzt worden war. Kriyananda gründete solche Gemeinschaften an mehreren Orten:

  • Ananda Village in Kalifornien, USA
  • Eine Niederlassung in der Nähe von Assisi, Italien
  • Eine weitere außerhalb von Delhi (Noida), Indien

Auch Expansionsversuche nach Russland (2011) und Südamerika sind bekannt, blieben jedoch offenbar ohne dauerhaften Erfolg.

Eigene Begegnungen in Assisi

Ich selbst hatte das Glück, die Gemeinschaft in Assisi 2010 und 2011 zu besuchen und Kriyananda 2011 persönlich zu begegnen – wenn auch nur im Rahmen eines Vortrags auf Italienisch, den ich dank meiner Sprachkenntnisse gut verfolgen konnte. Sein Wesen war bemerkenswert angenehm, seine Ausdrucksweise sympathisch und mitreißend.

Bei Ananda in Assisi habe ich unter anderem die Energetisierungsübungen kennengelernt, die dort ebenso gelehrt werden wie in der SRF – ein Beleg dafür, dass die technische Substanz der Lehre weitgehend erhalten blieb, auch wenn sich der organisatorische Rahmen deutlich unterscheidet.

Ein bemerkenswerter Unterschied zur SRF: Bei Ananda gibt es zwar ebenfalls eine Art Mönchsorden, doch steht hier nicht die Geschlechtertrennung im Vordergrund. Paare treten gemeinsam als Lehrer auf, und Frauen unterrichten dort deutlich sichtbarer als in der SRF, wo ihre Rolle traditionell eingeschränkter ist.

Der Rechtsstreit zwischen SRF und Ananda

Eine wenig rühmliche Kapitel der Geschichte ist der langjährige Rechtsstreit zwischen SRF und Ananda. Die SRF beharrte auf ihren Urheberrechten an Yoganandas Materialien – Bildern, Texten – und verklagte Ananda und Kriyananda mehrfach. Diese Auseinandersetzungen zogen sich über mindestens zwölf Jahre hin und verschlangen Millionen von Dollar, größtenteils Spendengelder.

Persönliche Anmerkung: Ich habe damals selbst wiederholt an die SRF gespendet und im Nachhinein bedauert, nicht gewusst zu haben, wofür ein Teil dieser Mittel verwendet wurde. Meine Einschätzung – die ich der SRF damals auch in einem Brief mitgeteilt habe – ist, dass mehr Großzügigkeit angemessen gewesen wäre. Diese Sichtweise ist meine persönliche Meinung und keine objektive Bewertung des Rechtsstreits.

Die SRF hat sich im Laufe der Jahre spürbar gewandelt – aus meiner Sicht in eine etwas engere, formellere Richtung, verglichen mit der offeneren Zeit unter Yogananda selbst. Vor diesem Hintergrund erscheint mir das, was Kriyananda mit Ananda geschaffen hat, als notwendiges Gegengewicht: eine Heimat für jene, die sich in der SRF nicht wiederfanden.

Persönliche Widersprüche und wiederkehrende Vorwürfe

Kriyanandas Leben war geprägt von Widersprüchen, die sich auch nach der Ananda-Gründung fortsetzten. Er heiratete – wohl auch mehrfach –, löste sich zeitweise von seinen Gelübden und kehrte wieder zu ihnen zurück. Mehrmals sah er sich Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit ausgesetzt, die auch zu gerichtlichen Verfahren führten.

Auch hier gilt: Es handelt sich um öffentlich diskutierte Vorwürfe, deren juristische Aufarbeitung ich hier nicht im Detail bewerte. Interessierte sollten sich bei Bedarf eigenständig weiter informieren.

Kriyanandas Vermächtnis

Trotz – oder gerade wegen – dieser Brüche war Kriyananda ungemein produktiv und unermüdlich in seinem Bemühen, die spirituelle Sache voranzubringen. Er brachte eine andere Energie, einen anderen Zugang zur Lehre mit, als es innerhalb der SRF möglich gewesen wäre. In der Rückschau erscheint sein Ausschluss aus der SRF fast folgerichtig – er passte nicht vollständig in deren Rahmen, fand aber außerhalb davon seinen eigenen, fruchtbaren Weg.

Interessant ist auch: Zahlreiche weitere Organisationen haben inzwischen unter Berufung auf gelockerte Nutzungsbedingungen SRF-Materialien – Bilder wie Texte – übernommen. Die SRF scheint diesbezüglich heute großzügiger zu verfahren als in der Zeit des Rechtsstreits mit Ananda.

Praktische Hinweise für Interessierte

Wer sich für Ananda interessiert, sollte einen wesentlichen Unterschied zur SRF kennen: Die Kurse bei Ananda sind kostenpflichtig, teils deutlich teurer. Das liegt vermutlich am geringeren Spendenaufkommen im Vergleich zur breiter aufgestellten SRF, die grundsätzlich viele Angebote kostenlos oder spendenbasiert zugänglich macht.

Bei eigenen Besuchen in Assisi musste ich feststellen, dass die Mitarbeit vor Ort weniger unbürokratisch organisiert ist, als ich das etwa von Yoga Vidya gewohnt war – dort war ein kostenloses Wohnen im Austausch für Mitarbeit über viele Jahre problemlos möglich. Bei Ananda war selbst bei Mitarbeitsbereitschaft eine Kostenbeteiligung für die Unterkunft erforderlich, verbunden mit einer Art Leistungsprüfung. Umso unverständlicher erscheint mir im Vergleich dazu, wenn ausgerechnet Yoga Vidya – mit seinem außergewöhnlich offenen und kostenlosen Modell – für angebliche Ausnutzung kritisiert wird.

Fazit

Kriyanandas Geschichte zeigt exemplarisch, wie unterschiedlich sich das Erbe eines großen spirituellen Lehrers entfalten kann. Wo die SRF auf Kontinuität und Struktur setzte, brachte Kriyananda mit Ananda eine offenere, lebendigere Variante der Lehre Yoganandas in die Welt – mit allen Ecken und Kanten, die zu einem so vielseitig begabten, aber auch menschlich fehlbaren Charakter gehören. Wer sich ein vollständiges Bild von Yoganandas Vermächtnis machen möchte, kommt kaum umhin, beide Strömungen zu betrachten.

Empfehlenswert bleibt die Lektüre von „The Path“ sowie ein eigener Besuch bei einer der Ananda-Gemeinschaften – gerade für alle, die sich für ein Leben in spiritueller Gemeinschaft interessieren.

Leicht überarbeitetes Transkript

Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute wieder eine Neunerfolge, das heißt ein Lehrer, ein Guru, eine Bewegung steht im Mittelpunkt und heute kommt Kriyananda an die Reihe, Kriyayanda. Eine bedeutende Person im Rahmen des Kriya Yoga.

Er ist 1926 geboren in Rumänien, hatte amerikanische Eltern, die in Europa zugange waren, während der Vorkriegszeit. In der Schweiz und in England ist er aufgewachsen bis zum 13. Lebensjahr und dann wegen des Krieges oder wegen des herannahenden Krieges in Europa sind sie dann zurück in die USA.

Dann hat er seine Ausbildung weiter genossen, hat dann auch studiert, ist aber dann schnell, da war er dann gerade mal … Es war dann, ich glaube, 48, damals war dann 22 Jahre alt. Da ist es ihm dann bewusst geworden oder da ist er dann ganz eingestiegen auf das Spirituelle. Zuerst hat er sich ein bisschen angenähert an das Spirituelle und dann hat er das Buch, die „Autobiografie eines Yogi“ in die Hand bekommen und es heißt, er ist dann noch am Tag, nachdem er das Buch irgendwie in die Hand bekommen hat, oder sehr schnell auf jeden Fall, ist er dann gleich nach Kalifornien gereist, hat mit Yogananda, glaube ich, auch gesprochen und ist dann auch aufgenommen worden.

Er ist dann gleich eingebunden worden in intensive Tätigkeiten im Ashram. Also 52 ist ja Yogananda dann gegangen. Dann war er noch, also lange Zeit, dreieinhalb Jahre war er, glaube ich, intensiv mit Yogananda zusammen, weil er auch sehr viele Fähigkeiten hatte. Er war sprachlich sehr begabt, sprach mehrere Sprachen, war musikalisch, konnte singen, konnte reden, war ein angenehmer Charakter und wurde dann eben von Yogananda auch intensiv eingesetzt, möglicherweise auch schon mit dem Hintergedanken, dass er später mal eine besondere Rolle spielen sollte.

Kriyananda hat das auch in seiner Autobiografie, ich glaube, die heißt „The Path“, „Der Pfad“, ich glaube nur in Englisch verfügbar, aber online kann man das lesen kostenlos. Das ist auch eine interessante Geschichte, aus der Sicht von Kriyananda. Ja es ging dann weiter, erst mal in der SRF, also er war in der Self-Realization Fellowship. Er wurde dann auch zum Kriya Lehrer ernannt, musste also Kriya Einweihungen geben. Er hat dann auch die Lehrbriefe, glaube ich, mal überarbeitet, noch einmal,

und nach dem Weggang von Yogananda gab es erst den Rajarsi, also den Lynn, der dann Präsident wurde, der erste. Dann die Daya Mata und 1960 ist dann Kriyananda auch zum 2. Präsidenten aufgestiegen. Allerdings kam es dann 2 Jahre später zum Zerwürfnis. Er wurde dann aus der Organisation ausgeschlossen, was für ihn natürlich ein ziemliches Drama war.

Aber man spricht nicht so viel darüber, was dahinter steckte. Es werden da verschiedene Gründe vorgeschoben. Meiner Ansicht nach ging es da, also ich habe auch einige Sachen gehört … Am plausibelsten ist mir, dass diese sehr drastische Reaktion eben nur durch etwas Besonderes hervorgerufen werden konnte und mir scheint da die sexuelle Aktivität von Kriyananda einen besonderen Ausschlag gegeben zu haben.

Er war eben ein umgänglicher Mensch, wahrscheinlich auch attraktiv für Frauen und auch im Rahmen von so einer Kriya Yoga Organisation wie der SRF, die ja eigentlich die Trennung von Mann und Frau im Programm hatte, da tut sich natürlich wahrscheinlich menschlich auch was, oder so zwischenmenschlich zwischen Mann und Frau und da scheint sich Kriyananda nicht so im Griff gehabt zu haben, oder es ein bisschen locker genommen zu haben und als sich das dann bestätigt hat, wurden wahrscheinlich die drastischen Konsequenzen gezogen.

Damit war dann Kriyananda aus Organisation ausgeschlossen, er hatte das ganze Wissen, er war ein Kriya Lehrer, tief eingebunden in die literarischen Tätigkeiten, in die Lehrtätigkeiten, in die organisatorischen Fähigkeiten und nachdem er sich dann erholt hatte von diesem Schock (ich denke mal, das war schon ein Schock für ihn) hat er dann schön langsam seine eigene Sache aufgebaut.

Und wie Kriyananda in seiner Autobiografie auch wiederholt schreibt, wurde er von Yogananda und, ich glaube, auch von James Lynn darauf hingewiesen, dass er: „You have an important work to do“, du hast eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Das wurde dann nicht ausgeschmückt, aber Kriyananda hat das eben dann so interpretiert, dass er etwas Besonderes anfangen soll.

Er hat dann eben auch eine eigene Organisation aufgebaut, die hieß dann Ananda. Er hat dann teilweise Materialien halt auch genutzt von der SRF: Bilder, Texte und hat aber auch sehr viel dann selber geschrieben, hat, glaube ich, 48 Bücher zu allen möglichen Themen, so weit gesteuert, nicht nur spirituell oder spirituell kann man ja vieles sehen. Also er hat über Architektur, über Erfolg in Unternehmen und dergleichen, hat er Schriften verfasst.

Er hat eben so reichlich produziert, dass dann auch ein eigener Verlag dann aus der Taufe gehoben wurde, die Crystal Clarity Publishing Organisation, heisst die, glaube ich, Crystal Clarity und da wurde dann viel veröffentlicht, wurde auch in viele Sprachen übersetzt und er hat dann auch eine Idee von Yogananda, die er, ich glaube, in der ersten Auflage seiner Autobiografie noch ein bisschen ausschmückte,

so Communities, also so Gemeinschaften, Lebensgemeinschaften auf spiritueller Basis, das hat Yogananda angeregt. Das wurde von der SRF nicht so aufgegriffen oder nicht so, wie das Kriyananda dann verstanden hat und er hat dann eben so Lebensgemeinschaften in die Welt gesetzt, einmal in Kalifornien, Ananda City (Village) oder so etwas, oder ich weiß gar nicht, wie die heißen, aber verschiedene, kleinere und größere in den USA, dann in der Nähe von Assisi eine und auch in Indien, ich glaube außerhalb von Delhi (Noida) …

Ja gut, die haben sich bemüht, da in verschiedenen Ländern auch das voranzutreiben. Ich weiß, dass sie mal in Russland auch waren, 2011, und zwar haben sie da versucht, einen Zweig zu errichten, aber ich glaube, da ist dann nichts daraus geworden und wahrscheinlich auch in Südamerika.

Auf jeden Fall, es lebt noch diese Gemeinschaft. Ich war selbst in Assisi, 2010 und 2011 und hatte auch das Glück, ihm noch 2011 persönlich zu begegnen. Leider habe ich dann verpasst, dann das noch besser auszunutzen. Ich habe nur einen Vortrag gehört von ihm, er hat da Italienisch gesprochen. Also er war sprachlich sehr begabt, er hatte mehrere Sprachen gut fließend sprechen können.

Ja, er hatte ein sehr angenehmes Wesen, sehr angenehme Ausdrucksweise und angenehme Sprache. Er war sympathisch und konnte da schon was machen, allerdings hat dieser Charakterzug von ihm oder diese sexuelle Note, die er wahrscheinlich nicht nur in der SRF eben hatte, sondern sein ganze Leben durch, kam immer wieder zum Vorschein.

Er hat dann auch geheiratet, ich glaube, ein oder zweimal sogar, hat sich dann von den Gelübden losgesagt und ist dann wieder zurückgekehrt zu den Gelübden. Er wurde dann mehrmals auch beschuldigt, sexuell übergriffig gewesen zu sein, hatte dann auch Prozesse teilweise am Hals deswegen, und auch verschiedene Prozesse.

Da gab es ein Hick-Hack eben zwischen SRF und Ananda, der Kriyananda Organisation, die haben sich also gerichtlich, also haben sich angezeigt, gegenseitig, wahrscheinlich hauptsächlich ausgehend von der SRF.

Die wollten halt auf ihre Materialien von Yogananda ein Copyright durchgesetzt haben und haben eben Ananda und Kriyananda mehrmals verklagt. Die Streitereien gingen, glaube ich, über 12 Jahre mindestens und viele Millionen von Dollar wurden da versenkt, also Spendengelder. Ich habe damals auch immer wieder gespendet, wenn ich das gewusst hätte … Im Nachhinein habe ich mich dann auch ein bisschen geärgert. Das war sicher nicht ganz astrein alles.

Ich denke mal, SRF hätte da ein bisschen großzügiger sein können. Ich habe dann auch mal an die SRF geschrieben und habe dort meinen Frust ein bisschen rausgelassen, dazu, aber gut … Das sind halt Sachen, also die SRF, die ist halt auch ein bisschen so, ja ein bisschen katholisch geworden, ein bisschen engstirnig, nachdem Yogananda gegangen war. Die entwickelt sich natürlich weiter, so eine Organisation, da war, glaube ich, das, was Kriyananda gegründet hat, ein schönes Gegengewicht, wo eben die Leute, die eben nicht in die SRF passten, dort sich nicht zu Hause gefühlt haben, die haben dann bei Ananda eine Heimat finden können und die lehren halt auch den Kriya Yoga ein bisschen anders.

Also die Techniken wurden, glaube ich, schon mehr oder weniger eins zu eins übernommen, die Energetisierungsübung, die hatte ich damals mitgemacht, als ich in Assisi war bei Ananda. Das ist jetzt nicht direkt in Assisi, das ist ein bisschen außerhalb. Dort haben sie ja ein Gut aufgekauft und in Italien werden ja viele so einzelstehende Gehöfte dann aufgegeben, bzw. wurden in den letzten Jahrzehnten. Davon hat Ananda dann auch immer wieder was dazugekauft. Also das entwickelt sich, glaube ich, auch noch.

Das ist auch ein guter Beitrag, gerade zum Ausgleich jetzt SRF alleine, das widerspiegelt, glaube ich, nicht das, was Yogananda selbst war. Es müssen vielleicht die beiden existieren und sich ausgleichen, um hier das volle Bild zu geben. Deswegen ist das, was Kriyananda in die Welt gesetzt hat, dann auch sehr wichtig.

Also da ist es auch ganz anders aufgezogen, da gibt es dann auch so ein Mönchsregime, einen Orden, wo aber jetzt nicht die Geschlechtertrennung im Vordergrund steht, sondern da sind dann Paare auch aktiv, die treten dann so, Pärchen treten dann als Lehrer auf. Das sieht man da immer auch Frauen unterrichten dort mehr, soweit ich das gesehen habe. Bei der SRF sind die Frauen mit ihren Aufgaben ein bisschen eingeschränkt. Bei Ananda ist es eben anders.

Ja, was kann man noch sagen zu Kriyananda? Er war halt sehr aktiv, sehr produktiv, mit seinen Schriften. Viel was auf die Füße gestellt hat, vieles hat sicher auch nicht geklappt. Dann hat er eben neu versucht, war unermüdlich, da die spirituelle Sache voranzubringen, hat einen anderen Zugang gehabt, eine andere Energie auch, die er gelebt hat. Er hat wahrscheinlich nicht richtig zur SRF dann gepasst und so ist es eigentlich ganz gut gewesen, dass er rausgegangen ist und diese Prozessiererei ist natürlich etwas Unschönes im Grunde.

Aber die SRF hat wahrscheinlich auch daraus gelernt, hoffe ich mal und inzwischen können dann auch andere im Windschatten von Kriyananda eben florieren, indem sie Materialien übernehmen von der SRF. Also ich habe viele Organisationen gesehen, wo dann Bilder und die Texte dann übernommen wurden von der SRF auch. Ich glaube, da sind sie jetzt nicht mehr so scharf dahinter und haben das ein bisschen frei gegeben … Ich weiß es nicht … Wahrscheinlich muss man sich auch bemühen, man kann sich nicht alles gefallen lassen, als so eine Organisation sich alles stehlen lassen, das ist schon klar. Aber es ist dabei möglicherweise doch ein bisschen übertrieben worden.

Gerade weil ja Ananda oder Kriyananda auch eine sehr gute Arbeit abgeliefert hat und so kann ich eben auch nur empfehlen, dass man da auch mal hinschaut. Man kann dort Kurse mitmachen, ja der Unterschiede kann ich jetzt noch sagen: Dort ist halt alles teurer. Es ist halt dort nicht so wie bei der SRF. Die haben ja eine große Spendenbasis, Leute die viel spenden und da ist alles so grundsätzlich recht günstig und kostenlos angeboten und dann wird immer um Spenden gebeten.

Bei Ananda oder bei diesen Organisationen, da kosten die Kurse schon Beträchtliches. Dort werden halt schon dann Hausummern angegeben, die man sich erst einmal leisten können muss. Das ist sicher nicht unbegründet, weil die eben nicht so viel Zulauf haben. Die haben mehr Kosten, nicht so viele Spendeneinnahmen und dann müssen sie halt hier das anders anfangen. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür.

Aber für mich war das irgendwie außer Frage, dass ich da viel mitmache, weil ich immer am untersten Rand von finanziellen Möglichkeiten war, viele Jahre lang, habe ich da nichts ausgegeben. Ich wollte halt da rein schnuppern. Darum habe ich mal zwei Kurse mitgemacht, die waren auf Italienisch, ich konnte dann auch so viel Italienisch, dass ich genügend Hörverständnis hatte und in Assisi damals, in diesem Ashram, dort waren auch einige Deutsche, die sich dort eingenistet hatten und mit denen konnte man auch Deutsch reden.

Als ich dann beim Yoga Festival in Berlin mitgemacht habe, 2010 und 2011, da war auch von Assisi ein Vertreter, ein Deutschsprechender und hat da auch Ananda in Assisi vorgestellt und das war dann auch der Grund, wahrscheinlich, warum ich dann 2010 auch hingereist. 2011 bin ich dann noch einmal hingereist und ich wollte auch mal ein Buch übersetzen über Yogananda, das der Kriyananda geschrieben hat. Da wurde dann auch nichts draus.

Also ich habe mehrere Berührungspunkte dann gehabt zu Ananda. Aber meine Hauptbeziehung habe ich doch noch zur SRF, weil ich davon die Materialien auch alle habe. Ich glaube, das war es jetzt so weit. Man lese natürlich gerne dann dieses Buch, „The Path“ (gibt es auch als Hörbuch kostenlos), ich glaube, das ist noch nicht übersetzt ins Deutsche, kann ich mir vorstellen, aber ein sehr interessantes Buch und sonst kann ich nur empfehlen, einmal dahin zu schauen und sich das selber mal anzuschauen.

Vielleicht auch, wenn jemand die Idee hat, einmal in so einer spirituellen Gemeinschaft zu leben, dann ist das natürlich auch eine gute Adresse … Ich bin ja bei Yoga Vidya dann auch viele Jahre gewesen oder angefangen 2008 und habe da immer mitgeholfen und habe das auch gerne genossen, um die Organisation kennenzulernen, dort mitzuhelfen, mitzuarbeiten, kostenlos zu leben und das habe ich eigentlich gedacht, das könnte ich bei Ananda auch machen.

Dann musste ich aber feststellen, dass es nicht so einfach ist, nicht so unbürokratisch, wie das damals war bei Yoga Vidya, dass man da einfach mithelfen konnte und dann kostenlos übernachten konnte. Man musste dann, auch wenn man mithelfen wollte, musste man noch etwas bezahlen für die Übernachtung und die haben dann auch erst mal nur zwei Stunden und dann wurde man auch gecheckt, ob man auch gut arbeitete und so.

Also so locker, wie man das bei Yoga Vidya gehandhabt hat, das wird man wahrscheinlich selten finden. Deswegen natürlich auch mein Unverständnis mein völliges Unverständnis, dass das dann auch noch gegen Yoga Vidya kritisiert wurde, dass Leute ausgenutzt wurden, das ist ganz andersherum: So etwas von frei und kostenlos wie bei Yoga Vidya, das findet man selten.

Das wäre es dann soweit. Hari, OM, Tat, Sat. Namaste, alles Gute. Tschau!

Der heutige Song stammt wieder dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“

Der neunte Song daraus:

Song:Oh Yogananda – Himalaya des Kriya (Chor)

Der neunte Song aus dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“

O Yogananda—Himalaya des Kriya, ein stiller Strom der Weisheit.

Nicht für den Ruhm, nicht für den Lärm, kamst du mit klarem Blick. Du sprachst: „Prüf selbst, sei still, sei wach“— und gabst selbst das strahlende Beispiel.

Atem wird tief, Unruhe schwindet.

Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele, kein Wort als Gesetz, sondern Übungen für die Selbsterfahrung im Inneren Ein inneres Licht, das heller wird, wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet Jaya Yogananda. Kriya Yoga führt uns nach innen —Schritt für Schritt.

Mit deinem Buch öffnetest du ein Tor, ein Funke gegen das Vergessen. Und Menschen fanden Mut im Stillsein, wo sie nur Lärm besessen.

Atem wird tiefer, Wirbelsäule wird Straße

Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele, kein Wort als Gesetz, sondern Übungen für die Selbsterfahrung im Inneren Ein inneres Licht, das heller wird, wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet, Jaya Yogananda. Kriya Yoga führt uns nach innen —Schritt für Schritt.

Ost und West—kein Streit der Formen: ein Herz, ein Ton, ein stilles Ja. Wo Liebe übt, wird Grenze weich, und Gott wird Gegenwart.

Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele, kein Wort als Gesetz, sondern Übungen für die Selbsterfahrung im Inneren Ein inneres Licht, das heller wird, wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet, Jaya Yogananda. Kriya Yoga führt uns nach innen —Schritt für Schritt.

Der stille Strom bleibt— im Atem, im Herzen, im Licht. Jaya Yogananda. Jaya Yogananda. Jaya Yogananda.