Zusammenfassung

In Folge 67 des Kriya Yoga Podcast Deutsch spricht Bernd Prokop über die „Mathematik des Kriya Yoga“. Gemeint ist damit keine äußere Rechenkunst, sondern ein innerer Weg der Reduktion: von der Vielfalt des Lebens zur Zweiheit von „Ich und Gott“ und schließlich zur Einheit.

Ausgangspunkt ist eine persönliche Erfahrung: Bernd beschreibt, wie ihn plötzlich starke Energie überkam und er dadurch zum Meditieren gedrängt wurde. Dabei wurde ihm erneut bewusst, dass er in der Hong-Sau-Phase oft viel Zeit verliert, weil Gedanken immer wieder dazwischenkommen. Daraus entsteht die Frage: Wie kann man schneller und tiefer in Konzentration kommen?

Ein zentraler Gedanke der Folge lautet: Solange der Mensch im Bewusstsein des „Ich brauche“ lebt, bleibt er nach außen gerichtet. Er braucht Nahrung, Luft, Geld, Wissen, Hilfe, Sicherheit. Dieses Bewusstsein der Abhängigkeit lenkt die Aufmerksamkeit nach außen und erschwert echte Konzentration.

Dagegen stellt Bernd das Bewusstsein des Selbsterhaltendseins: „Ich lebe aus mir selbst heraus.“ Dieses Motiv verbindet er mit der I AM-Lehre, mit der Idee „I AM self-sustained“ und mit dem inneren Erleben, dass das eigentliche Selbst nicht der Körper, sondern Geist, Seele und göttliches Bewusstsein ist.

Die „Mathematik des Kriya Yoga“ besteht dann darin, die unüberschaubare Vielheit der Welt zunächst auf zwei Pole zu reduzieren: Ich und Gott. Alles, was begegnet, wird als Ausdruck Gottes verstanden. Im nächsten Schritt fällt auch diese Zweiheit weg: Es gibt nur das Eine. Das innerste Selbst ist mit Gott und allem verbunden.

Diese Einheit ist für Bernd zugleich die Voraussetzung tiefer Konzentration. Wer im Einen ruht, braucht nicht mehr nach außen zu greifen. Daraus entsteht Stille, Konzentration und das, was er mit „Stille im Handeln“ oder „God in Action“ verbindet.

Die Folge bleibt dabei nicht rein theoretisch. Bernd betont, dass solche Einsichten nur durch Praxis wirklich erfahrbar werden. Kriya Yoga, tägliche Meditation, Kriya-Pranayama, höhere Techniken, OM-Bewusstsein und konkrete Wiederholungszahlen sind für ihn notwendig, wenn man den Abstand zwischen normalem menschlichem Bewusstsein und erleuchtetem Meisterbewusstsein verringern will.

Er beschreibt auch, dass bloßes stilles Sitzen oder sehr wenige Kriya-Atmungen zwar wirken können, aber aus seiner Sicht nicht ausreichen, wenn man wirklich weiterkommen möchte. Deshalb nimmt er sich vor, sein eigenes Pensum wieder zu erhöhen und die Zeit in der Meditation stärker für Kriya-Techniken zu nutzen.

Zum Schluss verbindet er die Kriya-Praxis mit Lebensbewältigung. Tiefe Meditation könne Schicksalsschläge, Ängste und innere Belastungen auflösen, zumindest in der nächsten Meditation. Der Mensch könne lernen, alles, was ihm begegnet, als göttliche Lehre zu sehen. Dadurch entsteht Dankbarkeit, Furchtlosigkeit und ein glücklicheres Leben.

Strukturiertes Transkript

Die Mathematik des Kriya Yoga: Von der Vielheit zur Einheit

Ein Erlebnis als Ausgangspunkt

Manchmal kommen die wichtigsten Einsichten aus ganz alltäglichen Momenten. Vor Kurzem überkam mich abends eine ungewöhnliche Müdigkeit – fast melancholisch, ohne dass ich es als Depression bezeichnen möchte. Ich legte mich hin und schlief kurz. Als ich gegen 21 Uhr wieder aufwachte, spürte ich plötzlich enorme Energie: ein regelrechtes Rauschen im Kopf, das nach einem Ventil suchte.

Ich setzte mich sofort hin, um zu meditieren – nicht in meiner gewohnten Haltung, sondern spontan auf einer Eckbank mit hochgelegten Füßen. Und dabei wurde mir etwas bewusst, das ich hier die „Mathematik des Kriya Yoga“ nennen möchte.

Das Problem mit Hong-Sau: Wo die Zeit verloren geht

Ich muss ehrlich gestehen: Ich verbringe oft sehr viel Zeit mit der Hong-Sau-Konzentrationstechnik, bevor ich überhaupt zu den eigentlichen Kriya-Techniken komme. Man zählt – bis 10, bis 20, bis 50 – und schon schleichen sich wieder Gedanken ein. Man beginnt von vorn. Diese ständige Unterbrechung kostet wertvolle Zeit, die dann bei der eigentlichen Praxis fehlt.

Warum ist Konzentration so schwer zu halten? Weil wir als Menschen ständig im Bewusstsein des „Brauchens“ leben: Wir brauchen Nahrung, Luft, Geld, Wissen, Sicherheit. Diese Abhängigkeiten ziehen unseren Blick permanent nach außen – und genau das untergräbt echte Konzentration.

Das Bewusstsein des Selbsterhaltendseins

Die Grundvoraussetzung für tiefe, dauerhafte Konzentration ist das Bewusstsein: Ich bin im Grunde selbsterhaltend. Dieser Gedanke steht im Zentrum der I-AM-Lehre, die auch der Buchreihe „Gebrauchsanweisung für ein erfolgreiches und glückliches Leben“ zugrunde liegt.

Natürlich widerspricht das unserer alltäglichen Erfahrung – wir werden hungrig, müssen trinken, brauchen Ruhe. Doch Paramahansa Yogananda beschreibt in seiner Autobiographie eines Yogi eindrucksvolle Fälle wie Therese von Konnersreuth, die über Jahre ohne Nahrungsaufnahme lebte. Solche Berichte deuten darauf hin, dass es ein tieferes Prinzip des Selbsterhaltendseins gibt – jenseits des scheinbar gesunden Menschenverstands.

Es gibt hier eine interessante Parallele zur Physik: Ähnlich wie Licht sich sowohl als Teilchen als auch als Welle zeigt, ist auch der Mensch nicht auf seinen physischen Körper reduzierbar. Der Geist, die Seele – unser eigentliches Selbst – ist von einer anderen Natur: selbsterhaltend, unabhängig vom Äußeren.

Die eigentliche Mathematik: Von der Vielheit zur Einheit

Hier kommen wir zum Kern des Themas. Die „Mathematik des Kriya Yoga“ beschreibt einen Reduktionsprozess in zwei Schritten:

Schritt 1 – Von der Vielheit zur Zweiheit:
Die unzählige Vielfalt des Lebens – all die Dinge, Ereignisse, Lebewesen – wird reduziert auf nur zwei Pole: Gott und ich selbst. Alles, was mir begegnet, ist Ausdruck des Einen, der zu mir spricht.

Schritt 2 – Von der Zweiheit zur Einheit:
Bei tieferer Erkenntnis löst sich auch diese Zweiheit auf. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen „Gott“ und „ich“ – es gibt nur den Einen, und dieser Eine ist auch mein wahres Selbst. In diesem Bewusstsein sind wir mit allem vereint.

Dieses Prinzip deckt sich exakt mit der Grundvoraussetzung für echte Konzentration: Wenn es nur das Eine gibt, ist man in diesem Einen vollständig selbsterhaltend – man braucht nichts von außen, das Nach-außen-Schauen hört auf.

Eine praktische Konsequenz: Alles wird zur Lehre

Aus diesem Verständnis ergibt sich eine bemerkenswerte Lebenshaltung: Wenn alles, was mir begegnet, Ausdruck Gottes ist, dann geschieht nichts ohne Sinn. Jedes Ereignis – auch scheinbare Rückschläge – trägt eine Lehre in sich. Die Frage ist dann nicht mehr „Warum passiert mir das?“, sondern „Was will mir das sagen? Wofür ist das gut?“

Diese Haltung löst nicht automatisch jede Herausforderung auf, aber sie verändert den Umgang damit grundlegend – weg vom Klagen, hin zum Verstehen.

Warum reines Sitzen nicht genügt

Es kursiert in Kriya-Kreisen manchmal die Aussage, man brauche gar nicht so viele Wiederholungen der Kriya-Techniken zu machen – ein, zwei Atemzyklen könnten schon sehr tief wirken. Ich kenne diese Position auch von Lehrern wie Tristan Dorling im Umfeld von Yogani. Und ja, das stimmt in gewissem Maße.

Aber: Wer den großen Abstand zwischen dem gewöhnlichen Bewusstsein und dem eines erleuchteten Meisters wirklich überbrücken will, kommt um intensive, regelmäßige Praxis nicht herum. Das wurde mir in diesem Moment der überschüssigen Energie erneut deutlich bewusst.

Die Rolle von OM

Ein hilfreiches Werkzeug, um schneller durch die Hong-Sau-Phase zu kommen, ist die Arbeit mit dem OM-Mantra, angesiedelt im Ajna-Chakra. In OM steckt – nach meinem Verständnis – der Atem, die Kraft und die Intelligenz gleichermaßen. Wer sich auf OM konzentriert, gelangt oft schneller in einen Zustand echter Sammlung und kann dann intensiver mit den eigentlichen Kriya-Techniken arbeiten.

Fazit: Ehrlichkeit über den eigenen Weg

Ich möchte hier keinen falschen Eindruck erwecken: Auch nach vielen Jahren Praxis ringe ich selbst noch mit inneren Widerständen, die mich weniger tun lassen, als eigentlich möglich wäre. Genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich noch nicht erleuchtet bin, obwohl ich mich intensiv bemühe.

Dennoch: Wenn ich rückblicke, erlebe ich mein Leben als sehr erfüllt und zufrieden – gerade im Vergleich zu den Kämpfen, die andere Menschen durchmachen. Das deckt sich mit einer Aussage der Bhagavad Gita (2,40), wonach schon ein kleines Maß dieses Verständnisses von großer Furcht befreit. Wer mehr davon entwickelt, wird zunehmend furchtloser – zumindest im Bewusstseinszustand nach einer tiefen Meditation.

Am Ende zählt vor allem eines: die eigene Erfahrung. Diese Gedanken zur „Mathematik des Kriya Yoga“ sind ein Anreiz, sich selbst hinzusetzen, zu experimentieren und die eigene Praxis zu vertiefen.

Hari OM Tat Sat – Namaste

Leicht überarbeitetes Transkript

Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute zum Thema: „Die Mathematik des Kriya Yoga.“ Auf diese Mathematik des Kriya Yoga bin ich anlässlich eines nicht seltenen Vorkommnisses gekommen. Es passiert bei mir immer wieder mal, dass mich einfach die Energie überkommt. Es ist so viel Energie da, dass ich meditieren muss. Das war jetzt gerade vorgestern. Abends habe ich Müdigkeit empfunden, auch ein bisschen, ich möchte nicht sagen depressiv, aber nicht besonders freudig, sondern ein bisschen melancholisch. Dann habe ich geschlafen. Als ich dann aufgewacht bin (das war so 7, 8 Uhr abends, als ich mich hingelegt habe, um 9 vielleicht aufgewacht), dann habe ich richtig viel Energie gefühlt, so richtig.

Am Kopf habe ich gespürt, da rauscht es richtig, da will etwas heraus. Deshalb habe ich mich natürlich sofort hingesetzt, zum Meditieren, obwohl das nicht mein normaler Meditationssitz war. Ich habe mich einfach aufgesetzt, einigermaßen, das war sogar eine Bank, eine Eckbank, Füße hochgeschlagen. Dann habe ich begonnen zu meditieren, dann habe ich gedacht, eigentlich müsste ich diese Energie nutzen, um damit auch die Kriya Techniken zu machen. Dann habe ich herum getan, wo ich immer relativ viel Zeit „verplempere“ ich muss schon fast sagen mit Hong-Sau, weil ich mir sage, ich muss in bestimmtes Konzentrationsniveau erreichen, um dann die Techniken gut zu machen.

Das ist auch wichtig, aber wie kommt man da hin? Also ich zähle dann immer, aber die Gedanken sind halt immer da, oder die versuchen immer sich einzuschleichen. Dann zählt man bis 10, bis 20, bis 50, schon ist man wieder weg. Dann fange ich noch einmal an, dabei verplempere ich halt viel Zeit, und dann zu den eigentlichen Kriya-Techniken, da bleibt dann immer nur ganz wenig, das ist eigentlich viele Jahre so gewesen. Diese dynastische Linie, die hat es ja so, dass man da bestimmte Pensen ableisten muss, damit ist man dann fertig, dann gibt es keine Regel mehr, dann ist man wirklich selbstständig und dann habe ich das runtergefahren auf ein Minimum, wenn ich eben nicht diese Pensen abgeleistet habe, das letzte habe ich noch gar nicht ganz abgeleistet, muss ich auch gestehen, weil es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Da ist es mir wieder bewusst geworden, dass ich damit sehr viel Zeit verplempere, und dann bin ich auf den Weg gekommen, wie ich eben konzentrierter sein kann und schneller eben durch diese Hong-Sau-Phase komme. Ich will bis 100 zählen, nicht nur bis 20, da bin ich eigentlich schon oft draufgekommen. Im Grunde ist es ja logisch, wenn man als Mensch ständig nach außen schaut, man hat das Bewusstsein: „Ich brauche.“ Ich brauche Nahrung, ich brauche Luft, ich brauche Geld, ich brauche hier Wissen, ich brauche das und das, ich brauche, ich muss zum Arzt gehen … Das sind Abhängigkeiten, die uns ständig nach Außen lenken, und wenn man dann konzentriert sein will, dann kann man das vielleicht abwehren mit einer mentalen Brutalität, dann kann man das alles ausschließen, kurzzeitig, dann kann man sagen: „Ich bin jetzt konzentriert.“ Aber in Wirklichkeit ist man immer noch im Bewusstsein dieses „Brauchens“,

und dieses von außen Kommens. Dieses von außen kommen, dann schaut man auch nach außen und dann ist man nicht konzentriert. Deswegen ist das Erste oder die Grundvoraussetzung, dass man konzentriert sein kann und langfristig auch konzentriert sein kann, nicht nur in der Meditation konzentriert sein, und bei den Kriya Übungen. Man möchte sein Leben, man möchte ein Grundniveau von Konzentration, möchte man aufrechterhalten oder möchte man drin leben, oder das ist auch die Meisterschaft, dass man darin lebt, und die gibt es eben nur, wenn man das Bewusstsein hat: „Ich bin im Grunde selbsterhaltend.“

„Ich lebe aus mir selbst heraus.“ Und das ist auch das Bewusstsein, das in der I AM-Activity oder in den I AM-Büchern, also in dieser Reihe „Gebrauchsanweisung für ein erfolgreiches und glückliches Leben“, die ich herausgegeben habe, ist das eigentlich das Grundthema, dass man aus sich selbst, dass man erkennt, dass man alles aus sich selbst holen kann. Was natürlich ein bisschen, ja, manchen ein bisschen weit hergeholt, oder übermütig oder vielleicht auch ein bisschen spinnert, wie man in Bayern sagt, vorkommen mag. Das widerspricht natürlich den Tatsachen, die man täglich erlebt, dass man dann doch wieder Hunger hat, und was essen muss, und auch trinken muss, und sonst eben in Schwierigkeiten kommt.

Da ist man immer in diesem Zwiespalt, dass man einerseits sich, um konzentriert zu sein, muss man das Bewusstsein haben, ich lebe aus mir selbst heraus, ich bin selbsterhaltend, und andererseits ist man immer, wenn man dann herausgeht aus der Meditation, schon in der Meditation natürlich jeder Atemzug, weist einen ja darauf hin, ich muss was von außen nehmen, ich muss einatmen: Ich brauche, ich brauche, ich brauche. Das ist das Bewusstsein, das uns auch immer aus der Konzentration herausnimmt, und die Konzentration soll ja nicht so sein, dass man immer brutal oder mit mentaler Anstrengung da sich zusammenrauft, und dann konzentriert ist.

Konzentration wäre natürlich, wenn man Konzentration selbst wäre, und die schafft man eben nur, wenn man selbsterhaltend ist. Da muss ich natürlich sagen, dass es eigentlich ganz natürlich ist, dass es so nicht geht, und andererseits stimmt das auch mit dem zusammen, dass eben von den Meistern gesagt wird, dass sie ohne Nahrung, oder dass sie zumindest ohne Herzschlag oder Atmung auskommen können, bewusst, das eben so einrichten können, und das stimmt ja auch mit dem zusammen, dass Yogananda eben in seiner Autobiografie auch dieses Kapitel mit der Theresa von Konnersreuth aufgenommen hat, die ja viele Jahre ohne Nahrungsaufnahme gelebt hat, was natürlich wieder die ganz Korrekten abstreiten.

Es wurde auch untersucht bei ihr, aber das wollte eben keiner irgendwie bestätigen, weil das doch gegen den anscheinend gesunden Menschenverstand spricht. Aber das ist eben auch ein Hinweis auf dieses Bewusstsein des „Selbsterhaltendseins“, being self-sustained, wie das im Englischen heißt: „I AM“ self-sustained!, dieses Bewusstsein zu haben. Das scheint mir auch ein Hinweis darauf zu sein, in der Autobiografie eines Yogi, diese Tatsache, dass da dieses Kapitel mit der Theresa von Konnersreuth auftaucht und dann auch noch einmal der Hinweis oder in einem späteren Kapitel noch einmal von dieser Frau in Indien, die auch ohne Nahrung gelebt hat, dass eben solche Sachen, die eigentlich dem gesunden, scheinbar gesunden Menschenverstand widersprechen, doch möglich sind.

Und das ist eben auch ein Bewusstsein, das einem helfen kann, bei der Meditation konzentrierter zu sein.

Aber jetzt zur Mathematik des Kriya Yoga. Also es gibt da zwei Möglichkeiten, dieses Nach-außen-Langen, die Abhängigkeit von außen zu reduzieren: Einmal eben in gewisser Weise mit Autosuggestion, sich das einzureden. Dann kann man andererseits auch sagen, man versteht es. Wenn man versteht, dass man eben selbsterhaltend ist, dann ist es keine Autosuggestion, wobei vielleicht der Übergang auch fließend ist, da es halt nicht von heute auf morgen möglich ist. Aber grundsätzlich, wenn man grundsätzlich versteht, dass es möglich sein kann, dann hilft es schon, dann kann man zum Beispiel in der Phase, in der Meditation zumindest sich dessen bewusst machen, dass man selbsterhaltend sein kann.

Und dann kann man das eben reduzieren in der Form auch … Ja, es gibt halt auch diese, beim Licht die Teilchen-Wellen-Dichotomie, also das Problem, Teilchenwellenproblem. Das Licht taucht einmal als Teilchen und als Welle auf, so bei der physikalischen Untersuchung, also hat keinen richtigen Charakter. Also auch der Mensch hat eben einmal seinen physischen Leib, aber sein Geist, sein Inneres, die Seele, das was ihn wirklich ausmacht, ist eben doch etwas anderes. Die meisten identifizieren sich selbst oder das Leben mit dem Körper. Aber der Geist selber ist eben noch etwas ganz was anderes und der ist halt, der Geist ist selbst erhaltend, also das eigentliche Selbst, was wir sind, das ist selbst erhaltend.

Dann kann man eben damit auch dieses Bewusstsein des Selbsterhaltenden in der Meditation zumindest aufbauen und dann schaut man nicht mehr nach außen, dann kann man das leichter aufrechterhalten, die Konzentration. Aber noch einmal zur Mathematik des Kriya Yoga: Die besteht eigentlich darin, dass man, wenn man selbsterhaltend ist, dass man das Leben selbst, das Leben selbst versteht, als eine Einheit. Also im Grunde reduziert man die Vielfalt des Lebens mit seinen Myriaden von unterschiedlichen Zuständen, Dingen, Lebewesen, auf nur zuerst zwei. Also man sagt, ich bin da und dann gibt es noch Gott.

Es gibt eigentlich nicht mehr. Es gibt den einen Gott, aber ich spreche zu dem, dann sind es eigentlich zwei einmal. Das ist das Leben, das uns begegnet, das ist eins, das ist Gott, und ich selbst. Gott, das ist einmal die Reduktion von den vielen, auf die Zweiheit. Das ist der erste Schritt und dann geht man natürlich weiter. Wenn man dann sich noch weiter klarer wird über die Wirklichkeit, dann kommt man zum Ergebnis, dass es auch nicht den Unterschied zwischen ich und Gott gibt. Sondern dass es eben nur den Einen gibt und der eine, der ist dann natürlich automatisch auch ich selbst. Man ist also nicht der Körper, sondern der Geist selbst, an dem wir teilhaben, unser eigentlich innerstes Wesen, das ist Gott und in diesem Gott sind wir vereint mit allem, und dann sind wir eigentlich die Einheit.

Also diese Reduktion von den myriaden Dingen auf die Zweiheit, und dann zum Schluss noch auf die Einheit, das ist die Mathematik des Kriya Yoga und diese stimmt halt auch mit dieser Vorstellung und Grundvoraussetzung meiner Meinung nach für eine richtige Konzentration, des Selbsterhaltendseins überein. Denn wenn man eins ist, wenn es nur eins gibt, dann ist man natürlich in diesem einen selbsterhaltend. Dann ist man das Eine und dann braucht man nichts, und dann hat sich das auch eben mit dem nach außen schauen, sondern man ist ruhend in sich selbst. Man ist alles und dann ist man eben auch konzentriert und in dem Zustand der Meisterschaft, wobei natürlich … Das geht eben in Bereiche, die für unser menschliches Bewusstsein nicht verständlich sind, dass man in dieser Einheit trotzdem die Vielheit dann erleben kann, das ist ja das „Stille im Handeln“ oder wie es in der I AM-Lehre heißt: „God in Action“, also „Gott im Handeln“,

dass man in der Einheit noch handeln, also trotzdem in der Vielfalt dann tätig ist, aber trotzdem das Bewusstsein der Einheit noch hat. Das ist eben das, was diese Grundvoraussetzung ist, auch für eine Konzentration. Also es ist ein vielfältiges Geflecht. Es ist wichtig, dass man ständig die Kriya Techniken praktiziert, also Kriya Yoga übt täglich, und dann eben in diesem … Es ist alles eben mit unserem mathematischen oder logischen Verständnis nicht so vereinbar, deshalb gibt es also viel Zweifel an diesen Dingen, aber wenn man eben meditiert, dann kann man in einer Meditation, kann man das alles überbrücken und dann sieht man eben, kann man aus dieser materiellen Welt, aus dieser logischen Welt eintauchen in diese Geisterwelt, in diese für uns erst einmal unverständliche Welt.

Aber dann erlebt man das selbst, diese Einheit, so macht man eben einen langen Weg, oder es ist wie die Entwicklung eines Lebens oder mehrere Leben, mehrere Inkarnationen, dieses Bewusstseins, die Bewusstseinsentwicklung über mehrere Inkarnationen kann man da in einer Meditation durchmachen, und dann versucht man eben, dieses Bewusstsein immer noch weiter zu steigern, zu dem, was es eigentlich ist, diese Einheit mit Gott, mit allem, das ist das, was wir in der Meditation machen, und da gehört halt vieles dazu und in verschiedenen Stufen eben unterschiedliche Dinge.

Das ist im Grunde nicht erklärbar, das muss man fühlen und miterleben, und es ist leider auch so, dass man länger daran arbeiten muss, um dann wirklich in die Tiefe zu kommen, und dann …, also dieses Selbsterhaltendsein, diese Einheit zu fühlen, zu spüren, zu erleben, und deswegen gibt es halt viele Zweifler, und viele, die dann das auch lächerlich machen, weil sie das selbst nicht erleben und nicht verstehen können.

Aber gut, das ist die Mathematik des Kriya Yoga, dass man die Vielfalt reduziert auf zuerst zwei, und dann natürlich auch, ja, das ist auch eine schöne Sache im Grunde, dass man sagen kann: Also alles, was ich erlebe, überall, wo ich hinschaue, das ist eigentlich Gott. Wenn man in dieser Zweiheit lebt, ich, Gott, spricht zu mir in allem, was ist, und Gott veranstaltet alles, was ich erlebe, nur um mich zu lehren.

Und so ist es auch in diesem Verständnis, und so kann man auch alle Schicksalsschläge oder alles, was einen so, mitzunehmen, die Tendenz hat, auflösen. Man ist natürlich zuerst geschockt. Aber wenn man sich hinsetzt und dann meditiert, und dann in dieses Bewusstsein kommt, dass eigentlich nur eins da ist, eigentlich nur Gott, oder in der Einheit die Zweiheit, dann spricht immer Gott durch alles, durch alle Personen, durch alle Ereignisse, durch alle Erlebnisse, spricht Gott zu mir, und mit dem Zweck, mit dem Sinn, mich zu lehren.

Also er will mir was sagen, also können wir aus allen Erlebnissen, aus allem, was wir erleben, können wir auch unsere Lehren ziehen, und auch Gott danken. Eigentlich gibt es keinen Grund, über irgendetwas die Nase zu rümpfen oder traurig zu sein oder sich zu beklagen, sondern im Grunde wäre die Haltung, die richtige Haltung, oder sinnvolle, die wahre Haltung, die der Realität entsprechende Haltung die, dass man sich sagt: Was will man das sagen, was soll das, warum ist das gut?

Also man muss von der Prämisse ausgehen: Es ist gut, was ich erlebe, was da mit mir geschieht, was immer jetzt mir begegnet, das ist gut, und für was ist es gut? Dann kann man die Lehre daraus ziehen, und somit eben alles zum Guten wenden. Also es gibt nichts Gutes oder Schlechtes, außer man qualifiziert es dazu, und man kann eben alles als schlecht und böse, und „Ach schrecklich“, oder „Katastrophe“ qualifizieren, oder man kann sagen: Ach, was ist das Gute darin, und dann kann man sich an allem, was einem begegnet, kann man sich freuen, wenn man eben den Prozess durchmachen kann, diese Einheit, oder diese Zweiheit zuerst und diese Gegenüberstellung von Gott und mir selbst, zu erkennen.

Dafür braucht es natürlich eine gewisse geistige Entwicklung, das ist keine Verstandesakrobatik. Dazu gehören eben Kriya Techniken und das ist einfach Herumsitzen nur, das stille, das ist eine sehr unproduktive Art der spirituellen Betätigung, wie ich selbst eben feststellen konnte. Also wenn ich meine Kriya Praxis eben auch reduziere, auf ganz Weniges.

Das gibt es auch bei Yogani manchmal, die Aussage. Ich habe das bei Tristan Dorling mal gehört, das nimmt man natürlich gerne dann mal auf, und sagt: Es ist nicht so wichtig, da viele Kriya Atmungen zu machen, oder auch die höheren Techniken, die auch bei Yogani natürlich vorkommen, diese Kinnpumpe und so was: „Das ist gar nicht so wichtig. wenn man ein, zwei Kriya Atmungen macht, ja, dann kann das auch schon ganz tief gehen.“

Das stimmt zwar, das ist auch so, dass dann auch natürlich schon ziemlich was abgehen kann. Aber wenn man wirklich vorankommen möchte, und diesen großen Gap, diesen großen Unterschied zwischen den normalen Menschen und einem erleuchteten Meister überbrücken möchte, dann muss man sich wirklich reinhängen, und dann muss man doch seine Kriya Übungen machen.

Das wurde mir eben vorgestern bewusst, als ich diese Energie spürte, und dann mit der arbeitete. Dann habe ich gedacht: Ja, jetzt muss ich mal wieder ein bisschen das Pensum erhöhen, und habe das auch erhöht. Dann habe ich auch gespürt, welchen Sinn das eben hat, diese großen Zahlen von Wiederholungen zu machen auch regelmäßig.

Dann habe ich das eben, erst mal am Abend dann gleich mal ein paar gemacht, dann morgen auch ein ganz anderes Pensum vorgelegt, und heute auch wieder. Jetzt bin ich wieder in der Spur, dass ich dann wieder hier einen Ehrgeiz entwickle oder einen Sinn darin sehe, schnell, also ich habe ja 2-3 Stunden Zeit am Morgen, und die habe ich eben mit dem langen Hong-Sau vertrödelt, muss ich schon sagen.

Da werde ich jetzt eben schnell über diese 100, 100 möchte ich erreichen. Aber die kann man natürlich erreichen, mit dem Bewusstsein des oder mit der Reduktion von dem vielen auf die Zweiheit, auf die Einheit, und natürlich dem Bewusstsein, des Selbsterhaltendseins, was wir wirklich sind, und was auch OM selbst ist.

Das wollte ich auch noch dazu sagen. Ich habe ja diesen Podcast „Ort des Mantras“, dieses OM, dieses Bewusstsein, das in diesem OM steckt. In OM steckt natürlich auch alles drin: Da steckt der Atem drin, da steckt die Kraft drin, da steckt Intelligenz drin, und dieses OM, das ist in unserem Ajna-Chakra und damit können wir natürlich auch konzentrierter sein, schneller über diese Hong-Sau-Phase gehen und dann uns konzentrieren, oder ich kann das nur empfehlen, das auch zu machen.

Aber dann kann ich mich schnell konzentrieren auf diese Techniken. Wenn ich dann 1-2 Stunden Techniken übe, dann geht wirklich was ab, was ich jetzt auch wieder richtig spüre. Da ist ein großer Unterschied zwischen dem, was man halt so in so einem lockeren Sitzen da erreicht, zwischen dem und dem, wenn man sich wirklich an den Techniken abrackert, wenn man das so sagen will.

Im Grunde muss man es so hinbekommen, dass es auch Spaß macht, sonst wird man es wieder aufgeben. Aber die Ergebnisse, die ich jetzt erfahre, die zeigen mir wieder, dass es halt doch wichtig ist, da wirklich in hohe Zahlen der Wiederholungen von den Kriya Atmungen und auch natürlich der höheren Techniken dann zu gehen.

Das sei es jetzt mit der Mathematik des Kriya Yoga, was eng verbunden ist mit dem Bewusstsein des Selbsthaltendseins, also dem Leben aus sich selbst, alles ist in einem, in dem Einen, von dem Einen kommt alles, das man selbst ist.

Das ist natürlich für einen materialistischen Menschen, der nie solche Erfahrungen des inneren Seins gemacht hat, Humbug und nicht verständlich. Aber es ist, wenn man es erfahren hat, einfach Tatsache und diese Tatsache muss man dann mit dem anderen irgendwie einen Einklang bringen, was seine Zeit braucht und auch immer wieder ein „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ braucht.

Also das ist etwas, was man erst im Laufe der Zeit, im Laufe wahrscheinlich vieler Leben auflösen kann. Aber wenn man – also man kann ja davon ausgehen, dass man schon viele Leben hinter sich hat und möglicherweise hat man ja auf dem Weg der Spiritualität schon einiges geleistet, dann kann man das natürlich mit Kriya Yoga auch wieder leichter hervorbringen.

Dazu muss jeder selber nachforschen und wenn eben nicht, dann muss er sich auf den Boden setzen und das Möglichste tun. Es gibt gewisse Widerstände, die ich ja auch erlebe und die mich dann immer wieder weniger machen lassen, als möglich wäre. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich eben noch nicht erleuchtet bin, obwohl ich mich ziemlich bemühe, weil ich diesen Widerständen eben doch mehr Raum einräume, als ich ihnen gewähren sollte.

Wenn ich wirklich die Kriya Techniken immer so ausführlich und so intensiv und so lange gemacht hätte, wie es möglich gewesen wäre mit der Zeit, die ich darauf verwendet habe, dann wäre ich wahrscheinlich schon weiter. Aber gut, ich werde jetzt ab heute hoffentlich, man weiß es nicht. Auf jeden Fall ist das etwas, was mir immer wieder mal geschieht, dann wieder Ansporn zu bekommen, auf diese Weise, wenn ich das so durchziehe, dann wird es natürlich auch schneller vorangehen.

Aber wie gesagt: Ich bin ja zufrieden mit meinem Leben. Ich bin zufrieden mit meinem Dasein. Zumindest kann ich alles immer in der nächsten Meditation auflösen. Also, es geschieht natürlich auch einiges, während der Tage, was verwunderlich ist, was traumatisch erscheint. Aber ich brauche dann eigentlich nur im Grunde einmal mich hinzusetzen und richtig tief zu meditieren und dann löst sich alles auf.

Und so kann ich von einem sehr zufriedenen Leben, von einem sehr glücklichen Leben reden und wenn ich vergleiche, mit was andere zu kämpfen haben, dann bin ich halt doch sehr gut weg mit dem Kriya Yoga und so heißt es ja auch von Krishna, der ja sagt: Nur ein bisschen von diesem … in der Bhagavad Gita sagt er das, glaube ich, von diesem Verständnis und das kann man natürlich auf dem Kriya Yoga, bzw. wird von Yogananda auf den Kriya Yoga bezogen: „Nur ein bisschen von diesem Verständnis befreit dich von sehr viel Furcht“ (2,40) und wenn man ein bisschen mehr von diesem Verständnis hat, dann befreit es einen definitiv von aller Furcht, zumindest in dem Zeitraum der nächsten Meditation.

Und das ist eine schöne Sache, die ich eigentlich jedem nur empfehlen kann. Es ist schwierig, das alles zu erklären oder zu übermitteln. Wichtig ist natürlich, selbst Erfahrungen zu machen. Ich kann nur ein bisschen Anreize geben, dass man sich dahin setzt und mal experimentiert damit, in dem Sinne, dass man eben praktiziert und dann wird man das hoffentlich selbst sehen, Lunte riechen und dann eben da auf dem Weg weitergehen.

Das ist das A und O unseres Seins, das Einzige, warum wir hier sind und wenn man es erkannt hat, dann ist es ganz natürlich, dass man will, dass andere auch dazu kommen und deswegen mache ich das auch.

Hari, OM, Tat, Sat. Alles Gute, Namaste, Ciao!

Der heutige Song stammt wieder dem Album „Oh Yogananda, Himalaya des Kriya“

Der sechste Song daraus:

Song: Oh Yogananda, Himalaya des Kriya tiefe Stimme

O Yogananda—Himalaya des Kriya,
ein stiller Strom der Weisheit.

Nicht für den Ruhm, nicht für den Lärm,
kamst du mit klarem Blick.
Du sprachst: „Prüf selbst, sei still, sei wach“—
und gabst selbst das strahlende Beispiel.

Atem wird tief,
Unruhe schwindet.

Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.

Mit deinem Buch öffnetest du ein Tor,
ein Funke gegen das Vergessen.
Und Menschen fanden Mut im Stillsein,
wo sie nur Lärm besessen.

Atem wird tiefer,
Wirbelsäule wird Straße

Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.

Ost und West—kein Streit der Formen:
ein Herz, ein Ton, ein stilles Ja.
Wo Liebe übt, wird Grenze weich,
und Gott wird Gegenwart.

Kriya Yoga—Wissenschaft der Seele,
kein Wort als Gesetz, sondern Übungen
für die Selbsterfahrung im Inneren
Ein inneres Licht, das heller wird,
wenn der Atem uns mit der Quelle verbindet,
Jaya Yogananda.
Kriya Yoga führt uns nach innen
—Schritt für Schritt.

Der stille Strom bleibt—
im Atem, im Herzen, im Licht.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.
Jaya Yogananda.