Kurzzusammenfassung
In dieser Folge erzählt Bernd den zweiten Teil seiner Lebensgeschichte und ergänzt wichtige Punkte aus Teil 1: Eine schwere, falsch behandelte Fußverletzung in der Jugend zwingt ihn, seine Energie von Sport hin zu Musik (Jazz) und Lesen zu verlagern – und führt zu einem nachhaltigen Misstrauen gegenüber ärztlichen Standardratschlägen. Parallel erlebt er eine Rückbewegung zum Religiösen über Liebe, Kirchenmusik und ein prägendes Buch („Tod, wo ist dein Stachel“).
Der Fokus der Folge liegt auf Bernds Einstieg in die I AM Activity (Foundamentals, Sanctuaries, Decrees, Veranstaltungen in Zürich und am Bürgenstock) und auf dem inneren Konflikt zwischen spirituellem „Aufstieg“-Eifer und den Anforderungen des weltlichen Lebens (Arbeit, Studium). Ein großer Wendepunkt ist die Entdeckung von „Autobiografie eines Yogi“ (Yogananda) und der Beginn der SRF-Lehrbriefe, über die sich seine Meditation vertieft (Energization, Hong-Sau, OM).
Zum Schluss kündigt Bernd die dramatische Monte-Rosa-Suche nach dem „Ascended Master Retreat“ als eigene Folge(n) an – und beendet die Episode mit einem Song („Nur Gott ist groß / Nur I AM ist groß / Nur OM ist groß“).
Strukturiertes Transkript
Kriya Yoga Podcast Deutsch – Meine spirituelle Lebensgeschichte Teil 2
Von der Sportverletzung zur spirituellen Suche
Guten Abend, liebe Freunde des Kriya Yoga! Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil meiner Lebensgeschichte. Ich möchte zunächst einige wichtige Ergänzungen zum ersten Teil machen – Ereignisse, die mein späteres Leben maßgeblich beeinflusst haben.
Die Fußverletzung und ihre Folgen
In meiner Jugend war Sport, vor allem Fußball, ein zentraler Teil meines Lebens. In der neunten Klasse, kurz vor Pfingsten, passierte während eines Spiels gegen den Nachbarort Konstein etwas Entscheidendes: Ich trat in ein Mauseloch und verletzte mir den Fuß schwer. Der Orthopäde diagnostizierte Senkspreizfüße und verschrieb mir Einlagen, aber ich spürte, dass etwas nicht stimmte.
Da es gerade das Jahr war, in dem unsere Dorfmannschaft aufstieg, spielte ich trotz der Verletzung weiter – bei Entscheidungsspielen, bayernweiten Schulturnieren und sogar bei einem Spiel unserer Klasse gegen die Lehrermannschaft. Die Folge: Was anfangs eine Bänderdehnung war, verschlimmerte sich durch die Überbelastung dramatisch.
Erst ein Jahr später stellte ein anderer Arzt fest: „Sie haben eine Bänderdehnung – sechs Wochen Gips erforderlich.“ Aber da war es bereits zu spät. Mein Fuß war ausgeleiert, und ich konnte nie wieder richtig Fußball spielen.
Neuorientierung: Von Sport zu Musik und Literatur
Diese Verletzung zwang mich zu einer fundamentalen Neuorientierung. Meine Energie, die ich zuvor in den Sport investiert hatte, floss nun in andere Bereiche:
- Musik: Ich begann intensiver Jazz zu spielen, trat in einer Jazzband auf und spielte weiterhin in der Blaskapelle
- Literatur: Meine Eltern ließen sich überreden, eine umfangreiche Sammlung deutscher Klassiker anzuschaffen – Gedichte aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu Werken des 18. und 19. Jahrhunderts. Ich verschlang diese Bücher regelrecht
Der Verlust des Glaubens an die Schulmedizin
Die fehlerhaften ärztlichen Diagnosen und Behandlungen führten zu einem tiefgreifenden Wandel in meiner Einstellung zur Schulmedizin. Der „Gott in Weiß“ hatte versagt, und ich begann, ärztliche Ratschläge kritisch zu hinterfragen. Diese Skepsis prägt mich bis heute.
Später verletzte ich mir den linken Fuß auf ähnliche Weise. Diesmal ging ich nicht zum Arzt, sondern behandelte mich selbst: Ich schonte den Fuß konsequent, achtete darauf, die betroffene Stelle nicht zu überlasten, und heilte vollständig aus – ganz ohne medizinische Intervention.
Die Rückkehr zur Spiritualität
Erste religiöse Impulse in der elften Klasse
In der elften Klasse verliebte ich mich in ein Mädchen, das im Domchor in Eichstätt sang. Durch sie entwickelte ich wieder Interesse an religiösen Themen. Ich las das Buch „Tod, wo ist dein Stachel?“ von Jean E. Charon. Gegen Ende des Buches erlebte ich intensive Erkenntnisgefühle, die zwei bis drei Tage anhielten – ein regelrechtes Gefühlshoch. Diese Erfahrung führte mich zurück zum Religiösen, und ich nahm sogar an Exerzitien teil.
Der Familienbesitz in Wellheim
Parallel zu meiner spirituellen Entwicklung spielte ein anderes Thema eine wichtige Rolle: der Hof meiner Großeltern in Wellheim. Diesen konnten sie zunächst nur pachten, da das nötige Geld fehlte. Während und nach dem Krieg ging der Hof an die Gemeinde über, die dort Flüchtlingsunterkünfte errichtete. Zwei Gemeindehäuser wurden auf dem Gelände gebaut, der Hof wurde geteilt, und ein langer Stadel mit Kuhstall wurde abgerissen.
Die Währungsreform 1948 machte die Ersparnisse wertlos. Der „alte Viereckhof“, wie meine Mutter ihn nennt, war immer ihr Traum – und mittlerweile ist er wieder in Familienbesitz. Leider sind meine Eltern nun im Alter nicht mehr in der Lage, sich darum zu kümmern. Mein Vater hat geistig stark abgebaut, meine Mutter ist körperlich eingeschränkt. Als einziger zu Hause lebender Sohn sind alle weltlichen Aufgaben an mich übergegangen.
Die Begegnung mit der I AM Activity
Die esoterische Welt öffnet sich
Nach dieser Vorgeschichte kommen wir nun zu einem entscheidenden Wendepunkt: meiner Begegnung mit den Büchern der I AM Activity. Ich vertiefte mich vollständig in diese für mich völlig neue esoterische Welt. Damals, in den 1980er Jahren, war das noch etwas Geheimes – die Bücher wurden unter der Hand weitergegeben.
Man lebt in Gedanken in einer ganz anderen Welt, bildet sich vieles ein – und dann kommt irgendwann der Absturz. Man fällt wieder in die alte Realität zurück. Das Bewusstsein und die Gedanken haben sich zwar verändert, aber energetisch ist man noch in der alten Welt verhaftet.
Meine ersten Meditationserfahrungen
Im ersten Band der „Unveiled Mysteries“ (Entschleierte Mysterien), auf Seite 10 oder 11, fand ich eine kurze Meditationsanleitung. Saint Germain empfahl, diese Meditation dreimal täglich zu praktizieren. Von diesem Moment an meditierte ich täglich – zunächst zweimal, dann dreimal täglich für jeweils 10 bis 15 Minuten. Dies hielt ich mindestens zwei bis drei Jahre lang durch.
Ich war kein Naturtalent in der Meditation – niemand ist das. Mit zehn Minuten kommt man nicht wirklich tief, aber es war ein Anfang. Wichtig war, dass ich nicht aufgab und versuchte, die Praxis auszudehnen.
Den Büchern der I AM Activity begegnete ich im Februar, im Juni oder Juli war ich damit fertig. Danach folgte ein Absturz.
Fluchtgedanken und neue Wege
Ich wollte das Wohnheim und meine Zivildienststelle verlassen. Im Urlaub fuhr ich nach München, um eine andere Stelle zu finden. Ich schämte mich irgendwie – es war nicht einfach, mit meinen eigenen Unvollkommenheiten diese neue spirituelle Welt zu bewältigen. Ich wollte fliehen, aber es gab nichts Besseres.
Schließlich wechselte ich von der Nacht- in die Tagschicht und nutzte meine freie Zeit zum Lesen.
Der Einstieg in die I AM Activity
Die „Foundamentals“
Im Herbst 1985 begann ich mit dem Vorbereitungskurs „Foundamentals“ für die I AM Activity. Diese Organisation verfügt über sogenannte Sanctuaries – kleine Versammlungsräume, wunderschön ausgestattet mit viel Pink und Violett. Vorne steht ein Rednerpult, ein Altar, und die Wände zieren Bilder der Meister.
Der Kurs bestand aus Abschnitten der Ascended Master Decrees und Discourses, die in einem Hefter zusammengestellt waren. In zehn bis zwölf Sitzungen wurde man in die Lehren eingeführt. Nach Abschluss des Kurses durfte ich bereits zu Weihnachten 1985 nach Zürich fahren.
Die Zentren in Europa
In Deutschland gab es drei kleine Gruppen – in Frankfurt, Esslingen und München. In der Schweiz, besonders in Zürich, gab es deutlich mehr Anhänger. Dort fanden die großen Klassen statt, Versammlungen morgens und abends, bei denen eine Art Gottesdienst abgehalten wurde.
Diese Gottesdienste waren angelehnt an den katholischen Ritus, dauerten aber viel länger – zwei bis drei Stunden. Es gab eine „Predigt“, bei der Schallplatten mit den Durchsagen der Aufgestiegenen Meister abgespielt wurden. Zeremonielle Sprüche wurden wiederholt, und vor allem wurden „Decrees“ gesprochen – Befehle an den Himmel, gegen die „Sinister Force“ (unheilvolle Kraft) zu wirken.
Das Ganze erzeugte viel Energie und machte anfangs großen Spaß. Es war alles neu und aufregend. Weihnachten und Ostern verbrachte ich in Zürich.
Der Bürgenstock
1986, nach Ostern, kam ein besonderes Highlight: der Bürgenstock am Vierwaldstättersee. Heute steht dort ein nobles Hotel, damals war es einfacher. Ein Deutscher namens Gerhard, ein gestandener Unternehmer etwa 20 Jahre älter als ich, hatte eine Holzhütte gemietet. Er nahm mich und Martin, einen Pianisten, dort auf. Ich hatte ein kleines Zimmer und musste praktisch nur die Fahrtkosten bezahlen.
Ich nahm drei- oder viermal an diesen Veranstaltungen teil. Sie waren sehr schön und prägend. Besonders beeindruckend war das Gefühl bei Hin- und Rückfahrt: Ich fühlte mich wie ausgetauscht, auf eine höhere Stufe des Seins gehoben. Anfechtungsgedanken plagten mich nicht mehr so sehr.
Nach dem Zivildienst
Arbeit bei Daimler
Im April 1986 endete mein Zivildienst. Ich war Feuer und Flamme für den spirituellen Weg und wollte möglichst bald den Aufstieg erreichen, wie ihn die Aufgestiegenen Meister angeblich vollzogen hatten.
Zunächst musste ich jedoch Geld für eine geplante Amerikareise verdienen. Ich ging zum Arbeitsamt und wurde zunächst abgelehnt, doch von einem Tag auf den anderen bekam ich einen Anruf: Bei Daimler wurden Leute gebraucht.
Sechs bis acht Wochen lang arbeitete ich dort acht Stunden täglich. Meine Aufgabe bestand darin, aussortierte Motoren zu zerlegen und zu dokumentieren, was fehlte oder defekt war. Meistens fehlten tatsächlich Teile, die am Band nicht eingebaut worden waren.
Die Erkenntnis: Kein Leben für mich
Diese Zeit bei Daimler war eine wichtige Erfahrung. Ein 8-Stunden-Arbeitstag war etwas ganz anderes als meine Zeit im Altenheim, wo ich lockerer arbeiten und zwischendurch lesen konnte. Bei Daimler kamen die Fahrtzeiten hinzu – etwa eine Stunde täglich – und ich kam körperlich erschöpft nach Hause. Man hatte kaum etwas vom Leben.
Mir wurde klar: Das will ich nicht! Mein Ziel kristallisierte sich heraus: studieren, und zwar etwas, das mir viel freie Zeit lässt. Ich entschied mich für BWL, da ich das bereits als Leistungskurs im Abitur hatte und eine Eins geschrieben hatte. An der TU Stuttgart schrieb ich mich für den Studiengang „technisch orientierte BWL“ ein – 25 Prozent technisches Fach, wobei ich Informatik wählte.
Bei Daimler verdiente ich als einfacher Arbeiter das Drei- bis Vierfache dessen, was ich bei früheren Ferienjobs (Dachdecker, Erdbau, Gemeinde) bekommen hatte.
Die erste Amerikareise
Im Sommer 1986 fuhr ich allein nach Amerika. Weihnachten war ich wieder in Zürich, dann 1987 im Frühjahr zu den Osterklassen in Chicago.
Chicago mit seinen Wolkenkratzern beeindruckte mich sehr – eine ganz andere Welt. Ich blieb drei Wochen: eine Woche vor den Klassen, eine Woche Teilnahme, eine Woche danach, um mir die Stadt anzuschauen.
Leben im Sanctuary
Umzug nach Esslingen
Als ich aus dem Altenheim auszog, stellte sich die Frage: Wohin? Im Sanctuary in Esslingen wurde gerade eine Wohnung frei – eine Fußmanikürin, die dort ihre Praxis hatte und wohnte, heiratete und zog aus. Ich zog ein und lebte praktisch im Sanctuary selbst.
Dort hatte ich direkten Zugang zu allen Büchern und Schallplatten. Es gab Tausende von Schallplatten mit den Discourses verschiedenster Meister. Ich überspielte sie auf meinen Walkman und hörte ständig diese Durchsagen der Aufgestiegenen Meister. Ich lebte in dieser Welt, konnte sie aber noch nicht richtig mit der materiellen Welt verbinden.
Das Studium
Zunächst nahm ich das Studium locker, doch dann wollte ich schnell fertig werden. Nach dem dritten Semester machte ich bereits das Vordiplom und kam ins Hauptdiplom. Mein Ziel war, nach drei bis vier Jahren fertig zu sein.
Neben der I AM Activity hatte ich kaum andere Interessen. Ich hatte während des Studiums praktisch keine Freunde, war immer zurückgezogen.
Die Entdeckung der Autobiografie eines Yogi
Ein lebensveränderndes Buch
Als ich ins Sanctuary zog, durchstöberte ich natürlich alles. Im Dachzimmer stand ein Schrank mit Büchern. Dort fand ich ein Buch, das sehr prägend für mich werden sollte: „Die Autobiografie eines Yogi“ von Paramahansa Yogananda.
Pfingsten 1986 begann ich damit. Die ersten Seiten ergriffen mich sofort. Ich ließ mir sehr viel Zeit – las nur ein oder zwei Seiten täglich – und wurde erst im Frühjahr 1987 fertig.
Die Kriya Yoga Lehrbriefe
Im Buch fand ich eine Adresse: Man konnte Lehrbriefe bestellen. Ich schrieb nach Amerika und abonnierte diese Lehrbriefe von der Self-Realization Fellowship.
Ich ließ mir von meiner Mutter eine Seitentasche in meine Jacke nähen, sodass ich immer ein oder zwei Lehrbriefe bei mir tragen konnte. In jeder Pause zwischen Vorlesungen, bei jeder S-Bahn-Fahrt las ich ein bisschen.
Durch diese Lehrbriefe lernte ich richtig zu meditieren. Die einfache Anweisung aus den „Unveiled Mysteries“ hatte ich zwar befolgt, aber sie schien mir nicht ganz stimmig. Ich kam damit nicht richtig weiter. Wo genau war das Herzzentrum? Das physische Herz? Das Herzchakra? Das Ajna-Chakra? Ich suchte nach etwas anderem.
Bei Yogananda hoffte ich, an die richtige Quelle zu kommen – wenn jemand wusste, wie man meditiert, dann doch wohl die Inder! Die Lehrbriefe kamen im Frühjahr 1987 und führten mich Schritt für Schritt: Energetisierungsübungen, die Hong-Sau-Meditation (eine Konzentrationsübung), später die OM-Meditation. Alles kam genau im richtigen Moment.
Pläne für den Monte Rosa
Keine Amerikareise im Sommer 1987
Im Sommer 1987 fuhr ich nicht nach Amerika – ich war ja schon einmal dort gewesen. Stattdessen plante ich für den Herbst wieder den Bürgenstock und hatte einen besonderen Plan:
In der I AM Activity hieß es, in jedem Gebirge gäbe es ein Zentrum der Aufgestiegenen Meister – ein Ascended Master Retreat. Der Protagonist der „Unveiled Mysteries“, Godfré Ray King (eigentlich Guy W. Ballard), war dem Aufgestiegenen Meister Saint Germain am Mount Shasta begegnet.
Den Mount Shasta hatte ich bereits 1986 im Rahmen einer Exkursion bestiegen – allerdings nicht ganz bis oben. Und dort hatte sich nichts getan.
Nun hörte ich vom Ascended Master Retreat auf dem Monte-Rosa-Massiv. Der unterschwellige Wunsch dahinter: Vielleicht würde ich dort den Aufgestiegenen Meistern begegnen…
Fortsetzung folgt
Die dramatische Suche nach den Aufgestiegenen Meistern auf dem Monte-Rosa-Massiv erzähle ich in der nächsten Folge meiner Lebensgeschichte.
Hari OM TAT SAT. Alles Gute!
Über den Kriya Yoga Podcast Deutsch
In diesem Podcast teile ich meine persönliche spirituelle Reise – von den ersten Schritten über die I AM Activity bis hin zum Kriya Yoga. Meine Geschichte zeigt, wie verschiedene spirituelle Wege und Praktiken sich ergänzen können und wie wichtig es ist, offen für neue Erfahrungen zu bleiben.
Wichtige Themen dieser Folge:
- Wie körperliche Einschränkungen zu spirituellem Wachstum führen können
- Der Wert verschiedener spiritueller Traditionen
- Die Bedeutung von Meditation und regelmäßiger Praxis
- Der Unterschied zwischen spirituellem Ideal und materieller Realität
- Die I AM Activity und ihre Praktiken
- Paramahansa Yoganandas Einfluss auf meinen Weg
Zum Abschluss: „Nur Gott ist groß“ von Bernd Prokop
Wenig überarbeitetes Transkript
Guten Abend oder hallo liebe Freunde des Kriya Yoga. Heute der zweite Teil der Geschichte meines Lebens. Und ich möchte gleich mal ein paar Ergänzungen machen zum ersten Teil. Also ich hatte da vergessen, ja nicht vergessen, aber es gibt so viel was nicht, was ich nicht erwähnen kann, aber die Bedeutenden, was später in die Zukunft noch hinein reicht, diese Sachen die möchte ich doch nicht unerwähnt lassen. Und eines davon war, dass ich ja sehr viel Sport gemacht habe in meiner Jugend vor allen Dingen Fußball. Mehr gab es nicht bei uns auf dem Dorf, aber gut, ich war viel in der Natur draußen auch und da war ich dann in der neunten Klasse, ja neunte Klasse. Und das war dann vor Pfingsten, da haben wir dann ein Aufstiegsspiel oder ein Freundschaftsspiel gemacht gegen den Nachbarort Konstein. Und da habe ich mir dann den Fuß vertreten. Da bin ich in ein Mauseloch hineingetreten. Das hat sich ganz komisch angefühlt, da habe ich mich dann auswechseln lassen und bin dann zum Arzt. Ich hatte einen dicken Fuß und der hat gesagt, ja sie haben, äh, zum Orthopäden bin ich nicht nur zum Arzt, sondern zum Spezialisten gleich. Zum Orthopäden. Der hat gesagt: Ja sie haben Senkspreizfüße und hat mir dann Einlagen verschrieben dazu und ich habe aber gespürt, da ist irgendwas, dort stimmt etwas nicht.
Gut, ich habe mich dann, ja weil da gerade Not am Mann war. Es war gerade das Jahr, in dem wir mit der Mannschaft aufgestiegen sind, Dorfmannschaft und da waren dann noch so Entscheidungsspiele, die wir noch zusätzlich danach absolvieren mussten, da musste ich dann antreten. Und auch in diesem Jahr war dann von der Schule her, da gab es so bayernweite Turniere, Schulturniere und da sind wir auch in diesem Jahr weitergekommen und dann haben wir auch noch zusätzlich ein Spiel gehabt gegen unsere Lehrer. Unsere Klasse gegen eine Lehrermannschaft und überall habe ich mich dann entschlossen anzutreten, obwohl ich eigentlich einen verletzten Fuß hatte. Aber gut, der Arzt hatte gesagt: Senkspreizfüße. Dabei hat sich das alles nur noch verschlimmert.
Als dann wirklich alles schon zu Ende war, dann bin ich noch … ein paar Mal haben sie mir dadrauf geschossen, dann, ich hatte eine Bänderdehnung und das wurde dann mehrmals noch überdehnt, so dass ich dann zum Hausarzt gegangen bin und habe ihn gebeten, er solle mir doch einen Gips hinmachen und der hat mir dann so provisorisch und Gips hingemacht. Dann war irgendwie alles schon zu spät. Also ich habe es nicht auskuriert und dann habe ich das hingezogen, dann habe ich pausiert und erst ein Jahr danach bin ich dann nochmal zu dem Arzt gegangen und dann hat er festgestellt: Ach sie haben ja eine Bänderdehnung. 6 Wochen muss es in Gips. Ich hatte ein Jahr zuvor dann beim Hausarzt 2 Wochen Gips, dann 6 Wochen Gips. Da musste ich mich dann zügeln, also da war dann angesagt, dass ich mich kaum bewegen konnte, das war starke Bremse in meinen Lebensgang.
Damals musste ich mich dann ziemlich umorientieren, denn der Fuß, der wurde nicht mehr so, dass ich damit Fußball spielen konnte. Der war dann ausgeleiert und ich hatte dann eigentlich immer Probleme damit. Das hat eben zu 2 Dingen geführt, einmal dass ich dann von der Ebene, der sportlichen Aktivität meine Interessen, meine Zeit, meine Energie abziehen musste und habe die dann mehr auf die Musik gelegt, also so Jazz und bin da ein bisschen rein, Schule, da hat mir ein Lehrer, der mich da unterstützt hat oder wo ich dann Jazzband spielen konnte und neben der Blaskapelle. Dann habe ich halt mich mir aufs Lesen auch verlegt, also vorher hatte ich wenige gelesen. Ja in der Schule hat man natürlich Kontakt mit Leuten, die dann belesener sind, auch Frauen oder Mädchen, denen man dann ein bisschen nachgeschaut hat. Also meine Eltern, die waren dann so frei, haben sich einfach mir überreden lassen, da gab es so ein Angebot, tausend Bücher der deutschen Klassiker oder auf jeden Fall ganz viele Bücher, ich weiß nicht, ob es tausend waren. Da waren halt die, ja, ich glaube schon von 16. Jahrhundert Gedichte dann auch 18. und 19. Jahrhundert war, glaube ich, vertreten. Da habe ich dann viel gelesen.
Meine Energie und Zeit wurde halt umgeschichtet auf andere Interessen und außerdem habe ich natürlich da, weil es ganz klar war, dass hier der Arzt, der Gott in Weiß, wie ich natürlich das auch anerzogen bekommen habe, dass der da nicht ganz auf der Höhe der Entscheidung war, mit dem, was er gemacht hat, und das hat mich dann schon zum Nachdenken gebracht und hat, da habe ich dann zu zweifeln begonnen, was Ärzte überhaupt können und das war auch der Beginn meiner Abwendung von allen ärztlichen Ratschlägen mit der Zeit, hat natürlich, hat sich langsam ausgedünnt, aber jetzt ist es soweit, dass ich eigentlich keinen Pfifferling mehr gebe. Natürlich, wenn ich jetzt eine akute Verletzung habe, dann gehe ich natürlich zum Arzt, aber irgendwelche Beschwerden … Gut, zum Zahnarzt gehe ich halt. Ich bin halt darauf gekommen. Also sehr vieles kann man selber heilen, wenn man ein paar Prinzipien befolgt: Also Ruhigstellen, wenn irgendwas gedehnt ist, man muss es gar nicht gipsen. Also ich habe dann später mal, habe ich mir den linken Fuß genauso vertreten, mindestens genauso. Da habe ich nichts gemacht, bin ich gar nicht zum Arzt gegangen, aber ich habe dann gewusst, was ich machen muss. Ich habe halt darauf geachtet, dass der Fuß möglichst nicht mehr so belastet wird oder nicht mehr die Stelle dann nochmal überdehnt wird, bis es geheilt wird. Da war ich im Urlaub und war zwei Monate nicht beim Arzt und bin dann lieber, bin weiter im Urlaub gefahren und bin da auch viel gelaufen damit, ohne dass das dann langfristig etwas ausgemacht hätte oder was Größeres zumindest.
Das und dann: Ich hatte ja den Glauben verloren und dann in der elften Klasse war das dann so, da hatte ich dann auch eine, ja, ich verliebte in ein Mädchen und das hat mich schon ein bisschen so auf Bach (den Komponisten) gebracht und dann, die war auch immer so religiös, die hat im Kirchenchor gesungen, im Domchor in Eichstätt und da habe ich mich dann auch wieder ein bisschen für so Themen interessiert, habe das Buch gelesen: „Tod, wo ist ein Stachel“ von Jean E. Charon, hieß das. Als ich das dann gelesen habe, da irgendwie ziemlich zum Ende, hatte ich dann so Erkenntnisgefühle. So zwei, drei Tage lang. Da war ich in einem richtigen Gefühlshoch, ja, Erkenntnisgefühl. Ich habe gedacht, es gibt Gott und so und das hatte ich dann auch noch einmal später. Damit habe ich mich dann wieder hingewandt zum Religiösen, habe dann auch die Exerzitien mitgemacht.
Diese zwei Dinge und dann, womit ich jetzt aktuell zu tun habe, dass eben der Hof, den meine Großeltern übernommen haben in Wellheim, den konnten sie zuerst nur pachten, weil sie auch nicht das Geld hatten vor dem Krieg, das ging dann an die Gemeinde über und da wollten sie es kaufen während der Kriegszeit, da ging es dann nicht und danach, da wurde es dann auch nicht hergegeben, weil dann Flüchtlinge kamen und dann wurde der Ort verpflichtet, Flüchtlingsunterkünfte zu erstellen. Dann wurden zwei Gemeindehäuser gebaut, wie das heißt, auf dem Gelände des Hofes, den mein Opa damals gepachtet hat und der Hof wurde eben geteilt und ein langer Stadel, wo die Kühe drinstanden, der wurde dann abgerissen, da kam ein Gemeindehaus hin und noch ein anderer Teil, da kam noch einmal ein Gemeindehaus hin. Dann wurde das halt ziemlich eng. Mein Opa musste dann einen großen Schuppen und einen Stadel mit Kuhstall und Schweinestall noch bauen, war ziemlich beengt. Eins war noch, dass eben das Geld dann 48 wertlos wurde nach dem Krieg. Der Viereckhof wie das meine Mutter immer noch sagt, der alte Viereckkopf, das war ihr Ziel, ihr Traum, dass der wieder zurückkehrt in ihren Besitz und das hat sie jetzt auch wieder. Aber leider ist sie jetzt in dem Alter, wo sie nicht mehr tagkräftig ist und mein Vater auch, die haben das noch begonnen, alles eingeleitet 2020 und dann, ob das jetzt an den Corona-Impfungen liegt oder nicht, ist natürlich nicht nachweisbar, auf jeden Fall mit der Zeit hat mein Vater geistig ziemlich abgebaut und meine Mutter ist nicht mehr fähig körperlich, da viel zu machen. Da ich der einzige bin, der noch zu Hause ist, sind die ganzen Aufgaben an mich übergangen, die ganzen weltlichen Aufgaben, von denen ich so lange verschont worden bin, weil meine Eltern so strebsam waren und eigentlich immer alles selber machen wollten, keine Verantwortung aus der Hand geben wollten, auch nicht kochen, mich nicht kochen ließen, alles immer selber gekocht haben. Jetzt bin ich gezwungen, das alles nachzuholen.
Gut, aber wir waren ja stehen geblieben in der Zeit, wo ich dann diese Bücher von der I AM-Activity kennengelernt habe. Darin habe ich mich richtig ja reingefuchst. Das kannte ich ja alles noch nicht, diese esoterische Welt, damals war das noch etwas Geheimes. Da wurden die Bücher unter der Hand weitergegeben. Dann lebt man da in Gedanken, in einer ganz anderen Welt und bildet sich viel ein und dann kommt es halt irgendwann zum Absturz, ja dann. Also da fällt man dann wieder raus, dann sieht man, also man hat andere Gedanken, aber das Sein ist immer noch verhaftet in der alten Welt, also energetisch hat sich nicht viele geändert, das Bewusstsein, die Gedanken sind anders, Bewusstsein eigentlich noch nicht so sehr anders.
Ich habe halt meditiert, zu meditieren habe ich gleich begonnen. Im ersten Band, die ist also in den „Unveiled Mysteries“ (Entschleierte Mysterien) auf Seite 10 oder 11, ist dann eine kleine kurze Meditationsanleitung beschrieben und von Saint Germain auch angeraten, dass man das dreimal täglich macht, diese Meditation. Seitdem habe ich dann auch, seitdem ich das gelesen habe, habe ich dann täglich zwei oder dreimal, zuerst zweimal und dann auch dreimal, dreimal, meditiert die ersten, zweite Jahre oder drei Jahre, glaube ich mindestens, wo ich mich dreimal hingesetzt habe für 10, 15 Minuten und da habe ich das angewöhnt, halt mich hinzusetzen und das war nicht anders, wie bei jedem, der anfängt zu meditieren. Ich bin da auch nicht vom Himmel gefallen als Gutmeditierender. Das war mit 10 Minuten, damit kommt man nicht tief rein, aber es war ein Anfang und ich habe es dann nicht aufgegeben und habe dann versucht, das auszudehnen. Aber jetzt sind wir erst einmal bei der I AM Activity. Da habe ich die Bücher gelesen. Das habe ich im Februar so angefangen, dann im Juni, Juli war ich dann fertig. Danach gab es diesen Absturz.
Dann wollte ich auch das Wohnheim verlassen oder die Zivildienststelle. Dann habe ich im Urlaub, bin ich dann nach München gefahren, habe dann versucht, eine andere Stelle zu bekommen, weil ich mich auch irgendwie geschämt habe, irgendwie. Ja, es war eben nicht einfach da mit meinen eigenen, mit meinen eigenen Unvollkommenheiten diese neue Welt zu bewältigen. Die ganzen Herausforderungen. Da wollte ich irgendwie flüchten. Aber es gab dann nichts, nichts Besseres, ich bin dann von der Nachtschicht herausgegangen und bin dann in die Tagschicht gegangen, also normale, eine Woche Früh- und einmal Spätschicht. So habe ich dann halt meine Zeit genutzt, viel zu lesen.
Ich bin dann eben im Herbst 1985 war das schon, bin ich dann in die „Foundamentals“ gekommen. Die „Foundamentals“ ist ein Vorbereitungskurs für die I AM Activity, die haben ja so Sanctuaries, so kleine Versammlungsräume, schön ausgestattet mit viel Pink, mit viel Violett und dann ist vorne, steht ein Rednerpult, ein Altar und ja, so die Devotionalien, Bilder von den Meistern. Da fand das statt, also es waren so aus den Schriften der I AM also vor allen Dingen den Ascended-Master Decrees bzw. Discourses, da wurden Abschnitte herausgezogen, in einen Hefter versammelt, also zusammen, also schon gedruckt, aber in einem Hefter war es abgelegt. Das musste man durcharbeiten in 10 oder 12 Sitzungen. Da ja, wurde gelesen und ja, und da wurde man eben eingeführt. Das musste ich mitmachen und dann, nachdem ich das durchlaufen hatte, konnte ich dann schon nach Weihnachten 1985 mit nach Zürich, also in Deutschland gab es drei so kleine Grüppchen in Frankfurt, in Esslingen und in München und in Zürich oder in der Schweiz allgemein, da gab es richtig, oder da gibt es viel mehr Anhänger der I AM Activity.
Dort fanden die großen Klassen, hieß es, glaube ich, Klassen, also Versammlungen statt, wo dann morgens und abends da zusammen dann diese Art von Gottesdienste abgehalten wurden. Ja es war angelehnt an den katholischen Gottesdienst, aber es dauerte länger, viel länger, zwei bis drei Stunden, immer. Ja, es gab eine Predigt. Predigt aber in der Form, dass eben die Schallplatten der Ascended Master Durchsagen oder Discourses abgespielt wurden. Dann gab es halt so Ablauf von verschiedenen Sachen. Es wurde etwas vorgelesen auch, zeremonielle Sprüche wurden da wiederholt und dann wurden vor allen Dingen Decrees gesprochen. Das sind so: Decrees sind so Befehle an den Himmel, dass die kommen sollen oder das und das machen sollen gegen die Sinister Force (unheilvolle Kraft) und so und das gab immer sehr viel Energie. Also da war schon was los, so energetisch und hat auch anfangs sehr viel Spaß gemacht. Also es war alles neu und Weihnachten waren wir in Zürich, dann Ostern auch in Zürich und dann …
Ja das war dann 86 schon. 86 Ostern war ich auch in Zürich, dann danach war dann der Bürgenstock. Also Bürgenstock das liegt am Vierwaldstätter See. Jetzt steht da ein ganz nobles Hotel da droben. Damals war das ja da war das noch ein bisschen einfacher, da waren wir also oben mit der I AM und einer aus Deutschland, der Gerhard, der war schon 20 Jahre älter, ein gestandener Mann ein Unternehmer. Der hat dann die jungen Leute, also den Martin, den Pianisten und mich, den hat er dann mit in so eine Holzhütte genommen, die er da gemietet hat. Er hat die ganze Hütte gemietet. Dort hatte ich ein kleines Zimmer und dort haben wir dort für wenig Geld oder haben wir gar nichts zahlen müssen, eigentlich nur dann die Reise, die Fahrtkosten und da konnte ich dann drei oder viermal, hab ich dann teilgenommen. Das war eine sehr schöne Veranstaltung, sehr prägend auch und vor allen Dingen, als ich da hingefahren bin und zurück, da habe ich gedacht, ich bin da irgendwie ausgetauscht. Ich bin da irgendwie auf eine höhere Stufe des Seins gerückt. Also mich haben diese Anfechtungsgedanken nicht mehr so viel ausgemacht. Also es war sehr schön dort.
Dann war der Zivildienst zu Ende, im Frühjahr, also April 1986. Dann war die Frage, was ich mache. Ich war eigentlich Feuer und Flamme für den spirituellen Weg. Ich wollte da eben möglichst bald den Aufstieg erreichen, oder das, was eben die Aufgestiegenen Meister angeblicherweise da gemacht haben. Also nicht angeblicherweise, aber so wie es halt in den Büchern dargestellt wurde und das ist eben nicht so, wie es in Wirklichkeit ist, es ist ein bisschen so, ja, für unsere Ebene halt runter übersetzt. Aber man macht sich halt falsche Gedanken und da wollte ich halt vorankommen und hab eben dann erst erfahren müssen, dass wir halt hier in diesem Leben stehen und das Leben leben müssen in dieser materiellen Welt und wir müssen das Geistige mit diesem Materiellen ein bisschen in Einklang bringen. Man darf da eben nicht so radikal sein. Ich wollte dann auch teilweise meine, man habe einen Gut dann verkaufen, also ich, oder hab das auch dann hergegeben, meinem Bruder.
Ich habe mich dann von meinen Eltern dann getrennt, bin dann untergetaucht und ja, hab mich eben zurückgezogen. Meine Eltern haben das nicht verstanden, die haben da, ja sind zum ehemaligen Pfarrer oder zum Religionslehrer und zu staatlichen Stellen, zur Sektenbeauftragten und wollten mich da rausholen aus dieser Sekte. Und haben da irgendwelche Bücher gekauft, haben sich da aufhetzen lassen. Also mir ging es in dieser I AM Activity eigentlich sehr gut. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Das war genau das, was ich wollte und auch das, was ich brauchte, um mich da ein bisschen rauszuziehen aus dieser materiellen Welt. Da muss man mal ein bisschen aussteigen, also Sekten wird immer so verteufelt, aber das sind halt diejenigen, die das nicht verstehen und eben diese Angehörigen vor allen Dingen.
Sekten, natürlich ist das auch nicht das Ende des Liedes, Sekten. Das ist aber ein Baustein, ein Weg, eine Erfahrungsmöglichkeit, die mir sehr viel gebracht hat und ich denke auch, jeder, der mal aus der Religion, in die er hineingeboren wurde, herausgeht und mal was anderes anschaut, der kann da nur gewinnen. Dann lernt man schon, oder dann bekommt man zumindest ein bisschen mehr gespürt dafür, für den Gehalt auch. Anders geht es auch nicht: Man muss sich mit verschiedenen Dingen beschäftigen. Also überhaupt nicht spirituell zu sein, das ist bedauerlich und noch bedauerlicher oder mindestens genauso bedauerlich ist jemand, wenn er in seiner angestammten Religion, also in dieser Massenorganisation, wo ganz oberflächliches spirituelles Wissen da vermittelt wird, nicht rauskommt oder meint, das ist schon alles, was es gibt. Also das ist mit Nichten so. Es gibt sehr viel mehr, es ist gut, wenn man eine Grundlage hat mit einer Religion und die katholische Religion ist, da, glaube ich, eine ganz gute Vorbereitung. Das ist ohne Zweifel so, glaube ich, im Vergleich zur Evangelischen. Dort ist nicht mehr viel mit Spiritualität los. Die anerkannten Religionen in unserer Gesellschaft, die sind sehr weit entfernt von dem, wo es eigentlich wirklich hingeht. Aber ja, das ist ein anderes Thema. Gut, es geht ja darum, was ich da erlebt habe. Also es ging dann weiter.
Dann war ich halt auf dem Bürgenstock und dann … Ja ich wollte dann in die USA. Dort fanden dann oder finden auch immer noch, oder ich weiß nicht, damals fand eine Jugend Conclave, Youth Conclaves und eine Adult oder ich weiß nicht mehr, wie das hieß, für die Erwachsenen eine Conclave, also eine Zusammenkunft statt. Das war am Shasta Springs, also Mount Shasta, der erste Band spielt großteils am Mount Shasta und das war eben der Ort, wo die ein Zentrum hatten, mit Blick auf den Mount Shasta, ein sehr schön gelegenes Gelände mit Unterkünften, mit einer Veranstaltungshalle, mit Speisesaal.
Da kam ich eben raus vom Zivildienst und dann habe ich erst einmal ja Geld besorgen müssen oder für die Amerika Reise, da war es schon das Ziel, dass ich da nach Amerika reise und dann habe ich da eben bei Daimler, oder bin zum Arbeitsamt und dann wurde, zuerst wurde ich abgelehnt und dann plötzlich von einem aufeinander Tag bekam ich einen Anruf, also werden Leute gebraucht. Dann bin ich zu Daimler und dann habe ich da eben acht Stunden so nicht am Band, sondern schon ein bisschen interessantere Aufgabe, ich musste so Motoren, die aussortiert wurden … Also bevor der Motor eingebaut wurde, wurde er dann noch einmal durch so eine Prüfstelle geschickt, wo dann so Leute da, das Motorgeräusch checkten und wenn da irgendwas nicht so klang, wie es sein musste. Dann wurde der Motor aussortiert wieder und ich musste dann auseinanderlegen und dann aufschreiben, ob was kaputt war oder ob irgendwas gefehlt hat und wenn ja was. Und meistens haben dann wirklich irgendwelche Teile gefehlt, die am Band nicht eingebaut wurden. Ja das war meine Aufgabe für sechs Wochen, glaube ich, mindestens oder zwei Monate.
Eine wichtige Erfahrung war, dass ich gemerkt habe: Acht Stunden Arbeit, 8-Stunden Arbeitstag, also das ist noch mal was ganz anderes als das, was ich da in dem Altenheim hatte. Dort (im Altenheim) war das ein bisschen lockerer noch, da hatte ich mehr Zeit zum Lesen. Aber dort (bei Daimler), erst mal musste ich hinfahren, dann wieder nach Hause fahren, wo schon glaube ich immer eine Stunde drauf ging und dann kam ich dann auch noch körperlich ziemlich müde nach Hause und da hat man ganz wenig vom Leben. Das war dann für mich schon klar, das ist so was will ich nicht und da war dann mein Ziel, ich wollte mal studieren und ich wollte studieren etwas, wo ich viel Zeit habe. Wo ich also nicht so viel Zeit fürs Studium aufwenden musste und dann kam ich eben auf den Gedanken, dann nehme ich halt das Studium, was ich eigentlich schon kann, BWL, hatte ich als Leistungskurs beim Abitur, da hatte ich auch eine Eins geschrieben im Abitur und dann habe ich mich eben in Stuttgart an der technischen Hochschule, T.U. Stuttgart hieß es. Dort habe ich mich dann eingeschrieben für den Studiengang BWL t.o. technisch orientierte BWL, also 25 Prozent technisches Fach, also keine Wirtschaftsinformatik oder so etwas, wo halb halbe ist, sondern ein Viertel davon sollte dann mit einem technischen Fach und auch nicht nur Informatik, sondern man konnte wählen, aber ich habe dann Informatik gewählt und das war das, wo ich mich dann schon einschwang drauf und dann habe ich eben bei Daimler sechs Wochen oder acht Wochen gearbeitet, habe gutes Geld verdient, also ich hatte schon vorher Ferienarbeit gemacht, verschiedene Stellen, Dachdecker, Erdbau und Gemeinde und solche Sachen. Aber bei Daimler habe ich das Drei- bis Vierfache verdient als einfacher Ferienarbeiter.
Aber gut, dann bin ich nach Amerika im Sommer alleine hingefahren. Das war 86 ja. 1986 war dann noch einmal das am Bürgenstock und dann ging es weiter, dann Weihnachten wieder in Zürich.
Das war dann schon 1987, dann im Frühjahr, da habe ich mich dann entschlossen nach Chicago zu fahren. Denn dort war auch, Osterklassen waren dort. Also Zürich hatte ich ja schon gekannt. Deshalb wollte ich dann noch woanders hin. Dann bin ich nach, nach Chicago eben für drei Wochen, habe da auch eine Woche mitgemacht, eine Woche vorher, eine Woche nachher war ich noch in Chicago, habe mir ein bisschen was angeschaut. Also Amerika, ja, war natürlich schon beeindruckend mit den Wolkenkratzern in Chicago. Das war eine ganze andere Welt …
Ich habe dann schon, als ich dann umgezogen bin. Ich bin ja da dann umgezogen von dem Altenheim, da war dann die Frage, wo ziehe ich hin. In dem Sanctuary in Esslingen, da ist gerade eine Frau, die war so Fußmanikürin. Die hatte da zuerst ihre Praxis da drin und hat auch gewohnt drin, aber die hatte geheiratet und ist ausgezogen und wurde gerade frei und da bin ich dann rein gezogen und dann habe ich da eben mehr oder weniger in dem Sanctuary drin gewohnt und war dann auch an der Quelle der Bücher und auch der Schallplatten. Ich habe mich dann immer versorgt mit den „Diskourses“ von den verschiedensten Meisten. Dort gab es Tausende von Schallplatten, also dort gab es natürlich nicht Tausende. Aber die dort waren, die waren ausreichend. Die habe ich mir immer auf meinen Walkman gezogen und habe dann ständig nebenbei auch diese, diese Durchsagen der Meister, Aufgestiegenen Meister angehört und lebte halt da in dieser Welt, die ich damals noch nicht richtig mit der materiellen zu verbinden wusste.
Zuerst habe ich das ziemlich locker genommen, aber dann musste ich doch mehr fürs Studium tun oder zumindest, ja, ich wollte dann schnell fertig werden, war nach dem dritten Semester schon, habe ich dann das Vordiplom gemacht und dann bin ich schon ins Hauptdiplom gekommen und wollte dann eigentlich schon nach drei oder vier Jahren wollte ich dann fertig werden mit dem Studium. Ja, ich hatte ja nicht viel Interessen, da einerseits diese I AM Activity. Aber ich hatte keine, ja, keine, keine Freunde, eigentlich null Freunde während des Studiums, war immer zurückgezogen und habe aber, als ich dann in dieses Sanctuary gezogen bin, dann auch natürlich durchstöbert, was da alles war.
Am Dachstuhl hat noch ein Zimmer dazugehört, wo noch ein Schrank stand mit Büchern und habe ich dann auch reingeschaut und da stand dann ein Buch, was sehr prägend und für mich, ja, sehr bedeutend ist immer noch: „Die Autobiografie eines Yogi“. Die habe ich dann auch gleich angefangen. Das war Pfingsten 1986, habe ich damit begonnen und das hat mich gleich in ersten Seiten ergriffen. Ich habe mir sehr lange Zeit gelassen, das zu lesen, habe immer nur ein paar Seiten gelesen oder ein oder zwei Seiten jeden Tag und bin dann erst im Frühjahr 1987 fertig geworden mit dem Buch und dann habe ich … Da war dann so eine Adresse und Werbung drin, man könnte jetzt die Lehrbriefe bestellen. So habe ich dann nach Amerika geschrieben und habe dann diese Lehrbriefe abonniert.
Die habe ich dann auch erhalten, habe dann begonnen 1986 zu studieren. Damals hatte ich so eine Jacke gehabt, habe ich dann mir von meiner Mutter so was oder von der Näherin so eine Seitentasche hineinschneidern lassen, wo ich dann immer diese Lehrbriefe reinstecken konnte. Da war ich dann immer bewaffnet so mit ein oder zwei Lehrbriefen und immer wenn ich so ein bisschen Freiluft hatte oder Freiheit, da während des Studiums mal kurz mal einePause zwischen zwei Vorlesungen oder bei der Fahrt mit der S-Bahn, habe ich ein bisschen gelesen und bin dann so durch diese Lehrbriefe gekommen und habe dann dort richtig gelernt zu meditieren. Weil ich nämlich diese einfache Anweisung, die in diesem „Unveiled Mysteries“ (Das Buch „Entschleierte Mysterien“ aus dem FYÜ-Verlag) gegeben wurde zu meditieren, die habe ich zwar redlich befolgt. Aber irgendwie schien mir das nicht so ganz koscher zu sein. Also nicht so ganz ganz stimmig. Also ich bin damit nicht richtig weitergekommen, wusste nicht …
Dort war von Herzzentrum die Rede, war das jetzt mein physisches Herz, war das mein Herz Chakra oder war das vielleicht sogar hier das Ajna Chakra? Also irgendwie ja suchte ich dann nach was anderem und ich erhoffte mir dann eben bei Yogananda, weil ich eben gedacht habe, so einer müsste dann auf jeden Fall wissen, was gut ist und wenn das aus Indien kommt, die sollen ja wissen, wie man meditiert, dann wäre ich dort sicher an der richtigen Quelle und habe dann eben diese Lehrbriefe kommen lassen, die sind dann eben im Frühjahr 87 eingetrudelt und dann schön langsam eben diese Energetisierungsübungen, die Hong-Sou Meditation, nach Hong-Sou (das ist eine Konzertionsübung) dann später kam dann noch die OM-Meditation und die kamen dann genau immer richtig eigentlich. Also 87 im Sommer, da bin ich dann nicht nach Amerika gefahren, sondern da war ich ja schon mal, das war dann nicht mehr so interessant, war zwar schön, aber da habe ich dann geplant, also zum Bürgenstock wollte ich wieder im Herbst 87 und dann wollte ich dort diesen Ascended Master Retreat … Also es hieß, in jedem Gebirge ist von den Ascended Mastern (Aufgestiegenen Meistern) so ein Zentrum und wie der Protagonist der „Unveiled Mysteries“ (Entschleierte Geheimnisse), der Godfré Ray King oder Guy W. Ballard, wie der damals dem Aufgestiegenen Meister begegnet ist, so habe ich gedacht: Ja, wenn ich jetzt diesen, also diesen Mount Shasta hatte ich ja schon bestiegen im Rahmen dieses Aufenthalts 86, da gab es eine Exkursion hoch. Zwar waren wir nicht ganz oben, aber ich bin da rumgelaufen und da hat sich nichts getan.
Da habe ich gedacht, ja, ich werde jetzt den Monte Rosa … Da hieß im Monte Rosa, auf dem Monte Rosa Massiv, da ist dieses Ascended Masters Retreat und wenn ich jetzt da hingehe, vielleicht treffe ich dort … Das war irgendwie der unterschwellige W++unsch, der da, glaube ich, dahinter spielte.
Aber das, so weit heute, wie die recht dramatische Suche nach den Aufgestiegenen Meistern auf dem Monte Rosa-Massiv verlaufen ist, das erzähle ich in der Folge zweier Folgen für meine Lebensgeschichte reserviert. Hari OM TAT SAT. Alles Gute. Tschau.
Zum Abschluss ein Song aus dem
Nur Gott ist Groß Album von Bernd Prokop
Nur Gott ist groß
er hält bereit,
die Gnade für die Ewigkeit.
Stehen wir im Sturm auch unbewegt,
Sehn wir sein Antlitz,
das uns trägt.
Nur „I AM“ ist groß
es hält bereit,
die Gnade für die Ewigkeit.
Stehen wir im Sturm auch unbewegt,
Sehn wir sein Antlitz,
das uns trägt.
Nur OM ist groß
es hält bereit,
die Gnade für die Ewigkeit.
Stehen wir im Sturm auch unbewegt,
Sehn wir sein Antlitz,
das uns trägt.
Nur Gott ist groß
er hält bereit,
die Gnade für die Ewigkeit.
Stehen wir im Sturm auch unbewegt,
Sehn wir sein Antlitz,
das uns trägt.
Nur OM ist groß
es hält bereit,
die Gnade für die Ewigkeit.
Stehen wir im Sturm auch unbewegt,
Sehn wir sein Antlitz,
das uns trägt.



