Kurzzusammenfassung

Die Folge untersucht, ob Kriya Yoga ohne Gottesvorstellung praktikabel ist. Ergebnis: Ja, technisch möglich – aber mit Gottesbezug oft wirkmächtiger und motivierender. Du differenzierst zwischen alltagsnahem Bewusstsein und vertiefter Meditation, in der sich das Gottesbild wandelt. Du skizzierst pantheistische Deutung („Alles ist Gott“), grenzt dich von abergläubischen Konzepten ab und vergleichst SRF/Yogananda (starker Gottes- und Guru-Bezug) mit Yoganis AYP (technikorientiert, „Guru in dir“). Fazit: Wer ohne Gottesbild beginnt, kann über Praxis dennoch zu tieferem Verständnis finden; mit reifer Gottesidee trägt die Praxis oft weiter.

Strukturiertes Transkript

Ist Kriya Yoga ohne Gott möglich?

Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute möchte ich eine fundamentale Frage behandeln: Ist Kriya Yoga ohne eine Vorstellung von Gott oder ohne eine Beziehung zu Gott möglich? Diese Frage lässt sich auf verschiedene Weise verstehen und verdient eine differenzierte Betrachtung.

Kriya Yoga als autogene Technik

Theoretisch ist es möglich, Kriya Yoga zu praktizieren, ohne eine Gottesvorstellung zu haben. In diesem Fall wäre Kriya Yoga vergleichbar mit autogenem Training – eine selbstschaffende Technik. Das Wort „autogen“ bedeutet ja bereits „selbstschaffend“. Kriya Yoga funktioniert in gewissem Sinne als eine solche autogene Technik.

Nach meiner Erfahrung ist die Praxis jedoch mit einer Vorstellung von Gott wirkmächtiger. Erstens entfaltet sie größere Kraft, und zweitens fällt es leichter, die nötige Motivation aufzubringen. In unserer Zeit würde ich sogar sagen, dass es extrem schwierig ist, den Weg nach innen mit der erforderlichen Konzentration und dem nötigen Antrieb zu finden, um Kriya Yoga zu praktizieren – ohne eine Gottesvorstellung erscheint mir das kaum möglich.

Die Rolle der Gottesvorstellung bei Yogananda

Dies erklärt auch, warum Yogananda den Begriff Gott so sehr betont. Er schreibt Gedichte darüber, erwähnt den Begriff immer wieder, und auch seine Schüler tun dies in ihren Vorträgen. Daya Mata hat sogar ein Buch mit dem Titel „God Alone“ verfasst. In der Self-Realization Fellowship (SRF) spielen sowohl Gott als auch der Guru eine zentrale Rolle.

Für jemanden mit einem rein materiellen Weltbild oder einem atheistischen Standpunkt wird es schwierig sein, sich auf diese Tradition einzulassen. Solche Menschen finden möglicherweise eher Zugang zu einem System wie dem von Yogani, das die Techniken nüchtern präsentiert, ohne religiöse Konnotationen.

Die Herausforderung des Anfangs

Um sich die Praxis „aufzuhalsen“ – solange man noch nicht die entsprechenden Erfahrungen gemacht hat, die zeigen, welche Glückseligkeit aus der Praxis von Kriya Yoga entspringen kann – braucht es eine starke innere Motivation. Die Segnungen manifestieren sich auf allen Ebenen des Daseins: körperlich, emotional, mental und spirituell.

Sobald man diese Erfahrungen gemacht hat, ist die Praxis kein Abrackern mehr. Doch bis man diese erste Hürde überschritten hat, erfordert es auch eine Umstellung im Leben – zumindest innerlich. Man muss sich reinigen und verschiedene Hindernisse ablegen, die früher solchen Praktiken im Weg standen, um dann bereit zu sein, tiefer einzusteigen und weiterzukommen.

Was ist Gott? Ein sich entwickelndes Konzept

Gott ist für jeden etwas anderes. Meiner Ansicht nach ist „Gott“ ein Hilfsbegriff für einen Bewusstseinsprozess. Die Gottesvorstellung eines Kriya Yogis, der ja mit der Praxis geistige und spirituelle Entwicklung durchmachen will, wird natürlich einer erheblichen Wandlung unterliegen.

Auch Gläubige in Kirchen oder den großen Weltreligionen machen einen solchen Prozess durch. Der Wandel ihrer Gottesvorstellung zeigt an, inwieweit sie Fortschritte machen oder Entwicklungen durchmachen. Es ist sogar ein schlechtes Zeichen, wenn man ein festes Gottesbild hat – etwa wie in einem Katechismus. Das ist ein Widerspruch in sich, wenn man glaubt, dass eine bestimmte Gottesvorstellung, die jemand oder eine Gruppe vorgibt, nachgebetet werden muss.

Gott erkennen als Lebensaufgabe

Gott ist alles, und Gott zu erkennen ist unsere Lebensaufgabe. Die Erkenntnis von Gott ist das, was wir mit Kriya Yoga erreichen wollen. Deswegen ist diese Suche und die Entwicklung der Gottesvorstellung auch endlos – oder zumindest so lange, bis wir selbst eins geworden sind mit Gott. In der Bibel steht ja auch: „Ihr seid Götter“ (Psalm 82,6; Johannes 10,34), was unsere Theologen natürlich anders deuten.

In der Bibel steht bereits viel von diesen Wahrheiten, die allerdings von bestimmten Theologen und Schulen, die in unserer Zeit dominant sind, anders gedeutet werden. Man kann aus der Bibel vieles herauslesen, was mit dem übereinstimmt, was Kriya Yoga vermittelt oder worauf Kriya Yoga aufbaut. Yogananda hat sein epochales Werk „Die Wiederkunft Christi“ (drei Bände auf Deutsch, zwei im Englischen) dazu genutzt, die Gemeinsamkeiten von Yoga und dem christlichen Weltbild aufzuzeigen.

Kriya Yoga ohne Gott: Das Yogani-System

Was werden diejenigen erleben, die Kriya Yoga ohne Gottesvorstellung üben? Das Yogani-System (die „Fortgeschrittenen Yoga Übungen“) ist ein Beispiel dafür. Dort kommt Gott nicht vor, und auch der äußere Guru – wie er in der SRF als notwendig und als 25 Prozent zum Fortschritt beitragend dargestellt wird – existiert dort nicht. Das Motto lautet: „Der Guru ist in dir.“

Yogani ist im Grunde ein System ohne Gott. Der Vorteil ist natürlich, dass auch Menschen, die keine Beziehung zu Gott haben, Zugang finden können. Ein Atheist oder jemand mit einem rein materiellen Weltbild wird sich kaum auf Yoganandas Lehren einlassen, wo so viel von Gott und der Verehrung des Göttlichen die Rede ist. Für solche Menschen ist ein System wie Yogani geeignet, das die Techniken nüchtern präsentiert.

Die Nachteile ohne Gottesvorstellung

Der Nachteil dabei ist natürlich, dass man die Vorteile, die ein Verständnis von Gott und Guru mitbringen, nicht nutzt. Man fährt sozusagen mit angezogener Handbremse. Langfristig mag das zwar bedeuten, dass Fortschritte langsamer kommen, aber es ist dennoch positiv zu sehen: Diejenigen, die so herangehen, finden überhaupt erst Zugang zur Praxis. Über die Praxis machen sie dann allmählich Fortschritte und entwickeln ihr Weltbild weiter – und zweifellos finden sie dann einen Zugang zu dem, was man Gott nennt.

Pantheismus: Alles ist Gott

Es ist etwas Schleierhaftes, nicht Fassbares. Jeder muss sein Gottesbild weiterentwickeln und sich selbst überlegen, was Gott ist und wie das zu fassen ist. Meiner Ansicht nach gibt es genauso viele Götter wie Menschen. Selbst ein Atheist hat seine „Götter“ – seine Vorstellung von der Welt, wie sie funktioniert. Das mögen primitive Götter sein, aber solange man nicht eins mit ihnen ist, solange man in der Dualität lebt, braucht man ein Gegenüber, das man als Gott bezeichnen kann.

Das Höchste davon ist „The most high living God“, wie es auch in der „I AM“-Bewegung heißt. Aber in Wirklichkeit gibt es unendlich viele Götter – man kann sie so betrachten, solange man im Dualismus ist. Sobald man den Dualismus überwunden hat und ins Advaita-Bewusstsein kommt, gibt es natürlich nur noch das Eine. Bei dem Einen gibt es auch nicht mehr „ich“ und „du“, sondern nur noch das „ICH BIN“, das Sein, mit dem man eins ist.

Gott im abergläubischen Sinne meine ich natürlich überhaupt nicht. Sondern Gott im Pantheismus: Pan bedeutet „alles“ – alles ist Gott im Grunde. Dieses Verständnis muss man allmählich entwickeln, und das hilft einem dann, Kriya Yoga kraftvoller zu praktizieren. Man hat mehr Motivation, ein größeres Bewusstsein, ein größeres Verständnis und kann dann ganz andere Fortschritte machen.

Meditation als Bewusstseinsreise

Ein weiterer Aspekt dieser Frage: Wenn man meditiert, ist es sowieso schon eine Zeitreise ins Bewusstsein – eine Reise in Bewusstseinstiefen. Man muss unterscheiden zwischen dem äußeren Bewusstsein, dem täglichen Bewusstsein, in dem man eine bestimmte Gottesvorstellung hat, die beschränkt und heruntergedrosselt ist aufgrund der Atmosphäre, in der man sich bewegt, der Gedanken und Gefühle, die man hat – und dem Bewusstsein, das man in der Meditation erreicht.

Das Ziel der Meditation kann man unterschiedlich beschreiben, aber mit dem Ziel geht eine Bewusstseinsveränderung einher. Idealerweise sollte man bei jeder Meditation ein bisschen tiefer hineinkommen, was auch damit verbunden ist, dass man ein weiteres Bewusstsein hat, mehr Glückseligkeit, größere Durchdringung – und damit ändert sich natürlich immer unsere Gottesvorstellung.

Die Gottesvorstellung, die man in der tiefen Meditation hat, unterscheidet sich deutlich von der im alltäglichen Bewusstsein. Im alltäglichen Bewusstsein gebraucht man andere Mittel, sich diese Gottesvorstellung zunutze zu machen, als in der tiefen Meditation.

Fazit: Ein dynamisches, sich entwickelndes Konzept

Es gibt nur das Eine, wir sind alle eins. Die Vorstellung, dass es Zweiheit gibt, ist im Grunde ein Trugschluss. Unsere Vorstellung von Gott ist damit nur ein Hilfsmittel auf dem Weg zum richtigen Verständnis dessen, was wirklich da ist – was man gar nicht ausdrücken kann, sondern nur erfahren muss.

Die Mittel sind uns an die Hand gegeben mit diesen Kriya-Yoga-Techniken, die von verschiedenen Lehren vermittelt werden. Eine Gottesvorstellung ist nichts Statisches – sie verändert sich im Laufe der Zeit, bei jedem Menschen. In jeder Meditation macht man eine Reise vom alltäglichen Bewusstsein mit seiner äußeren Gottesvorstellung zur Gottesvorstellung, die man in der tiefen Meditation erreichen kann. Optimalerweise geht man jedes Mal tiefer und erreicht damit in jeder Meditation eine neue, tiefere, wahrere Gottesvorstellung als vorher.

Also zusammenfassend: Es ist möglich, Kriya Yoga ohne Gott zu praktizieren, aber man kann sich glücklich schätzen, wenn man Gott im richtigen Verständnis hat – nicht als abergläubischen Gott, sondern im pantheistischen Sinne. Dieses Verständnis hilft einem, die Kriya-Yoga-Praxis kraftvoller zu gestalten, mehr Motivation zu haben und größere Fortschritte zu machen.

Hari Om Tat Sat. Alles Gute. Namaste.

Zum Abschluss Song von Bernd Prokop aus dem Sri Yukteswar Album: Oh Sri Yukteswar brass

Geringfügig überarbeitetes Transkript

Liebe Freunde des Kriya Yoga heute zu der Frage: Ist Kriya Yoga ohne Gott möglich? Wobei, diese Frage kann ja verschieden verstanden werden. Also ich beziehe mich da drauf jetzt: Ist Kriya Yoga ohne eine Vorstellung von Gott oder eine Beziehung zu Gott möglich? Denn, unter Gott kann man sich natürlich viel vorstellen.

Ja, das ist eine philosophische Frage, da kann man natürlich endlich diskutieren, gibt es einen Gott? Und ja, dann würde ja, wenn man sagen würde: Ist Kriya Yoga ohne Gott nicht möglich, dann heißt es ja im Umkehrschluss, weil die Leute ja Kriya Yoga praktizieren, es gibt einen Gott. Aber gut, so kann man es auch auffassen, aber es soll aufgefasst werden in dem Sinne, ob es für den Praktizierenden, ob es für den, ob es möglich ist, Kriya Yoga zu praktizieren, ohne dass man eine Vorstellung von Gott hat. Das heißt, dann wäre Kriya Yoga so etwas, wie ein autogenes Training.

Autogen sagt ja schon, selbstschaffend. Kriya Yoga ist in gewissem Sinne eine selbstschaffende Technik, eine Autogene Technik. Aber ich will es mal so ausdrücken, nach meiner Erfahrung ist sie mit einer Vorstellung von Gott wirkmächtiger. Das ist das eine, erstens wirkmächtiger, zweitens hat man leichter Motivation, also von daher kann ich mir vorstellen: Falls jemand keine Beziehung zu einem Gott, zu einem Göttlichen hat, dann wird er überhaupt nicht die Motivation …

Gut, in unserer Zeit, wenn einmal der Mainstream Kriya Yoga entdeckt hat, und alle machen Kriya Yoga, oder sehr viele machen Kriya Yoga. Dann werden auch die auf den Zug aufspringen, die jetzt keine Beziehung zu Gott haben. Aber in unserer Zeit würde ich sagen ist es extrem schwierig, den Weg überhaupt nach innen zu finden, so weit in dieser Konzentriertheit mit diesem Antrieb, wie es gebraucht wird, um den Kriya Yoga zu praktizieren, da ist es schwer möglich, meiner Ansicht nach, Kriya Yoga zu praktizieren ohne eine Gottesvorstellung.

Also grundsätzlich ist es möglich, den Kriya Yoga zu praktizieren, ohne eine Vorstellung von Gott. Wenn mal hier das FOMO (Fear of missing out) bezüglich des Kriya Yogas ausbricht, dann werden auch die Leute Kriya Yoga praktizieren, zumindest äußerlich, ob sie damit dann viel erreichen werden, ist die andere Frage, wenn sie auch keine Vorstellung an einem Glauben an Gott haben. Und ich denke auch, deswegen strapaziert Yogananda auch Gott immer so sehr, ja er schreibt Gedichte, erwähnt immer wieder den Begriff Gott, auch seine Schüler in den Vorträgen seiner Schüler, also Daya Mata hat ein Buch sogar verfasst, oder ich weiß nicht, vielleicht sind es auch Vorträge, zusammengefasst: „God Alone“, solche Titel gibt es dann.

Da spielt, in der SRF spielt Gott eine wichtige Rolle, und auch der GURU eine wichtige Rolle, GURU habe ich jetzt nicht, müsste ich auch noch einmal besprechen, eine Folge: Ist Kriya Yoga ohne GURU möglich? Aber jetzt mal Gott, ohne Gott ist es möglich, Kriya Yoga zu praktizieren, wie gesagt, würde ich sagen, ist sehr schwierig, man braucht, ja, um sich das aufzuhalsen, um aufhalsen … Gut, solange man nicht die richtigen Erfahrungen gemacht hat, die entsprechenden, um zu erkennen, welche Glückseligkeit aus der Praxis von Kriya Yoga entspringen kann, welcher Segen, welche Segnungen auf allen Ebenen des Daseins gesundheitlich, also körperlich, emotional, mental und spirituell …

Wenn man diese Erfahrung gemacht hat, dann ist es kein Abrackern mehr. Aber das ist halt so ein, bis man da mal reinkommt, man da diese erste Hürde überschritten hat, die dann auch eine Umstellung im Leben, im Lebenswandel erfordert zumindest innerlich, innerliche Reinheit, man muss sich reinigen, man muss auch verschiedene Sachen ablegen, die immer wieder, oder die früher das Hindernis zu solchen Praktiken darstellten, die muss man ablegen, um dann immer bereit zu sein, neu einzusteigen und dann auch tiefer reinzugehen und weiterzukommen.

Von daher würde ich eben sagen, Gott, eine Vorstellung Gott, Gott ist ja für jeden etwas anderes. Also meiner Ansicht nach, ist Gott ein Hilfsbegriff für etwas, für einen Bewusstseinsprozess und die Gottesvorstellung eines jeden, vor allem Dingen eines Kriya Yogis, der ja mit dem Kriya Yoga geistige, spirituelle Entwicklungen durchmachen will, dessen Gottesvorstellung wird natürlich auch einer ziemlichen Wandlung unterliegen.

Das kann sich ein so, ein Gläubiger, ja sicher jeder, ich denke auch die Anhänger von Kirchen oder von Religionen, von den Großreligionen, die machen natürlich auch einen Prozess durch und der Wandel ihrer Gottesvorstellung der zeigt natürlich auch an, inwiefern sie dort Fortschritte machen oder Entwicklungen durchmachen. Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man ein festes Gottesbild hat, auch so etwas wie ein Katechismus. Das ist ja eine Contradictio in Adjecto, ein Widerspruch in sich, wenn man an einen Katechismus glaubt, dass eine bestimmte Gottesvorstellung, die jemand oder eine Gruppe vorgibt, die muss man nachbeten.

Gott ist, oder das Gott ist alles und Gott ist, Gott zu erkennen ist unsere Lebensaufgabe. Die Erkenntnis von Gott ist das, was wir mit dem Kriya Yoga erreichen wollen. Deswegen ist diese Suche und die Entwicklung der Gottesvorstellung auch endlos oder sagen wir mal zumindest so lange, bis wir selbst eins geworden sind mit Gott. Das heißt ja auch in der Bibel: Ihr seid Götter (Ps 82,6, Joh. 10,34), was ja unsere Theologen natürlich anders deuten.

Aber man kann es auch sagen, dass auch in der Bibel schon drin steht, die Wahrheiten. Da steht ziemlich viel drin, was halt von bestimmten Theologen, von bestimmten Schulen, von bestimmten Geisteshaltungen, die in unserer Zeit dominant sind, dann natürlich anders gedeutet werden. Aber man kann aus der Bibel auch vieles herauslesen, was mit dem übereinstimmt, was Kirya Yoga vermittelt oder worauf Kirya Yoga fußt, aufbaut und so hat ja auch Yogananda sein epochales Werk:

„Die Wiederkunft Christi“, drei Bände, drei dicke Bände auf Deutsch, zwei im Englischen, ja darin dazu genutzt hier ein Zusammenschauen der Gemeinsamkeiten von Kirya Yoga oder von Yoga überhaupt oder von der indischen Geisteshaltung, indischen Weltsicht und dem christlichen Weltbild und christlichen Verständnis des Seins uns mitzugeben, das sicherlich auch hilfreich ist, ja das zu studieren.

Das was Yogananda über Gott sagt, sind natürlich auch nur Hilfestellungen, die man nutzen kann, um dann selber darauf fußend oder das überprüfend zu erforschen im Inneren und das sich zu Gemüte zu führen als Kirya Yogi ist sicher nicht schlecht. Aber was werden also diejenigen, die jetzt Kirya Yoga üben, ohne Gott für Erfahrungen machen? Ich meine, Yogani, das Yogani-System ist ja so etwas. Dort kommt ja Gott nicht vor. Dort kommt ein Guru kommt vor, aber als: „Der Guru ist in dir.“ Das heißt auch der äußere Guru, wie er in der SRF so als notwendig und als 25% Beitragleistender an unserem Fortschritt dargestellt wird, den gibt es dort auch nicht.

Also Yogani (die Fortgeschrittenen Yoga Übungen www.fyue.de) ist ein System im Grunde ohne Gott und die Nachteile dabei, nein die Vorteile sind natürlich, dass auch die Leute, die jetzt keine Beziehung zu Gott haben, die keinen Zugang zu Kriya Yoga in der Form von dem, was Yogananda vermittelt haben, wahrscheinlich noch eher bei dem, was Shibendu Lahiri, also in der Familientradition Lahiri Mahasayas vermittelt wurde. Dort geht es vielleicht noch eher, aber bei Yogananda, da ist so viel von Gott und Verehrung des Göttlichen, die Gurus auch und so.

Da wird sich ein Atheist, einer, der halt ein materielles Weltbild hat, nie hintrauen und für den ist dann vielleicht gerade so ein System wie Yogani, das uns vermittelt hat, also nüchtern, die Techniken präsentierend und da ein gewisses theoretisches Gerüst mitliefernd seiner ekstatischen Glückseligkeit und seiner, ja, ich kann das selbst gar nicht so richtig darstellen, wie er das immer macht. Das ist auch ein bisschen festgeschrieben.

Wie gesagt, in Wirklichkeit ist dieses Bild wandelbar und jeder muss eigentlich selbst versuchen zu forschen und zu Ergebnissen zu kommen, sein Weltbild, sein Gottesbild ständig weiterzuentwickeln und da sind so feste philosophische Konzepte, glaube ich, eher hinderlich. Das ist etwas so feste philosophische Konzepte, das ist etwas für einen intellektuellen Geist, wo halt mit Information gearbeitet wird, die hin und her geschoben wird. Was aber der Kriya Yogi versucht zu erlangen durch seine Praxis, ist natürlich erstmal inneren Status, innere Standfestigkeit, innere Ausgeglichenheit, innere Glückseligkeit.

Aber eben eine Erkenntnis dessen, was ist, und was ist Praxis bezogen, das ist Lebenswirklichkeit, das ist das ganze Leben auf alles, was man tagsüber erlebt, ist es anwendbar und es entwickelt sich wie gesagt ständig weiter. Das ganze Leben ist ein Schauspiel, wie das auch Yogananda sagt. Wenn man Kriya-Yoga betreibt, glaube ich. Viele verschlingen ja so Netflix-Serien oder wie halt so Spielfilme.

Es gibt ja auch, es gibt natürlich auch einige inspirierende oder viele inspirierende, ich weiß nicht, viele, auf jeden Fall gibt es inspirierende, aber vieles ist auch völliger Mist, im Vergleich zu dem, was der Kriya Yogi für den ist das ganze Leben, ein Spielfilm, ein Schauspiel, an dem man sich erfreuen kann, ein Krimi, den man auflösen will, wo man dahinter schauen will, wer ist der Täter, was geht da vor.

Das ist alles interessant für einen Kriya-Yogi. Er freut sich auf die Welt und versucht zu erkennen, zu verstehen, Verständnis zu haben für alles, was stattfindet, weil es ja auch heißt, ein Grundsatz im spirituellen Leben ist: „Alles, was ist, ist gut.“ Dann kann man mit diesem Grundsatz dahin gehen und fragen: Die ganze Welt oder alles, was hier stattfindet, warum ist das genau, was das stattgefunden hat, gut? Da kann man natürlich so Philister oder so Erbsenzähler da auf die Palme bringen oder da wird man gleich natürlich in irgendwelche Ecken gestellt, wenn man so etwas behauptet, weil die natürlich da kein Verständnis dafür haben.

Denn da gibt es natürlich das Böse und da sind die Guten, da sind die Egoisten, die Selbstlosen und die Teufel. Gut man muss da ein bisschen mitspielen in dieser Welt. Manchmal muss man halt ja mit heulen bei diesen Wölfen des Philistertums und muss sich nicht unbedingt zu erkennen geben oder ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, wenn man dann immer so heilig tut oder ja verständnisvoll, oder immer Friede, Freude, Eierkuchen oder so, das kommt teilweise nicht gut an, wird nicht verstanden und man muss da, man muss da in den Kategorien in denen man lebt, in der Kultur, in der man ist, muss man sich anpassen und muss nicht immer jetzt diese hehren Werte herauskehren.

Man muss natürlich innerlich dabei bleiben, alles ist gut und kann daran knabbern und sich fragen. Dabei darf man natürlich nicht Leute dann … oder wenn man merkt, dass man Leute dadurch provoziert, dann ist man lieber still und sagt: Rackert euch ab und bleibt in eurer Welt und ihr müsst selber darauf kommen. Da kann man niemanden die Aufgabe abnehmen.

Gut, aber ja das ist eine Aufgabe, die jeder hat. Und man kann natürlich da wenn man jetzt eben da keinen Zugang findet über diese Schiene mit Guru und Gott, dann ist es gut, wenn man etwas hat wie Yogani das geschaffen hat: Eine gottlose gurulose Technik, die von vielen so wie autogenes Training auch betrachtet wird und dann kann man natürlich damit praktizieren.

Der Nachteil daran ist natürlich, dass man das, was Gott, ein Verständnis von Gott und was ein Verständnis von Guru da mitbringt oder Gutes mit reinbringt, Vorteile bringt, deren geht dann verlustig und fährt im Grunde wie mit angezogener Handbremse und da kann es dann über lange Zeit natürlich … Gut man muss natürlich auch positiv sehen oder es ist positiv, denn diejenigen, die so herangehen, für die ist es natürlich nur förderlich, wenn sie überhaupt Zugang finden und dann über die Praxis dann schön langsam Fortschritte machen und dann entwickeln die natürlich ihr Bild von der Welt auch und finden dann vielleicht oder …

Ohne Frage finden sie dann einen Zugang zu dem, was man halt Gott nennt. Es ist sowieso etwas Schleierhaftes, nicht Fassbares. Jeder muss eben, wie gesagt, sein Gottesbild weiter entwickeln und muss sich selbst überlegen, was jetzt Gott ist, wie das wie das zu fassen ist und es wird meiner Ansicht nach gibt es genauso viele Götter wie Menschen. Jedes Menschen Gott, auch wenn er sagt, er ist Atheist, dabei sind auch Götter dann mit im Spiel. In diesem Sinne Vorstellung von der Welt, wie sie funktioniert. Das sind vielleicht primitive Götter.

Aber solange man nicht eins mit ihnen ist, solange man in der Dualität ist, braucht man ein Gegenstück, das man dann immer als Gott bezeichnen kann, das Höchste davon, das Höchste: „The most high living God“ wie es auch bei der „I AM“ activity heißt. Der höchste Gott, das ist im Grund der Gott, der so allgemein als der Gott angesehen wird. Aber in Wirklichkeit gibt es natürlich Milliarden, also unendlich viele Götter. Man kann sie so betrachten und solange man im Dualismus ist, gibt es das.

Sobald man den Dualismus überwunden hat, Adveita, in das Adveita Bewusstsein kommt, dann gibt es natürlich nur noch das Eine und bei dem Einen gibt es auch nicht mehr ich und du. Sondern dann kann es natürlich nur noch das dass „ICH BIN“ geben, das Sein, mit dem man eins ist.

Diese Entwicklung, auf diese begibt sich natürlich derjenige, der dann kein Gottesverständnis hat, wenn er so etwas wie autogenes Training oder auch Yoga oder Yoganis Yoga praktiziert. Der wird dann unweigerlich oder notwendigerweise dann irgendwann mal auch ein umfassendes Bild von dem, was die Welt antreibt, wie sie aufgebaut ist, sich bilden müssen, was ihm dann auch wieder hilft, die Techniken dann besser anzuwenden und vielleicht dann auch Fortschritte zu machen oder sein Bild auszuweiten, dann über Yogani hinaus zu gehen, vielleicht auch noch das rein zu nehmen, was Yogananda gesagt hat oder was in anderen Kriya Linien wie der dynastischen Linie die ja ich vertrete auch, oder die ich dann weiter bilden kann, das hinzunimmt.

Aber solange man eben da noch in dem Atheistischen, also ohne Gottverständnis ist und dann die Kriya Yoga Techniken, wie sie ja die Wirbelsäulenatmung von Yogani auch, zumindest die und dann noch einiges anderes. Ich habe das auch einmal in einer Folge dargestellt, inwieweit oder was die Beziehung von Yoganis Kriya Yoga oder wie weit das Kriya Yoga ist, im Vergleich zu anderen Kriya Yoga Zweigen. Da wird man das eben so praktizieren, ohne ein Verständnis. Viele die ich dort gekannt oder kennengelernt habe, die Yogani folgen, die sind aber ja auf den dann auch fixiert und sind nicht offen für anderes, was auch sicher sein Recht hat.

Das muss jeder selber mit seinem Bewusstsein oder mit sich selber klarkommen. Das muss aus dem Inneren herauskommen und es wird aus dem Inneren herauskommen, sobald man bereit dazu ist. Ich vertraue auf den Gott in jedem, der eben praktiziert und der dann notwendigerweise durch Gott, also Gott ist ja der, der uns vorantreibt, der uns Erlebnisse in das Leben bringt. Erlebnisse, Erkenntnisse, Personen, Schriften die uns zu erweitertem Verständnis verhelfen, Erfahrungen natürlich auch.

Also so, in diesem Sinne also. Es ist auf jeden Fall möglich, Kriya Yoga auch ohne Gott zu praktizieren. Aber ich würde auch wieder sagen: Man kann sich glücklich schätzen, wenn man Gott im richtigen Verständnis natürlich, wenn man jetzt Gott so als Aberglaubengott so ansieht, dann ist es vielleicht eher noch schwieriger, Kriya Yoga zu praktizieren, als ein Atheist. Da habe ich ja auch schon mal was darüber gesagt. Also Gott jetzt in diesem abergläubischen Sinne, davon spreche ich natürlich überhaupt nicht.

Sondern Gott im Pantheismus, pan = alles. Alles ist Gott im Grund. Dieses Verständnis muss man schön langsam entwickeln und das hilft einem dann den Kriya Yoga kraftvoller zu praktizieren. Man hat mehr Motivation, man hat ein größeres Bewusstsein, ein größeres Verständnis und dann kann man auch ganz andere Fortschritte machen, als wenn man diese Bedingung, dieses Gottesverständnis nicht mitbringt.

Ein Aspekt, der dazu noch gehört zu dieser Frage, Kriya Yoga ohne Gott: Wenn man meditiert, dann ist es sowieso schon eine Zeitreise in das Bewusstsein, also eine Reise in Bewusstseinstiefen.

Man muss unterscheiden zwischen dem äußeren Bewusstsein, dem täglichen Bewusstsein, in dem man eine bestimmte Gottesvorstellung hat, die beschränkt ist, heruntergedrosselt, aufgrund der Atmosphäre, in der man sich bewegt, die Gedanken, die Gefühle, die man hat, die das Bewusstsein beeinträchtigen, verunreinigen, herunterdämpfen und dem Bewusstsein, das man in der Meditation erreicht.

Im Grunde ist das Ziel, gut, das Ziel der Meditation kann man natürlich unterschiedlich beschreiben. Aber mit dem Ziel, das man erreichen will, geht auch eine Bewusstseinsveränderung einher und idealerweise sollte man bei jeder Meditation ein bisschen tiefer reinkommen in die Meditation, was auch damit verbunden ist, dass man natürlich ein weiteres Bewusstsein hat, mehr Glückseligkeit, größere Durchdringung und damit ändert sich natürlich dann immer unsere Gottesvorstellung damit.

Also die Gottesvorstellung, die man in der tiefen Meditation hat, unterscheidet sich ganz deutlich von der, die man hat, wenn man so im alltäglichen Bewusstsein unterwegs ist. Man gebraucht dann im alltäglichen Bewusstsein, gebraucht man andere Mittel, sich diese Gottesvorstellung zunutze zu machen als in der tiefen Meditation.

Es gibt nur das Eine, wir sind alle Eins und die Vorstellung, dass es Zweiheit gibt, ist im Grunde ein Trugschluss und unsere Vorstellung von Gott ist damit nur ein Hilfsmittel auf dem Weg zum richtigen Verständnis, von dem, was wirklich da ist, was man gar nicht ausdrücken kann, das muss man erfahren, kann man nur erfahren und die Mittel sind uns an die Hand gegeben mit diesen Kriya-Yoga-Techniken, die von verschiedenen Lehren vermittelt werden.

Da gibt es eben auch Stufen, Kategorien von diesen Techniken und ich behaupte, dass die anspruchsvollsten Techniken dann bei mir zu holen sind, wenn man Interesse daran hat.

Also, eine Gottesvorstellung ist nichts Statisches, sie verändert sich im Laufe der Zeit, einmal das, bei jedem Menschen und in jeder Meditation macht man eine Reise von einem alltäglichen Bewusstsein, eine Gottesvorstellung vom äußeren Bewusstsein her und der Gottesvorstellung, die man erreichen kann in der tiefen Meditation und optimalerweise geht man jedes Mal tiefer, damit erreicht man jedes Mal in jeder Meditation eine neue, eine tiefere, eine wahrere Gottesvorstellung als vorher.

Soweit, würde ich mal sagen. Es reicht für heute. Hari Om Tat Sat. Alles Gute. Namaste.

Zum Abschluss Song von Bernd Prokop wieder aus dem Sri Yukteswar Album die Nummer 13

Oh Sri Yukteswar brass

Sri Yukteswar, Weiser, streng und klar,
ein Stern, der leuchtet, ewig wahr.
Du sahst im Schüler mehr als Sein,
ein Bote Gottes, licht und rein.

In Yogananda, deinem Kind,
erkanntest du den göttlichen Wind,
der Kriya’s Flamme weit entfacht
und trägt sie in die neue Zeit der Macht.

Dein Blick durchdrang das Schleier-Spiel,
kein Wort war leer, kein Rat zu viel.
Mit Strenge schufst du eine Bahn,
dass Wahrheit wirken konnte fortan.

Nicht Ruhm, nicht Ehre war dein Ziel,
dein Werk war Gottes reines Spiel.
Du warst der Pflug im Erdengrund,
damit der Same Frucht bekund’.

Und als dein Schüler über’s Meer,
die Botschaft trug zu Menschen her,
da klang in seinem Wort dein Geist,
der heute tausend Herzen speist.

O Meister, stark, von Liebe voll,
du bist der Grund, der Ursprung, das Soll,
durch dich erblüht, was Lahiri begann,
Kriya Yoga für jedermann.

Sri Yukteswar, dein Name bleibt,
der Weg, den du für uns beschreibst,
führt in die Freiheit, weit und klar –
sei ewig gepriesen, du großer Avatar.