Kurzzusammenfassung
In dieser Episode geht es um die Frage, wie wichtig es ist, Kriya Yoga möglichst früh bzw. möglichst schnell zu erlernen. Du unterscheidest zwei Ebenen:
- Früh beginnen (Lebensspanne): Je früher jemand die Bedeutung von Kriya Yoga erkennt und konsequent praktiziert, desto größer der Nutzen – und jede Praxiszeit ist „Kapital“, das weit wertvoller ist als äußerer Besitz und (in deiner Sicht) sogar in kommende Inkarnationen mitgenommen wird.
- Schnell lernen (Tempo): „Schnell“ ist nicht automatisch besser. Du argumentierst, dass die Vorbereitung (Lebenskunde, Energetisierung, Hong-Sau, OM-Meditation) – wie in der SRF-Struktur – sinnvoll ist, weil sie die Basis legt, Respekt und Stabilität schafft und langfristig bessere Ergebnisse ermöglicht als ein „Schnellkurs“.
Du illustrierst das mit einer persönlichen Anekdote aus 1987 am Schliersee: Du wolltest unbedingt bei einer SRF-Kriya-Einweihung dabei sein und hast versucht, dich im Saal zu verstecken – wurdest aber entdeckt. Rückblickend wertest du das als hilfreich, weil du so gezwungen warst, die vorbereitenden Techniken wirklich „auszulutschen“ und dadurch später besser in die Kriya-Techniken einzusteigen.
Am Ende betonst du: Entscheidend ist nicht, ein halbes Jahr früher die Technik zu bekommen, sondern langfristig konstant, gut vorbereitet und motiviert zu praktizieren – ggf. mit neuen Impulsen (z. B. höhere Einweihungen), aber ohne hektisches „FOMO-Wechseln“.
Strukturiertes Transkript
Wann sollte man mit Kriya Yoga beginnen? Früh starten, lebenslang praktizieren
Kriya Yoga Podcast Deutsch – Transkript & Blogartikel
Der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in den Kriya Yoga
Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit Kriya Yoga zu beginnen – und wie schnell sollte man die Techniken erlernen wollen? Diese Frage hat zwei Seiten: Zum einen geht es darum, wie wichtig es ist, die Bedeutung des Kriya Yoga möglichst früh zu erkennen. Zum anderen stellt sich die Frage, wie viel Eile angebracht ist, sobald man diese Überzeugung gewonnen hat.
Früh beginnen ist wünschenswert – aber nicht um jeden Preis
Natürlich ist es ideal, die Bedeutung des Kriya Yoga früh zu erkennen, ihn zu erlernen und dann möglichst lange im Leben zu praktizieren. Das bringt am meisten Vorteile. Dennoch braucht es manchmal bestimmte Voraussetzungen, die im Leben erst noch geschaffen werden müssen, bevor man den Zugang zum Kriya Yoga findet. Das ist kein Verlust – jede Zeit, die man ernsthaft mit Kriya Yoga verbringt, ist kostbar.
Die Praxis des Kriya Yoga ist ein inneres Kapital, das man aufbaut und das man – im Gegensatz zu materiellem Reichtum – in eine andere Inkarnation mitnimmt. Es ist deshalb egal, in welchem Alter man beginnt: Entscheidend ist, dass man ihn hingegeben, demutsvoll, konsequent und enthusiastisch praktiziert.
Wer aufhört zu praktizieren, hat den Kriya Yoga nicht verstanden
Wer den Kriya Yoga irgendwann abbricht, hat nach dieser Einschätzung wahrscheinlich nie wirklich verstanden, was er ist – und ihn vermutlich auch nicht richtig praktiziert. Als Beispiel dient Shibendu Lahiri, ein Enkel von Lahiri Mahasaya: Er lernte den Kriya Yoga durch seinen Vater Satyacharan Lahiri, praktizierte ihn aber im Alter nicht mehr weiter, obwohl er die wünschenswerten Stufen der Erleuchtung noch nicht erreicht hatte. Er wurde dennoch zum Kriya-Yoga-Lehrer – was die Frage aufwirft, inwieweit man Techniken sinnvoll vermitteln kann, ohne deren inneren Sinn wirklich durchdrungen zu haben.
Was bei ihm fehlte, war vor allem das Verständnis für den inneren Zusammenhang, den Aufbau und den Spannungsbogen einer Kriya-Meditation. Man konnte zwar von ihm lernen, war aber weitgehend auf sich selbst gestellt und musste vieles selbst mitbringen, um wirklich etwas daraus zu machen.
Das ganze Leben auf Kriya Yoga ausrichten
Das Ziel sollte sein, den Kriya Yoga lebenslang zu praktizieren – im besten Fall mit steigender Intensität, immer wieder neu motiviert durch höhere Einweihungen oder den Wechsel der Kriya-Organisation. Kriya Yoga sollte der wichtigste Aspekt des Lebens sein, sobald man einmal wirklich verstanden hat, was er bedeutet.
Bücher wie die Autobiografie eines Yogi, Yoganandas Gita-Kommentar Gott spricht mit Arjuna oder The Second Coming of Christ sind gute Einstiege ins Denken. Aber ohne Praxis bleibt es das sprichwörtliche Umschütten des Sandes in der Wüste – ohne wirkliche spirituelle Bewegung in Richtung Gott.
Warum ein Jahr Vorbereitung sinnvoll ist
Sobald man den Wunsch entwickelt, den Kriya Yoga zu erlernen, stellt sich die Frage: Muss es sofort sein? Die SRF (Self-Realization Fellowship) von Paramahansa Yogananda hat dazu eine kluge Struktur entwickelt: Zunächst erlernt man vorbereitende Techniken – die Energetisierungsübungen, Hong-Sau-Konzentrationsübung und OM-Meditation – und praktiziert diese etwa ein halbes Jahr, bevor man nach einem Gesamtvorlauf von einem Jahr die eigentliche Kriya-Einweihung beantragen kann.
Diese Vorbereitung ist aus guter Überzeugung sinnvoll. Es ist besser, ein Jahr zu warten und in dieser Zeit Hong-Sau und OM-Meditation wirklich auszuschöpfen, als sofort in einem Drei-Tage-Seminar die Kriya-Techniken zu erhalten und zu glauben, damit den großen Wurf erzielt zu haben. Ergänzend dazu empfehlen sich Asanas, die frei zugänglichen Schriften Yoganandas und das Durcharbeiten der Lehrbriefe.
Wer hingegen bereits viel Erfahrung mit Zen oder buddhistischer Meditation mitbringt, kann möglicherweise früher einsteigen – doch auch dann lohnt es sich, Hong-Sau und die OM-Meditation ausführlich kennenzulernen. In beiden steckt sehr viel.
Eine persönliche Geschichte: Versteckt unter einem Stuhlstapel
Zur Frage, wie dringend man die Kriya-Einweihung braucht, passt eine persönliche Anekdote aus dem Jahr 1987.
Damals, als 23-Jähriger, hatte ich gerade ein halbes Jahr die SRF-Lehrbriefe studiert und zuvor bereits zwei Jahre mit einer einfachen Meditationsanleitung aus den Entschleierten Mysterien von Godfré Ray King geübt. Ich war überzeugt: Kriya Yoga – das ist es. Ich wollte ihn so schnell wie möglich erlernen.
Bei einem SRF-Seminar am Schliersee – mit dem ehrwürdigen Swami Anandamoy, einem Schweizer, der Yogananda noch persönlich kennengelernt hatte – fand an einem Sonntagnachmittag die Kriya-Einweihung statt. Nur wer die Kriya-Lektionen bereits beantragt hatte, war zugelassen. Ich nicht.
In einem unbeobachteten Moment schlich ich mich in den Saal und versteckte mich unter einem großen Stuhlstapel an der Seite – in der Hoffnung, bis zum Nachmittag unentdeckt zu bleiben. Doch Brahmachari Heinz, der den Saal vorbereitete, wies seine Helfer an, genau diesen Stapel wegzuräumen. Ich kroch so unauffällig wie möglich heraus – wurde aber bemerkt.
Nach dem Mittagessen versuchte ich mein Glück erneut. Diesmal versteckte ich mich unter einem Stuhlstapel auf der Veranda, während ein Wächter kurz abgelenkt war. Aber auch diesmal gab es eine Anweisung, genau diesen Stapel zu entfernen. Zweimal aufgeflogen, zweimal beschämt – und schließlich beim Mittagessen gesessen, während die anderen die Einweihung erhielten.
Im Nachhinein war das gut so. Dieser eine Moment hat mir klar gemacht: Es war wichtiger, Hong-Sau und OM-Meditation wirklich zu verinnerlichen, als die Kriya-Techniken ein paar Monate früher zu erhalten.
Fazit: Langfristige Praxis schlägt frühzeitiger Einstieg
Ein halbes oder ganzes Jahr früher oder später mit den eigentlichen Kriya-Techniken zu beginnen, ist nicht das Entscheidende. Was zählt, ist die Qualität und die Konstanz der Praxis über Jahrzehnte. Die Wirkung der Kriya-Techniken lässt mit der Zeit nach – man kann ihr durch höhere Einweihungen und steigende Wiederholungszahl begegnen, aber letztlich ist die langfristige, motivierte und konzentrierte Praxis wichtiger als der möglichst frühe Einstieg in einzelne Techniken.
Wer mit der SRF beginnt, ist gut aufgestellt. Solange man dort Fortschritte macht und Freude an der Praxis hat, braucht man sich um nichts anderes zu kümmern. Wenn man aber irgendwann an Grenzen stößt, ist es sinnvoll, sich neue Impulse zu holen – etwa durch höhere Einweihungen in der dynastischen Linie, die dabei helfen können, bis ins hohe Alter motiviert und intensiv zu praktizieren.
Gedicht: Sri Yukteswar – progressiv
Aus dem Sri Yukteswar Album
Sri Yukteswar, Weiser, streng und klar,
ein Stern, der leuchtet, ewig wahr.
Du sahst im Schüler mehr als Sein,
ein Bote Gottes, licht und rein.
In Yogananda, deinem Kind,
erkanntest du den göttlichen Wind,
der Kriya’s Flamme weit entfacht
und trägt sie in die neue Zeit der Macht.
Dein Blick durchdrang das Schleier-Spiel,
kein Wort war leer, kein Rat zu viel.
Mit Strenge schufst du eine Bahn,
dass Wahrheit wirken konnte fortan.
Nicht Ruhm, nicht Ehre war dein Ziel,
dein Werk war Gottes reines Spiel.
Du warst der Pflug im Erdengrund,
damit der Same Frucht bekund‘.
Und als dein Schüler über’s Meer,
die Botschaft trug zu Menschen her,
da klang in seinem Wort dein Geist,
der heute tausend Herzen speist.
O Meister, stark, von Liebe voll,
du bist der Grund, der Ursprung, das Soll,
durch dich erblüht, was Lahiri begann,
Kriya Yoga für jedermann.
Sri Yukteswar, dein Name bleibt,
der Weg, den du für uns beschreibst,
führt in die Freiheit, weit und klar –
sei ewig gepriesen, du großer Avatar.
Hari Om Tat Sat
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Leicht überarbeitetes Transkript
Liebe Freunde des Kriya Yoga, heute zu der Frage: Wie wichtig ist es, den Kriya Yoga möglichst früh oder möglichst schnell zu erlernen?
Gut, es hat jetzt zwei Aspekte. Einmal: Wie wichtig ist es, dass man die Bedeutung des Kriya Yoga erkennt und gewillt ist, sich diesen anzueignen? Und der andere Aspekt ist: Was in der Schnelligkeit steckt. Wenn man diese Überzeugung gewonnen hat: Wie schnell sollte man dann den Kriya Yoga erlernen. Eine bezieht sich halt auf die Lebensspanne in früheren Jahren.
Also Jugend, im Gegensatz zum Alter: Natürlich ist es wünschenswert, die Bedeutung des Kriya Yogas möglichst bald zu erkennen, diesen zu erlernen und dann möglichst lange in seinem Leben diesen Kriya Yoga zu praktizieren. Das bringt natürlich am meisten Vorteile.
Andererseits braucht es natürlich vielleicht einige Voraussetzungen, die in einem Leben noch geschaffen werden müssen, damit man zum Kriya Yoga einen Zugang findet. Das kann natürlich länger dauern im Leben. Auf jeden Fall ist alle Zeit der Praxis mit dem Kriya Yoga eine sehr kostbare Zeit, die nicht verloren ist.
Das ist ein Kapital, das man aufbaut, das man anhäuft, das man, also das ist ziemlich das Einzige, was man wirklich in ein anderes Leben, in eine andere Inkarnation mitnimmt. Also viel wertvoller als aller Reichtum auf dieser Erde. Also gleich, wann man mit dem Kriya Yoga beginnt, ihn wirklich hingegeben, demutsvoll und konsequent und enthusiastisch zu praktizieren, das ist wichtig, gleich in welchem Alter man anfängt.
Sollte man mit ihm beginnen und dann irgendwann mal aufhören, damit dann ist meine Einschätzung, dann hat man nicht verstanden, was Kriya Yoga überhaupt ist und man hat wahrscheinlich auch den Kriya Yoga nicht richtig praktiziert.
Und das ist, glaube ich, auch bei Shibendu Lahiri ein bisschen der Fall gewesen. Der hat ja den Kriya Yoga, durch seinen Vater Satyacharan Lahiri, dem Enkel von Lahiri Mahasaya kennengelernt, hat ihn, ich meine, das nehme ich ihm ab, dass er ihn praktiziert hat, aber er hat im Alter nicht mehr praktiziert, obwohl er noch nicht die Stufen der Erleuchtung erlangt hat, die wünschenswert sind oder nach denen man eigentlich erst mit dem Praktizieren aufhören kann.
Und so ist zu vermuten, dass dieser gute Mann den Kriya Yoga noch nie richtig praktiziert hat und auch nicht erkannt hat, was der Kriya Yoga eigentlich ist. Dann wurde er zum Kriya Yoga Lehrer.
Es ist also fraglich, inwieweit äußerlich man die Techniken vermitteln kann, ohne den richtigen Sinn verstanden zu haben. Also das ist alles, was aus dem, was ich mit ihm erlebte, herauszulesen war, dass er nicht richtig durchgestiegen war. Andererseits hatte er eben dieses Wissen, der Vermittlung.
Also diese höheren Einweihungen, die sind relativ einfach. Also wenn man sie mal gelernt hat und praktiziert hat, dann kann man sie, ich denke mal, relativ ohne Schwierigkeiten das vermitteln. Das hat er ja auch gemacht.
Und was halt das große Manko war, das war dieser fehlende Zusammenhang, der fehlende Aufbau, der fehlende Spannungsbogen in einer Kriya Meditation, worauf er gar nicht eingegangen ist, was ihm überhaupt kein Begriff war.
Und so konnte man zwar von ihm etwas lernen, aber man war auch weitgehend auf sich selbst gestellt, musste viel selbst mitbringen und reininterpretieren, um da wirklich was draus zu machen.
Also von daher, also ganz klar: Beim Kriya Yoga ist es wünschenswert, definitiv wünschenswert, früh damit zu beginnen und ihn dann das ganze Leben lang zu praktizieren, möglichst in aufsteigenden, also exponentiell, also dass man immer wieder einen Ansporn bekommt, möglicherweise durch den Wechsel der Kriya Organisation oder durch höhere Einweihungen, so dass man immer motiviert bleibt, damit den Kriya Yoga auf hohem Niveau mit Begeisterung, mit Einsatz aller Kräfte zu praktizieren, dass der Kriya Yoga das ganze Leben lang ein wichtiger oder der wichtigste, eigentlich müsste er der wichtigste Gesichtspunkt oder Aspekt des Lebens sein, dass man sein ganzes Leben darauf ausrichtet, wenn man einmal verstanden hat, was der Kriya Yoga ist und dann praktiziert man ihn.
Das ist jetzt der eine Aspekt, da kann ich nur raten: Ja, versucht ein Verständnis dazu zu gewinnen, was der Kriya Yoga ist, das geht nicht ohne ihn kennenzulernen, ihn zu praktizieren.
Man kann die „Autobiografie eines Yogi“ lesen, man kann den Gita Kommentar von Paramahansa Yogananda lesen: „Gott spricht mit Arjuna“, liest sich alles, glaube ich, ganz gut. Das kann man auch ohne Praxis, glaube ich, lesen, ist viel Interessantes drin. Aber dann ist es halt ein Umschütten des Sandes in der Wüste. Dem kommt es gleich: Ohne viel vertikale oder spirituell dimensionale Bewegung handelt man, ohne Gott besonders näher zu kommen.
Gut man verändert vielleicht dadurch sein Denken seinen Geist. Das mag natürlich auch eine Voraussetzung für späteres richtiges Praktizieren sein. Aber da geht es eben noch nicht los.
Also auch in „The Second Coming of Christ“ in der „Wiederkunft Christi“, dort ist ja auch sehr viel Interessantes drin enthalten, eine Aufklärung der Beziehung zwischen Yoga und Christentum, wie das beides vereinbar ist, wie sich beides befruchten kann. Das sind sehr gute Lektüren. Aber die richtige Praxis, das ist halt doch das Wesentliche.
Gut also das ist also geklärt: Es ist wichtig, möglichst früh mit dem Kriya Yoga zu beginnen. Aber in welchem Alter auch immer man beginnt, wenn man es richtig verstanden hat, dann wird man ihn ernsthaft praktizieren und das ist das Höchste, der höchste Gewinn, den man in einem Leben erzielen kann.
Gut und wenn man das nicht versteht, gut dann … Darüber möchte ich mich jetzt gar nicht auslassen.
Aber jetzt noch die andere Frage: Wenn man jetzt mal das erkannt hat, wie ich das bei der SRF, also ich wollte den Kriya Yoga erlernen, ich wollte den praktizieren. Ich hatte schon meditiert zwei Jahre und mit dieser einfachen Meditationsanleitung, die in den „Entschleierten Mysterien“ von Godfré Ray King auf den ersten Seiten angegeben ist, das ist ein bisschen Visualisierung, ein bisschen Samyama, war auch schon dabei.
Also wenn man sich da drauf konzentriert und das hingebungsvoll praktiziert, dann erreicht man da auch schon was. Damit habe ich mir eine Gewohnheit der Meditation angeeignet, habe aber gemerkt, irgendwie fehlt mir was.
Ich habe es nicht ganz verstanden, die Anleitung, die war ein bisschen kryptisch, auch ein bisschen unzusammenhängend und dann habe ich nach etwas anderem gesucht, bin dann zur SRF gekommen, habe da die Lehrbriefe bestellt und dann war ich auf dem Weg, den Kriya Yoga zu lernen.
Bei der SRF war das eben so aufgebaut und ist heute immer noch ähnlich aufgebaut, dass man zuerst vorbereitende Techniken erlernt, die Energetisierungsübungen, die Hong-Sau-Konzentrationsübung und die OM-Meditation. Die praktiziert man dann noch einmal ein halbes Jahr. Insgesamt ein Vorlauf von einem ganzen Jahr.
Wenn man wirklich jetzt erkannt hat, der Kriya Yoga oder vermutet, der Kriya Yoga ist etwas ganz etwas Wichtiges und den will ich jetzt möglichst bald lernen, dieses ganze Jahr möchte ich nicht verschenken, dann kann man die Frage stellen: Ist es wirklich so wichtig, den Kriya Yoga jetzt sofort heute, morgen, wenn man davon gehört hat zu erlernen oder ist es nicht besser vorbereitende Übungen, wie das Yogananda so eingerichtet hat, zuerst viel auch Theorie, Lebenskunde zu erlernen.
Es geht um Ernährung, um Beziehung zu anderen Menschen, zu Sexualität, zu Gott und die Welt, mehr oder weniger, das wurde vermittelt. Dann eben vorbereitende Techniken und da ist meine feste Überzeugung: Es ist besser, ein Jahr noch mal zu warten und dann diese vorbereitenden Übungen zu machen, wie die Energetisierungsübungen, man kann auch Asanas noch nebenbei machen.
Man kann diese Bücher von Yogananda lesen, die zugänglich sind, frei zugänglich. Man kann die Lehrbriefe eben durcharbeiten und die Hong-Sau und OM-Meditation praktizieren, hingebungsvoll versuchen, sich auf diese zu konzentrieren und damit zu arbeiten, die richtig kennenzulernen.
Das ist definitiv besser nach meiner Überzeugung, als wenn man dann gleich mit dem Kriya Yoga in einer 3-Tage-Veranstaltung sich diesen Kriya Yoga aneignet und meint, damit hat man dann den großen Wurf erzielt. Das ist definitiv nicht der Fall.
Yogananda hat etwas sehr Kluges gemacht, also es ist etwas sehr Hilfreiches. Ich bin sehr froh, dass ich über diese Schiene den Kriya Yoga erlernt habe und wenn man dann noch weiß, dass es neben der Vermittlung durch die SRF noch was anderes gibt, dann würde ich dazu raten, mit SRF definitiv anzufangen, da sich reinzusteigern, alles zu machen, was dort angeboten oder alles mitzunehmen, was dort angeboten wird und solange man Lust hat und merkt, dass man weiter kommt, braucht man sich um überhaupt nichts anderes kümmern.
Man kann das praktizieren, was dort angeboten wird und manche bleiben da ihr ganzes Leben lang. Das ist auch definitiv gut, wenn der Ruf nicht aus dem Inneren kommt oder aus einem FOMO: Jetzt gibt es da die neue Kriya Yoga Organisation und der Lehrer, der soll so gut sein, jetzt gehe ich dahin … Nein! Man soll praktizieren mit dem, was man bei der SRF bekommt.
Damit ist sehr viel möglich, aber wenn man dann an seine Grenzen stößt, dann ist es auch gut, woanders hinzugehen und sich da wieder neue Anregungen zu holen, definitiv.
Die höheren Einweihungen in der dynistischen Linie und in der Linie, die ich damit vermittle, sind definitiv auch ein gutes Angebot, das man annehmen kann, um eine ganze Lebensspanne auch motiviert zu bleiben, bis ins hohe Alter noch intensiv den Kriya Yoga praktizieren zu können.
Aber trotzdem, das kann man jetzt so sagen. Aber ich möchte dazu eine kleine Geschichte erzählen, wie es bei mir war.
Ich habe ja 1987 im Frühjahr die Lehrbriefe bestellt, habe dann eben diese bekommen mit der Zeit, Hong Sau. Ich habe dann, im Oktober war das, glaube ich, dann die OM-Meditation bekommen, Ende Oktober, zwei Monate zuvor, also dann muss es August gewesen sein, wo ich Hong Sau bekommen habe.
Da ich ja schon zwei Jahre damals meditierte regelmäßig oder über zwei Jahre … Also ich war besonders an dem Kriya Yoga interessiert.
Ich meinte halt, es wäre jetzt sehr wichtig, da den Kriya Yoga gleich kennenzulernen und da gab es ja diese Veranstaltungen der SRF, dass die Mönche aus Amerika kamen. Das gab es da eben 87 auch schon.
Das war damals am Schliersee, ich habe damals in Stuttgart studiert, bin dann, wie bin ich dahin gekommen, 87… Ich bin auf jeden Fall dort hingekommen, Schliersee, vielleicht auch mit dem Zug und habe da teilgenommen, das war also im Oktober 87.
Ich habe ein halbes Jahr die Lehrbriefe bekommen und war eben begierig darauf, den Kriya Yoga zu erlernen, weil ja dieser überall so angepriesen wurde. Dann habe ich da eben teilgenommen.
Da wurden dann die Techniken wiederholt, die OM-Meditation, glaube ich, die konnte ich schon mitmachen, weil ich die schon bekommen habe, die Hong-Sau und die Energisierungsübungen. Freitag ging es los.
Samstag und Sonntag war dann die Einweihung in den Kriya Yoga für diejenigen, die eben diese Lehrbriefe, die ersten zwei Sets, das waren so jeweils 30 Lektionen oder 25 Lektionen für ein Jahr. Danach konnte man eben den, oder wahrscheinlich ist es immer noch so, kann man dann die Kriya Yoga-Lektionen beantragen.
Diejenigen, die eben diese Kriya Yoga-Lektionen dann ausgehändigt bekommen hatten, die waren dann zugelassen für die Einweihungen. Da ich eben erst ein halbes Jahr Mitglied war oder in dieser Sendungsliste in dem Verteiler oder wie man sagt, war klar, dass ich noch nicht berechtigt war für diese Einweihung und so kam ich gar nicht infrage.
Dann war Sonntag in der Früh, war noch eine gemeinsame Veranstaltung, ich weiß nicht, um was es genau ging. Danach ging es zum Essen und dann hieß es, ja, nachmittags findet dann in diesem Saal, findet die Kriya-Einweihung statt.
Daran dürfen dann eben nur die Zugelassenen, entweder die schon länger dabei waren, die schon lange eingeweiht worden waren und von den neu-angehörigen Mitgliedern, die eben weniger als ein Jahr dabei waren und noch nicht die Kriya Einweihung mittels der Kriya-Lektionen beantragt hatten, die wurden da eben nicht zugelassen.
Es war damals der Brahmachari Heinz, von dem ich seit er nichts mehr gehört hatte, und Anandamoy. Bruder oder Swami Anandamoy war da. Anandamoy war ein Schweizer, der noch Yogananda kennengelernt hatte. 1987 hat der noch sehr gute Vorträge gehalten. Beeindruckend war das damals, eine sehr schöne Angelegenheit.
Eine Sache. Er hat damals gesagt, eine Frage wurde gestellt, wie es wirtschaftlich weitergehen würde, und damals hat er gesagt, ja, natürlich geht es auf und dann geht es auch wieder ab und so ist es einfach im Leben, geht auf und ab.
Und ich habe damals BWL studiert und da war gerade eine Zeit, ich habe eigentlich gedacht, nein, die Situation ist so gut und es zeigt alles darauf hin, dass es jetzt eigentlich immer weiter aufwärts gut geht.
Ich habe mir eigentlich nicht vorstellen können, dass dieser Anandamoy da recht haben könnte, so wie er das gesagt hat. Aber es war dann doch … In Wirklichkeit erinnere mich noch an einiges, was er damals gesagt hat.
Auch mit diesen zehn reichsten Menschen damals, hat er gesagt, wenn ihr euch die Lebensgeschichte anschaut: Zu einem bestimmten Zeitpunkt die reichsten Menschen, und er hat gesagt: Die waren zu diesem Zeitpunkt die reichsten Menschen und dann hat er gesagt, was aus denen nach fünf oder zehn Jahren geworden ist und da hat es dann ganz anders ausgeschaut, also die waren dann alle, ich glaube alle zehn waren dann irgendwie ja ganz schlecht dran.
Ja, solche Sachen, war interessant.
Dann hat es mich eben doch gereizt oder ich habe eine Möglichkeit gesehen, dabei zu sein bei dieser Einweihung und doch etwas mehr zum Kriya Yoga zu erfahren.
Ich wusste nicht, was da bei der Einweihung alles gemacht wird, ob das dann wirklich nochmal wiederholt wird. Das war ja eine Zeremonie, die jetzt nicht unbedingt mit den Techniken zusammen sein musste.
Ich wusste es nicht genau, aber ich habe vermutet, dass auch was über den Kriya Yoga gesagt wird, dass ich mir zumindest ein bisschen mehr Vorstellung, eine bessere Vorstellung davon machen konnte und dann schon mal zum Üben anfangen könnte.
Das war meine Idee und dann habe ich mich eben am Morgen, das war dann, sage ich mal, um so um halb zwölf war die Veranstaltung aus und dann ging es zur Mittagspause und ich habe dann eben den Saal nicht verlassen, weil das war ein großer Saal und die hatten da an der Seite, hatten die so Stühle, Reservestühle.
Das war ein großer Haufen, ein großer Stapel, so 3, 4, 5 nebeneinander und dann so 10 in der Reihe dann so Stühle und 3, 4, 5 Stühle aufeinander, die standen da an der Seite und relativ weit hinten.
Dann bin ich eben so unauffällig von hinten dort hingeschlichen und habe mich dann unter diesen Stuhlberg rein versteckt, habe mich hingelegt und wollte abwarten, bis die nachmittags wiederkommen und dann, wenn es dort vielleicht ein bisschen dunkel ist, es werden wahrscheinlich auch die Vorhänge zugemacht, dann steige ich da hinten wieder raus, ganz unauffällig und mische mich unter diese Menge und musste gar nicht diese Eingangskontrolle über mich ergehen lassen.
So war der Plan, leider war der Brahmachari Heinz, der war dann zuständig für diese Kriya Einweihung den Saal vorzubereiten, das hat er gleich im Anschluss an die Morgenveranstaltung gemacht. Er hatte dazu noch ein paar Helfer.
Dann hat er angewiesen: „Dieser Haufen von Stühlen der muss da weg, der passt nicht hierher.“ Dann haben die Helfer eben da angepackt und haben diese Stapel von Stühlen aufgelöst. Sobald ich gemerkt habe, ich bin jetzt bald aufgedeckt, bin ich rausgekrochen möglichst unauffällig, wurde aber gemerkt.
Da es aber noch weit entfernt war von der Nachmittagveranstaltung haben die vielleicht gar nicht so mitbekommen, was jetzt meine Absicht war.
Also ich bin dann raus, ich musste dann eben den Saal verlassen, bin zum Mittagessen gegangen, habe mich ein bisschen geschämt, bisschen geägert auch.
Ich bin halt dann rumgeschlichen, um das Haus herum nach dem Mittagessen. Da ich nicht teilnehmen konnte an dieser Veranstaltung am Nachmittag, war es mir ein bisschen langweilig, bin halt um den Saal noch rumgeschlichen.
Dann habe ich aber gesehen, dass die Tür zur Veranda offenstand gleich neben der Tür zur Veranda, da stand ein Stapel von Stühlen. Das war so eine Schiebetür.
Dort war zwar eine Wache gestanden, die dort aufpassen sollte, wahrscheinlich, dass niemand reinkam. Aber als der mal abgelenkt war, bin ich einfach so unauffällig dort vorbeigegangen und habe mich dann wieder unter diese Stühle reingeschmissen und habe mich dort versteckt.
Dann ging es wieder einige Zeit lang. Ja, sonderbarerweise kam dann nochmal eine Anweisung, auch dieser Stapel, der passt hier einfach nicht.
Dann wurde auch dieser Stapel wieder in Angriff genommen und dann wurde ich wieder entlarvt.
Gut, das war eine große Masse. Ich war damals nicht vielen bekannt. Ich hatte da, glaube ich, noch gar keinen Anschluss an diese Leute. Es war ein bisschen peinlich, aber ich bin halt dann weg.
Im Nachhinein muss ich auch sagen: Das war auch gut so, sich erst einmal auf Hong-Sau und die OM-Meditation zu konzentrieren, die wirklich auszulutschen diese Techniken, also alles raus zu quetschen, was da drin ist.
Das ist eine gute Vorbereitung für den Kriya Yoga. Das Jahr, ich war damals, wie alt war ich denn? Sieben und achtzig, war ich 23 Jahre alt.
Wenn man in so jungen Jahren anfängt und noch viele Jahrzehnte mit dem Kriya Yoga vor sich hat, dann ist ein Jahr oder ein halbes Jahr nicht der Rede wert.
Es kommen da noch viele Jahre, wo man sagen kann, ja dann übst du halt da mehr, schaust du, dass du da dann dranbleibst.
Wenn es gut vorbereitet ist und man eben den Respekt, die Hochachtung beibehält vor dem Kriya Yoga und dann gut vorbereitet mit ihm beginnt, dann auch den gut nutzen kann und gute Erfolge damit erzielt, weil man ja gut vorbereitet ist, dann ist es definitiv wichtiger, als den Kriya Yoga selbst jetzt schon zu haben.
Denn auf die lange Zeit ist das auch nur eine Technik, eine Kriya Technik, die es da gibt und ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass die Wirkung der Kriya Techniken dann auch nachlässt, mit der Zeit.
Also sie wirken sehr stark, sie sind sehr effektiv, aber man kann die Effektivität noch steigen oder beibehalten, indem man immer höhere Dosen nimmt, also die Wiederholungsrate dann steigert, wie das bei der SRF so war.
Aber irgendwann mal, also 144 hieß es da, ist die Grenze in der SRF, dann sitzt man schon 2 Stunden da. Aber wenn man das noch weiter ausweitet.
Gut, in der „Autobiographie eines Yogi“ steht ja, dass diese Yogis in Indien dann teilweise in der Nacht, also eben 8 Stunden dann jeweils den Kriya Yoga praktiziert haben und nicht geschlafen.
Aber gut, so weit bin ich nicht gekommen. Ich habe dann so durchgehend, so 2-3 Stunden praktiziert, öfter mal auch länger.
Aber sich da bei Laune zu halten und dann nicht in den Schlendrian zu verfallen.
Was ich dann teilweise gemacht habe, ist, dass ich, als ich dann die höheren Einweihungen bekommen habe, dann das Kriya Pranayama relativ weit zurückgefahren habe, dass ich nur 1 oder 2 Kriya Pranayamas gemacht habe und dann mich mit den höheren Einweihungen begnügt habe, auch um Zeit zu sparen.
Das kann man natürlich machen, weil diese höheren Einweihung noch effektiver sind.
Aber 12 Kriya Pranayamas an einem Tag, das sollte dann auch drin sein, wenn man die höheren Einweihungen gelernt hat und die kann man auch gut damit kombinieren.
Das ist eigentlich dann wichtiger, lange, langfristig eben konstant dabei zu bleiben und diese Kriya Atmung auch richtig konzentriert zu machen, gut vorbereitet und gut in Kombination mit anderen Kriya Techniken mit höheren Einweihungen.
Also es gibt so Kriya Techniken, die kann man gut miteinander verbinden und andere sind weniger gut, das muss man halt selber experimentieren damit oder es gibt auch so Ratschläge oder so Hausregeln, Prinzipien, die man erlernt und dann kann man damit arbeiten, das ist viel wichtiger als jetzt den Kriya Yoga selbst, ein paar Techniken dann schon frühzeitig zu erhalten.
Gut, das soll es jetzt für heute gewesen sein, diese Prinzipien, also einteils ist es schön, wenn man früh anfängt mit dem Kriya Yoga.
Andererseits ist es dann nicht so entscheidend, ein halbes Jahr früher oder später, die eigentlichen Kriya Techniken zu erhalten.
Gut ist es, wenn man erst einmal das Meditieren mit Hong-Sau, mit OM-Meditation oder anderen Techniken gelernt hat.
Also wenn man viel Zen oder buddhistische Meditation gelernt hat, kann es sein, dass man gleich mit Kriya Yoga anfangen kann. Aber auch da muss ich sagen: Es ist auch nichts verloren, wenn man sich mit Hong-Sau einmal ausführlich, vor allem mit der OM-Meditation ausführlich beschäftigt. Da steckt sehr viel Gutes drin.
Hari Om Tat Sat
Der heutige Song stammt wieder aus dem Sri Yukteswar Album:
Oh, Sri Yukteswar progressiv
Sri Yukteswar, Weiser, streng und klar,
ein Stern, der leuchtet, ewig wahr.
Du sahst im Schüler mehr als Sein,
ein Bote Gottes, licht und rein.
In Yogananda, deinem Kind,
erkanntest du den göttlichen Wind,
der Kriya’s Flamme weit entfacht
und trägt sie in die neue Zeit der Macht.
Dein Blick durchdrang das Schleier-Spiel,
kein Wort war leer, kein Rat zu viel.
Mit Strenge schufst du eine Bahn,
dass Wahrheit wirken konnte fortan.
Nicht Ruhm, nicht Ehre war dein Ziel,
dein Werk war Gottes reines Spiel.
Du warst der Pflug im Erdengrund,
damit der Same Frucht bekund’.
Und als dein Schüler über’s Meer,
die Botschaft trug zu Menschen her,
da klang in seinem Wort dein Geist,
der heute tausend Herzen speist.
O Meister, stark, von Liebe voll,
du bist der Grund, der Ursprung, das Soll,
durch dich erblüht, was Lahiri begann,
Kriya Yoga für jedermann.
Sri Yukteswar, dein Name bleibt,
der Weg, den du für uns beschreibst,
führt in die Freiheit, weit und klar –
sei ewig gepriesen, du großer Avatar.



