Zusammenfassung

In dieser Folge vergleichst du zwei Wege, Kriya Yoga zu erlernen und zu praktizieren:

  • SRF (Self-Realization Fellowship / Yogananda) als strukturierte, didaktisch aufgebaute Schule: lange Vorbereitung, klare Routine, schriftliche Lehrbriefe, schrittweise Einführung (Energization → Hong-Sau → OM → Kriya-Techniken → stilles Sitzen). Vorteil: solide Grundlagen, saubere Einbettung der Techniken, hoher Schutz vor “zu schnell zu viel”.
  • Dynastische Linie (Lahiri-Familienlinie bis Shibendu Lahiri) als eher komprimierte Einweihung in wenigen Tagen: Techniken werden in kurzer Zeit vermittelt, ergänzt um weitere Elemente (u. a. Talabya Kriya, Navi Kriya). Vorteil: direkter Lehrer-Schüler-Bezug und stärkere “Anforderungen”/Aufgaben für höhere Einweihungen – kann motivieren. Nachteil: für viele westliche Anfänger didaktisch schwierig; ohne Vorwissen fehlt oft das Verständnis, wie man die Techniken langfristig fruchtbar integriert.

Du schilderst außerdem deinen eigenen Weg: von ersten Meditationserfahrungen über SRF-Lehrbriefe und Routineaufbau bis zur späteren Suche nach “Original-Kriya”, Begegnung mit Shibendu Lahiri und der Einsicht, dass die SRF-Grundlagen für viele die beste Startbasis sind. Am Ende leitest du über zu deinem Ansatz: Kashi Kriya Yoga als Versuch, SRF-Didaktik mit wertvollen, erhaltenen Elementen der dynastischen Linie zu verbinden und besonders die höheren Einweihungen sinnvoll weiterzugeben.

Strukturiertes Transkript

Die Rolle des OM-Klangs im Kriya Yoga

Von Bernd Prokop | Kriya Yoga Podcast Deutsch


Was ist OM überhaupt?

OM gilt vielen als Erkennungszeichen der Esoterik — das Mantra, über das Menschen gern spötteln. Und doch: Im Yoga ist OM allgegenwärtig, beim Singen, beim Chanten, in Mantras. Aber was bedeutet OM konkret im Kontext des Kriya Yoga?

Es lohnt sich, tiefer zu schauen. Denn OM ist weit mehr als ein gesungener Klang. Es ist eine innere Wahrnehmung — und diese Wahrnehmung spielt im Kriya Yoga eine zentrale, oft unterschätzte Rolle.


OM als innere Erfahrung — mehr als ein Klang

Swami Hariharananda soll gesagt haben, dass man nach richtiger Anwendung der Kriya-Techniken den OM-Klang vernimmt. Das ist ein wertvoller Hinweis — deckt sich aber nur teilweise mit der eigenen Praxiserfahrung.

Wer lange meditiert, stellt fest: Der OM-Klang ist nicht auf die Kriya-Techniken selbst beschränkt. Er lässt sich auch schon davor wahrnehmen — als:

  • Lichtwahrnehmung (eine innere Helligkeit)
  • Auditive Erfahrung (ein Klang, der aus dem Inneren kommt)
  • Innere Ermächtigung (ein Sich-Füllen mit Bewusstsein und Kraft)
  • Körperliche Spürbarkeit (eine konzentrierende Vibration)

Diese Wahrnehmung vertieft sich mit der Zeit und der Übung.


OM als Bereitschaftsindikator für die Kriya-Praxis

In der eigenen Praxis — die sich an Yoganandas SRF-Anleitungen orientiert — dient Hong-Sau als Vorbereitungstechnik. Es geht dabei nicht nur ums Zählen der Atemzüge, sondern um eine qualitative Selbstbeobachtung: Bin ich ausreichend konzentriert für die eigentlichen Kriya-Techniken?

Das Wahrnehmen des OM-Klangs ist dabei das entscheidende Signal. Sobald er spürbar wird — sobald er ergreift, aufrichtet, den inneren Weltraum fühlbar macht — ist der rechte Zeitpunkt gekommen, mit dem Kechari Mudra zu beginnen und in die Wirbelsäulenatmung einzusteigen.

Als Faustregel gilt:

  • An guten Tagen: 100 Atemzüge Hong-Sau
  • An schwierigen Tagen: mindestens 20

Wer sich an einem schlechten Tag zu weit von der eigenen Mitte befindet, übt klug: Dann bleibt es bei Hong-Sau und anderen ergänzenden Techniken — und das ist vollkommen in Ordnung.


Was ist der OM-Klang? Ein Vergleich

J.C. Stevens schreibt in Kriya Secrets Revealed (einem Buch, das — ähnlich wie Ennio Nimis zuvor — die von Yogananda noch weitgehend geheim gehaltenen Techniken öffentlich macht), dass OM das Geräusch sei, das das Universum durch seine bloße Tätigkeit erzeugt. Eine interessante Metapher — aber nicht ganz präzise, denn viele Dinge sind im Universum absolut still.

Eine treffendere Analogie: das Schnurren einer Katze.

Eine Katze, die gestreichelt wird und sich wohlfühlt, gibt einen tiefen, ruhigen, wohligen Laut von sich — einen Klang, der von innen kommt, der sie selbst ist. So ist auch der OM-Klang: ein innerer Laut, den man nicht nur hört, sondern ist. Man gibt ihn ab, und man ist er.

Dieser Klang ist immer da. Er wartet nicht auf uns — wir müssen uns in ihn hineinhören, uns tief genug versenken, um ihn wahrzunehmen.


Die OM-Meditation: ein unverzichtbares Fundament

Die OM-Meditation aus Yoganandas SRF-System ist eines der wichtigsten Werkzeuge auf dem Weg. Yogananda selbst hat immer wieder empfohlen, sie regelmäßig anzuwenden. Sie taucht auch in der zweiten Einweihung seines Systems erneut auf — und indirekt findet sie sich auch bei Shibendu Lahiri.

Wer sie nach längerer Zeit wieder intensiv praktiziert, spürt neu, welche Kraft in ihr steckt. Als Einstieg in die Kriya-Yoga-Praxis — bevor man zu anspruchsvolleren Techniken wie der Wirbelsäulenatmung übergeht — ist sie kaum zu überschätzen.


OM in Yoganandas Bhagavad-Gita-Kommentar

In „Gott spricht mit Arjuna“ — Yoganandas Kommentar zur Bhagavad Gita — beschreibt er die gesamte Gita als Schilderung des Meditationsvorgangs. Auch dort begegnet uns OM.

Die Szene, in der die Soldaten vor der Schlacht Lärm erzeugen — durch Schlagen der Schwerter auf Schilde, durch Trommeln und Schreie, um sich gegenseitig Mut zu machen — lässt sich als Metapher für den Moment lesen, in dem der Meditierende in den OM-Klang eintaucht. Wenn dieser Klang einen ergreift, entsteht eine innere Standfestigkeit, ein unverrückbares Bewusstsein gegenüber äußeren und inneren Ablenkungen. Erst dann — so die Erfahrung — beginnt die eigentliche Meditation.

Die Effektivität der Kriya-Techniken ist erheblich höher, wenn man sie aus diesem Zustand heraus anwendet.


OM als Hebel des Bewusstseins

Archimedes soll gesagt haben: „Gib mir einen festen Punkt, und ich hebe die Erde aus den Angeln.“ Der OM-Klang ist ein solcher fester Punkt — das einzige verlässliche Fixum im inneren Weltraum.

Wenn man sich mit dem Bewusstsein in diesen OM-Klang hineinstemmt und ihn als Hebel benutzt, erschließen sich Möglichkeiten, die über gewöhnliche Meditation weit hinausgehen. Vielleicht erklärt das auch die Siddhis — jene außergewöhnlichen Fähigkeiten, von denen die Yogaliteratur berichtet. Nicht als Magie, sondern als meisterhafte Anwendung dieser OM-Kraft.


OM als Lebensphilosophie

Auch wer den OM-Klang noch nicht direkt wahrnimmt, ist mit ihm verbunden — und nutzt ihn, wenn auch auf indirektem Weg. Das gesamte Leben lässt sich als Transformation des OM-Klangs in physische Aktivität verstehen.

Was Meister von Anfängern unterscheidet, ist die Fertigkeit im Umgang mit dieser Kraft: die Fähigkeit, den Hebel des Bewusstseins präziser anzusetzen, die OM-Energie wirksamer umzuwandeln.

Spirituelle Praxis ist letztlich das Training dieser Fertigkeit — solange, bis sie so verinnerlicht ist, dass formale Übungen überflüssig werden. Dann hört die Meditation vielleicht auf. Die OM-Praxis selbst aber bleibt.

Eine auf OM gegründete Philosophie ist keine abstrakte Theorie. Sie ist erfahrbar, erlebbar, erspürbar — in der Stille der Meditation und im Rauschen des Alltags.


Song 14: „OM alone is great“ — aus dem Album God alone is Great

Den heutigen Podcast schließt Song 14 aus dem Album God alone is Great. Der Text verbindet die Namen des Absoluten — OM, Gott, I AM — zu einer einzigen meditativen Aussage: Alle drei zeigen dasselbe. Licht weitet sich, Atem wird Klang, Klang wird Glaube.

OM alone is great, and holds within its hands eternal grace. And as we stand, strong and firm, we will see God face to face.


Hari OM Tat Sat. Namaste.


Bernd Prokop ist Kriya-Yoga-Lehrer, Verleger (FYÜ-Verlag) und Übersetzer spiritueller Bücher. Sein Kriya Yoga Podcast Deutsch erscheint wöchentlich auf Spotify, Spreaker und SoundCloud.

Transkript mit geringfügigen Korrekutren

Liebe Freund des Kriya Yoga. Heute zur Frage: Welche Rolle spielt der OM-Klang beim Kriya Yoga?

Die Rolle von OM, mein Kriya Yoga. Und da stellt sich natürlich zuerst die Frage: Was ist OM? OM ist ein bisschen ein charakteristisches Merkmal für Esoterik, wenn sich die Leute lustig machen wollen über diese Spinner, die da immer OM chanten. Dann wird es herangezogen, also OM ist weit verbreitet, besonders im Yoga, wird vielfältig genutzt beim Singen, beim Chanten, in Mantras. Aber was ist die Rolle beim Kriya Yoga?

Ich habe mal gehört, ich glaube, das soll von Hariharananda stammen, dass man, wenn man den Kriya richtig praktiziert, danach den OM-Klang vernimmt nach Anwendung der Techniken, würde ich mal annehmen, war damit gemeint. Das ist mal ein guter Hinweis.

Aber meine Erfahrung sagt mir, dass auch schon bevor ich die Kriya Technik anwende, also die speziellen, die eigentlichen Kriya Techniken, also Wirbelsäulenatmung. Yoni Mudra und die inneren Techniken oder höheren Einweihungen auch, höheren Einweihungstechniken muss man sagen, auch schon bevor kann man den OM-Klang hören und wahrnehmen. Also bei mir, das ist natürlich immer eine Frage, wie lange man meditiert, wie lange man die Erfahrung schon damit hat.

Ich nutze den OM-Klang, der sich darstellt für mich als Lichtwahrnehmung, audible Warnehmung, als Ermächtigung, innere Ermächtigung, ein Befruchten, ein Befüllen mit Selbstbewusstsein. Was ist noch? Ja, sogar man spürt ihn auch, das ist auch ein konzentrierendes Element und wenn sich das … Also vorbereitend, auf die Kriya Techniken nutzt man ja, zumindest nach meinem Verständnis in dem, was ich praktiziere von Yoganandas SRF Anleitung, Hong-Sau als Vorbereitungstechnik, die nutzt man und die nutze ich auch insoweit, dass ich da schaue, wann ich konzentriert bin, ausreichend konzentriert bin für die Anwendung der Kriya-Yoga-Techniken und da stelle ich dann um.

Das ist dann ein Wahrnehmen des OM-Klangs, ein Bewusstwerden des OM-Klangs, ein konzentriert werden, ein Fühlen der inneren, des inneren Weltraums, wenn man das so sagen will. Es ist schwer zu beschreiben, ja, es ergreift mich dann irgendwie, es richtet mich auf und dann strecke ich die Zunge hoch in das Kechari Mudra und dann geht es meistens damit los, dass ich prüfe, wie konzentriert ich bin, mit Hilfe des Zählens der Hong Sau-Atmung: 20 mal, 100 mal, sind so Vorgaben, wenn ich gut drauf bin, 100 mal, wenn ich es gerade so schaffe, dann mindestens 20 mal. Erst dann beginne ich mit dem Kriya-Yoga.

Also für mich spielt das OM-Wahrnehmen, die Rolle, dass ich dann im Grunde registriere: Ich bin jetzt in dem Feld angekommen, in dem ich nach meinen Maßstäben, nach meinen Grundsätzen erst eine Anwendung der Kriya-Techniken in Betracht ziehe. Wenn ich einen ganz schlechten Tag habe, ganz herausgerissen, es gibt ja solche Situationen, dann verzichte ich auch teilweise auf die Anwendung der Kriya-Techniken, dann bleibt es bei Hong-Sau und dann vielleicht ein bisschen Abschluss, noch eine andere Technik …

Gut, wenn man mal 20, 30, 40 Jahre meditiert hat und sich umgeschaut hat, dann hat man viele Techniken zur Auswahl und dann macht man halt mal was anderes, was jetzt nicht der Kriya-Routine entspricht, die man eigentlich als Standard hat. Dann kann man sich da auch mal wieder reinvertiefen, solche Gelegenheiten kann man nutzen, das heißt dann nicht, man macht überhaupt nichts, dann tobt man sich halt in anderer Weise ein bisschen aus.

Auf jeden Fall bei mir spielt eben OM und das, glaube ich, wird jeder vielleicht anders handhaben, spielt OM schon vorher eine Rolle. Das intensiviert sich natürlich. Bei der Praxis der Kriya-Techniken, kann man auch immer hineinhören. Also man öffnet sich und versucht zu hören, man sucht, wenn man die Wirbelsäulenatmung macht, dann versucht man, in die Wirbelsäule hinein zu hören, bei der OM-Meditation natürlich sowieso, und bei allen Techniken, bei allen Kriya-Techniken dann, auch bei den höheren Einweihungen, versucht man zu hören, versucht man alles zu hören, sich zu öffnen, passiv zu werden und zu lauschen. Das ist eine Funktion von OM beim Kriya Yoga

und danach natürlich, wenn man die Kriya-Techniken abgeschlossen hat und wenn man es gut gemacht hat, richtig gemacht hat, dann sollte ein zusätzlicher Energieschwall durch einen rauschen. Der ist dann auch mit Klangwahrnehmungen, mit Lichtwahrnehmungen, mit Gefühlswahrnehmungen von Freude, von Bliss, von Glückseligkeit verbunden und das ist im Grunde auch OM.

Und das bringt mich jetzt zu einem Gedanken, den ich gerade vor ein paar Tagen in J.C. Stevens, „Kriya Secrets revealed“ heißt dieses Buch von ihm, wo er eine Meditationsanleitung mit den Kriya-Techniken, mit den offenbarten Kriya-Techniken, wo ja Yogananda gesagt hat, aus bestimmten yogischen Implikationen sollten diese Techniken nicht öffentlich gemacht werden.

Das, was Yogananda damals noch versucht hat, das ein bisschen geheim zu halten, das wurde durch J.C. Stevens in Buchform öffentlich gemacht, nachdem Ennio Nimis, glaube ich, damit angefangen hat. Die haben sich auch ein bisschen abgesprochen. Ich finde das Buch nicht schlecht, also der hat definitiv genügend Einsicht, ein bisschen vielleicht zu überpackt. Aber ich wollte eigentlich nur darauf eingehen, was er zu dem OM-Klang sagt.

Er sagt, das ist das Geräusch, also jede Maschine, alles macht Geräusche, und so ist der OM Klang das Geräusch, das das Universum macht in seiner Tätigkeit des Lebens oder Seins. Dann habe ich mir halt überlegt: Ja alles macht Geräusche, aber der Mensch, der muss jetzt keine Geräusche machen, also kann er ganz leise sein, oder Tiere, die können sich auch ganz leise bewegen. Also alles macht eigentlich nicht Geräusche. Aber mit was kann man dann den OM-Klang so vergleichen, oder wie kann man den anders noch beschreiben.

Da habe ich mir dann gedacht, eigentlich ist ein ganz wesentlicher Bestandteil von diesem OM, wenn man ihn nicht nur so als Klang, den man chantet, ansieht und nutzt, dann ist OM, wenn man es eben wahrnimmt, Spüren, diese Vibration, dieses Licht sieht, das damit verbunden ist, diesen Klang hört, da ist ja alles in Einem. Da ist das Gefühl, Schwingung, das Vibrieren, die Helligkeit und Klang ist eins, und man ist dann OM mehr oder weniger, das kann man eher damit vergleichen, mit dem Schnorren einer Katze.

Also eine Katze, wenn die gestreichelt wird und sich wohlfühlt, dann gibt sie einen Laut von sich, ein tiefes Schnorren sagt man, glaube ich, Knurren, Knurren ist glaube ich der Hund, der ein bisschen bösartig knurrt, aber die Katze, die wenn sie sich wohlfühlt, dann sitzt sie so ruhig da und gibt diesen Laut, diesen dunklen, ziemlich tiefen, den angenehmen Laut, ab und das, mit dem würde ich eher dieses OM vergleichen.

Das ist ein innerer Laut, der man im Grunde dann ist. Also man gibt selbst diesen Laut ab und ist dieser Laut. Aber diesen Laut kann eben nur jemand hören, der genauso tief in der Meditation ist und genauso tief den wahrnehmen kann. Also dieser Klang ist immer da. Aber wir müssen uns in diesen hineinbewegen, um ihn wahrnehmen zu können.

Also es ist damit auch in gewisser Weise ein Ziel des Kriya Yoga, wenn man ihn noch nicht wahrnimmt, ihn erst einmal an- bzw. wahrzunehmen, wahrnehmen zu können. Dazu gibt es von der SRF diese OM-Meditation, die ich als sehr wichtig ansehe, als Vorbereitung auf den Kriya Yoga auf den eigentlichen Kriya Yoga mit der Wirbelsäulenatmung und den anderen Techniken, die damit verbunden sind und man sollte diese, das hat auch Yogananda immer gesagt, diese OM-Meditation gelegentlich zumindest immer wieder mal anwenden.

Ich bin da jetzt erst vor einigen Wochen mal wieder drauf gekommen, diese Technik einmal wieder intensiv anzuwenden und dann habe ich gespürt, welche Kraft darin steckt, welche … Ja, ich hatte die schon immer sehr bewundert und habe viel damit gemacht. Sie taucht auch in der zweiten Einweihung von Yoganandas System noch einmal auf und sonst habe ich diese Technik eigentlich nirgends kennengelernt. Indirekt gibt es sie auch bei Shibendu Lahiri. Aber deutlich ausgefeilt und richtig angeleitet, das findet man bei der SRF von mir immer empfohlen als Einstiegsdroge, wenn man so will und dann kann man sich weiter vorarbeiten zu, wenn man das will zu anderen, ja anspruchsvolleren, noch anspruchsvolleren Übungssystemen.

Das ist natürlich in dem Kommentar zur Bhagavad Gita: „Gott spricht mit Adjuna“, darin spricht Yogananda auch diesen OM-Klang an. Wie Yogananda die Bhagavad Gita erklärt: Er erklärt sie so, dass sie den Meditationsvorgang beschreibt und dieser OM-Klang, der tritt da auf …

Also wenn diese Soldaten in die Schlacht ziehen und sich dann Mut machen durch Geräuscherzeugen, durch Schlagen der Schwerter auf den Schild, da wird ein riesiges Getöse losgedroschen, um sich selbst Mut zuzusprechen, das ist das, wenn die OM-Erfahrung, der OM-Klang den Meditierenden überkommt, oder der Meditierende zum OM-Klang kommt, dann in diesen OM-Klang aufgeht, also im Grunde so, wie ich das auch jetzt inzwischen so nutze, auch eigentlich schon lange, dann geht es eigentlich erst richtig los mit der Meditation und dann hat man ein ganz anderes Bewusstsein, ganz anderes Standing, wie man das heute sagt, eine Standfestigkeit dann gegenüber inneren und äußeren Einflüssen und dann kann man eigentlich erst richtig meditieren.

Dann ist es meiner Ansicht nach auch sinnvoll oder wenn man eben diesen OM-Klang hat, dann ist die Effektivität zumindest der Anwendung der Kriya Techniken besonders gut und besonders hoch und deswegen: Also dieser OM-Klang hat eine sehr wichtige Funktion im Kriya Yoga, nicht beim Chanten, sondern in der Wahrnehmung dieses OM-Klangs, im Eins-Werden mit dem OM-Klang und der Nutzung dieses OM-Klangs.

Mir kommt das immer wieder vor, dieser OM-Klang ist das einzig Fixe im Weltraum, an dem man, also irgendein griechischer Philosoph (Archimedes) hat, glaube ich mal gesagt: Gib mir einen festen Punkt im Weltraum oder einen festen Punkt und ich hebe die Erde aus dem Angeln mittels des Hebelgesetzes, also mit einem langen Hebel kann man jedes Gewicht bewegen oder ja aus den Angeln heben, so die Erde ja, aber so kommt mir immer wieder dieser OM-Klang vor, wenn man sich in dieses Fixum, des OM-Klangs reinstemmen kann und diesen als, als ja Fixpunkt nimmt und dann den Hebel seines Bewusstseins …

Das ist, glaube ich, auch … kann man sich ja meistens nicht richtig vorstellen, wie diese Siddhis, die ja immer wieder beschrieben werden, zustande kommen. Aber so ist es mir eigentlich gekommen, so müsste das eigentlich funktionieren, diese Siddhis, dass man sich mit dem Bewusstsein in diesen OM-Klang da rein, also spreizt und diesen OM-Klang als Hebel benutzt, um alles zu erreichen, was man sich mit seinem Bewusstsein vorstellen kann. Erste Erfahrungen konnte ich damit machen und im Grunde geht es, glaube ich, auch beim Yoga, bei spirituellen Techniken, bei der spirituelle Praxis, darum seine Muskeln, seine Fertigkeit,

diesen OM-Klang, diese innere Kraft, die immer da ist und die möglicherweise irgendwann mal auch als Energiequelle, so ist, glaube ich, die Verheißung, so soll es auch in Atlantis schon mal benutzt worden sein, dass man diese Kraft dieses OM-Klanges dann als Individuum nutzen kann und natürlich auch als Gesellschaft und vielfältig dann ja auf diese materielle Welt, da dieses umsetzen kann, was halt Fertigkeiten, Übung erfordert und diese Übung und diese Fertigkeiten, diese Weiterentwicklung der eigenen Fertigkeiten, das ist eigentlich die spirituelle Praxis,

und wenn man diese Fertigkeiten mal genügend weiterentwickelt hat, das ist ja nur eine Form der Übung oder der Praxis, um mit diesem OM-Klang umzugehen, dass man meditiert und diese spirituellen oder Kriya-Techniken oder andere Techniken anwendet, wenn man diese mal genügend ausgekostet hat und dann sagt ja, das ist jetzt ein Übungsfeld, das brauche ich nicht mehr, dann kann man, denke ich, mit der Meditation aufhören, dann wird es aber weitergehen mit der Anwendung der Fertigkeit der OM-Praxis.

Ich denke, das OM wird immer zentral bleiben, aber man wird immer mehr seine Fertigkeit, seine Fähigkeit entwickeln, diese Kraft des OMs umzusetzen und das sind vielleicht die Unterschiede der Meisterschaft, dass die großen Meister diese OM-Kraft effektiver, kraftvoller umsetzen können, umwandeln können, den Hebel des OM anwenden können als die Ungeübteren und das ganze Leben ist eigentlich ein beherrschen Lernen, ein Hebel ansetzen Lernen an die OM-Kraft.

Auch wer den OM-Klang noch nicht hört, ist definitiv auch mit diesem OM-Klang verbunden und nutzt, da er ja keinen direkten Zugang hat, dann notwendiger Weise indirekte Techniken, um den OM-Klang auch für sich in seinem Leben, auch das ganze Leben scheint mir eine Umsetzung, eine Transformation des OM-Klangs in physische Aktivität zu sein.

Man kann diesen OM-Klang also sehr weit fassen, sehr weit seine Funktion, sein Dasein, seinen Zweck, seinen Nutzen sehr weit fassen und eine ganze Philosophie aufbauen, aber eine Lebensphilosophie, die nicht jetzt irgendwie Theorie ist, sondern die man erfühlen kann, die man erfahren kann in der Meditation. Das ist definitiv etwas ganz anderes als eine theoretische Philosophie, wo man halt irgendwelche Gedankengebäude aufbaut, die teilweise wenig mit der Wirklichkeit zu tun haben. Die guten Philosophien haben natürlich immer mehr Ähnlichkeit zur Wirklichkeit. Aber es gibt natürlich auch Philosophien, die sich gut anhören, aber relativ wenig mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Auf OM basierende Philosophie, das ist vielleicht das, was ich jetzt so versucht habe, ein bisschen darzustellen. Wahrscheinlich kann man ein richtiges Verständnis erst entwickeln, wenn man selbst einschlägige Erfahrungen dazu gemacht hat. So ist es ganz definitiv, dass man vieles erst versteht, wenn man auf dem Weg gewisse Meilensteine erreicht hat und bis dahin fischt man im Trüben, bemüht sich, kämpft und hoffentlich wird man dann irgendwann mal zu Kriya Techniken kommen, um dann ein bisschen schneller aus dem trüben Wasser herauszukommen.

Ja, damit jetzt das, was ich zu diesem OM-Klang jetzt sagen wollte oder was mir gerade einfällt dazu und ich wünsche euch alles Gute! Hari OM Tat Sat. Namaste.

Der heutige Song, Song 14 aus dem „God alone is Great“-Album

OM alone is Great majestic

OM alone is great
and holds within its hands
eternal grace.

and as we stand
strong and firm
we will see God face to face.

God alone is great,
and holds within His hands
eternal grace.

And as we stand,
strong and firm,
we will see God face to face.

„I AM“ alone is great
and holds within its hands
eternal grace.

And as we stand,
strong and firm,
we will see God face to face.

Light expands,
hearts awake,
breath becomes sound,
sound becomes faith.

OM alone is great,
and holds within His hands
eternal grace.

As we stand ,
strong and firm,
we shall see God face to face.